Die dunkle Seite des Martin Luther

Am 31. Oktober 2017 jährt sich zum 500. Mal die Veröffentlichung von Martin Luthers 95 Thesen. Dieses Reformationsjubiläum wird weltweit gefeiert, wofür es letztlich jedoch weder einen Grund noch Anlass geben sollte, wenn man bedenkt, aus welch einem Holz dieser „Reformator“ tatsächlich geschnitzt war.

Wer heute noch diesen Martin Luther verehrt, der durch die Übersetzung der Bibel ins Deutsche und den Anschlag seiner 95 Thesen im Jahre 1517 in Wittenberg „berühmt“ wurde, dürfte sich wohl kaum bewusst sein, dass dieser Mann wiederholt zu Mord und Totschlag aufrief, Frauen missachtete, diese als Hexen verbrennen ließ und übelsten Antisemitismus predigte.

Auch wenn man meinen könnte, Luthers radikale Äußerungen gehörten allesamt der Vergangenheit an, so gab es doch 1944 ein trauriges Wiedererstehen seiner Ansichten und Äußerungen, als nämlich seine Hetzreden zitiert und damit der Versuch unternommen wurde, den Mord an Millionen Menschen auf absurde Weise ideologisch zu rechtfertigen.

Und dieses düstere Vermächtnis Luthers besteht weiter, solange er als „großer Deutscher“ verehrt wird. Wäre es also nicht dringend geboten, die dunklen Kapitel aus Luthers Weltsicht endlich allesamt öffentlich zu machen und aufzuarbeiten? Auch wenn dies bedeuten würde, dass sich die lutherische Kirche konsequent von Luthers umstrittenem und unchristlichem Tun distanzieren müsste, wenn sie eine positive Rolle in der Gestaltung unserer „demokratischen“ Gesellschaft einnehmen möchte.

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3 Kommentare zu “Die dunkle Seite des Martin Luther

  1. Lieber Wolfgang,

    da wäre wohl höchste Zeit die dunklen Seiten von Martin Luther (deren es unzählige gab) aufzuarbeiten. Es ist schlimm, wenn Hitler beim Holocaust auf ihn zurückgreifen konnte. Die Schuld von Luther ist riesengroß, wenn die Ermordung von 100.000 Bauern auf ihn zurück ging und er dazu aufstachelte und unter anderem sagte man könne sich leichter den Himmel verdienen wenn man Bauern tötet als mit beten.
    Die Folterart, die man im Video sieht, ist an Grausamkeit nicht zu überbieten (umgekehrt aufhängen und dann mit Säge vom …)

    Das Niederträchtigste war dann noch als er sagte, nicht er habe das gesagt, Gott habe es gesagt. Er unterschied sich später in gar nichts mehr zur verdorbenen katholischen Kirche.
    Er war immer auf der Seite der weltlichen Macht. Auch einige Aussagen zu Frauen sind bekannt, zum Beispiel, dass Frauen ja zum Gebären da sind – sonst hatte er keine große Achtung vor ihnen.

    Liebe Grüße – Hubert

    • Lieber Hubert,
      volle Zustimmung zu all Deinen Zeilen und Worten.
      Und weil dieser „Reformator“ eine ganze Menge Dreck am Stecken hat, ist es umsomehr unverständlich für mich, dass er von Staat und Kirche dennoch hochgejubelt und anlässlich des diesjährigen Reformationsjubiläums um dieser „Persönlichkeit“ willen grosse Feierlichkeiten „zu dessen Ehre“ geplant sind. Über solch eine Christenheit und über solch ein Deutschland kann ich nur noch meinen Kopf schütteln!
      Liebe Grüsse – Wolfgang

  2. Alle die negativen Seiten von Luther wurden und werden von der evangelischen Kirche totgeschwiegen. Aufarbeitung täte hier wirklich not. Aber wahrscheinlich hat man Angst, dass dann noch mehr Schäfchen der Kirche den Rücken kehren. Ein wirklich unerträglicher Zustand.

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