„Satanische“ Reflexionen eines Tierrechtlers (Teil 2)

Reicht der aus dem Alten Testament abgeleitete Anspruch aus, dass die ganze Schöpfung nur auf den Menschen zugeordnet sei, um unser Denken und Handeln gegenüber den Tieren zu rechtfertigen? Dürfen wir, wenn wir bei klarem Verstand sind, kosmologisch, ontologisch und teleologisch das ganze Universum nur auf uns bezogen verstehen?

Reicht die nicht zu beweisende These der „Gottesebenbildlichkeit“ aus, die nur noch als hoch psychotisch zu bezeichnen ist, eine einzigartige Stellung im Kosmos zu beanspruchen und daraus abzuleiten, dass dem Menschen allein unter allen Lebewesen eine herausragende Würde und Sonderstellung über die übrige „Schöpfung“ zukomme? Oder ist die Illusion einer „ewigen Seele“ Rechtfertigung genug, diejenigen Lebewesen, die der angeblichen „Seele“ ermangeln, zu quälen und zu töten?

Und wäre es dann nicht folgerichtig zu denken: Wenn den Tieren schon von dem angeblichen Schöpfer kein ewiges Seelenheil beschieden ist, dann sollen sie wenigstens dieses, ihr einziges Leben, das alles ist, was ihnen zugestanden wurde von dem Gott der Liebe und Barmherzigkeit, in Frieden und Glück verbringen dürfen.

Wohlgemerkt, die christlichen Scholastiker sprachen dem Tiere die „Seele“ ab. Und als ob es der Würdebeweise im Pentateuch nicht schon genug gewesen wären, wurde mit dem Evangelium letztendlich das Schlussglied der Beweiskette geschaffen: der Opfertod Christi, der ausschließlich dem Menschen galt. Amen!

Die „Würde des Menschen“ war unantastbar geworden! Das Tier hatte die seine verloren!

Mit der Schaffung des Begriffes der Würde, als angeborenes Wesensmerkmal oder als Gestaltungsauftrag interpretiert, war es gelungen, eine trennende Mauer zwischen Mensch und Tier zu errichten und unsere Mitlebewesen aus unserer Ethik zu verbannen. Hat uns die Bürde unserer „Seele und Würde“ nicht entzweit von unseren Schwestern und Brüdern im Tierreich und uns soviel einsamer werden lassen auf der Suche nach dem Sinn unseres Seins?

Die „Würde des Menschen“ wurde zum höchsten Rechtsgut. „Sie zu achten und zu schützen, ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Das steht in unserem Grundgesetz geschrieben. Verwunderlich ist nur, dass diese Würde immer dann auf der Strecke blieb, wenn sie in Konflikt mit den Interessen der „scheinheiligen Seligkeitsverkäufer“ oder der Staatsmacht geriet. Dass im Verlauf unserer ruhmreichen Menschheitsgeschichte Despoten und Demokraten um die Würde sich einen Dreck scherten, mag an dem Mangel ihrer „Unfehlbarkeit“ gelegen haben.

Aber Kreuzzüge, Autodafés, die heilige Inquisition mit Mord und Folter, omnia ad maiorem dei gloriam, dies alles lässt sich nur schwer mit der „Unfehlbarkeit“ der Nachfolger Petri und mit dem apostolischen Postulat einer inhärenten Würde vereinbaren. Zumal man mit Fug und Recht behaupten kann, dass die Kirchengeschichte nicht arm ist an Brutalität und Sadismus. Ausgelassen wurde wahrlich nichts, was es damals an feinfühligen Spitzfindigkeiten gab, um seinen Nächsten zu malträtieren.

Das „Mea Culpa des heiligen Übervaters“ zum Jahresbeginn 2000 – auch er hatte sich von der Zahl mit den drei Nullen blenden lassen – hätte Bände über Bände füllen müssen. Dass es so gering und nichts-sagend ausfiel, muss wohl an den Gebrechen seines hohen Alters gelegen haben.

Aber dass zehntausende von Zwangsarbeitern der bischöflichen Diözesen auf ihre Entschädigung so lange warten mussten, hat sicherlich ökonomische Ursachen und mit der zunehmenden Vergreisung der kirchlichen Führungsriege weit weniger zu tun. Es bleibt zu würdigen, dass für den jahrelangen, würdevollen Sklavendienst in der Obhut der „Heiligen Kirche“ überhaupt entschädigt wird: mit einer der „Menschenwürde“ angemessene Summe von fünftausend Mark. Währenddessen würdevoll – und das brauchte seine Zeit – über die Zahlungsmodalitäten und organisatorischen Probleme beratschlagt wurde, sind die wenigen noch überlebenden Opfer der „christlichen Nächstenliebe“ weggestorben – zur Freude des „bischöflichen Säckels“. Das könnte man zumindest vermuten.

Die „Würde des Menschen“ hat viele Gesichter – auch heute noch und auch innerhalb jener Institutionen, die mit ihr hausieren gehen. Das sei am Rande bemerkt.

Trotz aller Widersprüchlichkeiten bleibt die „christliche Menschenwürde“ de facto die Speerspitze im Vernichtungskampf gegen unsere „würdelosen Mitlebewesen“. Sie wird dementsprechend auf das Schärfste von Staat und Kirche verteidigt.

„Der Mensch versteht sich als die Spitze der irdischen Schöpfung und die Welt als sein Haus, das er sich zu seinem Nutzen und Gewinn einrichtet.“ […] „Die Schöpfungstheologie muss an der Rangordnung: Gott-Mensch-Welt festhalten (vgl. Ps.8). Wenn der Unterschied zwischen dem Menschen und der übrigen Natur nicht mehr deutlich herausgestellt wird, wird der Mensch in das Naturgeschehen eingeordnet und seiner besonderen Würde entkleidet.“ [..] „Es gilt die Grundverhältnisse der Schöpfungsordnung anzunehmen. Dazu gehört der Vorrang des Menschen vor den Sachen, aber auch die Unentbehrlichkeit der Sachen für den Menschen.“ […] „Wir Menschen sind berechtigt, Leistungen und Leben der Tiere in Anspruch zu nehmen.“
(Anmerkung: mit Sachen sind auch die Tiere gemeint!)

Diese anachronistisch anmutende Textpassage stammt nicht etwa aus einer Kirchenschrift des ausgehenden Mittelalters. Es handelt sich um eine Denkschrift des Sekretariats der Deutschen Bischhofskonferenz zur Frage der Verantwortung des Menschen für das Tier aus dem Jahre 1993!

Die Tiere werden als Sache klassifiziert, zur Nebensache degradiert, als Nutzsache produziert!

Dass die klerikalen Vordenker schon immer etwas länger brauchten, lässt sich am eindrucksvollsten damit belegen, dass Papst Johannes Paul II. erst im Oktober 1996 dem Kreationismus Lebewohl sagte und erklärte, dass er die Evolutionstheorie nunmehr anerkenne – 137 Jahre nach ihrer Veröffentlichung. Ein außergewöhnlicher geistiger Sprint, wenn man bedenkt, dass die Rehabilitierung von Giordano Bruno, der auf päpstliche Order wegen seines Buches „De l’infinito, universo e mondi“ – „Vom unendlichen All und den Welten“ auf dem Campo dei Fiori verbrannt wurde, immerhin fast 400 Jahre bedurfte. Es besteht also noch Hoffnung. Oder etwa nicht?

Dass jedoch das Römische Recht aus vorchristlicher Zeit, das die Tiere als Sachen behandelte, noch immer in den Hirnen dieser Herren im roten Ornat sein Unwesen treibt, ist kennzeichnend für die geistige Erstarrung, für das Unvermögen sich einer im Wandel befindlichen Weltsicht zu öffnen.

Obwohl unsere Damen und Herren Politiker sich zu einer gegenteiligen Erkenntnis schon vor Jahren durchringen konnten, verblieb die Kirche in ihrem alten Denkschemata. Ob unsere Politiker zu einem ethischen Paradigmenwandel aber wirklich bereit sind und sich vom Gängelband des Großkapitals und der Amtskirchen gänzlich befreien können, das wird an ihrer Bereitschaft zu messen sein, ob sie nach der Aufnahme des Tierschutzes als Staatsziel in unser Grundgesetz auch dementsprechende Politik betreiben.

Lange wurde die Aufnahme durch die Parteien mit dem Zusatz „christlich“ in ihrem Namen per Fraktionszwang verhindert. Das war der grandiose Neuanfang nach dem Spenden-Debakel und das „Outing“ der so christlichen Pfarrerstochter Angela Merkel. Mich wundert es nicht!

Was die professionellen Verkünder der Nächstenliebe betrifft: sie sind längst zum „Hemmschuh der Welterkenntnis“ geworden und haben durch ihre Inflexibilität ihr Credo ad absurdum geführt.

Unser Nächster ist nicht nur der Mensch, sondern auch unser nächster Verwandter, das Tier, dessen Existenz wir die unsere überhaupt zu verdanken haben.

Traditionsdenken bedeutet Stillstand der geistigen und gesellschaftlichen Entwicklung. Tradition, sei sie auch noch so alt, und wird sie von noch so vielen Menschen praktiziert – schafft noch kein Recht im Sinne von Gerechtigkeit. Sklaverei, Kinderarbeit und die Diskriminierung der Frau hatten auch eine lange Tradition. Aber sie wurden zumindest in einigen Teilen der Welt und in ihrer gröbsten Form beseitigt. Die Ethik hatte über die Tradition gesiegt, denn es handelte sich um Menschen. Wann kommt der Bruch mit der Tradition in Bezug auf unsere tierlichen Mitlebewesen?

Paradigmenwandel ist angesagt – um des Lebens und der Wahrheit willen.

Wenn wir Heutigen uns über die Unterschiede zwischen Mensch und Tier Gedanken machen, ist am erstaunlichsten, aber auch am erschreckendsten, mit welcher Selbstüberschätzung, Überheblichkeit und Ignoranz wir uns als Mittelpunkt der Welt erachten, auf den alles ausgerichtet ist: Daseinsgrund und Daseinsziel – neben der mit milliardenfachem Leben angefüllten Mitwelt.

Trotz aller naturwissenschaftlichen Erkenntnisse über das Allerkleinste und Allergrößte und des daraus resultierenden Wissens über die Nichtigkeit, Unvollkommenheit und Endlichkeit unserer Existenz im Weltganzen, glorifizieren wir uns noch immer als „Krone der Schöpfung“. Vielleicht ist es ein unbewusstes Verdrängen, weil wir erahnen, dass wir die Grenzen des Vorstellbaren, des Denkbaren, erreicht haben und nicht weiter überschreiten können. Dass alles ein Ende hat, ist zur bohrenden Gewissheit geworden.

Dass das tragische, aber auch so wundervolle Schauspiel von Geburt und Tod auch nicht vor unserem Universum halt machen wird, dass unsere Welt in ferner Zukunft in einem „Big Crunch“ oder nach den Gesetzen der Thermodynamik in eisiger Erstarrung ihr Ende finden wird, steht fest. Dass sich im Gluthauch unserer sterbenden Sonne alles Leben auf Erden schon eine ganze Ewigkeit früher von dem kosmischen Drama verabschieden wird, das steht genauso fest. Dass wir aber den Beginn des „planetarischen Barbecue’s“ als Rasse noch erleben werden, ist schiere Illusion, denn ein vorzeitiger Suizid der Menschheit ist viel wahrscheinlicher.

Es wird nichts bleiben von dieser Welt, nicht unsere Träume und Hoffnungen, nicht die Früchte unserer Arbeit und Anstrengungen, nicht unsere Kultur und technischen Wunderwerke, nicht einmal mehr die bloße Erinnerung an uns. Denn da ist niemand mehr, der sich unserer erinnern könnte.

Es wird so sein, als hätte es uns niemals gegeben. Kosmisch gesehen, wird unser Verschwinden nur eine unbedeutende Bagatelle sein; eine Nebensächlichkeit im Weltganzen mit einem Stellenwert unendlich weit hinter dem Komma.

Vielleicht liegt das psychische Trauma der Menschheit in dem Unvermögen zur Akzeptanz der Erkenntnis ihrer Nichtigkeit und Endlichkeit. Und das Festhalten an dem traditionellen anthropozentrischen Weltbild ist der verzweifelte Versuch, dem eigenen Dasein doch noch einen Sinn abzuringen. Mit der Fata Morgana, an die wir uns klammern, lässt sich so vieles entschuldigen!

Wenn die Welt ein definitives Ende hat, dann können wir uns getrost auch von Gott und dem Teufel verabschieden; die Frage ihrer Existenz ist belanglos geworden. Und wenn es den Teufel nicht gibt und auch keine göttliche Vorbestimmung, muss dann das Böse zwangsläufig über das Gute triumphieren? Werden wir nicht durch die Leugnung unserer Götter und Dämonen ganz allein in die Verantwortung genommen für den Zustand dieser Welt? Ob wir uns allerdings dieser Verantwortung jemals stellen werden und der Welt damit die Chance geben, etwas erträglicher zu werden, ist zweifellos mit einem riesengroßen Fragezeichen versehen.

Doch sollten wir unsere Verantwortung annehmen und damit unserer Existenz die einzig denkbare Legitimation verleihen, dann müssten wir die ins Universale ausgeweitete Güte und Harmonie mit allem, was da lebt und ist, als letzter erkennbarer Daseinsgrund und Daseinszweck erkennen und danach leben. Denn wir tragen damit dazu bei, dass das Leiden, das unzweifelhaft ein Wesensmerkmal des Lebens ist, nicht noch durch unser Hiersein vergrößert wird. So hinterlassen wir, wenn der Vorhang endgültig fällt, wenigstens nicht den schalen Beigeschmack, dass unser kurzer Debütauftritt ganz und gar daneben gegangen war.

Dazu bedarf es aber eines radikalen ethischen Paradigmenwandels, einer Ethik des universalen Mitgefühls und der Solidarität!

Wir müssen uns trennen von dem verstaubten Ballast religiös eingefärbter Begriffe; wir müssen uns befreien von den „Scheuklappen unserer Welterkenntnis“! Also nehmen wir Abschied von den „Heiligen Gralen“ unseres Menschseins: von Würde, Gewissen, ewiger Seele, vollkommener geistiger Freiheit, Bestimmung und all den anderen Trugbildern unseres Denkens! Vielleicht entstünde dann eine ganz andere Vorstellung unseres Daseins, vielleicht würden wir vieles relativieren und unsere Arroganz, unsere Egomanie und unser kurzsichtiges, egoistisches und irrationales Handeln aufgeben und eine demütigere, tolerantere und gerechtere Haltung gegenüber unseren Mitlebewesen einnehmen.

Hier sind die Herren Philosophen gefordert, dem Ruf nach Wahrheit und Gerechtigkeit, nach einer gerechten ethischen und moralischen Berücksichtigung von menschlichen und tierlichen Lebewesen, der Respektierung ihrer vitalen und elementaren Interessen und Bedürfnisse sowie einer angemessenen Berücksichtigung der natürlichen Lebensräume mitsamt ihrer Flora, den nötigen Nachdruck zu verleihen.

In den „Heiligen Hallen der Philosophie“ herrscht aber zumeist beklemmendes Schweigen, wenn es um die Sache der Tiere geht. Wen wundert’s? Die „Freunde der Weisheit“ standen seit Alters her in Lohn und Brot der Religion. Daran hat sich bis in unsere Tage nicht sehr viel geändert. Die übermächtige Präsens der Kirche ist trotz Säkularisation in unseren „Verbildungseinrichtungen“ noch immer vorhanden.

Man denke – Kruzifix noch einmal! – an das „Kruzifix-Debakel“ des Jahres 1995 in Bayern, wo die angefochtene Regelung trotzig – gegen den Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes – beibehalten, ja sogar noch per Landesgesetz erst recht legitimiert wurde. Wenn in der Landesverfassung die „Ehrfurcht vor Gott“ zu den „obersten Bildungszielen“ zählt, ist eben alles möglich.

Die Moral-Philosophie beißt nicht die Hand, die sie füttert.

Die berufsmäßigen „Vordenker der Sitten und Tugenden“ haben also aus dem gleichen Trog gefressen; die Portionen an Leichenbergen, Käse und Eiern auf ihren Tellern wurden immer gewaltiger und die vegetarischen Beilagen verkümmerten zur reinen Dekoration.

In unserer rücksichtslos hedonistischen Gesellschaft ist der Lebensgenuss zum Statussymbol geworden. Der kulinarische Genuss hat dabei einen extrem hohen und bereits psychopathischen Stellenwert eingenommen.

Dass weltweit die Zahl der Moral-Philosophen, die bis zur letzten Konsequenz für die Rechte der Tiere eintreten, so gering ist, liegt neben vielen anderen Faktoren auch einfach daran, dass die Damen- und Herrschaften nicht bereit sind, ihre „omnivore“ Ernährungsweise umzustellen.

Und sie wissen, dass ein Plädoyer für die Rechte der Tiere zur Farce verkommt, wenn die linke Faust drohend gegen Tierquäler erhoben wird, aber die rechte ein Käse-Schinken-Sandwich hält. Auch wenn die geräucherte „Leckerei“ beim glücklichen Bio-Bauern erstanden wurde, der heute durch BSE bedingte Nachfrage satte Gewinne einfährt und noch glücklicher ist, man sein Publikum und das eigene „Gewissen“ damit beschwichtigt, dass die Leichenteile und Muttermilch schließlich von einer „glücklichen“ Sau und einer „glücklichen“ Kuh stammten, kann dies nicht verhindern, dass die Glaubwürdigkeit auf der Strecke bleibt.

Da die Philosophen, unsere „Freunde der Weisheit“, in der Regel recht clever und sich dieses Handicaps bewusst sind, widmen sie sich leichteren Themen, die zu Ruhm und Ehre führen. Dass von vielen „Obertierschützern“ der Nation dies nicht bedacht wird, steht außerhalb jeglicher Kritik; sie sind schließlich keine Philosophen. Basta! Aber vielleicht ist auch die Zahl der neuronalen Verbindungen der Rezeptoren auf der Zunge daran schuld. Oder anders herum: Fleisch, Ei, Tiermilch und Käse sind – der Subventionen sei dank – billig und der Geist ist nicht willig. Eigentlich hätte man anderes erwarten dürfen. Also, woran liegt es dann? Vielleicht ist das Mitleiden noch nicht groß genug? Nun, dafür gibt’s Schlachthäuser, und wer sie einmal betreten hat, wer einmal das stumme Flehen der Todeskandidaten erlebt hat, dem schmeckt auch nicht mehr die Wurst von einer „glücklichen“ Sau oder das Ei eines Bio-Huhnes. Oder etwa doch?“

Dann können nur noch die speziesistischen Wahrnehmungs- und Denkstörungen, die Helmut F. Kaplan so vortrefflich in seinem Buch „Tierrechte – Die Philosophie einer Befreiungsbewegung“ beschrieben hat, in Frage kommen. Also: verminderte Schuldzurechnungsfähigkeit!

All das wäre zumindest eine plausible Erklärung für die Tatsache, dass die Erkenntnisse der Evolutionsbiologie, Kosmologie, Atomphysik und Kognitionsforschung an der Moral-Philosophie und den dafür verantwortlichen „Auftragsdenkern“ so spurlos vorübergezogen sind, als hätten sie niemals existiert.

Bei den Kollegen der theologischen Fakultät war dafür der Index librorum prohibitorum, kurz Index genannt, wahrscheinlich mitverantwortlich. Die Strafe der Exkommunikation, das „ewige Schmachten“ im Fegefeuer, für das Lesen oder den Besitz eines der im Index aufgeführten Bücher, der erst im Jahre 1966 von der römisch-katholischen Kirche aufgehoben und als nicht mehr bindend erklärt wurde, hat wohl die Herren Theologen davon abgehalten, die Schriften von Darwin, Feuerbach, Haeckel, Freud und Hubble, nur um einige zu nennen, sich zu Gemüte zu führen. Dies in der kurzen Zeit bis heute nachzuholen, wäre sicherlich zuviel verlangt.

Wer glaubt, der Index librorum prohibitorum sei ein Relikt aus den Anfängen der Kirchengeschichte gewesen und habe verstaubt in den Kellergewölben des Vatikans die Jahrhunderte verschlafen, der irrt sich gewaltig. Der Index wurde letztmalig im Jahre 1948 komplettiert.

Die Arbeiten der epochalen Denker blieben also aus den oben genannten Gründen ohne weitreichende Folgen auf die Ethik, das Welt- und Menschenbild und die Einstellung gegenüber dem Tier. An der Intelligenz hat es also nicht gelegen. Oder etwa doch?

Dass die große Masse auch heute noch auf die Erkenntnisse der Naturwissenschaften pfeift – diesmal mangels Masse an grauen Zellen, dass sie „ohne Folgen für die Interpretation unserer Lebenswelt“ bleiben werden, davon waren so gegensätzliche Philosophen wie Habermas und Lübbe schon überzeugt. Die große Masse hat ihre „oralen Phase“ eben noch nicht ganz überwunden! Man „begreift“ die Welt noch immer mit dem Mund. Wie schmeckt sie, kann man sie essen? Dass aber die Architekten unserer Moral-Philosophie, unsere akademischen Eliten, nicht endlich aus ihrem „Dornröschenschlaf“ erwachen, ist unvorstellbare Schande und ein Beweis der Engstirnigkeit des Menschengeschlechtes, denn sie sollten es doch besser wissen.

Wir sind nicht weit gekommen mit unserer christlich-humanistischen Ethik, unserer Christen-Religion und unserer Moral-Philosophie!

Wir haben die Tiere im Stich gelassen – und uns damit ein Stück von uns selbst beraubt. Wir haben uns entfernt von der Natur und sind damit „unnatürlich“ geworden. Wir sind nicht mehr in der Mitte, in Harmonie mit unserer Mitwelt, sondern stehen als Außenseiter auf verlorenem Posten, wenn man in größeren zeitlichen Dimensionen denkt und bedenkt, dass die Auswirkungen unseres Handelns und Denkens eines Tages auf uns zurückfallen werden. Wir sind schäbige Randfiguren geworden im Weltganzen.

Ich muss eingestehen, dass auch unsere Mitmenschen mit anderen Weltanschauungen, Religionen oder Ideologien – nur von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen – um keinen Deut besser sind, als wir.

In Asien, Afrika und anderen Teilen der nichtchristlichen Welt hat es auch Kriege in der Vergangenheit gegeben, und es wird sie in der Zukunft geben.

Es wurde und wird mit der gleichen Brutalität gefoltert und gemordet, wie es bei uns geschehen ist und geschieht. In diesen Ländern werden heute die elementarsten Ansprüche der Tiere genauso mit Füßen getreten wie im Westen. Aber die Gründe dafür hängen vielleicht auch mit den schlechten allgemeinen Lebensumständen und dem Bildungsstand zusammen, und die Zahl der Opfer ist mangels Infrastruktur weit hinter der unseren zurück. Eine Entschuldigung ist das natürlich nicht, aber man sollte es zumindest erwähnen.
Im Vergleich mit anderen Kulturen ist unsere „blutbesudelte Weste“ unauffälliger geworden, und man ist geneigt, zu relativieren.

Aber dürfen wir es zulassen, dass man Ethik relativiert? Sollen wir das Scheitern unserer christlich-humanistisch geprägten Moralphilosophie damit entschuldigen, dass man auf das Versagen anderer philosophischer Systeme verweist, die ebenfalls versagt haben? Sollen wir über die eigenen Fehler hinwegsehen, nur weil andere Weltanschauungen sich auch als untauglich erwiesen haben? Soll diese Rechtfertigung dazu missbraucht werden, die eigenen Fehler weiterhin zu tolerieren und millionenfachen Mord an unseren tierlichen Brüdern und Schwestern Jahr für Jahr zu praktizieren?

Dies ernsthaft in Betracht zu ziehen, bedeutet geistigen Offenbarungseid!

Es muss auch gesagt werden, dass es Kleriker und Theologen in der Vergangenheit gab, man denke an Franz von Assisi oder an Albert Schweitzer, die für einen humaneren Umgang mit unseren Mitlebewesen eintraten. Ob sie sich gänzlich von ihrer christlich-anthropozentrischen Weltanschauung befreien konnten und ihre Forderungen sich mit unseren heutigen Vorstellungen decken, wollen wir offen lassen. Das würde an dieser Stelle zu weit führen.

Es gibt auch Kirchenmänner in der Gegenwart, die für die Tiere Kopf und Kragen riskieren, denen die kirchliche Lehrerlaubnis entzogen und Predigtverbot auferlegt wurde, die ihre Karriere aufs Spiel setzen und deren Schweigen nicht käuflich ist.

Aber es gibt viel zu wenige „Drewermänner“ und „Knörzer“ heute; es müssten viel mehr sein, um etwas zu bewegen!

Und ich will nicht vergessen, darauf hinzuweisen, dass es im Bereich der Philosophie und Literatur ebenfalls die rühmlichen Ausnahmen gab und gibt. Wo stünde die weltweite Tierrechtsbewegung heute ohne die Schriften von Ruth Harrison (Animal Machines), Rachel Carson (Silent Spring), Henry Salt (The rights of animals), Tom Regan (The Case For Animal Rights, The Struggle For Animal Rights ), Peter Singer (Animal Liberation, Practical Ethics), Helmut Kaplan (Wozu Ethik?, Tierrechte – die Philosophie einer Befreiungsbewegung, Leichenschmaus. Ethische Gründe für eine vegetarische Ernährung) oder Sina Walden, Gisela Bulla (Endzeit für Tiere) Jean-Claude Wolf (Tierethik. Neue Perspektiven für Menschen und Tiere) und Hans Wollschläger (Tiere sehen dich an oder das Potential Mengele), um nur einige zu nennen. Sie bewirkten mit ihren Thesen und Büchern die Initialzündung der Tierrecht-Bewegung. Sie machten uns klar, dass die herkömmliche Ethik einer grundlegenden Reform bedarf.

Aber diese rühmlichen Ausnahmen reichen nicht aus, um die „Mauer des Verdrängens“, wenn es um die „Rechte der Tiere“ geht, zum Einsturz zu bringen. Eine „einheitliche ethische Weltformel“, die eine harmonische, symbiotische Koexistenz aller Lebensformen begründen könnte, muss erst noch gefunden und geschrieben werden.

Es gibt einfach zu wenige Philosophen von Rang und Namen, wie Singer, Regan und Kaplan, die sich der Problematik der ethischen Einbeziehung unserer Mitlebewesen in unser moralisches Denken vehement genug annehmen. Manche Vorstellungen und Theorien führen auch in die falsche Richtung; andere sind noch zu stark dem anthropozentrischen Weltbild verhaftet, und wieder andere schießen über das Ziel hinaus.

Auch die einstigen Hoffnungsträger der „New-Age-Generation“ hüllen sich in Schweigen! Die „Love & Peace-Veteranen“, die naturverbundenen „Wassermänner des angekündigten Zeitalters des Wassermannes“ sind abgetaucht – um in den Chef-Etagen der Multi-Konzerne und der Politik wieder aufzutauchen. Heute schmücken sie sich mit den verpönten Statussymbolen des früheren Klassenfeindes: Lagerfeld, Joop, Armani und die 3-Liter-Luxuskarosse mit dem Stern. Business as usual, etwas weniger „Love and Peace“ und auch kein ideologisch bedingter Konsumverzicht. So ändern sich die Zeiten, oder sollten wir besser sagen: die Menschen.

Panta rei – alles fließt, sagte schon Heraklit, und am ehesten verfließen die Träume einer heilen Welt, wenn der Mammon lockt.

Nach diesem Rundumschlag – ich hoffe, ich habe niemanden ausgelassen – will ich aber auch, um der Wahrheit willen, für unsere Philosophie und Theologie noch eine Lanze brechen.

Theismus, Polytheismus und Deismus sind zwar die geeignetsten Nährböden für Speziesismus, Rassismus, Intoleranz und für viele andere ungerechte Attitüden des Menschseins. Aber es gibt auch andere Ursachen für das moralische Scheitern unserer Gesellschaft: nämlich systemimmanente Ursachen. Ich will damit sagen, dass unsere Ich-bezogenen Denkprozesse zu einem großen Teil durch unbewusste neuronale Aktionsmuster bestimmt werden, die ihrerseits durch Außenreize, Inkrete und Spontan-Assoziationen ausgelöst werden, die aber alle dem übergeordneten Überlebensmechanismus untergeordnet sind. Das war Fachchinesisch!

Anders ausgedrückt: Der Mensch ist Opfer der Funktionsweisen seines Gehirns.

Primär sind nicht die von ihm geschaffenen Gedankenwerke, seine Institutionen, Organisationen und Religionen Grund des Übels, sondern das „Überlebens-System Mensch“ im Ganzen. Die Schuldzuweisung trifft also nur zum Teil die Philosophie, die Religion und den Menschen; zu einem Teil darf man der Evolution die Schuld in die Schuhe schieben.

Hätte „Mutter Natur“ die Schweine favorisiert, anstatt uns Menschen, das Borstentier mit einem größeren Neo-Kortex und besseren Greifwerkzeugen ausgestattet, dann hätten sie sich an Stelle des Menschen zum Weltbeherrscher aufgeschwungen. Aber auch dann wäre die Welt und die Moral in dem gleichen desolaten Zustand, und nichts hätte sich geändert, außer dem Aussehen der Akteure. Die „Götter der Schweine“ hätten Schweinsgesichter, da von Schweinen erdacht, und die „Schweine-Philosophie und Schweine-Religion“ würde von der angeborenen Würde und dem inhärenten Wert des Schweins zu reden wissen.

Und die bedauernswerten Nicht-Schweine wären die „ärmsten Schweine“. Sie dienten den Schweinen als Nahrung und Nutztier. Wir Menschen haben eben nur das unverschämte Glück, die „Schweine dieser Welt“ zu sein.

Ich plädiere daher auf verminderte Schuldzurechnungsfähigkeit und bitte die Strafe zur Bewährung auszusetzen, denn es bleibt die Hoffnung, dass der Irrsinn unseres Menschseins nur eine vorübergehende evolutionäre Phase unserer Existenz darstellt. Die „permanent-misanthropen Ankläger“ in den Reihen der Tierrechtler/innen mögen diese Argumente mit Verlaub berücksichtigen.

Dass diese Hoffnung nicht ganz unberechtigt ist, das beweist die Tatsache, dass die Tierrechts-Bewegung in relativ kurzer Zeit zu einem weltweiten Gegenpol der „Tier-Ausbeutungsgesellschaft“ geworden ist, dass es rund um den Globus Menschen gibt, die für eine allumfassende Ethik, für eine gerechtere Mensch-Tier-Beziehung auf die Barrikaden gehen.

Ein paar Gedanken in eigener Sache sind angesagt.

Der Anstoß zu einer neuen Ethik und Philosophie wird von uns Tierrechtlern/innen ausgehen! Daran glaube ich fest, denn es sind derzeit keine Alternativen in Sicht.

Wir haben finanziell weder etwas zu gewinnen, noch etwas zu verlieren. Wir zerbrechen uns die Köpfe der Gerechtigkeit und der Sache wegen. Vielleicht fehlt uns dabei zuweilen die akademische Akribie und die Sach- und Fachkenntnis, aber wir sind bereit zu lernen. Wir meinen es ernst, sehr ernst sogar. Aber vor allem sind wir ehrlicher, denn wir stehen nicht auf der Lohnliste der korrumpierenden Moral-Institutionen, die vorschreiben, wie man zu denken hat.

Unsere Revolution – darum handelt es sich im wahrsten Sinne des Wortes – wird nicht nur in den Parlamenten, Gerichten, auf Plätzen und Straßen ausgetragen, sondern vor allem in den Köpfen und Herzen der Menschen. Das ist unser eigentliches Schlachtfeld; nur hier können wir einen entscheidenden Sieg erringen.

Und das ist nur möglich mittels einer universalen, auf Mitgefühl und Solidarität basierenden Ethik, die auf einer fundierten, rationalen und für jedermann nachvollziehbaren Grundlage beruht und auch Wege und Möglichkeiten für ihre praktische Umsetzung anbietet. Denn nur dann hat sie überhaupt eine Chance angenommen zu werden.

Vielen von uns ist der Mensch ein Gräuel geworden, und das ist bei all dem Tierleid, mit dem wir Tag für Tag konfrontiert werden, mehr als verständlich. Aber es gibt auch unermessliches Leiden auf der anderen Seite, der Seite des Menschen! Wenn der Schmerz keinen Unterschied macht und auch nicht wahre Gerechtigkeit und Ethik, warum sollte dann unser Mitgefühl Unterschiede erlauben?

Wahre Ethik beruht auf Gerechtigkeit und wahre Gerechtigkeit kennt keine Unterschiede. Wenn wir von Gerechtigkeit und einer zu berücksichtigenden Gleichheit oder zumindest Ähnlichkeit von Mensch und Tier reden, und dies nicht zu einem Lippenbekenntnis verkommen soll, dann muss unsere Ethik auch den Menschen einbeziehen.

Ausgrenzung und Polarisierung sind die Kardinalfehler der herkömmlichen Philosophie, die wir kritisieren. Es schadet unserer Bewegung, wenn wir unsere Stimme nur für die Tiere erheben, sie aber dem „religiösen Tier – dem Irrläufer der Natur“ verweigern.

Tierrechte und Menschenrechte sind nicht teilbar, und Tier-Ethik ist ein wesentlicher Bestandteil der Gesamtethik. Es wäre deshalb vorteilhaft, wenn dies in unserer Arbeit ein klein wenig mehr zum Ausdruck käme. Das bedarf nicht viel mehr Zeit, sondern nur des guten Willens und der Einsicht.

Wahre Ethik beinhaltet nicht nur Mitgefühl mit dem Opfer, sondern auch ein gerüttelt Maß Mitleid mit dem Täter. Das bedeutet nicht Akzeptanz von Amoral oder die uneingeschränkte Bereitschaft zu Konzessionen, sondern das Offenbleiben für den Dialog – und Milde dort, wo noch Hoffnung auf Einsicht besteht. Und Hoffnung ist ein Bestandteil des Menschseins, also hoffen wir.

Die Grundübel für die lebensverachtende Ausbeutung, Misshandlung und für den Massenmord an Tieren sind hemmungsloser Egoismus, Verblendung, Verdrängung und Unwissenheit. Eine „Neue Ethik und Philosophie“ sind deshalb so wichtig, weil nur sie der – oft gewollten – Unwissenheit und Verblendung paroli bieten können. Mit was wollen wir sonst überzeugen? Das Wort ist schwächer als die Waffe, aber es ist die einzige Alternative. Unrecht wird nicht durch Unrecht gebrochen, sondern langfristig nur durch Einsicht. Daher ist die Beschäftigung mit Ethik und Philosophie gerade für uns Tierrechtler/innen so wichtig.

Aber noch immer wird die Philosophie und Ethik als Stiefkind der Tierrecht-Bewegung behandelt! Die wenigsten Tierrechtler sind bereit, sich ernsthaft mit ethischen Fragen auseinander zu setzen; man geht auf Distanz zur Philosophie, weil sich vielleicht unangenehme Perspektiven auftun, denen man sich nicht gewachsen fühlt. Dieser Mangel an Bereitschaft zu philosophieren, ist eine frustrierende und resignierende Erfahrung, die ich in der Tierbefreiungsbewegung gemacht habe. Aber ohne Ethik und Philosophie fehlt das tragende Fundament; das müssen wir einsehen. Wichtig ist auch die Bereitschaft zu selbstkritischem Hinterfragen, denn niemand ist vor Fehlern gefeit, vor allem dann nicht, wenn man sich auf so schwierigem Terrain wie der Ethik und der Philosophie bewegt.

Auf diesem Gebiet gilt es, unsere „gedanklichen Fässer“ wieder zu öffnen, die von uns voreilig verschlossen wurden. Die Fässer sollten niemals verschlossen werden: nicht aus Unsicherheit vor scheinbar unlösbaren Problemen, nicht aus Resignation und erst recht nicht, weil es so einfach ist, in althergebrachten Schemata und Begriffen zu verharren.

So wie ein guter Wein ständig vom Kellermeister auf seine Qualität überprüft wird, so sollten wir unsere ethischen Aussagen durch ständiges Kontrollieren und Hinterfragen auf ihre Qualität überprüfen. Das schützt vor Fehlern und schärft den Verstand.

Wir haben unsere Ziele sehr hoch gesteckt. Zu behaupten, die Lösung wäre einfach und läge in greifbarer Nähe, das wäre eine grobe Selbstüberschätzung und sicherlich falsch. Aber es wäre genauso falsch, vor den zu erwartenden Problemen von vorne herein zu kapitulieren. Wittgenstein hat sinngemäß einmal bemerkt, dass man seine philosophischen Vorstellungen der Öffentlichkeit zur Diskussion stellen muss, andernfalls sei man wie ein Boxer, der niemals in den Ring steigt. Nun, ich habe hiermit einen Anfang gemacht. An provokativer Kritik hat es nicht gemangelt, und die konstruktiven Thesen werden nachgereicht. Alles zu seiner Zeit!

Bevor ich auf einer Ruine ein neues Haus errichten kann, gilt es, das alte Gebälk, das morsch und in Fäulnis übergegangen ist, zu sondieren. Das war der eigentliche Sinn und Zweck meiner Reflexionen.

Wer sich von diesen „Satanischen Versen“ im positiven Sinne angesprochen fühlt, oder gar eine gewisse „Seelenverwandtschaft“ beim Lesen empfunden hat, wer weder die „Rache der Götter noch die ihrer Mullahs“ fürchtet, der möge beginnen, ein wenig zu reflektieren und zu philosophieren, um dadurch am Bau unseres „neuen ethischen Hauses“ mitzuwirken.

Bevor ich Sie mit ihren Gedanken allein lasse, noch ein letzter Satz, der in Anlehnung an einen Aphorismus von Arthur Schopenhauer entstand:

Das Leben schreit nach Wahrheit, der Lügen sind zuviel gewesen,
und die Zeit wird knapp: Sagen wir endlich die Wahrheit!

Ihr Stefan Bernhard Eck

Quelle: fellbeisser.net

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4 Kommentare zu “„Satanische“ Reflexionen eines Tierrechtlers (Teil 2)

  1. Am Beispiel von Stefan Eck wird wieder einmal deutlich, dass Worte und Taten allzuoft nicht zusammenpassen. Die Worte von ihm sind eigentlich großartig, was er persönlich daraus gemacht hat, ist leider nicht großartig.

    • Liebe Elke,
      dieser ohne Zweifel sehr gute Artikel von Stefan Eck ist mittlerweile 13 Jahre alt und ich persönlich glaube nicht, dass S. Eck zur damaligen Zeit uns Tierschützern und Tierfreunden nur etwas vorgegaukelt hat, sondern damals ganz gewiss noch voller Ideale und ein durchaus glaubwürdiger Tierrechtler war.

      Traurig, bedauerlich und schändlich ist lediglich, dass er seinen damaligen Zielen und Überzeugungen nicht treu geblieben ist, sondern stattdessen für eine politische Karriere und ein gut gepolstertes Bankkonto zu einem Judas der Tierrechtsbewung wurde.

      • Aber trotzdem bleibt es im Grundsatz so, auch wenn sein Beitrag schon so lange zurück liegt. Er hat auf seine guten Worte vor 13 Jahren keine ebensolchen Taten folgen lassen.

  2. Erfolg verdirbt leider oft den Charakter…
    oder
    Der wahre Charakter eines Menschen zeigt sich erst, wenn er Erfolg hat…

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