No Name Cat…Blog eines Straßenkaters

Veröffentlicht von Bettina Schneider am 24. Juni 2017

Ich würde euch gern meine Geschichte erzählen.

Mittlerweile kennt ihr mich alle bei meinem Namen. Aber ich hatte nicht immer schon einen.

Wisst ihr, ich war nämlich eine dieser namenlosen Katzen und die Straßen waren mein Zuhause. Nachdem ich nicht gerade der Typ Katze war, in den sich jeder sofort verliebt, war alles, was ich mir erhoffen konnte, ab und zu ein Plätzchen in der Sonne.

Oder vielleicht auch nur einen Platz, an dem man mich in Ruhe lässt. Selbst wenn dort nicht die Sonne schien, sondern es nur Regen und Schnee gab. Ich war auch krank, sehr krank aber ich habe gelernt, es zu ertragen.

Ich war nie niedlich und der strenge Geruch, den ich durch meine Krankheit ausströmte, stieß jeden ab. Aber auch damit habe ich gelernt zu leben.

Ich fühlte mich elend, so elend, und hatte mich daran gewöhnt. Und ich war bereit, zu sterben…

In gewisser Weise war ich fast überzeugt davon, dass ich unsichtbar oder vielleicht schon tot war. Denn die Menschen, die an mir vorüber gingen, ignorierten mich komplett.

Und dann…eines kalten Tages, hielt ein Fahrrad neben mir an, jemand wandte sich mir zu, und irgendwie musste es ihr gelungen sein, mich doch zu sehen, denn sie sprach mit mir. Sie sprach mit mir auf eine Weise, wie das niemand jemals zuvor getan hat. Und obwohl es immer noch Winter war, wurde mir plötzlich irgendwie warm, nicht von der Umgebung sondern wegen der Art, wie mich diese Person ansah. (Später habe ich herausgefunden, dass diese Art einen Namen hat, man nennt es „Liebe“.)

Seitdem hat sich ALLES verändert!

Ich würde euch gerne meine Geschichte erzählen. Mittlerweile kennt ihr mich alle bei meinem Namen. Aber das war nicht immer so. Mein Name ist …Valerion

Um es kurz zu machen, ich hatte nicht die leiseste Ahnung, wie ich mich jetzt fühlen sollte und wie man auf so einen Blick reagiert. Aber dann berührte mich diese Person, streichelte mich sanft und setzte mir leckeres Futter direkt vor die Nase. Ich war wirklich am verhungern! Trotzdem, ich habe es euch ja bereits erzählt, konnte ich damals weder essen noch trinken. Denn wisst ihr, wie vieles andere an meinem Körper war auch mein Mund eine einzige offene Wunde und tat mir sehr weh!

Ich blieb trotzdem ganz nahe bei diesem Menschen und tat höflichkeitshalber so, als würde ich ein wenig essen, nur damit ich sie immer weiter ansehen konnte. Denn wenn ich sie ansah, waren all meine Ängste verschwunden. Und dann traf ich eine wichtige Entscheidung! Ja, es war eine wichtige Entscheidung, und ich habe sie ganz allein getroffen!

Ich dachte, „Angst? Damit werde ich fertig! Krank sein? Das halte ich aus! Aber diese Wärme wieder zu verlieren, die ich zum ersten mal in meinem Leben gespürt habe, nein! Die wieder zu verlieren, das würde ich nicht ertragen!“

Wie ich bereits erwähnt habe, fand ich mittlerweile heraus, dass diese Wärme einen Namen hat. Die Menschen nennen es …Liebe. Aber damals war alles, was ich darüber wusste, dass diese Wärme mir irgendwie Kraft gab, die Kraft um mein Leben zu kämpfen und dass es mir besser geht.

Ich war eine No Name Katze, die nichts zu verlieren hatte. Jetzt war ich zwar immer noch eine No Name Katze, aber innerhalb einer Stunde hatte ich plötzlich sehr viel zu verlieren. Ich wusste, dass mein Leben sich endlich ändern würde. Und ich wusste auch, dass ich sehr krank war. Tief in meinem Inneren wusste ich, dass ich noch nicht bei diesem Menschen einziehen würde. Aber ich war überzeugt davon, ich würde sie wiedersehen…bald. Also ließ ich es zu, dass sie und ihre Freundin Rena mich in die Tierklinik fuhren. Darüber würde ich euch gern das nächste mal mehr erzählen.

Quelle: guteskarmatogoblog.wordpress.com

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