Wort zum Sonntag

F i n a l e :

Das ist der große Trugschluss, dass die Bevölkerungsexplosion zum Aussterben der Menschheit führt. Dieses gewünschte Gnadenscenario wird nicht eintreffen, sondern es wird sich ein neuer Gleichgewichtszustand herauskristallisieren, der eine Restbevölkerung befähigt, auf einem völlig denaturierten, vergifteten, verbauten Kunstgebilde,  vormals Erde genannt, in sklavenhafter Abhängigkeit und qualvoller Enge zu vegetieren. Menschenrechte, Menschenwürde, Humanismus, Ehrfurcht vor dem Leben, Freiheit und Selbstbestimmung werden Klänge aus längst verflossenen Zeiten sein.

Die Massen-Menschhaltung, nur graduell unterschieden zur Massen-Tierhaltung, wird Realität. Die Menschheit wird am eigenen Leib alle Grausamkeiten modifiziert erleben, die vorher der Tierwelt durch die humanoide Spezies zugefügt wurden. Man wird die Fortpflanzung viel zu spät ächten, nämlich erst dann, wenn jedem Geborenen ein Toter entgegenstehen muss, vergleichbar dem überfüllten Parkhaus, das nur einen neuen Stellplatz bietet, wenn ein Fahrzeug das Haus verlassen hat.

Das erbärmliche Vegetieren wird solange andauern, ein fürchterlicher Verteilungskampf auf den nächsten folgen, bis die letzten Restressourcen zu Neige gegangen sind, der Gleichgewichtspunkt gegen Null wandert oder bis eine andere Spezies Macht und Herrschaft übernommen hat und die Menschheit in vergleichbarer Manier erst reduziert und dann eliminiert, wie es zuvor mit der Tierwelt durch den Menschen geschah. Vermutlich werden dann die Bakterien die neuen Weltherrscher werden und das Rad des Lebens in neuer Form weiterdrehen. Auf  der  Leiche  des  letzten  Menschen  werden  die  Bakterien tanzen.

E v o l u t i o n :

Die Evolution arbeitet zuverlässig, aber langsam und unmerklich. So wie sie in der Vergangenheit durch immer weitere Aufspaltung und Verzweigung des ersten Lebens die Bakterie, den Dinosaurier, die Steckrübe und unter anderem auch den Menschen hervorgebracht hat, steht zu erwarten, dass sich von der heutigen Menschenlinie auch eine neue Art abspalten wird.
Wird es der Übermensch von Friedrich Nietzsche sein, der den domestizierten und zur geistigen Degeneration neigenden homo sapiens als Relikt früherer  Fehlentwicklung  zurücklassen wird? Oder kommt als neuer dominierender Zweig am Busch der Evolution der vegetierende homo diabolicus, die rücksichtsloseste,  blutrünstigste Spezies in der Geschichte des Planeten, der Allesfresser, der Allesvernichter, das hirnlose Monster, das zum Überleben die eigene Gattung auffressen wird, nachdem es die Erde in eine Wüste verwandelt und leergeplündert hat?
Die zweite Alternative scheint signifikant die Wahrscheinlichste zu sein, mit einer kleinen Einschränkung allerdings. Der heutige homo sapiens ist sehr, sehr ungeduldig, er will keine Veränderung durch die Evolution abwarten, er weiß es besser, er züchtet – gesteuert von seiner tiefen geistigen Degeneration – voller Begeisterung als neue Spezies den homo diabolicus selbst heran. Respice finem!

V e r s c h o l l e n :

Vernunft und Wissen werden niemals, nie, nie, nie, sage ich, die dominierenden Merkmale menschlichen Handelns werden und damit bleibt Einfalt, Wunschdenken und Ahnungslosigkeit der fruchtbare Nährboden flächendeckender Dummheit. Auf diesem Humus aber wuchern üppig Gottesphantasien, ist er doch die ideale Grundlage  für Gotteskulte. Menschliche Ignoranz wird somit dauerhaft als treue Begleiterin eine von abertausenden hohler Glaubenslehren haben, mit der Folge, dass solange  progrediente Massendummheit mit einer Glaubensphantasie Hand in Hand über den Globus wandert, genau solange sich der Absturz noch bestehender Lebensformen in ein apokalyptisches Chaos fortsetzen wird.

Weil aber das Paradies der Einfältigkeit, der Garten Eden der heutigen plebejischen Welt, für die Vernunft seit Menschengedenken verschlossen war und verschlossen  bleiben wird, besteht schon deswegen keinerlei Hoffnung für die Zukunft. Es kann und es wird niemand kommen, niemals, von nirgendwo, um mit dem Flammenschwert die Dummheit aus ihrem Paradies  zu weisen.  Im Gegenteil. Die zunehmende öffentlich-kollektive Gehirnerweichung bildet eine Gefängnismauer, hinter der sich das Chaos der Beschränktheit, nein, die Apokalypse menschlicher Borniertheit als massen-demokratische Diktatur immer weiter manifestiert.

Liebe Freunde, hofft nicht länger vergeblich auf Änderung im menschlichen Handeln und Denken, nehmt euer einsames Leben als erkenntnisreiche Zeit, beobachtet den unwürdigen Untergang der Biosphäre und akzeptiert, dass am Horizont das rettende Land der Vernunft versinkt … aber bringt euch rechtzeitig selbst in Sicherheit, ihr einsamen Denker, auf eure kleine Rettungsinsel namens Erkenntnis. Verschollen auf dem endlosen Meer menschlichen Schwachsinns – wird man dereinst zu eurem Nachruf vermerken.

Denn der Mensch ist kränker, unsicherer, wechselnder, unfestgestellter als irgendein Tier sonst, daran ist kein Zweifel – er ist das kranke Tier: woher kommt das?
Friedrich Nietzsche, Zur Genealogie der Moral, 13


Man sagt, die Liebe zu den Menschen sei die höchste aller Tugenden. Ich bewundere diese Menschenliebe und bin überzeugt, dass sie nur edlen Seelen gegeben ist. Meine Seele ist zu klein, meine Gedanken fliegen zu nahe an der Erde, um je so weit zu kommen; ich muss bekennen, ich entferne mich immer mehr von diesem hohen Ideal, je länger ich lebe. Ich müsste lügen, wollte ich behaupten, dass ich die Menschen liebe.

Aber ich liebe die Tiere, die verkannten unterdrückten Tiere, und es stört mich ein wenig, dass man über mich lacht, wenn ich sage, dass ich mich bei ihnen wohler fühle als bei den meisten Menschen, die mir begegnen.
Axel Munthe, Ein altes Buch von Menschen und Tieren, Zoologie

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Ein Kommentar zu “Wort zum Sonntag

  1. Wieder einmal unfassbar wahre Worte.
    Vielen Dank – auch wenn es nicht erbaulich ist, es ist die reine Wahrheit.

    Lange hatte ich an das Gute im Menschen geglaubt.
    Dieser Glaube ist restlos vergangen.
    Einige wenige Ausnahmen gibt es, sonst könnte man es wohl überhaupt nicht mehr aushalten hier.

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