Wort zum Sonntag

E b e n b i l d :

Der Mensch ist das Ebenbild Gottes, so die Behauptung, die krankhafte Vorstellung der Überheblichen. Empfehlung: Geh durch die Straßen einer Großstadt, betrachte die Menschenbrut, diesen Auswurf der Hölle, genau, sehr genau und du bekommst einen tiefen Ekel, das große Kotzen vor diesem Gott.


B a u e r n h o f :

Auf dem hochgelegenen Bauernhof in den Alpen traf ich auf vier Lebewesen, eine ältere und eine alte Frau, den Hofhund und einen Pfau. Der Hofhund und der Pfau hatten eindeutig den höchsten IQ auf dem Anwesen, dafür waren die zwei Frauen aber katholisch.


G l a u b e n s s c h a n d e :

Bevor die Menschheit kollektiv durch die Aufklärung von Glaubenshalluzinationen geheilt wurde, hat das Todesbakterium, das Bakterium der religiösen Idiotie, erneut seinen Siegeszug angetreten. Die Welt schwankt heute in westlich-christlichen Ländern zwischen der Verblödung der Massen durch Technologie und Medien und öffnet durch deren Unbildung Gottesphantasien Tür und Tor, in östlich-islamischen Gefilden durch Fundamentalismus, geistige religiöse Umnachtung und dem daraus resultierenden Bestreben, die intellektuelle und kulturelle Entwicklung der Menschheit auf einen Stand kurz nach der ersten Jahrtausendwende zurückzuführen. Absolutismus der Monotono-Kulte, Untergang von Vernunft und Freiheit, Beginn der kollektiven Knechtung – so ist die Abfolge und Aussicht für künftige Generationen!


L u t h e r :

Der Augustinermönch Martin Luther hatte, wenn auch unbeabsichtigt, die römische Kirche und das Papsttum durch sein Wirken so vortrefflich kastriert, dass er um ein Haar Heiligenstatus in der protestantischen Kirche genießen würde, gäbe es Heilige in dieser Untersektion des Christentums. Da Heilige aber im Wesen und Denken makellos sind, wird seine Schrift von den Juden und ihren Lügen, wann immer nur möglich, von seinen heuchlerischen Nachfolgern unterschlagen und aus der allgemeinen Lutherverherrlichung ausgeblendet.

Man möchte es einfach heute nicht wahrhaben – ist es doch gegen den Zeitgeist – dass auch Luther genau das tat, was die Kirche, das Christentum, seit Jahrhunderten lehrte und vorlebte, nämlich Hass gegen das Volk der Juden zu predigen. Man verleugnet den unverhohlenen Judenhass dieses Kindes der Kirche, man fälscht sich Geschichte in Wunschvorstellung um, man erniedrigt Luther auf das erbärmliche Aufrichtigkeitsniveau unserer Zeitgenossen.


T o t e n l ü g e :

Er kam mir entgegen, als er die Straße herunter eilte. Sein Gesicht zeigte eine leichte Spur von Verlegenheit, von unsicherem Lächeln, als fühlte er sich etwas unwohl, vielleicht gar deplatziert, in seiner weißen bodenlangen Tunika – einem Frauenkleid nicht unähnlich – in den Gassen der realen Welt. Ihm, dem Großmeister der Illusion, folgte eine Schar Trauernder, sogar einige Traurige darunter, die in ihrer Trauerkleidung wie ein Schwarm schwarzer Raben hinter seiner weißen Gestalt wirkten.

Alle, der katholische Trugbildseelsorger und der Pulk der Angehörigen, eilten zu einem Toten, dessen Hinterbliebene diesen mystisch-metaphysischen Spuk, dieses Schauspiel der Irrealität, für den Verstorbenen gewünscht hatten. In seiner Totenmesse, so nehme ich an, wird der Priester dann unhaltbare, unüberprüfbare Versprechungen über den Leichnam, dessen vermeintliche Seele und auch zu den Angehörigen gemurmelt haben.

Nur das einzige, was er mit Sicherheit in diesem Kreis hätte sagen können, das wird er unterschlagen haben, nämlich dass der Tote in den ewigen Kreislauf der Natur eingeht, von Würmern zerfressen und verwesen wird und seine Atome und Moleküle sich vielleicht, mit viel Glück, zu einem Käfer formen könnten, zu einem Lebewesen, das der Tote Zeit seines Lebens immer und überall zertreten hat.


K o m a :

Religionsfreiheit ist der geglückte Versuch der Gotteserfinder, steinzeitlichen bis spätantiken Mystizismus mitsamt seinen Welterklärungen als moralische Handlungsmaxime für das Atomzeitalter festzuschreiben, indem Jedermann die Heiligkeit seiner persönlichen Torheit und Unwissenheit staatlich garantiert wird.

Mit der gesetzlich geschützten und verbürgten Abdankung der Vernunft wurde mithin ein Reservat für Ignoranz und Torheit geschaffen, dessen Abwässer sich in der religiösen cloaca maxima sammeln und den Odem der Vernunft mit ihrem Gestank bis zum Koma umnebeln, den Verstand, den man so bitter für die Aufgaben der Gegenwart bräuchte.

Aber wo Unvernunft gesegnet wird, ist Vernunft ein Werk des Teufels und ein Reservat für den Teufel wäre das teuflischste schlechthin … in den Augen der Gotteseleven. Noch vor Erfindung der Religionsfreiheit hat der große Heinrich Heine den vergleichbaren Aspekt wie folgt beleuchtet:

Der Teufel glaubt nicht, er stützt sich nicht blindlings auf fremde Autoritäten, er will vielmehr dem eigenen Denken vertrauen, er macht Gebrauch von der Vernunft! Dieses ist nun freilich etwas Entsetzliches und mit Recht hat die römisch-katholisch-apostolische Kirche das Selbstdenken als Teufel verdammt und den Teufel, den Repräsentanten der Vernunft, für den Vater der Lüge erklärt. (Heinrich Heine, Elementargeister 3)

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Ein Kommentar zu “Wort zum Sonntag

  1. Herrn Dr. Bleibohm bin ich fuer den obigen Text dankbar, denn er gibt uns Einsicht in jenes Wesen, welches seit der Mensch eigentlich denken koennte, seinen Geist vernebelt und in der Brachialzeit zurueckhaelt. Wie viele andere Leser, so musste ich solche Situationen in meinem eigenen Leben erfahren, denn dieser religioese Ungeist setzt sich fest und traumatisiert seine Opfer zutiefst bis auf die Knochen. Ich moechte sagen, die agressive Art der christlichen Mission hinterlaesst eine Streifung, welche mit einem Schlaganfall zu vergleichen ist – sie bleibt.

    Durch die Selbstproklamation des Menschen zum Ebenbild Gottes, zweifellos ein Raenkespiel des Klerus, setzt er sich erstens schlauerweise ueber die anderen Arten und zweitens erhebt er sich selbst zum hoechsten Gott – denn da dieser fuer ihn (den Menschen) und den gesamten Planeten, nicht manifest ist, ist fuer den zweibeinigen Irrwicht der hoechste Platz auf dem Thron frei! Der Hofnarr spielt Koenig, allerdings mit fatalen Folgen.

    Es zeugt von beispielloser Ruchlosigkeit und Verantwortungslosigkeit dass in saemtlichen sogenannten menschlichen Hochkulturen (und hier insbesondere in den abrahamitischen Religionen) der Klerus die Macht an sich riss und dies immer noch tut, oder zum allermindesten versucht, ohne die Gabe der notwendigen Weisheit und des Verstandes. Und hierzu erfand er die Gestalt des Teufels. Merkwuerdigerweise heisst aber Teufel ‚Gott‘ – und zwar stammt der Name aus der Kultur der seit eh und je diskriminierten Roma ‚Deu Bel‘ – rumaenisch ‚Gott Bal‘, wo in der Bevoelkerung das Wort ‚Deubel‘ entstand! Und da die Roma eh ueberall schlechtgemacht wurden, so wurde eben aus dem Zigeunergott der Teufel – so einfach ist das!

    Es ist aber ungeheuerlich, was nun der Klerus mit diesem erfundenen Teufel anrichtete, um damit die Bevoelkerung unter seinen Einfluss zu bringen und in Angst zu versetzen! Dabei zuhilfe kam und kommt ihm (dem insbesondere christlichen und islamischen Klerus die Erwaehnung des sogenannten ‚Satans‘ in den ‚Heiligen Schriften‘, der dort bei jeder Gelegenheit herumspukt und sein Unwesen treibt, offenbar merkten bereits die Verfasser dieser Buecher, dass mit solchen Texten den Leuten der Schreck in die Knochen faehrt und sie somit manipulierbar werden! Hier reichen sich zwei unheilige Geister die Haende, Die Erfinder des ‚Satans‘ und die Erfinder des ‚Teufels‘! Ich bin mir durchaus bewusst, wenn ich nun diesen Text hier schreibe, dass mich der zweite Teil dieser beiden unheiligen Kraefte, naemlich der noch aktive (derjenige der Schriften gehoert ja mittlerweile der Vergangenheit an) mich der satanischen Besessenheit bezichtigen, denn sie sagen, wer den Teufel leugnet, ist von ihm gesandt! So einfach erwaehlen sich diese zweibeinigen Woelfe im Schafspelz ihre Opfer – und sie wuerden sie heute noch verbrennen, wenn sie koennten – und in islamischen Teilen dieser Welt geschieht dies heute und jetzt…

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