Das Leben, das ihr einfach ignoriert!

Veröffentlicht von Bettina Schneider am 12. Juni 2017

Wieder einmal bist du auf dem Weg zur Arbeit, zum Laden an der Ecke oder zum Supermarkt. Du bewegst dich in einem Umfeld, das dir vertraut ist, alles wie immer!
Tausend Dinge gehen dir durch den Kopf, du achtest gar nicht auf deinen Weg, den du schon tausend mal vorher gegangen bist. Vielleicht lenkt dich kurz etwas von deinen Gedanken ab. Es beginnt plötzlich zu regnen, ein Motorrad heult laut auf, während es vorbei fährt oder ein kleines Kind beschließt im Arm seiner Mutter zu weinen. Alles andere in der Straße ist mehr wie eine Art Kulisse, wie die Tapete an deiner Wand. Du nimmst es nicht wirklich wahr. Und trotzdem sind da dutzende von Leben, unbemerkt um dich herum.

Am Gehsteig spielt sich ein Leben voller Schmerz und Dramen ab. Sie sieht deine Beine vorbei eilen, während sie sich unter einem Auto versteckt. Die meiste Zeit ist sie schrecklich hungrig und während du deinen Regenschirm im Regenschauer aufspannst, ist sie bereits bis auf die Haut durchnässt. Oft ist ihr kleiner Körper von frischen Wunden übersät. Manchmal hat sie große Schmerzen, und weiß nicht, warum. Manchmal kann sie nicht besonders gut sehen, vielleicht auch nicht mehr gut hören. Oft schmerzt ihr Mund schrecklich, oder ihre Ohren, und sie kratzt sich hilflos mit der Pfote, bis alles wund ist, mehr kann sie nicht dagegen tun. Vielleicht hat sie auch Mitbewohner in ihrem Bauch, Parasiten, die den nagenden Hunger noch verstärken, und sie weiß nicht, womit sie ihn stillen könnte.
In der Regel ist sie den Menschen einfach egal oder sie verjagen sie.

Sie wird getreten, gebissen, überfahren…und trotzdem nähert sie sich dir vorsichtig, wenn du den Gehsteig entlang kommst. Sie weiss nicht, was sie sonst tun soll…
Wenn du ihr eine Chance geben würdest, dann würdest du feststellen, dass ihre Augen blau sind, wie das Meer…oder goldbraun, wie Honig, obwohl sie vor Angst groß und weit aufgerissen sind. Oder sie sind grün und blicken dich voller Hoffnung an… Wenn du ihr eine Chance geben würdest, dann würdest du feststellen, dass sie ein Lebewesen ist, mit Gefühlen, nicht nur Instinkten. Du würdest erfahren, dass sie in der Lage ist, innig zu lieben, sie kann aufrichtige Zuneigung schenken und immerwährende Hingabe… Wenn du ihr eine Chance geben würdest, dann würde sie sich auf deine Beine kuscheln, ihr Köpfchen fest an deine Hand gedrückt und du könntest hören, was sie für niedliche Geräusche macht, jedesmal andere, je nachdem, ob sie überrascht ist, oder glücklich…

Du würdest sie schnurren hören, jedesmal, wenn du nach Hause kommst oder wenn sie dir einen Ball schenkt, den sie im Mäulchen trägt, damit ihr beide spielen könnt…

Du würdest herzlich lachen über ihre Eigenheiten und Tricks, wenn sie plötzlich auf deine Schuhe aufmerksam wird, und begeistert um die Ecke springt, um mit ihnen zu kämpfen… Du würdest mit ihr schmusen, hören wir ihr sanftes Schnurren dich in den Schlaf begleitet… Du würdest wissen, wie Dankbarkeit aussieht…

Du könntest ein Bündel purer Liebe in den Armen halten und wissen, dass Glückseligkeit sich warm und fluffig anfühlt und du würdest diese Glückseligkeit glasklar und komprimiert in diesem kleinen Leben finden, das du in den Armen hälst…

Wenn du ihr nur eine Chance geben würdest, weg von der Straße zu kommen..
Bitte ignoriere all die Leben nicht, die täglich auf der Straße kämpfen, um zu überleben!
Bitte geh nicht einfach an den Tieren vorbei die dort so elend leben und sterben müssen!

Wenn du ihnen die Chance schenken würdest, weg von der Straße zu kommen, dann könntest du herausfinden, dass diese Entscheidung ein Segen war. Für die Katze…aber vor allem für dich.

(c) Vassia Chrysanthopoulou/ BMS

Quelle: guteskarmatogoblog.wordpress.com

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2 Kommentare zu “Das Leben, das ihr einfach ignoriert!

  1. wunderbar und sehr gefühlvoll geschrieben. Es ist so ein einmalig schönes Gefühl, was UNS die von uns geretteten und geliebten Tiere an Zuneigung schenken, einfach so. Ihne „Bedingung“ …

  2. Das Elend der Straßenkatzen bzw. verwilderten Katzen in Deutschland wird von den meisten nicht bemerkt. Sie leben im Verborgenen, oft in Industriegebieten. Manche haben das Glück, dass sie jemand füttert. Aber das ist nicht genug. Die einzige Lösung ist die konsequente Kastration einer Katzenpopulation. Die Kastration von Katzen ist Tierschutz mit Verstand. Nicht alle Katzen kann man von dem angestammten Platz in die Obhut von Menschen nehmen, da sie nicht an Menschen gwöhnt sind und deshalb wild und scheu bleiben. Diese muss man möglichst dort lassen und sie vor Ort füttern und versorgen. Dafür setzt sich die Katzenhilfe aktiv ein mit unseren ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern.

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