Das Wort zum Sonntag

Jeden Tag empfinden wir doch, wenn wir denken, nichts anderes, als daß wir von einer verheuchelten und verlogenen und gemeinen Regierung regiert werden, die dazu auch noch die dümmste Regierung ist, die man sich vorstellen kann, sagte Reger, und wir denken, daß wir daran nichts ändern können, das ist ja das Fürchterliche, daß wir daran nichts ändern können, daß wir ganz einfach ohnmächtig zuschauen müssen, wie diese Regierung mit jedem Tag immer noch verlogener und verheuchelter und gemeiner und niedriger wird, daß wir mehr oder weniger in einem dauerhaft fassungslosen Zustand zuschauen müssen, wie diese Regierung immer schlimmer und immer unerträglicher wird.

Aber nicht nur die Regierung ist verlogen und verheuchelt und gemein und niedrig, auch das Parlament ist es, sagte Reger, und manchmal kommt es mir vor, als wäre das Parlament noch viel verheuchelter und verlogener als die Regierung und wie verlogen und wie gemein ist schließlich die Justiz in diesem Land und ist die Presse in diesem Land und ist schließlich die Kultur in diesem Land und ist schließlich alles in diesem Land; in diesem Land herrschen schon seit Jahrzehnten nur die Verlogenheit und die Heuchelei und die Gemeinheit und Niedrigkeit, sagte Reger. …

Jeden Tag trauen Sie Ihren Augen und Ihren Ohren nicht, sagte er, jeden Tag erleben Sie den Niedergang dieses zerstörten Landes und dieses korrupten Staates und dieses verdummten Volkes mit immer größerem Erschrecken. …


Montag, der Wochenbeginn, der Start in eine neue Woche des organisierten Massenmordes. Montagmorgen beginnen die Transporte zu rollen, werden die Messer geschliffen, die Knochensägen rotieren, Montagmorgen beginnt das routinierte Grauen von Neuem, Montagmorgen beginnt die Fütterung der Massenmenschen in den Städten, auf dem Land, die Fütterung mit Qualfleisch, mit massenhaft hingerichteten unschuldigen Wesen für einen kurzen Gaumenkitzel, der abends dann wieder kollektiv ausgeschissen wird. Montagmorgen, Dienstagmorgen, Mittwochmorgen, Donnerstagmorgen, Freitagmorgen ist Hiroshima und Nagasaki und Treblinka und Cannae und Waterloo in den Schlachthäusern für die Tiere, in einer Größenordnung, die jede Vorstellungskraft sprengt, jedes Mitgefühl in Blut und Gleichgültigkeit erstickt. Montagmorgen steht mein Herz still, mein Verstand blockiert, wenn ich an dieses Geschehen, an dieses unvorstellbare Verbrechen denke, Montagmorgen riecht nach Selbstmord, Montagmorgen bedarf es des größten Mutes und Standhaftigkeit, die Hoffnungslosigkeit, die Sinnlosigkeit des Lebens zu erdulden, zu ertragen.
(Dr. Gunter Bleibohm)


Dr. Bleibohm über „JAGDKULTUR“ :

Wir kennen verschiedene Ausprägungen des Kulturbegriffes. Kultur im Allgemeinen bezeichnet all das, was vom Menschen selbst hervorgebracht wird sowie geistige Konstrukte, wie Rect, Moral, Religion, Ethik etc. Der Begriff KULTUR beinhaltet darüber hinaus nicht nir deskriptive, also beschreibende Komponenten, sondern auch normative Bestandteile. Normative Bestandteile umfassen Hinweise, wie oder was etwas sein soll, Zielvorstellungen einer wünschenswerten Situation, Zielvorstellungen eines erstrebenswerten Zustandes, also beispielsweise Gewaltfreiheit.

Gewalt als erstrebenswerter Zustand würde demnach als KULTUR DER GEWALT zu bezeichnen sein, im allgemeinen Sprachverständnis eine ins Negative gerichtete Umkehrung des Begriffs bedeuten, also eine Un-Kultur, eine Nicht-Kultur beschreiben. Völlig persifliert, sarkastisch verdreht und missbraucht würde demnach der Kulturbegriff im Zusammenhang mit Mord, Abschlachten, Töten, Massenvernichtung. Das Abendland hat es bisher auch streng vermieden, von einer Kultur der Erschiessungskommandos, der Henker, der Heckenschützen, der Täuscher und Heimtücker zu sprechen – bis auf eine Ausnahme: Man spricht gelegentlich von JAGDKULTUR.

JAGDKULTUR ist aber nach Vorstehendem ein Widerspruch in sich, eine logische Unmöglichkeit, eine Perversion der sprachlichen Vernunft. JAGDKULTUR ist die Un-Kultur, die Nicht-Kultur oar excellence. Jagd, mit seinen Hauptkomponenten Töten, gemeinschaftlich aus Freizeitvergnügen Tiere hinzurichten, ahnungs – und arglosen Wildtieren heimtückisch aufzulauern, kann folglich mit Kultur weniger in Einklang stehen, als Feuer mit Wasser, als Tag mit Nacht. Solange sich noch kein Protagonist von Abartigkeiten dazu versteigt, von einer Kultur der Scharfrichter, der Kopfschlächter, der Robbenmörder u.ä. zu sprechen, solange muss das Wort JAGD in Verbindung mit dem Wort Kultur mit dem Bann, dem Anathema der Verachtung belegt sein; JAGDKULTUR bedeutet letztendlich die Exkummunikation aus dem Keis jeglicher ethischen Kultur und kann allenfalls als Synonym und zur Verdeutlichung einer verabscheuungswürdigen SUB-KULTUR herangezogen werden.
(Dr. Gunter Bleibohm)


(obige Grafiken können mit einem Mausklick vergrößert werden)

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3 Kommentare zu “Das Wort zum Sonntag

  1. Dr. Bleibohm:

    „Montag, der Wochenbeginn, der Start in eine neue Woche des organisierten Massenmordes. Montagmorgen beginnen die Transporte zu rollen, werden die Messer geschliffen, die Knochensägen rotieren, Montagmorgen beginnt das routinierte Grauen von Neuem, Montagmorgen beginnt die Fütterung der Massenmenschen in den Städten, auf dem Land, die Fütterung mit Qualfleisch, mit massenhaft hingerichteten unschuldigen Wesen für einen kurzen Gaumenkitzel, der abends dann wieder kollektiv ausgeschissen wird. Montagmorgen, Dienstagmorgen, Mittwochmorgen, Donnerstagmorgen, Freitagmorgen ist Hiroshima und Nagasaki und Treblinka und Cannae und Waterloo in den Schlachthäusern für die Tiere, in einer Größenordnung, die jede Vorstellungskraft sprengt, jedes Mitgefühl in Blut und Gleichgültigkeit erstickt.“

    Der Mensch in der milliardenfachen Masse ist einfach nur widerlich und bestialisch! Milliarden von wertvollen Tieren müssen ein elendes Leben führen und einen elenden Tod erleiden, nur um von der großen Masse von empathielosen wertlosen Menschen gefressen zu werden.

    Der Antinatalismus ist die einzigste Möglichkeit diesen Kreislauf zu durchbrechen, alles andere sind untaugliche Methoden. Wer ein wirklicher Tierfreund ist, der muß einfach Antinatalist sein.

  2. Abgesehen davon, dass es nicht die Würmer sind, die den menschlichen Kadaver zerlegen (sondern Bakterien – es sei denn er läge offen herum, dann wären es die Fliegenmaden), sehr guter Artikel.

    Trotz allem allen einen schönen ersten Advent.

    • Liebe Natur-Freundin,
      ob es nun Würmer oder Bakterien sind, ist letztlich unerheblich, sondern der entscheidende Fakt ist doch vielmehr der, dass diese tierleichenfressende Bestie namens Mensch den Kampf um den letzten Bissen verlieren wird.
      Mit lieben Grüssen – Wolfgang

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