Tiere zu achten ist die Aufgabe jeden Muslims

Die in Wien lebende Muslimin Ümmü Selime Türe schreibt auf islamiq.de : „Tiere zu achten ist die Aufgabe jeden Muslims“ und einige ihrer Aussagen vermag ich leider nicht zustimmend zu unterstreichen. Wenn sie u.a. beispielsweise schreibt:

„Für mich hat gesundes Essen oberste Priorität, weil nur gutes Essen dem Körper mental gut tun kann. Deshalb heißt es auch im Islam halal Fleisch, weil das Fleisch gesund sein muss. Ein Fleisch kann nur dann gesund sein, wenn das Tier gesund und glücklich gelebt hat und auch richtig geschächtet wurde“,

dann sträuben sich umgehend meine Haare zu Berge, denn schon allein diese Denkweise und Aussage widerspricht jener „Achtung vor den Tieren“, die sie in diesem Artikel als „Aufgabe eines jeden Muslims“ proklamiert. Wer auch immer Tiere liebt und achtet, der kann letztlich nie und nimmer deren produzierte und zerlegte Leichenteile in sich hineinstopfen, deren Ermordung gutheißen und eine solche mit einer vermeintlich „richtigen“ Schächtung rechtfertigen und schönreden. Die oben zitierte Aussage „Fleisch kann nur dann gesund sein, wenn das Tier gesund und glücklich gelebt hat und auch richtig geschächtet wurde“, passt letztlich auch nicht mit ihren abschliessenden Worten zusammen, indem sie sagt:

„Wenn wir daran glauben, dass alle Lebewesen Gottes Schöpfungen sind und wir dazu verpflichtet sind, verantwortungsbewusst miteinander umzugehen, dann sind nicht nur die zwischenmenschliche Beziehungen gemeint, sondern auch unsere Beziehung zu den Tieren.“

Sehr richtig! Aber gerade deswegen, weil wir Menschen dazu verpflichtet sind, auch mit allem nichtmenschlichem Leben einen verantwortungsbewussten Umgang zu pflegen, gerade deswegen vermag kein verantwortungsbewusst denkender und handelnder Mensch Fleisch zu konsumieren und hinsichtlich derartiger „Gaumenfreuden“ das grausame Töten und Ermorden sogenannter „Nutztiere“ zu befürworten bzw. deren Ermordung in Auftrag zu geben.

Zu obigen Artikel erfolgte auf der oben verlinkten Webseite auch nachfolgender Kommentar von Herrn Ulrich Dittmann:

Grundsätzlich repräsentiert die Religion des Islam – gemessen an früher üblichen Tötungsarten – eine große Tierfreundlichkeit. War es doch damals – zur Zeit der Schriftlegung des Korans – üblich, Tiere mit einem Stein oder Knüppel zu erschlagen, ihnen die Kehle zu durchbeißen, oder gar Fleischfetzen aus dem lebenden Tier zu schneiden. –

Doch die EINST als vorbildlich  anzusehenden Schlacht-Schächt-Vorschriften, die Intention der Religionsvorgabe „auf beste Art und Weise“ (!) durch Kehlschnitt „schonend“ zu schlachten, müssen HEUTE  als überholt angesehen werden, analog auch in anderen Bereichen Fortschritte als absolut religionskonform und legitim von  Religionsvertretern akzeptiert werden. (z.B. Asepsis und Betäubung bei der Beschneidung der Knaben, oder bei Operationen)

Moslems (und Juden) schächten Tiere deswegen, weil ihre Religion ihnen gebietet, kein Blut zu verzehren. „Allein esset das Fleisch nicht mit seinem Blut, in dem sein Leben ist“, heißt es im ersten Buch Mose (9,4). Im Koran ist es die fünfte Sure (Vers 4), die allen Moslems den Verzehr von Blut verbietet.

Als die Bücher des Alten Testaments und der Koran niedergeschrieben wurden, hatte man guten Grund zu der Annahme, dass ein geschächtetes Tier tatsächlich blutleer ist. Mit der als „Schächten“ bekannten Tötungsmethode sollte das Blut aufgefangen und  eine totale Ausblutung des Tieres herbeigeführt werden, um sein Blut nicht mit zu verzehren. Zudem war dieses Ausbluten aus fleischhygienischen Gründen besonders wichtig, gab es doch keine Möglichkeit durch Kühlung (Kühlschrank, Tiefgefrierung) das Fleisch vor Verderb zu bewahren.

Seit längerem ist bekannt, dass geschächtete Tiere wie auch abgehangenes Fleisch keinesfalls vollkommen blutleer sind. (Blut aus den Kapillaren tritt nicht aus) Und nach neuesten Forschungen „… elektrisch betäubte Tiere mit 4.6 Prozent gar signifikant mehr Blut verlieren als die unbetäubten Tiere mit 4.3 Prozent“ – so Dr. Matthias Moje vom Fleischhygieneinstitut Kulmbach im Juni 2003.

Explizit ist auch festzuhalten: Nicht das Schächten an sich steht hier in der Kritik, sondern das archaische, betäubungslose, grauenhafte Schächt-Schlachten von Tieren, bei dem gefesselten und niedergeworfenen Tieren mit einem mehr oder minder scharfen Messer die vordere Halshaut, Halsmuskeln, Speise- und Luftröhre , sowie beide Halsschlagadern unbetäubt durchtrennt werden.

Die Begrifflichkeit „Schächten“ darf keinesfalls ausschließlich mit betäubungslosem Schächten gleichgesetzt werden, wie es leider im alltäglichen Sprachgebrauch noch oft geschieht. „Schächten“ beinhaltet Schächten „ohne“ oder „mit“ Betäubung. Nur letzteres ist akzeptabel. Dies muss immer wieder betont werden.

So will auch niemand den Gläubigen ihre Schächtrituale, (Positionierung, Kehlschnitt, Gebete etc.) streitig machen. Von Tierschutzseite geht es allein um eine – zudem religionskonforme – vorherige reversible „In-Ohnmacht-Versetzung“ durch Elektroschock der Tiere vor dem Schächtschnitt. Diese letztere Ausdruckweise den Gläubigen gegenüber gebraucht, verdeutlicht am besten, die so wichtige Unverletztheit des Tieres bis zum eigentlichen letalen Schächtschnitt und Tod durch Ausbluten.

Wenn bedingt durch Konsumverlangen nach Fleisch, oder Begehr Tieropferungen durchzuführen, sich die so sehr gewünschte Qualvermeidung der so genannten „Schlachttiere“ schon nicht verhindern lässt, muss zumindest jede Möglichkeit der Qualverminderung ausgeschöpft werden. Die Terminologie Schächten fordert lediglich unmissverständlich ein „Ausbluten lassen“ des Tieres ein, um die vorgeschriebene „Erlaubtheit“ (halal) sicherzustellen. Als Methodik ist das Ausbluten des positionierten Tieres mit einem scharfen Messer durch Kehlschnitt herbeizuführen und es sind bestimmte Gebetssprechungen vorzunehmen. Die Tiere müssen gesund und nicht „beschädigt“ sein und dürfen beim Schächtvorgang nicht geängstigt werden – müssen so auf „beste Weise“ geschächtet werden. Und es dürfen nur bestimmte Tierarten (am häufigsten sind dies Rinder und Schafe) verwandt werden. Nicht mehr und nicht weniger besagen die „Heiligen Schriften“ von Islam und Judentum.

Nirgends in den vorliegenden Religionsschriften ist auch nur der Hauch eines Betäubungsverbotes zu finden. (auch nicht im Koran Sure 5, Vers 4) Das ist Fakt. Rein zeitgeschichtlich kann eine Betäubung vor dem Schächten nicht als verboten aufgeführt sein, da eine heute mögliche (reversible) Elektro-Betäubungsform zur Zeit der Schriftlegung der maßgeblichen Heiligen Schriften, Thora und Koran, nicht einmal existent war.

Diese Erkenntnis findet auch ihren Niederschlag in den „Halal-Richtlinen für Schlacht-, Fleischverarbeitungs- und Lebensmittelbetriebe des Europäischen Halal-Zertifizierungsinstituts“ in Hamburg. Demnach ist nicht nur eine Betäubung erlaubt – sondern zwingend vorgeschrieben.

Es kommt den Religionsgemeinschaften eine besondere Verantwortung zu, ihre Schlachtgewohnheiten nach heutigem  Wissensstand auszurichten. Und betäubungsloses Schächt-Schlachten von warmblütigen Tieren ist zweifellos als vorsätzliche Tierquälerei einzustufen. Sonst wäre diese Tötungsart laut regulärem Tierschutzgesetz nicht explizit verboten. Nur per „Ausnahmegenehmigung“ (§ 4a Abs.2, Nr.2 TierSchG) wird dieses vorsätzliche und bewusste zu Tode schinden der so genannten „Schächttiere“ ermöglicht. Letztlich heißt dies im Klartext, dass Minderheiten der Muslime und Juden, hier Sonderrechte für ein grausames zu Tode quälen von Tieren beanspruchen.

Die betäubungslose Schlachtmethode kollidiert nicht nur in Deutschland mit den tierschutz- und schlachtrechtlichen Bestimmungen. Vorschriftsmäßige moderne Betäubungsmethoden vor Beginn des Schächt-Blutentzugs werden so schon in vielen  Ländern offiziell eingefordert. Beispielsweise u.a. in Schweden, Norwegen, Island, Lichtenstein, der Schweiz – oder Neuseeland und Namibia.

Und – wenn denn das betäubungslose Schächten eine so geniale, schnelle und tierfreundliche Tötungsartart darstellen würde, wie von Schächtbefürwortern pharisäerhaft behauptet, warum praktiziert man diese so wunderbare, kostengünstige Schlachtmethode dann nicht überall in der westlichen Welt und verschrottet all die teuren, offenbar „unnützen“ Betäubungsgerätschaften?

Fazit: Betäubungsloses Schächt-Schlachten leistet öffentlicher Verrohung Vorschub, fördert die Etablierung einer abgeschotteten Parallelgesellschaft, desavouiert hier um Integration bemühte Gläubige und Bürger, ist religionswissenschaftlich nicht begründbar, und weder mit dem Begriff „Religion“, noch mit der hier geltenden Verfassungsethik zu subsumieren. Wer mit heutigem Wissensstand ideologisch-extremistischen subjektiven Glaubenswunschvorstellungen kleiner islamischer oder jüdischer Glaubensgruppierungen betreff Begehr nach betäubungslosen Schächtungen  in Deutschland rückgratlos nach dem Munde redet und willkürlich über den Mehrheitswillen der Bevölkerung stellt, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, skandalöse lebensverachtende Tierquälerei zu unterstützen.

Seien Sie gegrüßt mit Sure 2/256: „Es gibt keinen Zwang im Glauben“!

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4 Kommentare zu “Tiere zu achten ist die Aufgabe jeden Muslims

  1. Nehmen wir einmal an, es gäbe einen Gott, der die Welt erschaffen hat. Nehmen wir weiterhin an, dieser Gott gebietet den Menschen, mit ihrer Nahrung kein Blut zu sich zu nehmen. So stellen wir fest, dass dieser Gott, der die Welt geschaffen hat, es unmöglich gemacht hat, Tiere vollständig ausbluten zu lassen. Daraus wäre zu schließen, dass dieser Gott, wenn es ihn gibt, gebietet, kein Fleisch zu verzehren, denn mit jedem Fleischverzehr nimmt man tierisches Blut zu sich. Andernfalls hätte er es ermöglicht, Tiere zum Zweck der blutlosen Ernährung vollständig ausbluten zu lassen.
    Eigentlich finden Moslems und Juden in ihren Religionen das Gebot zur fleischlosen Ernährungsweise.

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