Wort zum Sonntag

A n t i n o m i e :

Kalte, klare Vernunft und hohle, substanzlose Glaubensgefühle werden trotz aller Bemühungen und Toleranzversuche niemals zu einem Konsens zusammenkommen – handelt es sich doch um eine Antinomie. Aber wer will und kann diese logische Unvereinbarkeit in Menschenhirne brennen, zumal auf den Flügeln der Verblödung für die Majorität der angenehme, lauwarme Wind zunehmender Beliebigkeit am besten genutzt werden kann?

L i c h t e n b e r g :

Stößt ein Kopf mit der Bibel, dem Talmud oder dem Koran zusammen und es klingt hohl, muss es nicht unbedingt an dem Kopf liegen.

U m k e h r u n g :

Religiöse Gefühle werden verletzt? Nein, es ist die Umkehrung des Satzes, die Sinn macht. Durch religiöse Gefühle wird der Verstand verletzt, die Vernunft wird beleidigt!

N e u z e i t :

Sein bestes Glaubensargument hat man dem Katholizismus in der Neuzeit aus der Hand genommen: Den Scheiterhaufen! Es gibt nicht wenige Glaubensbrüder, die das zutiefst bedauern.

U n s a u b e r :

Der Atheist gilt dem Advokaten des Glaubens gemeinhin als Antithese seines eigenen Denkens, als argumentum e contrario. Sein verzweifeltes Bemühen richtet sich darauf, Atheisten nachzuweisen, dass sie, in welcher Form auch immer, gleichfalls einem Glauben – und sei es der Glaube an die Nichtexistenz eines Gottes – anhängen und damit gleichfalls „Gläubige“ seien. Ihm entgeht dabei oder er ignoriert bauernschlau den Fakt, dass eine Nichtexistenz in jeder Form grundsätzlich – zumindest ohne sophistisch-logische Gedankenspiele – unbeweisbar ist.

Aber selbst wenn dem Gotteskämpfer ein partieller Glaubensnachweis bei einem Atheisten oder Nihilisten gelingen sollte, ist damit niemals ein Beweis für eine Gottesexistenz erbracht, sondern nur ein Nachweis für die Unsauberkeit und Inkonsequenz des Denkens beider Diskutanten.

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