Thomas Böhm an die AFD: Reißt Euch zusammen!

Und wieder einmal haben es die Medien geschafft, die zum Teil doch recht unbedarften Politiker in der AfD vor sich herzutreiben – mit einem ihrer Lieblingsthemen, dass so wunderbar vom Alltag ablenkt.

Von Thomas Böhm

Dankbar stürzen sich die Kanzlerkommentatoren auf die durch eine „Schandrede“ ausgelöste, in aller Öffentlichkeit geführte und zu diesem Zeitpunkt völlig überflüssige, ja sogar destruktive Debatte innerhalb der AfD.  Nun, nach Trump, eine weitere wunderbare Steilvorlage, mit der sie die Bürger ablenken und wieder ins linke Lager treiben können.

Gerade jetzt, wo es darauf ankommt, Kräfte zu sammeln, sich gemeinsam gegen den politischen Gegner zu positionieren, wird in der AfD wieder gezackt, gezetert, entfreundet und gehasst, sehr zur Freude der Linken – das merke ich selbst auf der JouWatch-Facebook-Seite, auf der die Fetzen fliegen, als ob der Feind in den eigenen Reihen sitzen würde.

Anstatt sich mit der desaströsen Politik der Kanzlerin und der noch desaströsen Politik ihres Nachfolgers Martin Schulz auseinander zu setzen, gehen die Mitglieder und Funktionäre jetzt wie die Kesselflicker aufeinander los – und die anderen reiben sich die Hände. Die von den Medien und den linken Politikern in die AfD hinein getriebene Spaltaxt hat sich selbstständig gemacht und droht nun diese noch junge Partei weiter zu zerstückeln.

Dabei kommt das wieder zum Vorschein, was ich in meiner Generalkritik zum anachronistischen Parteiensystem bereits angemerkt habe und von der nun auch – zumindest in diesem Zustand – auch die AfD nicht mehr verschont werden kann:

Anstatt sich um die immer größer werdenden Sorgen der Bürger zu kümmern, werden hier wertvolle Kräfte in den innerparteilichen Auseinandersetzungen vergeudet. Die Partei beschäftigt sich ausgerechnet jetzt überwiegend wieder mal mit sich selbst. Eine fatale Entwicklung, die Prozentpunkte kostet, egal wie der aktuelle Streit ausgehen wird.

Aber spielt es überhaupt eine Rolle, ob die AfD mit 11 oder 17 Prozent in den Bundestag einziehen wird? Die rot-rot-grüne Bundesregierung unter Martin Schulz wird schon dafür sorgen, dass die AfD an den Erika-Steinbach-Katzentisch verbannt wird. Geht es also in Wirklichkeit doch nur um ein paar lukrative Pöstchen mehr oder weniger?

Natürlich muss sich der Bundesvorstand darum kümmern, dass dieser wild gewordene Flohzirkus aus Patrioten, Konservativen, Islamkritikern und Libertären nicht ständig über den Rand des Anstands hüpft und sicherlich muss eine junge Partei sich immer wieder einem Reinigungsprozess unterziehen. Doch sollte man dabei darauf achten, dass man sich nicht zu viel schrubbt, das könnte nämlich das Immunsystem schwächen.

Es gibt einige kluge Politiker in der AfD, insbesondere im Süden der Republik, die sich aus der gegenwärtigen Schlammschlacht heraushalten, die nicht zu allem ihren Senf dazugeben müssen. Das ist für mich ein Zeichen der Hoffnung, aber nur ein kleines Zeichen.

Vielleicht haben es die „Führungskräfte“ in der AfD vor lauter Selbstbeschäftigung noch gar nicht mitbekommen, dass der Wahlkampf schon längst begonnen hat und dass der politische Gegner diesen Wahlkampf in böser Absicht in die AfD hineingetragen hat, damit diese sich von innen heraus verzehrt.

Also, liebe AfD, reiß Dich zusammen, einen Höcke wird es immer geben, auch ohne Höcke, dafür werden die Medien schon sorgen. Zeigt den Systemschreibern souverän den Stinkefinger und kümmert Euch endlich um die Wähler!

Und denkt bitte immer auch daran, dass eine außerparlamentarische Opposition, dass die politische Arbeit auf der Straße in direktem Kontakt zum Bürger ebenfalls wichtig ist.

Quelle: journalistenwatch.com

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2 Kommentare zu “Thomas Böhm an die AFD: Reißt Euch zusammen!

  1. Sehr gut gesagt.
    Wenn die Alternative für viele Bürger wirklich eine Alternative bleiben soll, dann muss sie sich auf den politischen Gegner konzentrieren und nicht auf die eigenen Leute.

  2. Leider wird sich die AFD, wie alle anderen Parteien, zuerst mit sich selber, d.h. mit Machtkämpfen befassen. Was am Ende dabei heraus kommt bleibt abzuwarten. Bis zur Bundestagswahl sind es noch ein paar Monate. Man wird sehen.

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