Wildtierschutz Deutschland fordert Absage der „Fuchswochen“

Bild: http://www.berndtfischer.de

Im Januar und Februar haben Füchse noch mehr als sonst unter Nachstellungen zu leiden: Ausgerechnet zur Paarungszeit werden sie im Rahmen sogenannter Fuchswochen vielerorts besonders intensiv bejagt. Eine wissenschaftliche haltbare Rechtfertigung für die Fuchsbejagung gibt es nicht. Wildtierschutz Deutschland e.V. fordert daher nachdrücklich dazu auf, die sogenannten „Fuchswochen“ abzusagen.

Mehr als eine halbe Million Füchse werden in Deutschland jedes Jahr von Jägern getötet. Der Rotfuchs ist eine der wenigen einheimischen Wildtierarten, die in den meisten Bundesländern ganzjährig bejagt werden. Dabei kommen auch besonders grausame Jagdarten wie die Bau- oder die Fallenjagd zum Einsatz. Dagegen wendet sich zunehmend der Protest der Bevölkerung, wie zahlreiche Petitionen gegen die Fuchsjagd zeigen.

„Notwendigkeit“ der Fuchsjagd ist Jägerlatein

Anders als von den meisten Jagdverbänden behauptet, kann von einer wie auch immer gearteten Notwendigkeit, Füchse zu bejagen, keine Rede sein. Wie Studien zeigen, lässt intensive Bejagung die Geburtenraten in die Höhe schnellen, wodurch Verluste schnell wieder ausgeglichen werden. Einen vernünftigen Grund für die Bejagung des Rotfuchses gibt es nicht. Wildtierschutz Deutschland fordert daher dazu auf, auf die rücksichtslose Verfolgung des Fuchses im Rahmen sogenannter Fuchswochen zu verzichten.

Auch PETA fordert ein bundesweites Verbot der Winterfuchsjagd und des sinnlosen Tötens :

Organisation sieht Verstoß gegen das Tierschutzgesetz

Die Winterfuchsjagd hat begonnen: Ab sofort und in den kommenden Wochen machen Jäger bundesweit verstärkt Jagd auf Füchse. Einige Jagdverbände und -vereinigungen veranstalten sogar sogenannte Fuchswochen, bei denen oftmals zahlreiche Tiere in nur wenigen Tagen geschossen werden. Laut Tierschutzgesetz muss ein „vernünftiger Grund“ für das Töten eines Tieres vorliegen – bei der Jagd auf Füchse ist ein solcher nicht gegeben. Es handelt sich lediglich um ein blutiges Hobby. PETA sieht daher einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und fordert ein bundesweites Verbot der Fuchsjagd.

„In Deutschland werden jedes Jahr bis zu eine halbe Million Füchse grundlos von Jägern getötet. Viele der Tiere sterben einen langsamen Tod durch Fehlschüsse oder werden in Fallen regelrecht zerquetscht“, so Vanessa Reithinger, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA. „Das Töten von Tieren im Rahmen einer Freizeitbeschäftigung hat nichts im 21. Jahrhundert verloren. Die Politik muss endlich handeln und die Jagd auf Füchse verbieten.“

Füchse dienen den Jägern als lebendige Zielscheibe, denn weder aus wildbiologischer noch aus gesundheitlicher Sicht besteht ein Grund für die massenhafte Bejagung der Beutegreifer. Die zum Teil noch immer geäußerten Bedenken gegenüber den Tieren beruhen auf längst widerlegten Annahmen: Die Gefahr einer Krankheitsübertragung durch Füchse ist nahezu auszuschließen. Deutschland ist seit 2008 frei von terrestrischer Tollwut und der Fuchsbandwurm zählt zu den seltensten Parasitosen Europas. Die Jagd auf Füchse hat keinerlei regulierende oder reduzierende Auswirkungen auf die Population, weil Verluste rasch durch Zuwanderung und steigende Geburtenraten ausgeglichen werden. Auch das von den Jägern vorgeschobene Argument des Artenschutzes ist Augenwischerei. Füchse ernähren sich vornehmlich von Mäusen. Populationsrückgänge betroffener Arten wie beispielsweise dem Feldhasen sind überwiegend auf den Lebensraumverlust und das schwindende Nahrungsangebot zurückzuführen. Hinzu kommt, dass die Jäger in Deutschland selbst jedes Jahr mehr als 200.000 Feldhasen töten.

Aufgrund dieser Fakten hat die Regierung in Luxemburg bereits im April 2015 ein Verbot der Jagd auf Füchse durchgesetzt. Fuchspopulationen regulieren sich aufgrund von Sozialgefügen sowie Nahrungsverfügbarkeit und Krankheiten selbst. Als Gesundheitspolizei sind Füchse zudem ein wichtiges Glied im Kreislauf der Natur. Sie sichern nicht zuletzt auch ihren Beutearten das Überleben, indem sie schwache und kranke Tiere erbeuten und Krankheitsherde somit sofort eliminieren. Ein Verbot der Fuchsjagd in Deutschland ist längst überfällig.

Weitere Informationen: http://www.Fuchsjagd-stoppen.de

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