Von wegen „dummes“ Huhn

Von wegen «dummes Huhn»: Die Tiere haben persönliche Eigenheiten, vermögen einander auszutricksen und seien zu logischen Schlussfolgerungen fähig, die Kinder erst mit etwa sieben Jahren meistern, berichtet Lori Marino vom The Someone Project im Fachjournal «Animal Cognition». Bei diesem Tierschutzprojekt werden gezielt wissenschaftliche Beweise für kognitive und emotionale Fähigkeiten von Nutztieren gesammelt.

Das Haushuhn (Gallus gallus domesticus) stammt vom Bankivahuhn ab, einem Wildhuhn aus Südostasien. Von keinem anderen Haustier des Menschen gibt es weltweit so viele Exemplare: Der tägliche durchschnittliche Weltbestand wird auf rund 20 Milliarden Tiere geschätzt. Geschlachtet werden jährlich mehr als doppelt so viele. Dennoch bekommen vor allem in Industrieländern die meisten Menschen fast nie Hühner zu sehen – gezüchtet und gemästet werden sie zum Großteil in streng abgeschotteten Massentierhaltungen. «Allein die Idee, dass Hühner eine Psyche besitzen, klingt für die meisten Leute absurd», sagt Marino. Doch Forschungsergebnisse der vergangenen Jahre belegten, dass im Huhn weit mehr Gefühl und Verstand stecke als weitläufig angenommen.

Nach einer Studie italienischer Forscher zum Beispiel können Küken rechnen: Die frisch geschlüpften Tiere sind zumindest in der Lage, große von kleinen Mengen zu unterscheiden, zeigten Tests mit gelben Plastikeiern. Zudem seien Hühner in der Lage, sich bis zu drei Minuten lang die Flugbahn eines Balls zu merken – was den Fähigkeiten der meisten Primaten bei solchen Versuchen entspreche.

Ein Huhn verfüge auch über ein gewisses Maß an Selbstkontrolle, führt Marino weiter aus: Es sei in der Lage, für besseres Futter den Schnabel zu halten und nicht gleich gierig loszufuttern. Auch sein Rang in der Hackordnung sei einem Huhn klar. Beide Merkmale wiesen auf einen gewissen Grad von Bewusstsein über das eigene Sein hin.

Komplexer als vielfach angenommen ist demnach auch die Kommunikation unter Hühnern. Neben 24 verschiedenen Lauten gebe es ein großes Repertoire visueller Zeichen. Die Tiere seien in der Lage, Zeitintervalle wahrzunehmen und auf Geschehnisse in der Zukunft zu schließen. Sie beobachteten und lernten voneinander und würden vom Verhalten ihrer Mütter geprägt – ganz so wie andere, als weitaus intelligenter eingestufte Lebewesen.

Auch eine Art Mitgefühl ist den Tieren eigen: Wurde Glucken gezeigt, dass ein Windstoß den Flaum ihrer Küken zerzauste, entwickelten sie ähnliche Stresssymptome wie der aufgeschreckte Nachwuchs. Demnach können Hühner den Standpunkt von Artgenossen einnehmen – wie es nur von wenigen Arten wie Raben und Primaten bekannt ist. Verblüfft hat die Forscher auch die Fähigkeit zum Täuschen und Tricksen: Unterlegene Hähne locken Hennen mit dem typischen Gebaren bei gefundenem Futter an – allerdings ohne die üblichen «Dok-dok»-Rufe, um den Alpha-Hahn nicht auf das Stelldichein aufmerksam zu machen.

Quelle: proplanta.de

Übrigens: Warum nur sind so viele Menschen oftmals geistig sehr behindert ?

Mir sind Menschen bekannt, die ihren Nachbarn nicht mehr ausstehen können und diesen daher als eine „dumme und dreckige Mistsau“ beschimpfen. Mir sind Menschen bekannt, die ihre Mitmenschen als “ Blödes Rindvieh“ verunglimpfen, als „dumme Schafe“ betiteln oder anderen Leuten nicht selten mittels Zeigefingers einen Vogel zeigen. In den meisten Fällen sind es immer Tiere, mit denen man sich Luft verschafft und die für viele der gebrauchten Schimpfwörter herhalten müssen. Jedoch bekunden wir „intelligenten“ Menschen mit unserem Vokabular an Schimpfwörtern nicht oftmals nur eines: das nämlich keineswegs irgendwelche Tiere, sondern wir selbst sehr unintelligent, töricht, dumm und geistig behindert sind?

Schweine z.Bsp. sind weder dumm noch dreckig, sondern von ihrer Natur her ganz saubere Tiere – und das sie tatsächlich oft verdreckt und schmutzig sind, dafür ist nicht etwa das Schwein, sondern einzig und allein der Mensch verantwortlich. Und „dumme“ Schweine gibt es auch keine, denn Schweine sind sehr intelligent, immerzu neugierig und selbstbewusst. Es ist unsere menschliche Dummheit und Arroganz, Tiere als dumm zu bezeichnen und ihnen jegliche Gefühle und seelische Empfindungen abzusprechen. Tiere haben nämlich sehr wohl Gefühle und ebenso eine Seele wie wir Menschen. Mutterkühe werden z.Bsp. sehr schwermütig, sobald man ihnen ihre Kälbchen wegnimmt. Auch bei Schafen, Ziegen, Hühnern und Schweinen wurde beobachtet und festgestellt, dass sie Liebe, Treue und Freundschaft, sowie aber auch Traurigkeit und Leid fühlen können. Was ein Tier in der Massentierhaltung fühlt, beispielsweise eine Mutterkuh, der man das Kälbchen entrissen hat und die auf engstem Raum im eigenen Dreck steht, das können wir Menschen uns eigentlich gar nicht vorstellen. Tatsache ist, das Kälbchen und Mutterkuh sich tagelang die Seele aus ihrem Leib schreien.

Doch das Verhältnis vieler Menschen zu sogenannten „Nutztieren“ ist meist kein Zeugnis für besonders hohe menschliche Intelligenz. Wer kennt sie nicht, diese oft gebrauchten Ausdrücke: Dreckschwein, elende Mistsau, dummes Schaf, blödes Huhn, blöde Kuh …. usw. Wahrhaftig: Welch „kluge“ und „intelligente“ Menschen es doch gibt!!! Aber davon abgesehen fällt auch noch eine andere Tatsache ins Auge: Diejenigen, die derartige Begriffe verwenden und in ihren Mund nehmen, essen und fressen dann meist bedenkenlos gerne das Fleisch dieser „verdreckten“ und „dummen“ Tiere. Wenn Menschen jedoch immer wieder viele Tiere mittels ihrer Sprache diskriminieren, wenn Tiere für viele Menschen so unsauber, unästhetisch und abstoßend sind, wenn diese „verdreckten“ und „übelst stinkenden“ Tiere einen Ekel bei gewissen Menschen hervorrufen – warum essen sie dann überhaupt deren Leichenteile?

Fazit: Unlogik war noch niemals ein Zeichen menschlicher Intelligenz! Und Fleisch zu essen übrigens auch nicht! Und weil nicht nur wir Menschen, sondern eben auch unsere Mitgeschöpfe die Fähigkeit zu tiefen Gefühlen haben, gibt es keinen Grund dafür, menschliches und tierisches Leiden gegeneinander abzuwägen und uns Menschen eine höhere Bedeutung beizumessen als den Tieren.

Siehe auch Beitrag vom 20. März 2014:
„Blöde Kuh, dummes Schwein, blindes Huhn? Weit gefehlt!“

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