Peter H. Arras: Tierschützer mit Leib und Seele

Liebe Freunde der Tiere,

Tierschutz ohne Vorurteile – die Aktion Konsequenter Tierschutz (AKT) macht es seit fast 30 Jahren vor!

Tierschutz wird zumeist mit der Hilfe für Hunde und Katzen in Verbindung gebracht. Auch diverse Kleintiere, wie Hamster und Meerschweinchen, werden noch in den Begriff des Tierschutzes mit einbezogen; also die Tiere, die üblicherweise in Tierheimen zu finden sind. Diese stimulieren das emotional gelagerte Mitgefühl der meisten Menschen am ehesten.

Eine große Zahl von Tieren in unserer Gesellschaft, die nicht minder leidensfähig sind, bleiben zumeist unberücksichtigt, wie Wildtiere und Exoten. Diese sind alle als Vertreter wildlebender Arten nicht an den Menschen angepasst und zumeist nicht so putzig wie die üblichen Haustiere, dennoch stellen gerade sie besonders hohe Anforderungen an die Haltung und den fachgerechten Umgang. Die meisten Tierschutzeinrichtungen sind für die Aufnahme solcher Tiere deshalb nicht eingerichtet und stehen den Exoten oftmals überfordert gegenüber.

Aktion Konsequenter Tierschutz – von Peter H. Arras nimmt sich seit 1989 diesen Tieren an (www.akt-mitweltethik.de). Arras ist passionierter Tierschützer von Kindesbeinen an und ausgebildeter Zootierpfleger, er hat eine Tierschutzstation für diese besonders anspruchsvollen Tiere aufgebaut. „Unser Tierbestand, bestehend aus Wasser-, Sumpf-, Erd- und Landschildkröten, zwei Kaimanen, Leguanen, Agamen, Schlangen, aber auch Fischen, Papageien, Kleinsäugern wie Affen, Wickelbär, Kaninchen, Chinchillas, Steinmardern, Füchsen, etliche Tauben, Krähen- und Singvögel, die nicht mehr ausgewildert werden können, einem Pfauenpaar, Hühnern, Katzen, Hunden, Wildschweinen – alle sind Tierschutztiere, also ehemalige Notfälle, zumeist aus schlechten Haltungsbedingungen, wurden aufgefunden oder einfach an uns abgegeben, z.B. weil das Interesse verflogen ist. Insgesamt leben bei uns rund 300 Tiere.“, erzählt Arras. Auch einheimische Wildtiere, die verletzt, krank oder als Jungtiere aufgefunden wurden, gehören dazu.

Arras ist ein Tierschützer mit Leib und Seele. Er hatte damals mit der Gründung seiner Station ein Novum im deutschen Tierschutz geschaffen. Ein enormer Aufwand ist notwendig, um den Schützlingen einen artgemäßen Lebensraum zu bieten. Auf seinem Anwesen in Biedesheim (Pfalz) hat er dazu in den Stockwerken und Räumen verschiedene Klimazonen geschaffen, um eine artgerechte Unterbringung zu gewährleisten. „Die Temperatur der Luft und des Wassers wird elektronisch reguliert. Inzwischen ist dort ein kleiner Urwald gewachsen. Im Erdgeschoß unseres Tierhauses leben bei 15-20 Grad Celsius die nicht so wärmebedürftigen warmblütigen Tiere. In der Tropenhalle darüber, einem ehemaligen Getreidespeicher, bei 25-35 Grad Celsius die tropischen Tiere wie Land- und Wasserschildkröten, Kaimane, Schlangen, Papageien und andere Tiere wie z. B. unsere blinde Wickelbärin Wicky, die ein ausgedientes  Schautier gewesen ist.

Das gesamte Tierhaus verfügt über drei Klimazonen, die durch die Beachtung thermischer Gesetzmäßigkeiten ohne Trennwände möglich wurden. Der geschlossene Innenhof erlaubt es uns, bestimmten Tieren Freigang zu gewähren. Auch im Wohnhaus leben verschiedene Tiere in ihren artspezifischen Anlagen, vor allem die Affen im vorgelagerten Wintergarten, Riesenschlangen und Sumpfschildkröten. Im Dachgeschoss wurde ein Wüstenraum geschaffen für Reptilien, die es besonders warm und trocken brauchen. Dort lebt auch unser Nil-Flughund Mahi. Die Kranken- und Quarantänestation befindet sich im geräumigen Badezimmer. Im Jahre 2014 wurde unweit des Hofes ein Außengelände gekauft, das dem Natur- und Biotopschutz der AKT dient sowie zur Auswilderung einheimischer Tiere. Dort wurde auch eine große Anlage für Wildschweine geschaffen, die als verwaiste Frischlinge bei uns eingeliefert wurden.“ So beschreibt Arras die Begebenheiten seiner Einrichtung.

Hier findest Du Bilder aus der AKT-Tierstation!

Tierschutz erschöpft sich jedoch für ihn nicht durch den Betrieb seiner Tierschutzstation. Von Anbeginn war es das Bestreben des AKT-Gründers, eine Organisation zu schaffen, die so ganzheitlich und integrativ wie möglich den Schutz des tierlichen Lebens betreibt und propagiert. Sein Motiv: „Unsere Handlungsmotivation entspringt hierbei nicht etwa der viel zitierten emotionalen ‚Tierliebe’, sondern es ist der Respekt und die Achtung vor jeder Form von Leben ganz im Sinne des Albert Schweitzer und seiner Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben: ‚Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.’“ Vor diesem Hintergrund kam es bereits 1993 zu der Gründung des Institut für Mitweltethik, das sich auf natur- und geisteswissenschaftlicher Ebene mit den ethischen Grundlagen einer harmonischen Koexistenz der Menschen mit ihrer belebten Mitwelt befasst.

Zuvor, bereits 1990, kam es zur Gründung der AKT-Fachberatungsstelle für Tierschutz und Tierhaltung, die damals die erste Einrichtung dieser Art in Deutschland war. Die Beratung zu allen Fragen rund um Tiere, wie artgemäße Tierhaltung, Lösungen in Mensch-Tier- Konflikten, Verhütung ungewollten Tierleids in Haus und Garten, stehen dabei im Vordergrund.

Das besondere Anliegen von AKT bestand von jeher darin, dass alle Tiere ohne Ansehen ihrer Art, ihres Aussehens, ihres Verhaltens und der Vorurteile, die Menschen ihnen gegenüber hegen, gleiche Rechte auf Leben, Schutz und artgemäßen Lebensraum zuerkannt werden sollen. Arras wollte hierbei vorangehen und beispielgebend sein, was er auch mit seinen zahlreichen Publikationen und politischen Aktionen, so z. B. für Fische und andere Kiemenatmer, zum Thema Zoohandel/Heimtierhaltung, Haltung von Tieren wildlebender Arten etc. vor allem in den 90er Jahren leistete. Die  Website der AKT ist ein wahrer Kosmos, was Themen, politische Positionen und Bioethik (Mitweltethik) betrifft.

Pro-iure-animalis hat die Station inzwischen mehrere Male besucht und ist beeindruckt von der Leistung des Peter Arras und seinem Mitarbeiters Felix Denig. Mit seiner Wortgewandtheit war es Arras immer wichtig, trotzdem mehr Tat als Rede zu leisten in der Hoffnung, dass seinem Beispiel gefolgt werde. Nicht nur bei seiner tagfüllenden Arbeit in der Station, zieht sich durch sein Denken und Handeln ein roter Faden der Konsequenz zu Tierschutzthemen.

Mit der Station hat AKT als gemeinnützig anerkannte Gesellschaft mbH täglich hohe Kosten. Neben Futtermittel und Materialien zur Ausgestaltung der Lebensräume sowie Tierarztkosten, schlagen vor allem Energiekosten heftig zu Buche. Diese Kosten werden seit Anbeginn aus privaten Mitteln und primär durch Spenden gedeckt. Öffentliche Zuschüsse erhält die AKT ebenso wenig wie Unterstützung von vermögenden Organisationen. AKT leistet mit bescheidensten Mitteln ein Maximum an Tierschutz durch Innovation, persönlichem Engagement und eiserner Sparsamkeit. Durch die öffentliche – leider immer noch präsente Ignoranz – gegenüber jenen Tieren, die AKT überwiegend beherbergt und schützt, steht AKT im Schatten des Spendenmarktes. Das schmale Budget ist der hohe Preis, den Arras und seine Station für ihre konsequente Absage an unterschiedliche Wertzumessungen der Tierwelt gegenüber bezahlt.

Wir von pro-iure-animalis teilen die Überzeugung einer Gleichbehandlung der Tierwelt und starten deshalb diesen Spendenaufruf für die AKT-Tierschutzstation. Wir bitten um Unterstützung für die hervorragende Arbeit von Peter H. Arras. Wichtigstes Ziel ist es, dass Förderer Patenschaften für einzelne Tiere, Tiergruppen oder ganze Tieranlagen übernehmen, um die reibungslose Fortführung des Konzepts zu gewährleisten.

Und eines ist sicher: Jeder Cent kommt den Tieren zugute!

Bitte unterstützen Sie diese Arbeit!

Kontakt: http://www.akt-mitweltethik.de
Email: info@akt-mitweltethik.de   |
Spendenkonto: Hier!

Herzliche Grüße
für pro iure animalis

Dr. Gunter Bleibohm und Harald Hoos

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Weit von hier auf ewigem Eis lebt ein Wesen zart und weiß

Zur Information:

Im Jahr 2016 wurden über 66.000 empfindsame, sozial lebende Robben während des kommerziellen Robbenmassakers vor der Ostküste Kanadas erschlagen bzw. erschossen. Und in nur wenigen Tagen wird das gewaltsame Abschlachten tausender junger Robben erneut beginnen.

Die Robbenjäger haben bereits einige ausgewachsene Robben getötet. Und bald werden sie auch tausende Babyrobben umbringen. Die meisten dieser Tiere sind erst wenige Wochen alt. Die Robbenjäger ziehen ihnen ihr Fell ab, während andere Robben in Panik zusehen. Viele Jungtiere haben noch nicht einmal ihre erste feste Nahrung zu sich genommen oder schwimmen gelernt, bevor sie auf grausame Weise abgeschlachtet werden.

Einige werden erschossen, anderen wird der weiche Schädel mit Hakapiks eingeschlagen – Keulen mit einer Metallspitze. Nachdem die Babyrobben erschlagen wurden, zerren ihre Mörder sie über die Eisfläche und ziehen ihnen dann die Haut ab. Um das Fell nicht zu beschädigen, ist der Kopf der Robben ein beliebtes Ziel, und viele Jäger rammen den empfindsamen Tieren den Metallhaken in Auge, Wange und Mund.

Fazit: Der Mensch ist und bleibt eine der schlimmsten Bestien, die es gibt!


Hier noch ein toller Song von Heino gegen den alljährlich bestialischen Mord an Robben und deren Babys:

Weit von hier auf ewigem Eis lebt ein Wesen zart und weiß,
neu geboren, froh und frei, dass es immer glücklich sei.
Warm im Pelz von Gott gemacht, von der Mutter gut bewacht,
blickt es sorglos in die Welt, die so schön und wohlbestellt.

Doch noch kennt es ja die Menschen nicht…
Doch noch kennt es ja die Menschen nicht…

Doch eines Tages sind sie da. Und wo das Robbenkind war,
ist das Eis vom Blute rot.
Mitleid kennen sie nicht, denn dafür zahlt man ja nicht.
Für sie gilt das Gebot: Für den Pelz schlag‘ ich Dich tot.

Friedlich ist die weiße Welt bis der Knüppel niederfällt.
Elend hat der Mensch gebracht in die weiße Märchenpracht.
Sie zieh’n tötend über’s Eis. Muttertiere wimmern leis,
die Augen vor Entsetzen weit über so viel Grausamkeit.

Und ich schäme mich. Ja, ich schäme mich,
denn es sind ja Menschen so wie ich…

Wenn das Eis schmutzig rot, wenn die Kleinen dann sind tot,
fahr’n sie froh nach Haus‘ zurück.
Denn die Ernte war sehr gut. Ja, was macht schon dieses Blut?
Denn das bleibt ja zum Glück auf dem Eis zurück.

Jetzt ist die Geschichte aus. Denn der Rest geschieht zuhaus‘.
Jeder Pelz ist ein Gedicht. So ein Pelz der schreit auch nicht.
Und schon bald geht’s wieder raus. Das Geschäft, es zahlt sich aus.
Nicht aus Hunger, nicht aus Not, für den Luxus schlägt man tot.

Ja, ich schäme mich. Ja, ich schäme mich,
denn es sind ja Menschen so wie ich…
Ja, ich schäme mich. Ja, ich schäme mich,
denn es sind ja Menschen so wie ich…
Ja, ich schäme mich. Ja, ich schäme mich,
denn es sind ja Menschen so wie ich…