Rolf Niggemeyers große Liebe zu „Lady Foxi“

„Lady Foxy“ ist Deutschlands berühmteste Füchsin. Vor dreieinhalb Jahren sollte sie, nach einem Unfall schwer verletzt, den Fangschuss erhalten. Rolf Niggemeyer aus Haan im Rheinland hat verhindert, dass die letzte Patrone abgefeuert wurde. Seitdem dreht sich bei ihm zu Hause alles um den außergewöhnlichen Familienzuwachs. Die Geschichte einer großen Liebe.

Lady Foxy zu Besuch in einem Kindergarten

Die Kids lernen, dass die Reinekes höchst intelligente, sensible und fühlende Wesen sind, mit einem hoch entwickelten Sozialverhalten und Familiensinn. Und sie sind als „Gesundheitspolizei“ für ein ausbalanciertes Funktionieren in der Natur unersetzlich. Was sie nicht sind: notorische Krankheits- und Seuchenüberträger oder mörderische Bestien, die andere Tierarten ausrotten. Aber das wird von bestimmten Kreisen (wider besseres Wissen?) immer wieder behauptet und dient als Rechtfertigung dafür, Jahr für Jahr zigtausende dieser faszinierenden Tiere abzuknallen.

Vermutlich hatte Rolf Niggemeyer, als er sich weiland auf diese Liaison einließ, nicht geahnt, was da alles an Arbeit, Aufwand, Anfeindungen, Beschwernissen, persönlichen Einschränkungen und schlaflosen Nächten auf ihn zukommen würde. Aber das hat sich allemal gelohnt. Die Mutter des Tieres war seinerzeit auf einer Straße im Allgäu unter die Räder gekommen und getötet worden. Die Jungfüchsin, damals vier Monate alt, überlebte schwer verletzt. Die Diagnose der Tierärzte war verheerend. Eine Rekonvaleszenz? Ausgeschlossen! Die Kleine würde, weil beide Vorderläufe und die Schultergelenke gebrochen waren, nie wieder in die freie Wildbahn zurückkehren können. Mission Impossible! Wildparks und Zoos scheuten eine Aufnahme ob zu hoher Pflegefolgekosten. Blieb als Endlösung nur noch die finale, erlösende Patrone. Rolf Niggemeyer, nebenbei ein ausgewiesener Fledermausexperte und passionierter Naturfotograf und -schützer, verhinderte, dass sie abgefeuert wurde.

Wildtiere zu halten, ist hierzulande verboten. Deshalb bedurfte es diverser  behördlicher Überprüfungen und Ausnahmegenehmigungen, beispielsweise vom Veterinäramt, der Landschaftsbehörde  und weiß der Himmel von wem alles sonst noch. Letztendlich war sogar eine „Lizenz für die gewerbliche Zuschaustellung von Foxy“ erforderlich. Natürlich kann ein Fuchs vom Menschen nicht „artgerecht“ gehalten werden. Das weiß auch Niggemeyer. Er weiß aber auch, dass seiner bzw. seine ein glückliches Leben führt und sich wohlfühlt. Das ist die Hauptsache. In freier Natur würde die Rotröckin nicht lange überleben. Ob ihres unfallbedingten Handicaps, aber auch aufgrund der Tatsache, dass sie an die Nähe des Menschen gewöhnt ist und selbige sucht. Das Tier würde irgendwann den Knall nicht mehr hören, weil ein übereifriger Wildschütze diese Verhaltensauffälligkeit missverstehen könnte. (Quelle: rotorman.de)

Foto: Rosemarie Kalscheuer

Advertisements