Bauern empört über Kritik von Erzbischof Koch an Massentierhaltung

Mit seiner Kritik an der Massentierhaltung ist der Berliner Erzbischof Heiner Koch auf teilweise scharfen Widerspruch gestoßen. Vor allem Landwirte protestieren gegen Kochs Äußerungen gegen bestimmte Formen der Tierhaltung. In einer am Donnerstag in Berlin verbreiteten Erklärung äußerte sich Koch betroffen über „Unverständnis, Ärger und Empörung“ in den Reaktionen. „Dass Sie sich durch meine Worte beleidigt oder verunglimpft fühlen, bedauere ich sehr, denn es war keinesfalls meine Absicht“, betonte der Erzbischof. Zum Auftakt der Berliner Agrar- und Verbrauchermesse „Grüne Woche“ hatte Koch bestimmte Formen der modernen Tierhaltung scharf verurteilt. „Wir können die Augen nicht verschließen vor katastrophalen Zuständen in den großen Tierfabriken“, kritisierte er am Samstag im rbb-Radio. Schweinemäster „behandeln die Kreatur wie ein technisches Fließbandprodukt und schlachten die Tiere unter unsäglichen Bedingungen“. Der Erzbischof wandte sich zudem gegen „Rinderzüchter, die ihren Tieren brutal Gewalt antun, indem sie sie auf Tausende Kilometer lange Transporte durch halb Europa schicken“.

Landwirte protestierten in den sozialen Netzwerken

Nach Angaben des Erzbistums Berlin hatten vor allem Landwirte in den sozialen Netzwerken gegen diese Kritik protestiert. „Es ist mir bewusst, dass die allermeisten Landwirte mit einem hohen Verantwortungsbewusstsein vor Gottes Schöpfung und damit auch vor den Tieren ihre Arbeit tun“, betonte Koch in seiner Stellungnahme. Er habe darauf hinweisen wollen, „dass ein verantwortliches Management bei der Tierhaltung gerade in Achtung der uns von Gott anvertrauten Schöpfung genauso notwendig ist wie ein verantwortliches Verhalten bei den Verbrauchern“. Koch betonte, dass das Katholische Landvolk und die Katholische Landjugend „schon sehr viel im Miteinander von Landwirten und Kirchen erreicht haben“. In den Reaktionen auf sein Radiowort habe er auch erfahren, dass viele Landwirte ihrer Kirche eng verbunden seien. Der Erzbischof nannte den Dialog mit dem Landwirtschaftsministerium und weiteren Akteuren „sehr wertvoll und wichtig“.

Bezeichnung „Tierquäler“ als verletzend empfunden

Auch beim traditionellen „Landkirchentag“ auf der Grünen Woche stand Kochs Beitrag im Mittelpunkt. So kritisierte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Peter Bleser (CDU), dass es angesichts der Bindung jedes Landwirts zu seinen Tieren sehr verletzend sei, wenn sie als Tierquäler bezeichnet würden. Zugleich räumte er ein, obwohl Deutschland beim Tierschutz führend sei, müsse es für weitere Verbesserungen offen bleiben. Der Sprecher des Deutschen Bauernverbands, Michael Lohse, äußerte sich „enttäuscht und wütend“ über die Kritik des Erzbischofs. Viele Landwirte fühlten sich „tief in ihrer Berufsehre getroffen“. Der Leiter des Katholischen Büros Berlin, Prälat Karl Jüsten, rief dazu auf, den Dialog zwischen Kirche und Landwirtschaft fortzuführen.

Quelle: domradio.de

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3 Kommentare zu “Bauern empört über Kritik von Erzbischof Koch an Massentierhaltung

  1. Es ist ganz klar, warum sich die Bauern hier in ihrer Berufsehre angegriffen fühlen. Sie sind voll davon überzeugt, dass es so wie sie die Tiere behandeln ganz normal und in Ordnung ist. Für sie ist es keine Tierquälerei, wenn man Tiere einsperrt und ihnen jegliche Bedürfnisse, die sie haben abspricht. Bauern sind dermaßen abgestumpft in Bezug auf das Leid von anderen Lebewesen, dass sie sich nicht bewusst sind, dass diese Methoden sehr wohl Tierquälerei sind. Sie werden schon als Kind darauf konditioniert, dass (Nutz)Tiere nur einen materiellen Wert für die Bauern besitzen. Diese Einstellung setzt sich von Generation zu Generation weiter fort und in den Köpfen fest. Bei den Bauerkindern muss man ansetzen, wenn man eine Veränderung erreichen möchte.

  2. Nachtrag zu meinem Kommentar:
    In der Sprache der Bauern nennt man Nutztierhaltung „Lebensmittelveredelung“.
    Dies sagt doch wohl alles.

  3. Koch hätte sich gar nicht entschuldigen müssen für seine Äußerungen zur Nutztierhaltung. Vielmehr hätte er darauf hinweisen müssen, das alle Tiere fühlende Lebewesen sind und ein Recht auf Leben besitzen. Er hätte dieses „Nutztierindustrie-Pack“ erst richtig runterputzen müssen. Wer glaubt denn an die Mähr vom tierlieben Bauern….. Der tierhaltende Bauer, lebt von seinen dem Tod geweihten Tieren. Und es gilt, den höchsten Profit aus den Kreaturen raus zu quetschen. Das funktioniert nicht mit artgerechter Haltung.
    Koch ist zwar einer der ganz ganz seltenen Beetbrüder, die dieses Gottesmanko mal ansprechen, am Ende knicken sie dann doch ein, sie würden nämlich erkennen, das die Wahrheit nicht kompatibel mit dem Glauben ist. Heuchleriches Gesindel!!

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