Der Mensch – die wandelnde Grabstaette fuer Tiere

Unterwegs, um die weltweite Tierqual aufzuzeichnen.
Ein seelenkonsumierendes Unterfangen, welches ich inzwischen am eigenen Leibe spuere.

Jedes Leben zaehlt !!!

Wenn die Situation fuer die sogenannten Nutztiere in Frankreich die Hoelle auf Erden ist, so ist sie dies ganz bestimmt anderswo auch! Da mich aber das Schicksal nach Frankreich verschlagen hat, kriege ich halt in den hiesigen Medien doppelt so viel mit, als von anderswo. Was sich aber in den franzoesischen Schlachthoefen und Stierkampfarenen zutraegt ist ganz einfach unertraeglich und man kann es nicht anders sagen: Das Kennzeichen eines niederen und rueckstaendigen Volkes! Dabei war es seinerzeit vornehmlich Frankreich, welches vor ueber 200 Jahren sehr viele geniale Koepfe und Herzen hervorbrachte, aber seit den beruechtigten Septembermorden und der anschliessenden Guillotinierung hunderttausender des ‚besseren Bevoelkerungsteiles‘ wurde eine ethische Mauer eingerissen, welche seither nicht mehr gerade gerichtet werden konnte!

Das anschliessende Aufkommen des napoleonischen Zeitalters war ebenfalls kein Balsam fuer die franzoesische Seele! Dieser ungehobelte, innerlich verlauste Lebensstil ist bis heute geblieben und ein allgemeines Desinteresse am Wesentlichen des geistigen Lebens haelt sich hartnaeckig bis ins kleinste Provinznest hinein, wo freiheitliches Denken und Fuehlen des persoenlichen Gewissens des Einzelnen, einem hirn- und herztoten Freidenkertum im Stile der franzoesischen Revolution eine Narrenbuehne bereitstellt, wo jeder tut und laesst, wie ihm beliebt – und da gehoert die Tierquaelerei als ‚Cerise sur le Gateau‘- als ‚Kirsche auf dem Kuchen‘ selbstverstaendlich dazu!

Waehrend etwa Italien, Israel oder Kalifornien (auf Betreiben vom damaligen Gouverneur Arnold Schwarzenegger, der heute fuer eine vegane Ernaehrungsweise plädiert) die Gaensestopfleber abgeschafft haben, feiert diese abscheuliche und kriminelle Tierquaelerei in Frankreich ihre Urstaende, unterstuetzt vom jetzigen Praesidenten – und ziemlich sicher auch seinem Nachfolger, wer immer dieser auch einmal sein mag!

Durch die stetigen Fernsehuebertragungen der schrecklichen Ereignisse in den franzoesischen Horrorschlachthoefen stehen auch hier in Frankreich immer mehr Menschen auf gegen Tierquaelerei und plaedieren fuer die Installation von Video-Kameras in den Schlachthoefen, eine vegetarische oder sogar vegane Ernaehrungsweise und fuer die Schliessung der Schlachthoefe!

„Die Reste eurer Teller“

Hoffen wir, dass auch in Frankreich, genauso wie ueberall auf der Welt die Vernunft des Herzens siegt, die Schlachthoefe geschlossen werden und jener Friede einzieht, auf den die Tiere seit tausenden von Jahren vergebens warten – denn „Solange es Schlachthaeuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben“! (Leo Tolstoi)

Eure Claudia im Tierschutz

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Tierheimfest in Annaberg-Buchholz

(Screenshot von der Webseite des TSV Annaberg)

Alle Jahre wieder findet dieses Tierheimfest im Annaberger Tierheim statt, in welchem ich während meiner damaligen Arbeitslosigkeit zirka 10 Jahre lang als ABMler und 1-Euro-Jobber als Tierpfleger tätig sein durfte. Diese 10 Jahre lang hatte ich auch meinen Mund gehalten und als ich ihn schliesslich doch zu öffnen wagte und in bestimmten Sachverhalten anderer Meinung und Ansicht war als die damaligen und „ehrenwerten“ Vorstandsmitglieder, wurde ich letztlich als „nicht mehr tragbarer“ Tierheim-Mitarbeiter in die Mülltonne verfrachtet und aus dem Tierheim „entsorgt“ und gnadenlos hinausgeworfen.

Die Tradition, zu diesem alljährlich stattfindenden Tierheimfest den Gästen und Besuchern für das „leibliche Wohl“ Bockwürste, gegrillte Bratwürste und Fischsemmeln anzubieten, wurde seitens der Vorstandsmitglieder während meiner Tätigkeit und auch nach meiner „Exekution“ niemals in Frage gestellt. Und da ich ja von diesem Vorstand des Tierschutzvereins Annaberg einst in die Wüste geschickt wurde und demnach in diesem Tierheim als unerwünschte Person gelte, verspüre ich logischerweise auch keinerlei Sehnsucht danach, selbst an solch einem „Tag der offenen Tür“ als Besucher des Annaberger Tierheimfestes in Erscheinung zu treten. Demzufolge weiss ich leider auch nicht, ob bei diesem Tierheimfest immer noch Tierleichenteile auf der Speisekarte zum Verzehr angeboten werden oder derartige Tierqualprodukte eventuell schon längst der Vergangenheit angehören.

Aber eines weiss ich: Tierheimfeste sind immer wieder eine gute Gelegenheit, vielen Menschen den Tierschutz etwas näher bringen zu können. Aber nicht nur allein den Tierschutz, sondern eben auch eine vegetarisch-vegane Lebensweise. Beides gehört nämlich untrennbar zusammen und echter, konsequenter Tierschutz verträgt sich nie und nimmer mit der längst fragwürdig gewordenen Gewohnheit des Fleischverzehrs. Tierschützer, die immer noch Fleisch essen und dieses dann auch noch zu Tierheimfesten ihren Gästen und Besuchern als Imbiss anbieten, gleichen Feuerwehrmännern, die selbst einen Brand legen und eifrig das Feuer schüren!!!

„Tierquälerei schmerzt dich unsäglich?
Und ißt doch deinen Braten täglich?
Fleisch zu essen ist im Grund
ja weder nötig noch gesund.
Doch liebt´s der Mensch sich zu ruinieren
samt seiner Umwelt und den Tieren.“
(Wolf Martin)

„Wenn Du Tiere isst, dann verursachst Du vorsätzlich Schmerz und Leid
und Du verschmutzt Deine Seele mit dem Blut unschuldiger Wesen“
(Gary Yourofsky)

Vom anthropozentrischen zum veganen Humanismus

Vom anthropozentrischen zum veganen Humanismus

Hier wird erstmalig ein Manifest des Veganen Humanismus vorgelegt. Soll die Menschheit vegan werden, muss der traditionelle Humanismus durchschaut und überwunden werden. Eines der schlimmsten Übel ist mit Sicherheit alles, was wir den Tieren antun: sie rücksichtslos auszubeuten, sie schmerzvoll zu transportieren, sie in Experimenten zu quälen und sie in Todesangst nicht selten betäubungslos zu töten.

Unser Umgang mit Tieren ist ein verwerflich böses Verhalten. Auch sind alle, die Tierfleisch verzehren, für die Massentierhaltung und die Massentiertötung mitverantwortlich. Was war bisher Humanismus? Unbedingter Vorrang menschlicher Interessen, einschließlich der Nutzung und Vernutzung der Tiere. Was soll Veganer Humanismus sein? Ein für Menschen und Tiere gerechtes und wohltätiges Ende aller Tiernutzung. Anstatt den Tieren unwirksam Rechte zu verleihen, läuft Veganer Humanismus auf eine ebenso erfüllbare wie unbedingte Pflicht hinaus, die Tiere aus aller Nutzung durch die Menschen zu entlassen. Das Zeitalter eines Veganen Humanismus ist angesagt.

Silke Strittmatter über dieses Buch:

Wie der Autor in seinem Vorwort schreibt, wird hier abgerechnet mit einem Humanismus, dem es exklusiv um das Wohl des Menschen ging und geht. Er schlägt vor, den Weg eines veganen Humanismus zu gehen. Als Erläuterung, was es bedeutet, sich vegan zu ernähren, führt Taureck an, dass dies eine Beschränkung auf pflanzliches Essen sei. Das heißt, keine Meeres – und Landtiere mehr zu verzehren und ebenso keine Eier, Milch und alle ihre Derivate. Gleichzeitig stellt der Autor klar, dass, wer darin eine kulinarische Verarmung erblicke, seinerseits an Armut leide – nämlich an Informationsmangel. Nach Aussage des Autors sind die gängigsten Antworten auf die Frage einer veganen Ernährung ethische, ökologische und medizinische Gründe. Er bezeichnet es dabei als merkwürdig, dass Veganer ihre Abstinenz vom Fleischkonsum rechtfertigen müssen. Seiner Ansicht nach bilden Fragen dieser Art Schutzversuche derer, deren Gewohnheiten zur Qual und zum Tod von Tieren führen. Insofern liege die Beweislast nicht bei den Veganern, sondern bei den Fleischkonsumenten und der Fleischindustrie.

„Weder artgerechter Umgang mit Tieren noch menschliche Repräsentation von Tierrechten verschaffen uns Gerechtigkeit im Verhältnis zu den Tieren. Erst die Entnutzung der Fauna erfüllt eine bestimmte Art der Gerechtigkeit.“

Der Autor führt dazu aus, dass artgerecht auch die Haltung von Kühen, Schafen und Geflügel auf grünen Wiesen und Weiden meint. Dort dürfen die Tiere aber nur so lange leben, bis sie in die Verwertungsmaschinerie der Fleischindustrie geschleust werden. Taureck bezieht klare Position und bezeichnet alles als Übel, was der Mensch den Tieren antut, wie beispielsweise sie schmerzvoll zu transportieren oder sie in Experimenten zu quälen.

Er postuliert, dass das Zeitalter eines veganen Humanismus angesagt sei. Anstatt den Tieren unwirksam Rechte zu verleihen, bestrebt der vegane Humanismus eine Pflicht, die Tiere aus aller Nutzung durch die Menschen herausnimmt. So ist seiner Auffassung nach ein Recht auf Tötung von Tieren angemaßt, und das jährliche Verhungernlassen von geschätzten mehr als 10 Millionen Menschen, weil das Soja und Getreide zur Tierernährung gebraucht wird, widerspricht der Ethik der Fürsorge für die Menschen. Aus ökologischer Sicht unterstütze es die Vergiftungen der Erde, und medizinisch gesehen erweise sich der Tierfleischverzehr als toxisch.

In einem Kapitel widmet sich der Autor unserer extrem widersprüchlichen Einstellung zu den Tieren und schreibt:

„Tiere sind Objekte unserer innigen Zuneigung und ebenso Objekte unserer Gaumenlust. Sie leben in unserer Wohnung und kommen gebraten auf unseren Teller.“

Taureck geht der Frage nach, wie sich diese Spaltung unserer Einstellung erklärt. Die Beziehung der Menschen zu den Tieren bezeichnet er als Fraß- und Spaß-Beziehung. Das heißt, unser Verhalten ist von einem Widerspruch bestimmt: So schmust der Mensch mit Hunden und Katzen oder trauert um sie, möchte gleichzeitig aber nicht auf sein Steak oder Brathähnchen verzichten. Für das Wohl der einen werde alles getan, ebenso wie für den Tod der anderen. Folglich stehen riesige Mengen von gehätschelten Haustieren riesigen Mengen von für unseren Verzehr getöteten Schlachttieren gegenüber.

Zum Tierschutzgesetz schreibt der Autor, dass dieses den gesellschaftlichen Wunsch ausdrücke, primär die Tiernutzung zu schützen; das heißt, der Schutz der Tiernutzung als Ausnahme vom Schutz der Tiere werde mit diesem Gesetz zur Regel. Mit der Aussage in Paragraph 1 des Tierschutzgesetzes, wo es heißt: „Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen“, geht es insofern nach Ansicht des Autors um die Garantie für die Bedürfnisse der Tiernutzung als Fraß, Spaß und Experiment.

Das Buch ist übersichtlich in sieben Kapitel gegliedert und liefert zahlreiche Denkanstöße nicht nur für Veganer, sondern auch für alle, die sich mit dem Ungleichgewicht und Missverhältnis in der Mensch-Tier-Beziehung auseinandersetzen wollen. Die Argumentation des Autors ist tiefgründig, gut verständlich und schlüssig.

Silke Strittmatter


In einer Rezension über dieses Buch heisst es auf amazon.de :

Bernhard Taureck gehört zu den vermutlich interessantesten zeitgenössischen Denkern im deutschsprachigen Raum. Neben seinen Standardwerken zur französischen Philosophie ist Taureck auch für seine philosophisch-politischen Beiträge bekannt, mit denen er zuletzt etwa für ein bedingungsloses Grundeinkommen warb sowie Atomenergie und NSA-Überwachungsdemokratie kritisierte.

Jetzt legt Taureck mit einem Werk zur Tierethik nach und appelliert in seinem „Manifest des veganen Humanismus“ für eine vegane Lebensweise: eine „Entnutzung der Fauna“. Sein Ansatz ist völlig neu und besitzt im Vergleich zu konkurrierenden Theorien der Tierethik einige gewichtige Vorzüge. Nämlich erstens, dass der Grad an Ähnlichkeit oder Unähnlichkeit von Mensch und (anderen) Tieren für ihn keine Rolle spielt. Dass er, zweitens, unabhängig ist von anthropo-, patho-, bio- oder physiozentrischen Perspektiven. Dass er, drittens, auf dem Weg zur Umsetzung Widerstand, Gewalt und zivilen Ungehorsam umgeht sondern stattdessen „die bislang unbekannte Chance einer kampflosen kulturellen Veränderung unserer Gesellschaften“ bietet. Und dass er, viertens, bekannte Probleme des Tierrechtskonzepts von vornherein vermeidet.

Vor allem durch letztgenannten Aspekt, die Überwindung von Tierrechten, bricht Taureck mit populären Ansätzen der Tierethik. Taureck kritisiert vor allem deren Konsequenz einer Repräsentation von (womöglich vermeintlichen) Tierinteressen durch Menschen. Mit Verweis auf Defizite repräsentativer Demokratien argumentiert der Autor, dass Tierrechte leicht zu Missrepräsentation und Machtkämpfen zwischen Menschengruppen führen könnten. Stattdessen schiebt sich Taurecks veganer Humanismus als quasi-anarchistische Alternative neben klassische tierethische Theorien.

In seinem Manifest zitiert Taureck einige bislang wenig bekannte Autoren. Somit dient sein Quellenverzeichnis auch fachkundigen Lesern als Wegweiser zur weiteren Lektüre. Verweise auf tierethische Philosophen mit historischer Bedeutung, Jeremy Bentham, Peter Singer oder Tom Regan etwa, sind jedoch nicht zu finden. Wenngleich Bezüge auf deren Ideen hier und da anklingen, so hätte eine explizite Einordnung des veganen Humanismus in deren Kontext das Manifest vollständig abgerundet.

Taurecks zahlreiche Wechsel zwischen Perspektiven wirken teils sprunghaft, sind dennoch stets überraschend und insgesamt bereichernd für sein Manifest, zeigen sie doch unerwartete Querverbindungen auf. Auch die Anspielungen auf Thematiken seiner Essays der vergangenen Jahre mit gezielt gesetzten Spitzen lockern die Lektüre unterhaltsam auf. Das Werk ist klar gegliedert, nicht zu anspruchsvoll geschrieben und sollte für jedermann unabhängig von Vorkenntnissen gut verständlich sein.

Zusammenfassend ist es Taureck gelungen, einen Beitrag zur Tierethik zu liefern, mit dem er bekannte Argumentationspfade verlässt und neue Wege erkundet. Es ist zweifellos zu erwarten, dass seine durchaus innovativen Ideen zu einem ganz neuen Diskurs Anstoß geben werden. Schon allein deshalb genießt das Buch eine uneingeschränkte Leseempfehlung. Wir dürfen auf die fachliche Rezeption von Taurecks veganem Humanismus gespannt warten.

Bernhard H. F. Taureck, Manifest des veganen Humanismus, Paderborn 2015 (Wilhelm Fink-Verlag), 124 S., 14,90 Euro