Dengler – Am zwölften Tag

Ein gutes Gespann: Georg Dengler (Ronald Zehrfeld) und Olga (Birgit Minichmayr)
© ZDF/Boris Laewen

Deutscher Fernsehfilm nach einem Bestseller von Wolfgang Schorlau

Diesen Film habe ich mir neulich Abends im Fernsehen angeschaut und dies war letztlich wegen seiner Handlung und Thematik auch alles andere als zum Fenster hinausgeworfene Zeit. Was die Reflektion des gesellschaftlich relevanten Themas angeht, so erreicht dieser Film ein durchaus hohes Niveau: Bekam zum Auftakt im ersten Dengler-Film „Die letzte Flucht“ die Pharma-Mafia kräftig eins vor den Bug, gerät nun die Fleischindustrie mit ihren skandalösen Massentierhaltungsmethoden und den menschenunwürdigen Arbeitsverhältnissen für Zeitarbeiter in den Fokus. Geschickt baut der Regisseur Videofilme, die Denglers Sohn als Tierschutzaktivist veröffentlicht hat, in die Handlung ein. So erfährt der Vater zum ersten Mal etwas über das Engagement seines Sohnes und bekommt – wie der Zuschauer – darüber hinaus noch eindrücklich Infos zum Phänomen Massentierhaltung geliefert. Auch sieht man den rücksichtlosen Unternehmer, der sich mit seinem für jedermann erschwinglichen Fleisch als Wohltäter aufspielt und mit Hilfe unappetitlicher Tierhaltungs – und Schlachtungsszenen im Gegenschnitt entlarvt wird. Noch glaubt Dengler nicht, dass für seinen Sohn und die anderen Tierschutzaktivisten Lebensgefahr besteht. „Es sei denn, sie haben etwas Größeres gefunden, etwas, was größer ist als die normalen Sauereien, die diese Herrschaften sonst so betreiben“, spekuliert er. Der Zuschauer allerdings ist längst im Bilde, kennt die Umstände jener anderen „Sauereien“, weiß schon längst vom Menschenhandel mit den Zeitarbeitern aus Rumänien, die die Billigfleisch-Branche erst zur Goldgrube machen.

Zur Handlung des Films:

Hackerin Olga (Birgit Minichmayr) braucht die Hilfe von Ex-BKA-Zielfahnder Georg Dengler (Ronald Zehrfeld). Der Ex-Arbeitgeber des Privatermittlers sei ihr auf den Fersen. Weil ihr Dengler noch etwas schuldet, soll er ihr helfen, unterzutauchen. Doch auch an einer anderen Front ist Denglers Einsatz gefragt. denn der Stuttgarter Privatermittler Georg Dengler (Ronald Zehrfeld) muss auch in eigener Sache aktiv werden. Sein Sohn Jakob (Jannis Niewöhner) hat sich mit Carsten Osterhannes (Jörg Schüttauf) angelegt, dem „König der Massentierhaltung“. Mit zwei Freunden hat Jakob in einer Nacht und Nebelaktion die unzumutbaren Zustände auf einem Schweinehof in Brandenburg mittels Video dokumentiert; die Tierschutzaktivisten wurden allerdings dabei überrascht und von Osterhannes Männern festgesetzt. Dengler weiß bislang nur, dass sein Sohn offenbar in eine ungute Sache hineingeraten ist. Mit Hilfe von Hackerin Olga (Birgit Minichmayr), die er mehrfach vor dem Zugriff seiner speziellen Freunde vom BKA bewahren kann, kennt er bald Jakobs Standort. Doch mit Durchpreschen nach Brandenburg ist nichts. Denn immer wieder kreuzen Denglers Lieblingsfeind Dr. Müller (Rainer Bock) und Olgas Zielfahnder Schneiderhahn (Götz Schubert) die Wege der beiden in Richtung Norden. Währenddessen verschärft sich auf dem Hof die Situation. Nicht nur die drei Jungaktivisten stören die „Sauereien“ des Fleischbarons, auch für die tödlichen Folgen einer brutal niedergeschlagenen Rebellion seiner rumänischen Zeitarbeiter, muss Osterhannes „Söldnertruppe“ um Klaus Steiner (André M. Hennicke) zeitnah eine „Lösung“ finden.

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