Kirchengeläut für die Leiden von Mossul

Erläuternder Text zu obigen Foto siehe:
„Das Blutbad in Mossul hat begonnen“

Jeden Tag sterben in Mossul Kinder, Frauen, Familienväter. Eine finnische Kirchengemeinde lässt nun jeden Tag die Glocken für die Opfer erklingen. Inzwischen machen Hunderte Gotteshäuser mit – weltweit. Die Nachrichten aus Nahost sind erschütternd. Seit etwa einem Monat bombardieren irakische und alliierte Verbände Mossul, laut Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon wurden dabei fast 500 Menschen getötet und rund 2000 verletzt – mehr als ein Viertel der Todesopfer seien Kinder.

Eine Kirchengemeinde in Helsinki will dieses Grauen nicht mehr ertragen – und hat eine Aktion mit erstaunlichem Echo ins Leben gerufen. Jeden Tag läuten die Totenglocken der lutherischen Gemeinde im Stadtteil Kallio der finnischen Hauptstadt, um der in Mossul getöteten Zivilisten zu gedenken – und inzwischen beteiligen sich Hunderte Kirchen auf der ganzen Welt an der Aktion.

Nun wollen sich an dieser Aktion inzwischen sogar Kirchen in Syrien und Russland beteiligen. Für dieses immanente Problem macht es allerdings wenig Sinn, wenn nur in den “Täternationen” scheinheiligst für die Opfer gebetet wird. Lesen sie den Text jetzt noch einmal und ersetzen dabei MOSSUL durch ALEPPO, dann sollte der propagandistisch korrekt eingenordete Verstand nicht mehr rebellieren und die Welt wieder in Ordnung sein.

Selektives Beten und Läuten ist jedoch unprofessionell. Ergänzend wollen wir deshalb an dieser Stelle noch den weiteren Ausbau dieser Aktion anregen. Sodass demnächst konfessionsübergreifend und weltweit gebetet wird und die Menschen im korrekten Fokus gehalten werden. Man kann das sogar sehr geschickt kombinieren. Auf der einen Seite gegen die Gräuel in Aleppo und für die bombastischen Wohltaten in Mossul beten, oder auch genau umgekehrt, je nach dem welcher Konfliktpartei man selbst den Vorzug geben möchte. Alle Menschen sollten sich natürlich ausnahmslos darin einig sein, zum Abschluss des Gebetes auch für das Wohlergehen der Rüstungsindustrie vorzusprechen! Dabei das Seelenheil jener, die den Einsatz des hier zu bebetenden Friedensgerätes zu verantworten haben, nicht auslassend.

Die Frage nach der involvierten Gottheit lassen wir besser außen vor, weil die erfahrungsgemäß auch nur zu Zwist, Mord und Totschlag führt. Wenngleich das schon ein harter Anhaltspunkt für das wahre Wesen der angesprochenen Gottheit zu sein scheint. Und wenn Sie sich selbst für einen aufgeklärten Menschen halten, dürfen sie den obigen Text jetzt universell und zeitunabhängig verwenden. Den Namen der Stadt jeweils in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft frei wählen. Vielleicht Stalingrad, Bagdad, Hiroshima/Nagasaki, Beirut, Damaskus, aber auch Dresden müssen sie nicht peinlich berührt auslassen.

Auch ist es doch immer wieder schön und herzerfrischend, wie die Kirchen ihre Scheinheilgkeit, nebst Zweck-Opportunismus so schonungslos zu offenbaren vermögen. Wir müssen da nicht wirklich zwischen lutherisch oder katholisch unterscheiden. Der aktuelle Papst Franziskus referierte bereits zu Amtsantritt über die Abkehr vom Materiellen, obwohl dies dem Papst selbst bisher noch nicht gelungen ist.

Von diesem zuvor erwähnten heiligen Schein wollte offenbar auch dieses heilige Blättchen beschienen werden: „Weltweite Solidaritätsaktion | Kirchen läuten für die Leidenden von Aleppo“. Dort finden wir die für diese Region (West) propagandistisch zutreffende Version. Danke, dass Sie betreffs der anderen Version weitergelesen und somit die oben sichtbare rote Linie überschritten haben.

Quelle: qpress.de

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2 Kommentare zu “Kirchengeläut für die Leiden von Mossul

  1. Den Nagel auf den Kopf getroffen.
    Man wundert sich ja über nichts mehr. Unsere Medien trommelten Tag für Tag gegen Syrien und Russland in Aleppo – keine Kritik kam dagegen zum Angriff auf Mossul.
    Die Politik sprach gar von Kriegsverbrechen.
    Und offensichtlich halten es die Kirchen ebenso.

    Also entweder können die Leute alle nicht denken oder es ist sogar Absicht. Ich vermute letzteres.

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