ARTE Dokumentarfilm: „Brauchen Tiere Rechte?“

„Dürfen wir das Wohl und Leben der Tiere unseren Zwecken unterordnen? Tiere sind wesentlich intelligenter und empfindsamer als angenommen. Dennoch töten wir Tiere für Fleisch oder akzeptieren, dass Versuche an ihnen durchgeführt werden.

Tierschutzorganisationen und Verhaltensforscher fordern daher immer wieder auch Rechte für Tiere. Wissenschaftliche Forschungen zeigen, dass Tiere sehr viel intelligentere, kommunikativere und empfindsamere Wesen sind, als wir gemeinhin denken. Selbst bei landwirtschaftlichen Nutztieren, die bis in die 80er Jahre von der Wissenschaft kaum beachtet wurden, werden nun erstaunliche kognitive Fähigkeiten festgestellt. Unser Verhältnis zu Tieren ist von starken Widersprüchen geprägt: Wir töten sie zu Nahrungszwecken und verspüren doch Mitleid bei schlechter Behandlung.

Diese Widersprüche spiegeln sich auch in dem Rechtsstatus von Tieren wider. Wie sinnvoll ist es beispielsweise, dass wir Nutztieren, Labortieren und Haustieren unterschiedliche Rechte zugestehen? Kann man in der industrialisierten Landwirtschaft, in der Tiere als reine Produktionsmittel angesehen werden, überhaupt von „Tierwohl“ sprechen? Mit Recherchen in landwirtschaftlichen Betrieben und Forschungszentren in Deutschland, Frankreich, Österreich und den USA und durch Gespräche mit Experten weltweit steckt „Brauchen Tiere Rechte?“ den Rahmen für eine hochaktuelle Debatte.“


Initiative Tierwohl: Verbrauchertäuschung im Supermarkt

Enthüllungen von PETA in zehn Schweinemastbetrieben, von denen sieben an der sogenannten „Initiative Tierwohl“ teilnehmen, zeigen grauenvolles Leid. PETA hat bei den zuständigen Staatsanwaltschaften Strafanzeige erstattet, denn in diesen zehn überprüften Betrieben wurden nach Auffassung der PETA-Experten nicht einmal die derzeit geltenden tierschutzrechtlichen Bestimmungen eingehalten – ganz zu schweigen von mehr Tierwohl!

Sauen werden als reine Ferkelgebärmaschinen behandelt und immer wieder künstlich besamt. Während der Geburt, der Ferkelaufzucht und während der Besamung werden sie in sogenannten Kastenständen gehalten. Diese Metallkäfige sind so klein, dass sich die Tiere nicht einmal umdrehen können. Die Ferkel werden der Mutter nach ca. drei Wochen weggenommen; auf sie wartet ein kurzes, erbärmliches Leben.

Wie die Enthüllung von PETA zeigt, werden kranke und verletzte Schweine nicht oder nur unzureichend tierärztlich behandelt. Aufgrund der extremen Enge und Langeweile verletzen sich die Tiere in Rangkämpfen. Bedingt durch das Leben auf Betonböden leiden die Schweine an Gelenkschmerzen. Sie sind außerdem gezwungen, in ihren eigenen Exkrementen zu leben. Durch den Kot und Urin entstehen hohe Ammoniakwerte in den Ställen. Auch deshalb sind in den Aufnahmen Schweine im sogenannten Hundesitz zu sehen – einer eigentlich untypischen Haltung, die Schweine oftmals einnehmen, wenn sie Atembeschwerden haben.

Wie in konventionellen Mastbetrieben wurden die toten Körper von Ferkeln und Schweinen auch hier in den „Kadavergruben“ gefunden. Das zeigt, dass der Wert eines Schweines auch in diesen „Tierwohl“-Betrieben nur nach dem Kilopreis seines Fleisches bemessen wird und dass den Betriebsinhabern eine tierärztliche oder wirklich artgerechte Behandlung der Tiere nicht allzu wichtig sein kann.

 

Advertisements