Einfühlsamer Song von Francis Cabrel über den Stierkampf

Daniela Böhm auf Facebook über diesen sehr einfühlsamen Song von Francis Cabrel :

Bereits 1994 schrieb der französische Liedermacher Francis Cabrel dieses einfühlsame Lied über den Stierkampf. Nach wie vor kann man nur hoffen, dass diese unendliche Grausamkeit eines Tages überall verboten sein wird. Cabrels Lied hat mich sehr berührt, berührt mich immer noch, und inspirierte mich bei der Entstehung meiner Geschichte „Der Stierkampf“.

Hier ein Auszug aus dieser Geschichte:

„…auf einmal weiß ich: Es ist vorbei.
Ich werde meine Weide niemals wiedersehen.
Und auch die Berge nicht, die sich an den sanften und klaren Himmel schmiegen.
Ich werde das Lied der Vögel im Frühling nicht mehr hören.
Und ich werde nie wieder über die warme, feste Erde stampfen.
Die Olivenbäume werden mir im Sommer keinen Schatten mehr spenden.
Der weiche flüsternde Wind wird nie wieder über mein Fell streifen.
Und wenn es kalt wird, wird kein Rauch aus meinen Nüstern steigen …“

Aus dem Buch „Heute ist ein ganz anderer Tag“, Tierschicksale, Geschichten, erzählt aus der Sicht der Tiere.

Hier eine Übersetzung des Songtextes:

Seitdem ich in diesem dunklen Raum geduldig ausharre höre ich,
dass man sich am Ende des Ganges amüsiert und dass man lacht;
jemand hat die Riegel angefasst und ich bin in das Tageslicht eingetaucht,
ich habe die Fanfaren gesehen, auch die Barrieren und die Leute rund herum.
Im ersten Moment glaubte ich, man müsse sich bloß verteidigen,
aber dieser Platz ist ohne Ausgang.
Langsam begreife ich: Sie haben hinter mir wieder zugeschlossen.
Sie haben Angst, dass ich mich zurückziehe.
Die werd‘ ich mir aber holen, diese lächerliche Tänzerin …

Kann man diese Welt ernst nehmen? Andalusien! Ich erinnere mich:
Die Wiesen, von Kakteen gesäumt, ich werde nicht zittern
vor diesem Hanswurst, diesem Wicht!
Ich werde ihn packen, ihn und seinen Hut
und werd ihn herumschleudern wie eine Sonne.
Heute wird die Frau des Toreros auf seinen beiden Ohren schlafen.

Kann man diese Welt ernst nehmen?
Ich habe Erscheinungen verfolgt,
fast habe ich ihre Ballerinen erwischt.
Sie haben mir heftig in den Hals gestoßen damit ich mich beuge.
Woher kommen die, diese Akrobaten in ihren Papier-Anzügen?
Ich habe nie gelernt, gegen Puppen zu kämpfen.
Den Sand unter meinem Kopf zu spüren,
Wahnsinn, wie gut das tun kann.

Ich habe darum gebeten, dass das alles aufhört.
Andalusien, ich erinnere mich:
Ich höre sie lachen, wenn ich röchele,
ich sehe sie tanzen, wenn es mit mir aus ist.
Ich hätte nicht gedacht, dass man sich so
vergnügen könnte um ein Grab herum.
Kann man diese Welt ernst nehmen?

Doch, doch, Mensch, Mensch, tanze, tanze.
Es muss von Neuem getanzt werden und wir werden andere töten,
andere Leben, andere Stiere, und wir werden andere Töten,
los, los, los, kommt tanzen.

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