Neue Recherche in Massentierhaltungsbetrieben von CDU-Bundestagsabgeordneten

Die gesellschaftliche Debatte um die Zustände in den sogenannten Nutztierhaltungsanlagen entflammt immer wieder von neuem. Verletzte Tiere; Schweine und Puten, die nicht mehr oder kaum laufen können; Kadavertonnen voller toter Tiere – mit einer erschreckenden Regelmäßigkeit erschüttern diese Bilder aus deutschen Anlagen die Verbraucher. Die Industrie und Lobbyvertreter sprechen in diesen Fällen gerne von Einzelfällen, wenigen Ausnahmen oder einem nicht repräsentativen Bild. Nun beweist neues Bildmaterial, das PETA vorliegt, dass sogar Agrarlobbyisten, die Bundestagsabgeordnete der CDU/CSU sind, zu solchen „Einzelfällen“ zählen.

Beim Stichwort „Lobbyisten“ denken viele an ominöse Schlipsträger, die durch die Gänge des Bundestags streifen und versuchen, Politiker bei einem Kaffee oder Abendessen zu gewünschten Entscheidungen zu überzeugen, zum Beispiel zu Gesetzen im Sinne der Landwirtschaft. Dies ist jedoch gar nicht nötig, da viele der Abgeordneten in der Wahlperiode 2013-17 selbst Landwirte sind oder als landwirtschaftsnah gelten. 14 dieser Abgeordneten sind auch im Ausschuss Ernährung und Landwirtschaft aktiv, der sich u. a. „mit der nationalen Agrarpolitik und der Gemeinsamen Agrar- und Fischereipolitik der Europäischen Union (EU), der Agrarsozialpolitik und der Förderung des ländlichen Raumes“ auseinandersetzt. Im Ausschuss wird u. a. über Gesetzesvorschläge und Anträge an den Bundestag beraten.

Das bedeutet: Die Tierhalter entscheiden größtenteils selbst über ihre Interessen und behindern durch die herausgegebenen Empfehlungen progressive Veränderungen im Bereich Tierschutz. Gerade Mitglieder der CDU/CSU-Fraktion gelten als kritisch gegenüber jeglichen verbindlichen Veränderungen, die den Tierschutz in den Anlagen maßgeblich verbessern würden. Eine „freiwillige Verbindlichkeit“, die auf Vereinbarungen zwischen Politik und Tierhaltern beruht, ist zum Leitbild der Amtsperiode von CSU-Landwirtschaftsminister Christian Schmidt geworden, der vor allem dem Verbraucher – und nicht dem Gesetzgeber – die Verantwortung für die Zustände in den Anlagen überträgt. Auch auf fleischbrancheninterne Initiativen wie die Initiative Tierwohl wird gesetzt. Das freut bestimmt auch die Tierhalter im Bundestag. Wie diese Tierschutzpolitik in der Praxis funktioniert, zeigen beispielhaft Bilder aus den Ställen dreier CDU-Abgeordneter, die allesamt im Landwirtschaftsausschuss tätig sind.

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Und nicht weniger skandalös:

Der NDR darf Filme aus dem Schweinestall von Johannes Röring nicht weiter verbreiten. Das Landgericht Hamburg hat am 18.Oktober 2016 eine einstweilige Verfügung gegen diesen Sender erlassen. Die Tierrechtsaktivisten von „Animal Rights Watch“ (Ariwa) hatten die Bilder 2015 aufgenommen und „Panorama“ hatte sie am 22. September veröffentlicht. Daraufhin hatte Röring argumentiert, dass auf seinem Betrieb keine Tierschutzverstöße festzustellen seien und der Hoftierarzt hätte das durch eine eidesstattliche Erklärung bestätigt.
Quelle: westfälische-nachrichten.de

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2 Kommentare zu “Neue Recherche in Massentierhaltungsbetrieben von CDU-Bundestagsabgeordneten

  1. Politiker der Systemparteien und die staatstragenden Medien bezeichnen Bürgerprotestler als „Pack“ und „Mischpoke“. Genau umgedreht ist es, sie sind dieser Abschaum, anders kann man z.B. solche Tierquäler im Anzug und Bundestagsmandat nicht bezeichnen.

    Und die Justiz macht wie meistens mit und bestätigt richterlich das Ausstrahlungsverbot des Soko-Beitrages.

    Hätte jemand in den Menschen-KZ´s der Nazis gefilmt, so hätten mit Sicherheit diese Aufnahmen die Nazis auch verboten.

  2. es ist doch mal wieder das allerlezte! Diese Politiker mit ihren Richter sind verdorben und
    verlogen. Man könnte vor ihnen kotzen… sie haben jede Menschen-Würde verloren.

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