Das Jahr 2016 gehört in wenigen Stunden der Geschichte

Liebe Freunde der Tiere,
das Jahr 2016 gehört in wenigen Stunden der Geschichte.

In diesem Jahr ist – so wie in den Vorgängerjahren – die menschliche Erdbevölkerung um weitere ca. 80 Millionen Menschen – auf nunmehr 7,5 Milliarden – angestiegen.

Dieser Anstieg bedeutet ein  t ä g l i c h e s  Wachstum von mehr als 200.000 menschlichen Wesen, es bedeutet ein Wachstum von 2,6 Köpfen pro Sekunde!

Unterstellt man weiterhin, dass jedes zusätzliche menschliche Lebewesen einen flächenmäßigen Grundbedarf für Ernährungserzeugung, Infrastruktur usw. von ca. 2 ha  hat, wurden 2016 rund 160 Millionen Hektar Natur für die wachsende Erdbevölkerung verbraucht. Dieser Verbrauch – und wir betonen es nochmals nachdrücklich – wird sich Jahr um Jahr ungebremst fortsetzen und in gleichem Maße, wie die „Landnahme“ für die Menschheit erfolgt, wird freie Natur verschwinden und unwiederbringlich zerstört werden.

Das ungebremste Wachstum der Menschheit ist die Grundursache, durch welche die Zukunft von Mensch, Tier und Natur nachhaltig und dauerhaft vernichtet wird. Den Wenigsten wird es bekannt sein: Jedes neugeborene Kind ist – statistisch gesehen – während seiner Lebenszeit der Verursacher von ca. 200.000 kg Müll und Konsument von ca. 20.000 Säugetieren und Fischen. Wer sich mit dieser komplexen Materie tiefer befassen möchte, dem sei als Lektüre das Buch „Fluch der Geburt“ empfohlen.

In der Bibel, im Neuen Testament, finden Sie hierzu diesen Hinweis:

„Jesus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kinder. Denn siehe, es wird die Zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäugt haben!“ (Lk 23, 28-29)

Und der Philosoph Emil Cioran brandmarkt die ungebremste Vermehrung wie folgt:

„Es ist wichtig, die Fortpflanzung zu entmutigen, denn die Furcht, dass die Menschheit erlösche, hat keine Grundlage: was auch geschieht, es wird immer genug Blöde geben, die nichts besseres wünschen, als sich fortzusetzen, und wenn selbst sie sich schließlich entziehen, so wird sich immer irgendein widerliches Paar finden, das sich dafür opfert. Es geht nicht so sehr darum, den Hunger aufs Leben zu bekämpfen, als die Lust auf „Nachkommenschaft“. Die Eltern, die Erzeuger, sind Provokateure oder Irre.

Dass noch die letzte Missgeburt die Gabe besitzt, Leben zu geben, „auf die Welt zu bringen“ – gibt es Demoralisierenderes? Die kriminelle Aufforderung der Genesis: „Wachset und mehret euch“, konnte nicht aus dem Munde des guten Gottes gekommen sein. Seid selten, hätte er vermutlich empfohlen, wenn er mitzureden gehabt hätte. Niemals hätte er ferner jene unheilvollen Worte hinzufügen können: „Und macht euch die Erde untertan“. Man sollte sie sogleich ausmerzen, um die Bibel von der Schmach zu reinigen, sie aufgenommen zu haben. Das Fleisch wuchert immer mehr wie ein Ganggrän auf der Erdkruste. Es vermag sich keine Grenzen zu setzen, es wütet trotz allen üblen Erfahrungen, es hält seine Niederlagen für Eroberungen, es hat niemals etwas gelernt.“ (Emil Cioran, Die verfehlte Schöpfung)

Seien wir uns bewusst, dass so wenig, wie eine Badewanne mit beliebig viel Wasser gefüllt werden kann, so wenig ist unser Heimatplanet in der Lage, ungebremstes Wachstum der menschlichen Spezies zu ertragen. Schon heute liegt der menschliche Ressourcenbedarf weltweit – möchte man ihn aufrechterhalten – bei einer Größenordnung von 1,5 Erdkugeln und wächst bis 2030 auf 2 Erdkugeln an!

Details für Kontinente und einzelne Länder können Sie gerne hier auf footprintnetwork.org  nachlesen.

Das ist der große Trugschluss, dass die Bevölkerungsexplosion durch technische Mittel beherrscht werden kann oder alternativ zum Aussterben der Menschheit führt. Dieses gewünschte Gnadenszenario wird nicht eintreffen, sondern es wird sich ein neuer Gleichgewichtszustand herauskristallisieren, der eine Restbevölkerung befähigt, auf einem völlig denaturierten, vergifteten, verbauten Kunstgebilde, vormals Erde genannt, in sklavenhafter Abhängigkeit und qualvoller Enge zu vegetieren.

Menschenrechte, Menschenwürde, Humanismus, Ehrfurcht vor dem Leben, Freiheit und Selbstbestimmung werden Klänge aus längst verflossenen Zeiten sein.
Die Massen-Menschhaltung, nur graduell unterschieden zur Massen-Tierhaltung, wird Realität. Die Menschheit wird am eigenen Leib alle Grausamkeiten modifiziert erleben, die vorher der Tierwelt durch die menschliche  Spezies zugefügt wurden.

Man wird die Fortpflanzung viel zu spät ächten, nämlich erst dann, wenn jedem Geborenen ein Toter entgegenstehen muss, vergleichbar dem überfüllten Parkhaus, das nur einen neuen Stellplatz bietet, wenn ein Fahrzeug das Haus verlassen hat. Das erbärmliche Vegetieren wird solange andauern, ein fürchterlicher Verteilungskampf auf den nächsten folgen, bis die letzten Restressourcen zu Neige gegangen sind, der Gleichgewichtspunkt gegen Null wandert oder bis eine andere Spezies Macht und Herrschaft übernommen hat und die Menschheit in vergleichbarer Manier erst reduziert und dann eliminiert, wie es zuvor mit der Tierwelt durch den Menschen geschah.

Die Würfel der Evolution fallen eisern, mit harter, klarer Notwendigkeit und Folgerichtigkeit, kompromisslose Selektion ist das Rad, um das sich die Natur dreht. Das Hoffen auf eine Bewahrung der „Schöpfung“, das Hoffen auf ein Eingreifen eines fiktiven Schöpfergottes, entbehrt jeder rationalen Grundlage, schon allein deshalb, weil solch ein Eingreifen in der Geschichte noch nie erfolgte und es keinerlei vernünftigen Grund gibt, ein Eingreifen in Zukunft zu erwarten. Und man komme argumentativ ja nicht mit dem demografischen Problem der Bundesrepublik Deutschland. Wir betrachten ein globales Wachstum, in dem das „Problemchen“ des kleinen Flecks „Deutschland“ eine mehr als nachrangige Bedeutung hat!

Für uns Tierrechtler und Tierschützer bedeutet vorstehendes, dass alles, was heute für die Tierwelt mit größtem Engagement getan wird, lediglich einer Symptombehandlung gleichkommt. Es ist – anders ausgedrückt – der Versuch, mit Kamillentee einen Herzstillstand zu verhindern oder gar zu beheben.

Selbstverständlich ist es etwas Großartiges, einzelne Lebewesen zu retten, sie vor einem schrecklichen Ende zu bewahren. Viele phantastische Organisationen leisten Unglaubliches, Übermenschliches. Aber man darf sich nicht täuschen, sich keiner falschen Illusionen hingeben, dieser Einsatz ändert nichts am weiter zunehmenden Tierelend dieser Welt, solange die Ursache, die Wurzel allen Übels, nämlich die explosionsartige Vermehrung der Menschen, nicht beseitigt ist!

Wir bitten Sie deshalb zum Jahreswechsel, wagen Sie den Schritt vom Hoffen zum Handeln, vom Wunschdenken zur Erkenntnis, vom Reagieren zum Agieren, treiben Sie die Politiker aus ihrer kollektiven Lethargie gegenüber globalen Problemen und gehen Sie an die Wurzel, nicht nur an die Symptome, des Tierleides, Wer Ohren hat, zu hören, der höre! steht mehrfach in den Evangelien. Wir ergänzen den fehlenden, den wichtigeren Teil: Wer Verstand hat, zu denken, der denke … und handle!

Herzliche Grüße
für pro iure animalis
Dr. Gunter Bleibohm und Harald Hoos

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7 Kommentare zu “Das Jahr 2016 gehört in wenigen Stunden der Geschichte

  1. Wie immer haben Bleibohm und Hoos recht, sind aber hochintelligente Rufer in der Wüste. Die dumme Menschheit hört sie nicht, kann sie nicht hören, da sie zu dumm ist!

    Bleibohm und Hoos:

    „Das ungebremste Wachstum der Menschheit ist die Grundursache, durch welche die Zukunft von Mensch, Tier und Natur nachhaltig und dauerhaft vernichtet wird. Den Wenigsten wird es bekannt sein: Jedes neugeborene Kind ist – statistisch gesehen – während seiner Lebenszeit der Verursacher von ca. 200.000 kg Müll und Konsument von ca. 20.000 Säugetieren und Fischen.“

    Heute morgen, um 5.35 Uhr, schaute ich mir bei Servus TV die französische Dokumentation „Die Erde von oben – Menschen und Tiere (1/2)“ an, wo mal sich wieder zeigte, wie die Überbevölkerung zur Verdrängung der Tiere führt. Die Dokumentation zeigte die Massaker welche an den Seelöwen an Südafrikas Küsten von entmenschten Menschen durchgeführt werden.

    An Südafrikas Küsten gibt es kaum noch Fische, dies ist eindeutig auf den Raubbau durch große Fischfangschiffe zurück zu führen. Der dumme südafrikanische Pöbel, voran die einheimischen Fischer, sehen aber irrigerweise die Seelöwen als ihren Freßfeind an und sie erschlagen die Seelöwen überall dort wo sie an Land gehen. besonders hilflose Jungtiere. Dabei geht der menschliche Pöbel mit größter Grausamkeit vor. Mit Knüppeln und Eisenstangen wird auf die Tiere eingeschlagen, so daß diese erst nach langen Qualen tot sind oder schwerstens verwundet ins Wasser fliehen und dort elendiglich verrecken. Ein einziger Tierschützer, ein Weißer, kümmert sich um verletzte Tiere, wird aber von der dortigen Bevölkerung behindert.

    Schlimm, diese Dummheit und diese Grausamkeit von Menschen gegenüber den Tieren, die als Konkurrenten angesehen werden. Dabei vermehren sich die Afrikaner rasant, fast jeder hat da mindestens 5-6 Kinder, die alle ernährt werden sollen, da bleibt für Tiere kein Platz mehr.

  2. Lieber Dr.Bleibohm, lieber Harald Hoss!
    Besser könnte man einen Zustandsbericht unseres Daseins von Mensch,Tier und Kosmos nicht beschreiben. Herzlichen Dank! Dieser Text gehört eigentlich in eine Neujahrsansprache von jedem Staatsoberhaupt. Erschreckend auch was die Doku auf Servus TV über die Massaker an Seelöwen in Südafrika belegt hat. Auch dem Kommentar von Bernd Nowack ist nichts mehr hinzuzufügen, außer Wut und Trauer.

  3. Ohnmacht, Trauer, Hoffnungslosigkeit – die Begleiter uns „Verstehender“
    Wo können wir noch Freude schöpfen? Eine Frage an die Verfasser….

    • Lieber Michael B.
      Ich würde z.B. Freude schöpfen, wenn mein Lieblingsverein Werder Bremen nicht mehr für die Marke „WIESENHOF“ werben würde und diese Millionen aus der Tierqual nicht mehr das Image dieses Traditionsverein besudeln würden. Der Fluch der toten Hühner lastet über dem Weserstadion in Bremen.

  4. Lieber Michael!

    Freude wirst Du ganz einfach empfinden, wenn Du Menschen oder Tieren praktisch (!) hilfst. Glaub mir das! Ich habe viel Freude, neben viel Arbeit, empfunden, als ich eine völlig ermattete Möve mit nach Hause (im Keller) nahm und sie wieder aufpäppelte. Zu sehen, wie sie die ersten Tage mit der Pinzette gefüttert werden mußte, dann immer griller wurde, und ich sie bei Tauwetter letztendlich in die Freiheit entlassen konnte, das erfüllte mich mit Freude. Fahr einfach mal bei viel Schnee und großer Kälte durch die Straßen und da wirst Du auf jeden Fall auf eine im Schnee liegende völlig ermattete Saatkrähe treffen. Nach ein paar Tagen in Deinem Keller und bei reichlich Nahrung ist sie wieder fit und Du wirst Freude empfinden, ein Vogelleben gerettet zu haben, nicht zu den egoistischen Spießbürgern zu gehören, die, wie in meinem Fall mit der Möwe zu hunderten an dem armem Tier vorüber gingen ohne zu helfen.

    Oder Du hilfst den ärmsten der Armen unter den Menschen, den Obdachlosen, die sind für jede auch noch so kleine Geste und Spende dankbar. Noch dankbarer sind sie, wenn sie mal ein, zwei Tage bei Dir im Warmen sein können, besonders diejenigen, die einen Hund haben, weil sie bei Obdachlosenunterkünften abgewiesen werden.

    Oder nimm 2-5 Ratten auf, gerettet aus einem Versuchslabor. Du wirst sehen, nach kurzer Zeit wirst Du viel Freude an ihnen haben und das Gefühl etwas Gutes getan zu haben, dies wird Dir Freude schenken. Diese Freude kann Dir nicht die größte Geldspende schenken, die Du einer Tierschutzorganisation überweisen kannst, wo Du nicht mal weißt, ob die es überhaupt wert sind. Die Freude, die Du hast, so helfen zu können, die ist mehr wert als alle anderen menschlichen Vergnügungen. Probiers mal aus und berichte dann hier, ob Du nicht Freude selber gehabt hast, trotz der Mühe.

  5. Lieber Bernd, Beispiele dieser Art der Freude kenne ich sehr gut, da es auch meinem Wesen entspricht. Geben erfüllt mich mit größerer Freude als nehmen.
    Ich könnte selbst sehr viele Beispiele – vom geretteten Rehbock am Strassenrand über die Wühlmäuse im Garten, Igel und unzähliger Spinnentiere und Kaulquappen – nennen.
    Sich allerdings auf diese kurzen Momente zu fokussieren, hilft nicht darüber hinweg, zu sehen, wie machtlos man mit seiner eigenen Einstellung ist. Das wollte ich damit zum Ausdruck bringen.
    Einzelnen Individuen zu helfen ist eine persönliche Befriedigung und ja – mit großer Freude behaftet. Man ändert jedoch nur für das Individuum etwas, aber nicht sehr viel gegen das große Elend! Erst im Verbund kann man etwas verändern und wirklich helfen. Darum finde ich, dass die Unterstützung einer Organisation sehr wichtig ist!

    Als Beispiel will ich dir meine Einstellung mitteilen: Ich bin berufstätig. Während meiner Arbeitszeit verdiene ich die Summe X. Ich mache meine Arbeit gut, also optimal. Ich könnte nun meine Freizeit dafür nutzen, einzelnen Individuen zu helfen. Ich habe mich jedoch dazu entschlossen meine Lebenszeit optimaler für den Tierschutz einzusetzen d.h. das optimale aus meiner Kraft herauszuholen. Und so spende ich einen Teil meiner Lebens- bzw. Arbeitszeit monetär einer Organisation, die aus ihrem Job, genau wie ich – nämlich optimal – das Beste für den Tierschutz bzw. den Tierrechten herausholt. Wichtig ist natürlich, dass man nicht jeder Organisation blauäugig vertraut.
    Doch obwohl ich mich engagiere, empfinde ich Hoffnungslosigkeit. Hoffnungslosigkeit, die die Lebensfreude überschattet. Die Frage, warum wir Lebensfreude brauchen, bleibt im Antinatalismus unbeantwortet, im Nihilismus beantwortet sie sich von selbst.

    • @Michael
      Ich kann dich nur allzu gut verstehen.
      Zwar empfindet man große Freude, individuell helfen zu können, aber leider bleibt das Elend der Tiere und der Natur, ihre Vernichtung und Zerstörung bestehen und schreitet unaufhörlich voran – nicht nur in den Ländern, die mit ihrem Bevölkerungswachstum die Natur vernichtet – dies geschieht auch hier vor unserer Haustür.

      Man könnte schier verzweifeln.
      Aber das lasse ich nicht zu.
      Solange ich lebe, will ich nicht aufgeben.

      LG

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