„Wir sind nicht nur Sternenstaub, sondern auch Kinder des Chaos“

Es gibt keinen Hauch eines Belegs – und der Glaube selbst ist kein Beleg -, der den geringsten Hinweis darauf liefert, dass tatsächlich eine göttliche Intervention stattgefunden hat. Vielmehr scheint das Gegenteil der Fall zu sein. Die natürliche Auslese, bei der ein Organismus gegen den anderen steht, ist scheußlich und brutal. Reißzähne, Schnäbel und Krallen sind an der Tagesordnung, und sie sind eben gerade keine Zeichen brüderlicher Liebe: Derjenige Wasserbock, der die andere Wange hinhält, ist tot. Da täglich Antilopen von Löwen in Stücke gerissen werden, lauert ständige Angst in der Savanne. Falls Sie religiös sind, sollten Sie zumindest innehalten, bevor Sie einen Gott verehren, der eine solche bluttriefende Methode zur Gewährleistung von Fortschritt und der Entstehung seines Ebenbilds erfand oder auch nur eine solche Methode erlaubte.

Falls Sie tiefes Verstehen ohne Verzicht auf das Staunen, oder positiver und stärker ausgedrückt: Falls Sie die Verdopplung des Staunens durch die Vertiefung des Verstehens bevorzugen, dann sonnen Sie sich im Licht der außergewöhnlich leistungsfähigen Idee, dass alle Lebewesen in ihr kurzes Zwischenspiel des Lebens nur zufällig hineingestolpert sind. Wir sind nicht nur Sternenstaub, wir sind auch die Kinder des Chaos.

Peter Atkins, Über das Sein

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6 Kommentare zu “„Wir sind nicht nur Sternenstaub, sondern auch Kinder des Chaos“

      • Ich kapiere den Sinn der Worte des Kommentars von Frau Gläser auch nicht. Statt uns aufzuklären – Schweigen im Walde. Das finde ich unhöflich. Es macht keinen Spaß mit Usern zu kommunizieren, die auf Anfragen nicht antworten, die wie ein Alleinunterhalter nur hier posten und es ablehnen auf Fragen zu antworten.

  1. Großartig formuliert, dieser Text von Peter Atkins:

    „Die natürliche Auslese, bei der ein Organismus gegen den anderen steht, ist scheußlich und brutal. Reißzähne, Schnäbel und Krallen sind an der Tagesordnung, und sie sind eben gerade keine Zeichen brüderlicher Liebe: Derjenige Wasserbock, der die andere Wange hinhält, ist tot. Da täglich Antilopen von Löwen in Stücke gerissen werden, lauert ständige Angst in der Savanne. Falls Sie religiös sind, sollten Sie zumindest innehalten, bevor Sie einen Gott verehren, der eine solche bluttriefende Methode zur Gewährleistung von Fortschritt und der Entstehung seines Ebenbilds erfand oder auch nur eine solche Methode erlaubte.“

    Dem ist nichts hinzu zu fügen! Ich wünschte mir solche „Worte zum Sonntag“ in Rundfunk und Fernsehen und nicht die irrationale Demagogie die über den Äther ausgestrahlt wird.

  2. Sehr interessant, auch Hoimar v. Ditfurth hat vor Jahren, für mich sehr überzeugend, in seinem Buch „Der Geist fiel nicht vom Himmel“ dargelegt, daß es einen Gott, im Sinne einer Person, nicht gibt. Vielleicht so etwas wie ein Prinzip Leben.

  3. Christoph1956:

    „Vielleicht so etwas wie ein Prinzip Leben.“

    Na ja! Leben ist aber doch im Universum eher die Ausnahme. 99,99999 %und so weiter der Planeten sind ohne Leben. Leben ist wohl eher ein Betriebsunfall im Universum und völlig unbedeutend im Universum. Für die Lebewesen ist es aber nicht unbedeutend, sondern Leben bedeutet Leiden und wenn ich an Gott und Satan glauben würde, dann würde ich Leben eher Satan zusprechen, denn Gott. Denn ein Gott könnte ja wohl kaum so grausam und unbarmherzig sein, wie er Leben eingerichtet hat mit dem Fressen-und Gefressenwerden und dem Zulassen absoluter Grausamkeit und unsäglichem Leiden.

    So sehe ich das!

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