Interessanter Briefwechsel

Diese Morgenandacht im Deutschlandradio kann sich jeder Interessierte
hier auf „rundfunk.evangelisch.de“ nochmals anhören
oder auch nochmals in Textform zu Gemüte führen.

Maria Groß an die Sprecherin dieser Morgenandacht:

Sehr geehrte Frau Niemeyer,

durch Zufall habe ich am 4.10. Ihre Rede zum Welttierschutztag im Deutschlandfunk gehört, ohne eigentlich zum Hörerkreis religiöser Betrachtungen zu gehören. Ich muss zu einigen Ihrer Gedanken Stellung nehmen, weil diese so nicht ohne Widerspruch stehen bleiben können. Da Sie das große Forum des Rundfunks für Ihre Botschaft zur Verfügung haben, erlaube ich mir, diesen Brief mindestens in die weitreichenden deutschsprachigen Tier- und Naturschutzverteiler einzustellen.

„Tiere gehören vor allem nach draußen“. Das ist ein guter Satz! Ich habe Sie nur so verstanden, dass Sie damit die Hunde und Katzen aus dem Wohnzimmer scheuchen wollen. Oder sollte es Ihnen um die Freilandhaltung der landwirtschaftlich ausgenutzten Tiere gegangen sein? Dann wären wir als AGfaN e.V. sehr bei Ihnen. Wo eigentlich sieht man bei einer Fahrt über das Land Schweine draußen? Oder die ganzen Legehennen, Puten und Milchkühe mit ihren Kindern? Die paar wenigen liefern vielleicht ein Alibi – aber bestimmt nicht die viel zu vollen Eier-, Butter-, Joghurt-, Käse-, Quark- und Fleischregale der Supermärkte.

Sie könnten mit diesem Thema einen wahrhaft vortrefflichen und sehr sinnvollen Vortrag beim Bauernverband halten, der ja auf immer größere Tierfabriken abzielt, in denen es für die Tiere eben kein Draußen gibt, die uns aber neben einer gigantischen Tierquälerei kaputte Böden, nitratverseuchtes Grundwasser, multiresistente Keime und den Menschen in ärmeren Ländern Hunger und Vertreibung bescheren. Sie könnten bei Ihrem Referat vor dem Bauernverband auch darauf hinweisen, dass er die Bauern in das Boot der Agrarindustrie und damit ins gesellschaftliche Abseits zieht.

„Tiere haben keinen Gott und betteln nicht um Vergebung der Sünden“. Das kann man wohl so annehmen. Aber wenn Sie das als Aufwertung für den Menschen und als Abwertung für die Tiere meinen, halte ich Ihr Denken für zu kurz. Einen Gott zu haben ist kein Kriterium für eine höhere Wertigkeit – weder des Menschen gegenüber dem Tier noch der religiösen Menschen gegenüber denen, die sich keinen Gott zurechtlegen. Die Christen mögen es ja so halten, dass sie „um Vergebung der Sünden betteln“. Der Großteil der heutigen Gesellschaft hat kein Bedürfnis in dieser Richtung, was man unschwer an den Kirchenaustrittsraten ablesen kann.

Meine Absicht ist es keineswegs, in eine theologische Auseinandersetzung zu treten. Aber wenn Sie schon Ethik und Religion so eng miteinander verknüpfen, muss man sich mit der Tatsache zu Wort melden, dass es durchaus andere Ansichten über einen ethisch vertretbaren Umgang mit Tieren gibt. Sehr belanglos hinsichtlich des ihnen zustehenden Schutzes erscheint die Frage, „ob Tiere in den Himmel kommen“. Für alles Leben vollzieht sich das Schicksal in diesem Aufenthalt hier auf der Erde, und bei der Unsicherheit einer himmlischen Zugabe lohnt es sich nicht, darüber nachzudenken, für wen diese unwahrscheinliche Nachspeise wohl aufgetischt wird. Wir hätten genug damit zu tun, die über Jahrhunderte – schuldhaft besonders auch von den Kirchen gelehrte – menschliche Voreingenommenheit den Tieren gegenüber abzulegen.

Ihren Pragmatismus – Tiere werden geliebt und gegessen und damit basta – kann ich nicht teilen. Ich empfinde ihn gleichermaßen simpel wie anmaßend.

Es gibt einen Pragmatismus anderer Art. Der heißt: Mach die Augen auf und schau, wie ähnlich die Tiere dir selber sind, körperlich wie psychisch. Viele Tiere haben erwiesenermaßen in einzelnen Bereichen den Intellekt eines kleinen Kindes, in anderen Bereichen sogar einen so hohen, dass wir Menschen ihn nicht erreichen werden (s. Zugvögel u.v.a.m.). Sie kommunizieren über ihnen eigene Sprachen, und was die körperliche Ähnlichkeit angeht, sind die Menschen ja eifrig dabei, diese in unzähligen grausamen Tierversuchen vorauszusetzen.

Kein vernünftiger Mensch wird heutzutage mehr abstreiten können, dass Tiere leidensfähige Wesen sind, also Angst, Schmerz, Verlassenheit – aber auch Freude, Zuneigung und viele andere seelische Vorgänge erkennen lassen. Da kann man wirklich keinen grundsätzlichen sondern nur einen graduellen Unterschied zwischen Tier und Mensch erkennen. Und ob der als moralische Begründung ausreicht, für einen kurzen Gaumenkitzel zu töten, darf man immerhin anzweifeln. Ein für den Menschen gesundheitliches Erfordernis, Fleisch zu essen, gibt es nicht.

Um auf das große Weltproblem „Töten, um zu leben“ zu kommen: Tatsächlich sind wir dazu verurteilt, mit jedem Schritt und mit jedem Mittagstisch anderes Leben auszulöschen. Der geistig weiter entwickelte Mensch wird diese Tatsache in seinem Leben sehr wohl berücksichtigen. Er wird große Hemmungen verspüren, das Leben, das ihm selbst so ähnlich ist, für einen kurzen Genuss oder für den Beweis seiner Macht zu vernichten. Es ist ihm bewusst, dass auch der Salat und die Möhre ein Daseinsrecht besitzen, sonst wären sie ja nicht da. Er wird sie trotzdem essen, weil er der Tatsache nicht entweichen kann, dass er durch sie sein eigenes Leben erhält. Aber er wird das Leben, an dem er eindeutig Leidensfähigkeit erkennt, schonen. Und das sind alle Säugetiere, alle Vögel, alle Fische und wahrscheinlich noch sehr viel mehr an Getier. Er wird sich aus dieser Erkenntnis heraus immer dann zurück halten, fremdes Leben auszulöschen, wenn es nicht um ein für ihn selbst lebenswichtiges Erfordernis geht sondern nur um einen kurzen Genuss, wozu allemal jeder Fleischkonsum gehört.

Der Grundsatz: so wenig wie möglich töten, um selber zu leben, stellt immer eine Gratwanderung dar und kann nie ganz sicher verwirklicht werden. Dass wir letzten Endes zum Töten verurteilt sind, wenn wir leben wollen, können religiöse Menschen mit Ihrem „lieben Gott“ besprechen, der das doch so eingerichtet hat (wenn ich die Logik richtig verstehe). Ich selber halte mich gerne an Aussagen von großen Denkern wie z.B. Leo Tolstoi, der sagte: „Solange es Schlachthäuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben.“

Ihre bemerkenswerte Verkündigung, dass dem Menschen ein Lebensrecht zusteht und dem Tier nicht, ist doch vom hohen Podest der von den Kirchen geförderten menschlichen Selbstverherrlichung aus gesprochen. Was Sie zur Tierethik bemerken – nämlich dass sie „vom Standpunkt des Menschen aus“ denkt (von welchem anderen Standpunkt aus soll ein Mensch eigentlich denken?) – betreiben Sie selber in hohem Maße. Die scheinbar objektiven Wahrheiten, die Sie verkünden – z.B. dass man Tiere töten und essen darf, Punktum – beruhen auf Ihren eigenen kindlichen Erinnerungen. Wenn das nicht „vom Standpunkt des Menschen aus“ gedacht ist!

Zur Frage „Wen streicheln – wen essen?“ (Albert-Schweitzer-Stiftung) will ich bei Ihrem Beispiel bleiben: selbstverständlich werde ich meinen Hund von der Zecke befreien. Die Tatsache, dass die Natur grausam eingerichtet ist, dass sich das Leben auf dem Tod des anderen Lebens aufbaut, ist für den mitfühlenden Menschen ein großes Problem. Aber für die Einrichtung der Natur sind wir Menschen nicht verantwortlich.

Wer einen „liebenden Schöpfer“ annimmt, wie die Kirchen es allgemein tun, ist vielleicht gezwungen, dieses tiefe und letztlich unlösbare Problem auszublenden oder über große Gedankenumwege und gern gehabte Vorstellungen sich dann doch noch trotz aller Grausamkeit auf die Gedankeninsel eines liebenden Gottes zu retten. Nach meiner Vorstellung hat das nichts mit intellektueller Redlichkeit zu tun.

Mit freundlichen Grüßen,
Maria Groß

Rückantwort von Pfarrerin Niemeyer an Maria Groß:

Sehr geehrte Frau Groß,

sehr gern antworte ich Ihnen auf Ihren ausführlichen Brief und werde im Folgenden Ihre einzelnen Vorwürfe der Reihe nach aufnehmen.

Sie zitieren mich mit dem Satz „Tiere gehören vor allem nach draußen.“, um mir dann vorzuhalten: „Ich habe Sie nur so verstanden, dass Sie damit die Hunde und Katzen aus dem Wohnzimmer scheuchen wollen.“ Damit liegen Sie jedoch falsch. Ich habe in der Einleitung meines Beitrags über meine eigene Biografie mit einer Kindheit auf dem Land gesprochen. In diesem Kontext habe ich zusammengefasst: „Tiere wurden geliebt, und sie wurden getötet, um sie wurde getrauert, und sie wurden gebraten, alles mit derselben Selbstverständlichkeit. Tiere gehörten vor allem nach draußen oder in den Stall, jedenfalls nicht ins Haus.“ Ich bedaure, dass Sie mich nicht nur falsch zitieren (Präsens statt Präteritum) und meine Worte aus dem Zusammenhang reißen, sondern das „nur so“ verstehen möchten, dass ich eine garstige Person bin, die Hunde und Katzen „scheuchen“ will. Schade, dass Sie nicht auch noch folgendes aus meiner Andacht zitieren: „Tiere sind entweder zu Kuscheltieren geworden oder zu Fabrikprodukten. Der beste Schutz für Tiere ist jedoch, wenn sie beides nicht sein müssen. Wer sie schützen möchte, lässt sie sein, was sie sind: Tiere und keine Menschen. (..) Mensch und Tier werden aber immer mehr zu Rohstoffen und Mittel zum Zweck – Mittel zum Zweck Geld zu verdienen, am besten rund um die Uhr, ob das ihr Körper ist, ihre Gene, ihre Gesundheit, ihre Nahrung.“

Ich würde mich freuen, wenn Sie diese Äußerung genauso verstehen könnten, wie sie gemeint ist, nämlich als Plädoyer für eine artgerechte Haltung von Tieren. Als Vertreterin der Rechte von Nutztieren machen Sie sich vor allem für deren Rechte stark, ich aber habe hier erstmal von Tieren überhaupt geredet, von dem Rind in der Viehfabrik und auch von dem verhätschelten und zu Tode gefütterten Dackel, der als Kinderspielzeug herhalten muss. Insofern rennen Sie mit Ihrer Forderung nach der Abschaffung nach Viehfabriken doch nur weit offene Scheunentore ein. Woher kommt Ihre Aggressivität mir genau das Gegenteil zu unterstellen?

Sie schlagen mir einen Auftritt beim Bauernverband vor und gleich mit, welche Rede ich dort halten sollte. Nun habe ich leider bisher keine Einladung dazu vom Bauernverband erhalten, würde aber ähnlich reden, wie Sie mir nahelegen. Das zumindest habe ich so bei einem Empfang des Landwirtschaftsministers vor einem Jahr hier in Lüdinghausen getan und so werde ich es auch am Buß- und Bettag bei der Generalversammlung der Viehzüchter in unserer Region tun. Es ist mir nur zu billig, moralisierendes Bauern-Bashing zu betreiben und sie zu Buhmännern zu machen. Ich sehe auch den Druck, unter dem die Landwirte in meiner Nachbarschaft stehen, die mit immenser Verschuldung ihre ehemals kleinen Familienbetriebe dauernd vergrößern müssen, um wirtschaftlich zu überleben. Ich habe keine Lust mich daran zu beteiligen, dass Kinder von Bauernhöfen sich in der Schule anhören müssen, sie seien Tierquäler. Die Landwirtschaft ist Teil einer zerstörerischen Wettbewerbspolitik, die sich gestern erst an anderer Stelle in der Aufhebung der Preisbindung für Medikamente zeigt. Ich halte es für falsch, auf einzelne Berufsgruppen zu dreschen, sei es auf die Lehrer wegen der Bildungsmisere, auf die Banker wegen der Bankenkrise, auf die Landwirte wegen der Umweltverseuchung. Die Verbandspolitik von Bauernfunktionären, die diese Entwicklung fortschreiben will und darauf setzt, mit deutschen landwirtschaftlichen Produkten auf dem chinesischen Markt zu landen, halte ich für absurd, ebenso die Forcierung der Freihandelspolitik. Das habe ich auch so in meiner Predigt beim erwähnten Empfang gesagt. Und es steht schon in meinem Redekonzept für die Tierzüchter.

Weiter zitieren Sie mich mit dem Satz „Tiere haben keinen Gott und betteln nicht um Vergebung der Sünden“, und vermuten dann, ich meine das als eine „Aufwertung des Menschen und als Abwertung für Tiere “. Sie finden, dass so ein Denken „zu kurz“ ist. Richtig. Zu kurz ist auch Ihre Vermutung, denn es ist nicht mein Denken. Dass ich von etwas Anderem rede, nämlich nicht von Wertigkeiten, sondern von kategorialer Andersartigkeit von Tieren, die es zu respektieren gilt, könnten Sie erkennen, wenn Sie mich vollständig zitierten: „Sie betteln nicht um Vergebung der Sünden, höchstens um ein paar Streicheleinheiten. Sie wollen nicht in den Himmel kommen, weil ihnen die Erde genug ist. Der Wunsch, dass Tiere in den Himmel kommen, ist ein menschlicher Wunsch und rührt aus der menschlichen Liebe zu einem Tier.“ Sehen Sie, schon wieder laufen Sie durch das sperrangelweite Scheunentor. Ja, Sie haben Recht, es ist belanglos für Tiere, ob sie in den Himmel kommen, genau das sage ich doch. Ich spreche hier gegen Christen – es sind übrigens nicht nur Christen, die die Frage nach dem Hundehimmel stellen –  die Tiere für ihre spirituellen Bedürfnisse einspannen. Sie aber verkürzen meinen Text, um sich selbst das Stichwort für ironische Bemerkungen über „die Christen“ zu geben und mit einiger Schadenfreude die hohe Zahl der Kirchenaustritte zu nennen. Kann es sein, dass Sie selbst hier Opfer einer antikirchlichen Voreingenommenheit werden?

Im folgenden Absatz Ihres Briefes spießen Sie wiederum die Beschreibung meiner Kindheitswelt der sechziger Jahre in Westfalen auf, in der Tiere „geliebt und gegessen“ wurden. Sie beschimpfen dies als simplen und anmaßenden Pragmatismus. Noch einmal, sehr geehrte Frau Groß: es ist dies eine beschreibende Aussage einer vergangenen Welt und keine normative Aussage über meine eigene ethische Position. Wieder haben Sie völlig recht: kein vernünftiger Mensch wird abstreiten, dass Tiere leidensfähig sind und seelische Vorgänge erkennen lassen. Ich tue das auch nicht. Warum tun Sie so, als täte ich das?

Sie ziehen daraus die Schlussfolgerung, es gebe keinen grundsätzlichen, sondern einen graduellen Unterschied zwischen Mensch und Tier. So ist es. In dieser Hinsicht und bei manchen Tierarten. Und so ist es zugleich nicht. Es ist wichtig, in dieser Dialektik zu denken und sie immer wieder auszutarieren. Menschen, die die Unterschiedlichkeit zwischen Menschen und Tieren zu sehr ausblenden, haben die Neigung Tiere zu vermenschlichen und sie als Projektionsfläche für ihre Bedürfnisse zu missbrauchen, ich erinnere wieder an das Leiden der Millionen verzärtelten Haustiere und an perverse Züchtungen.

Danach kommen Sie auf „das große Weltproblem ‚Töten, um zu leben’“ und behaupten über den geistig weiter entwickelten Menschen: „Es ist ihm bewusst, dass auch der Salat und die Möhre ein Daseinsrecht besitzen, sonst wären sie ja nicht da.“ Im Umkehrschluss würde das bedeuten: Alles, was da ist, hat ein Daseinsrecht. Das kann man vom Mond aus vielleicht so sehen, und bei Salat und Möhre habe ich auch kein Problem mit der These. Aber was ist, wenn der Krebs da ist, lauter lebendige und wachstumsfreudige Zellen? Was ist, wenn die Mücke da ist, die Malaria überträgt? Der geistig noch weiter entwickelte Mensch wird die Behauptung „Alles, was da ist, hat ein Daseinsrecht“ nicht so glatt über die Lippen bringen. Denn es gibt nicht ein Recht, das sich einfach aus der Natur einer Sache oder aus der Natur eines Lebewesens ergibt. Recht ist immer der menschliche Diskurs darüber, wie man Interessen möglichst human zum Ausgleich bringt. Aber Sie sehen dieses Dilemma ja letztlich selbst in Ihren Ausführungen über die Notwendigkeit zu töten und die ethische Gratwanderung, die das bedeutet. Sie halten sich dabei gern an große Denker wie Tolstoi, der sagte „Solange es Schlachthäuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben.“ Ob der Umkehrschluss gilt, dass es keine Schlachtfelder mehr gibt, wenn es keine Schlachthäuser mehr gibt, ist fraglich. Hitler war Vegetarier.

Kommen wir zum „hohen Podest der von den Kirchen geförderten menschlichen Selbstverherrlichung“, auf dem Sie mich sehen – sei’s drum, auch wenn ich in der Kirchengeschichte eher die Förderung menschlicher Selbstverleugnung sehe. Jedenfalls finde ich Sie an dieser Stelle wirklich überaus unredlich. Sie behaupten, ich habe gesagt, „dass dem Menschen ein Lebensrecht zusteht und dem Tier nicht“. Das ist falsch. Ich habe folgendes gesagt: „Es gibt keine ungetrübte Harmonie zwischen Mensch und Tier. Menschen haben ein unbedingtes Lebensrecht, Tiere nicht.“ Das ist nichts Anderes als Sie selbst problematisiert haben in Ihren Ausführungen über Töten, um zu leben. Wenn Sie das Lebensrecht von Menschen und Tieren als identisch annehmen, müssten Sie – ich treibe es jetzt bewusst auf die Spitze – dieselben ethischen Überlegungen, die im Fernsehstück „Terror“ über das Lebensrecht angestellt wurden, auf die Situation übertragen, dass ein Sportflugzeug auf einen Hühnerstall fallen könnte. Würde jemand ernsthaft auf die Idee kommen, hier einen Konflikt aufzubauen, ob man um der Rettung der hundert Hühner willen einen Menschen abschießen müsste? Wenn Sie ein gleiches Lebensrecht annehmen, müsste es so sein.

Auch Sie werden Ihren Hund „selbstverständlich“ von der Zecke befreien, schreiben Sie. Sie handeln damit gegen die Natur. Damit nehmen Sie sich das Recht, über die Wertigkeit einzelner Tiere zu urteilen. Was ist der Maßstab für solch ein Urteil? Die Menschenähnlichkeit des jeweiligen Tieres? Seine Schönheit? Seine Ungefährlichkeit? Die Beziehung, die Sie persönlich zu diesem einzelnen Tier haben? Wenn Sie ethisch ein gleiches Lebensrecht von Menschen und Tieren annehmen, ergeben sich diese Fragen.

Ich finde es klarer, so ehrlich zu sein und zwischen einem unbedingten Lebensrecht des Menschen und einem bedingten des Tiers zu unterscheiden. Das sage ich als Theologin nach der Exegese der biblischen Texte und das sage ich als säkulare Anhängerin einer humanen Gesellschaft, die auf den Menschenrechten fußt. Sie möchten diese Differenzierung des Lebensrechts nicht aussprechen, wenden Sie aber sehr wohl praktisch an, wenn auch mit Mitleid. Am Ende ziehen Sie sich darauf zurück, dies sei nicht Ihre Entscheidung, sondern Einrichtung der Natur: „Für die Einrichtung der Natur sind wir Menschen nicht verantwortlich.“ Nein, das sind wir nicht, aber wir sind verantwortlich dafür, wie wir uns zu der Einrichtung der Natur verhalten und welches Recht wir einrichten, um die Einrichtungen der Natur zu bewahren und auch zu kontrollieren. Die Theologie blendet das nicht aus, sondern ein. Meine Andacht, die leider auf 4:30 Minuten begrenzt ist, also viel kürzer als Ihre Stellungnahme, hat versucht einige Schlaglichter darauf zu werfen. Es kann sein, dass ich in manchen Formulierungen missverständlich war oder zu wenig differenziert. Es ist unmöglich, ein Thema, das so viele Facetten hat, in dieser Zeit so zu behandeln, dass alles gesagt ist. Schmunzeln muss ich nun doch bei Ihrem Vorwurf „Wenn Sie schon Ethik und Religion so eng miteinander verknüpfen…“. Ist das etwas Verwerfliches in einer Sendung der Kirche? Oder meinen Sie Religion und Ethik hätten eigentlich gar nichts miteinander zu tun?

Ich wünsche mir von den Lesern unserer Korrespondenz, dass sie das Manuskript meiner Andacht lesen. Das ist mir wichtig, weil Sie meine Sätze teilweise falsch oder aus dem Kontext gerissen anführen. Das ist bedauerlich, weil es ja sein könnte, dass einige Ihrer Leser nicht genug Zeit haben sich meinen Beitrag anzuhören oder nachzulesen und Ihre Meinung über mich allein auf der Grundlage Ihrer Zitate bilden.  (Link zum Text und zur Audio-Datei)

Bei allem Dissens zwischen uns mag ich die Leidenschaft, mit der Sie sich für Tiere einsetzen. Denn anders als die schwächsten Menschen haben Tiere keine Stimme, mit der sie ihre Rechte verlangen können. Sie geben den Nutztieren eine solidarische Stimme, und die haben sie wahrhaft nötig in aller Qual, die sie erleiden, weil sie nicht mehr als Geschöpfe, sondern als Fleischwaren behandelt werden. Dafür wünsche ich Ihnen langen Atem und den Erfolg der kleinen Schritte. Vielleicht nützt unser kleiner Streit ja dazu.

Mit freundlichen Grüßen aus dem Münsterland
Pfarrerin Silke Niemeyer

Weitere Schreiben an Pastorin Niemeyer:

Herr Ulrich Dittmann an Pfarrerin Niemeyer:

Werte Frau Niemeyer,

über Internet ist mir auch das Schreiben von Frau Maria Groß (AgfaN e.V.)  an Sie zur Kenntnis gelangt. Die von Ihnen gehaltene Predigt habe ich nicht gehört, vermag so auch keine konkrete Stellungnahme dazu abzugeben. Nach meinen bisherigen Erfahrungen mit der Institution Amtskirche und ihren Repräsentanten, habe ich leider wenig Grund an den Ausführungen von Maria Groß Zweifel zu hegen. Abnicken von übelster Tierquälerei jeglicher Art durch die christlichen(!) Kirchen und  – neuerdings – auch kriecherisches Anbiedern an den Islam, ist leider traurige Realität. Es ist einfach nur noch abstoßend, wie zu Dummheit mutierte Naivität und Duckmäusertum christliche Nächstenliebe seitens der Kirche als “Toleranz” gepriesen wird…
Grundsätzlich artikulierte Kritik an dem unseligen Wirken der Amtskirche ist u.a. hier im Internet nachzulesen: „Die verratene Schöpfung“

Mit freundlichen Grüßen
Ulrich Dittmann / 19.10.2016

Pfarrerin Niemeyer an Herrn Dittmann:

Sehr geehrter Herr Dittmann,

woher kommt Ihre Freude am persönlichen Beleidigen? Und woher so viel Mut, sie auszustoßen in Unkenntnis dessen, was ich gesagt habe?
Dies zu Ihrer Kenntnis, obwohl ich sonst nicht auf solche gehässigen Mails reagiere.

Mit freundlichen Grüßen
Silke Niemeyer

Rückantwort von Herrn Dittmann an Pastorin Niemayer:

Sehr geehrte Frau Niemeyer,

haben Sie besten Dank für Ihr Schreiben. Aber Sie reflektieren hier  sophistisch vorwurfsvoll auf Auslassungen, die von mir gar nicht gemacht wurden! Bitte meine doch wahrlich kurze und übersichtlich verfaßte Mail nochmals genauer lesen!

Doch aufgrund Ihrer Anlage – das Ihre Predigt erhellende Schreiben an Frau Groß – muss ich nun doch noch etwas konkreter werden: Problem ist die Institution Amtskirche, die omnipotent ihre salbungsvoll dargebrachten anthropozentrischen Weisheiten wie vom Himmel gefallene Wahrheiten auf die edle Dornen-”Krone der Schöpfung” regnen lässt – und die andachtsvoll Lauschenden mit ihren märchenhaften Predigten den Verstand vernebelt.

Siehe  z.B. meine persönlichen Erfahrungen mit jagenden Pfarrern, oder auch Ihre vorliegende, gegenständliche Aussage : „Es gibt keine ungetrübte Harmonie zwischen Mensch und Tier. Menschen haben ein unbedingtes Lebensrecht, Tiere nicht.“ Wieso haben Tiere kein unbedingtes Lebensrecht – sondern offenbar nur die Pflicht die Bäuche der menschlichen Spezies zu füllen? Natürlich herrscht in der großen Natur Fressen und Gefressen werden. Aber der Mensch hat einen Kopf auf den Schultern, mit dem er präzise denken kann –  um genau diesen fatalen Kreislauf unterbrechen zu können. Und genau das macht auch das Menschsein aus – im Sinne Albert Schweitzers “Ehrfurcht vor ALLEM Leben” zu praktizieren.

Vielleicht erhellt ein wunderbares Zitat von Jeremy Bentham (1748-1832) doch noch Ihr Denken. Ich würde mich freuen.

“Wesentlich ist nicht die Zahl der Beine, die Behaarung, oder Farbe der Haut (…) Ein erwachsenes Pferd oder ein erwachsener Hund sind weitaus verständiger als ein Kind, das einen Tag, eine Woche, oder sogar einen Monat alt ist. Doch selbst wenn das nicht so wäre, was würde das ändern? Die Frage ist nicht, können sie denken oder sprechen, sondern – können sie leiden ?“

In diesem Sinne – freundliche Grüße!
Ulrich Dittmann / 20.10.2016

Nochmals Herr Dittmann als „Nachspeise“ zur obigen Antwort:

Werte Pfarrerin Niemeyer, pardon, dass ich Sie nochmals belästige! Aber ein Foto sagt oftmals mehr als 1000 Worte. Deshalb möchte ich Ihnen nachfolgendes Bild nicht vorenthalten.

Ein gutes Wochenende – und immer die richtigen(!) Worte zu Ihren Sonntagspredigten wünscht Ihnen
Ulrich Dittmann / 22.10.2016

Frau Martina Patterson an Pfarrerin Niemayer :

Sehr geehrte Frau Niemeyer,

dem Schreiben von Frau Groß schließen wir uns vollumfänglich an. Die Menschheit begeht tagtäglich solch unfassbare Grausamkeiten an unseren Mitgeschöpfen, eben weil sie sich, aus welchen Gründen auch immer, für die Krone der Schöpfung hält. Bei selbstkritischer Betrachtung muss man feststellen, dass unsere Spezies den größten Schaden an Menschen, Tieren und Umwelt anrichtet. Der „Freibrief“ der Kirche ist u. E. daran nicht ganz unschuldig.

Mit freundlichen Grüßen
Martina & Shawn Patterson, Zülpich

Und Martina Gerlach an diese Pastorin Niemeyer :

Guten Tag, Frau Niemeyer,

dem Schreiben von Frau Groß an Sie und der ergänzenden Ausführung von Swen und Martina Patterson schließe auch ich mich vollumfänglich an. Und ich ergänze noch: Gemessen an dem täglichen millionenfachen vorsätzlichen Verbrechen der Menschen an unseren leidensfähigen, tierlichen Mitgeschöpfen (täglich ermorden Menschen 123 Millionen Tiere war vor Jahren in einer Veröffentlichung zu lesen, es werden inzwischen noch mehr sein), die nicht weniger fühlend, nicht weniger schutzwürdig und lebensberechtigt sind, als wir Menschen für uns fordern, komme ich zwangsläufig zu dem Schluss, dass wirkliche Ethik und Religion sich gegenseitig ausschließen.

Dr. Schmidt, Arzt und Tierrechtler, sagte einmal: Ethik ist unteilbar! Albert Schweitzer sagte: »Ethik ist ins Grenzenlose erweiterte Verantwortung gegen alles, was lebt.« / »Ethisch ist der Mensch nur, wenn ihm das Leben als solches, das der Pflanze und des Tieres wie das des Menschen, heilig ist und er sich dem Leben, das in Not ist, helfend hingibt.« – Das ist Ethik.

Ich begriff irgendwann, viel zu spät wie viele andere auch, da wir alle es ja falsch vorgelebt bekamen. Leider erst seit über 25 Jahren gehöre ich deshalb zu den Menschen, die Tiere nicht zum Fressen gerne haben, denn ich habe begriffen, dass wir Menschen vor allem in der Pflicht den Tieren gegenüber stehen. Die Tiere wurden den Menschen anvertraut zu ihrem Schutz, nicht aber zu Nutz, Missbrauch, Qual, Terror, Vernichtung!

Tiere tun, was die Natur ihnen vorgab. Sie sind immer unschuldig! Die meisten Menschen tun das, was ihnen ihre Natur nicht vorgibt, einschließlich der Natur des menschlichen Körpers, der nicht dafür geschaffen ist, Tierleichenteile sowie Tierqualprodukte (Tiermilch/Tiermilcherzeugnisse/Eier) zu verkraften. Zum Schluss: Es ist bewiesen, dass Tiere denken. Mir war dies bereits klar, bevor ich über wissenschaftliche Beweise dazu lesen konnte. Aber dass Tiere denken, bedeutet auch, dass Tiere wissen, was Bestie Mensch ihnen antut. Sie wissen nur nicht warum. Woher sollen sie wissen, dass sie in der falschen Gestalt geboren wurden, in Gestalten von Spezies, die eine andere Spezies sich anmaßt, zu unterjochen, zu versklaven, zu missbrauchen, zu vernichten? Obwohl der menschlichen Spezies dies keineswegs zusteht!

Martina Gerlach

Quellen dieses Beitrags: Diverse Tierschutz-Newsletter und pro-iure-animalis.de

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11 Kommentare zu “Interessanter Briefwechsel

  1. Ein bischen blauäugig ist die Autorin Maria Groß schon, wenn Sie meint, mit rationalen Argumenten eine Theologin, deren Weltbild radikal speziesistisch ausgerichtet ist, überzeugen zu können. Wie man an der Reaktion der schreibgewandten Theologin sehen konnte, was voraus zu sehen war, schmetterte sie alles in altbekannter Demagogenmanier ab.

    Sollte man mit eingefleischten Feinden des Antispeziesismus überhaupt noch diskutieren? Ich meine, nein! Es ist zwecklos! Speziesisten sind die Feinde der Tiere und auch unsere Feinde und mit Feinden diskutiert man nicht, sondern man bekämpft sie!

    Das mußte auch Enver Hoxha in Albanien erkennen, der in den Anfangsjahren der fortschrittlichen Umgestaltung nach 1945 die Religionsgemeinschaften gewähren ließ. Auf Diskussionsbasis ließen sie sich nicht überzeugen, sondern sie nutzten die Freiheit und hetzten das Volk auf gegen die neue fortschrittliche Gesellschaftsordnung. Erst als 1967 durch die Ausrufung des atheistischen Staates Albanien und die Schließung der Kirchen und Moscheen, die Propagierung von Religion in der Öffentlichkeit verboten wurde, kehrte Ruhe ein und die Volksverdummung hörte auf.

    Davon sind wir weit entfernt, ganz im Gegenteil, den Religionsgemeinschaften werden Rundfunk-und Fernsehsendungen im Staatsrundfunk -und Staatsfernsehen eingeräumt, den Freidenkern z.B. nicht! Damit erweist sich die Bundesrepublik eindeutig als nicht säkular. Im Staatsrundfunk – und im Staatsfernsehen der DDR wurden den Kirchen keine Propagandasendungen eingeräumt, dort bestand eine Trennung zwischen Staat und Kirche.

    • Lieber Bernd Nowack,
      Sie haben vollkommen recht, mit diesen Kirchendienern kann und sollte man nicht diskutieren. Man muss sie bekämpfen. Die jährlichen Kirchenaustritte sprechen für sich, auch wenn viele nur wegen des Geldes austreten. Da helfen auch keine Werbekampagnen in den Medien. Nichts Anderes ist es, wenn man den Papst ständig vorgeführt bekommt, oder das Wort zum Sonntag gesprochen wird. Wieviele schauen dieses Wort zum Sonntag überhaupt noch an? Wahrscheinlich gehen die Meisten zur Toilette in dieser Zeit.
      Ekelerregendes Pack, sonst fällt mir hierzu nichts mehr ein.

      • Liebe Elke und lieber Bernd,
        natürlich habt ihr keineswegs unrecht damit, dass solcherlei Diskussionen und Wortgefechte mit speziesistisch verseuchten Kirchenvertretern meistens ins Leere laufen und somit nutz – und sinnlos bleiben. Wie aber wollen wir gegen den Speziesismus ankämpfen und diesen aus der Welt schaffen, wenn wir die kritische Auseinandersetzung mit speziesistisch denkenden und handelnden Menschen scheuen? Wollen wir diesen tierfeindlichen Typen, die sich für die „Krone der Schöpfung“ halten, etwa unsere Faust ins Gesicht hämmern? Wäre das etwa sinnvoller und würde uns dies auch nur einen einzigen Schritt voran – und weiterbringen?

        Nein, ganz gewiss nicht! Und mag diese Pastorin Niemeyer trotz der vielen erhaltenen und grossartigen Emails und Gegenargumente, die da in ihr Postfach geflattert sind, auch weiterhin dieser Pest des Speziesismus das Wort reden und huldigend zu Füßen liegen: Dies ist und bleibt einzig und allein ihr Problem, was aber nichts daran ändert, dass ich derartige Gegen-Reaktionen auf kirchliches Geschwätz in Morgenandachten und auch im „Wort zum Sonntag“ als gut, wichtig und auch als notwendig erachte, denn gäbe es solcherlei kritische Gegenstimmen nicht – oh weh und au weia – dann würden noch mehr Menschen der religiösen Verblödung anheimfallen und die religiösen Schwätzer umsomehr auf den Köpfen leicht – und dummgläubiger Menschen herumtanzen und diese mit ihrer speziesistischen Ideologie noch mehr vergiften.

        Kurzum: Ob dieses Diskutieren mit dieser Pastorin nun absolut sinnlos oder weniger sinnlos ist, das ist für mich nicht der ausschlaggebende Punkt, denn die Emails, die sie von verschiedenen Tierschützern und Antispeziesisten erhalten hat, werden ja nicht nur von dieser Pfarrerin gelesen, sondern dank des Internets erreichen diese großartigen Statements von Tierschützern eine Dimension, die doch letztlich nur gut, richtig und begrüßenswert angesichts unseres gemeinsamen Kampfes gegen jegliches speziesistische Denken ist und sein kann. Und von diesem Blickwinkel aus betrachtet ist dieser interessante Briefwechsel zwischen Tierschützern und jener Pastorin ganz gewiss nicht völlig sinnlos, sondern dank des Internets können und müssen sich angesichts einer sich derartig immer mehr verbreitenden Diskussion nicht nur eine Pastorin, sondern eine ganze Menge von Menschen mit der Frage auseinandersetzen, ob sie nach wie vor unverbesserliche Speziesisten bleiben wollen oder stattdessen bereit und willig sind, in ihrem bisherigen Denken und Handeln erhebliche und notwendige „Korrekturen“ vornehmen zu wollen.

        Und sorry bitte, jedoch ich glaube nicht, dass eine Frau Groß, eine Frau Gerlach, eine Frau Patterson, ein Herr Dittmann und viele andere „blauäugig“ sind, sondern all diese Menschen wissen sehr wohl, wen sie hinsichtlich einer Pfarrerin vor sich haben. Und dieser Pfarrerin eine oder gar mehrere Emails zu schreiben, dies heisst in erster Linie nicht, davon zu träumen, die Denkweise dieser Kirchenvertreterin eventuell erschüttern zu können, sondern wohl eher, einer solchen Speziesistin einmal gehörig mit unwiderlegbaren Fakten die Meinung zu geigen. Und ich fresse einen Besen, wenn sie in einer ihrer nächsten Morgenandachten nicht zumindest ein klein wenig mehr als bisher darauf bedacht sein sollte, ihre Worte und Aussagen betreffs der geschundenen Tierwelt etwas besser und gründlicher abzuwägen.
        Liebe Grüsse – Wolfgang

  2. Lieber Wolfgang,
    ich wundere mich über das niedere intellektuelle Niveau, auch die Unlogik und Schizophrenie, die diese Heilsverkünder immer begleitet, so wie es diese Pastorin beispielhaft demonstriert. Tierfeindlicher, anmaßender und speziesistischer geht es nicht.

    Ich ziehe jetzt mal ziemlich willkürlich aus den unzähligen Stellen, wo man als nicht Kirchenverseuchter dieser Pastorin widersprechen muss. Ich kann nur dazu sagen: EKELHAFT!

    „Ihre bemerkenswerte Verkündigung, dass dem Menschen ein Lebensrecht zusteht und dem Tier nicht, ist doch vom hohen Podest der von den Kirchen geförderten menschlichen Selbstverherrlichung aus gesprochen. Was Sie zur Tierethik bemerken – nämlich dass sie „vom Standpunkt des Menschen aus“ denkt (von welchem anderen Standpunkt aus soll ein Mensch eigentlich denken?) – betreiben Sie selber in hohem Maße. Die scheinbar objektiven Wahrheiten, die Sie verkünden – z.B. dass man Tiere töten und essen darf, Punktum – beruhen auf Ihren eigenen kindlichen Erinnerungen. Wenn das nicht „vom Standpunkt des Menschen aus“ gedacht ist!“
    Von Maria Groß

    Finde ich auch gut.
    „Es ist bewiesen, dass Tiere denken. Mir war dies bereits klar, bevor ich über wissenschaftliche Beweise dazu lesen konnte. Aber dass Tiere denken, bedeutet auch, dass Tiere wissen, was Bestie Mensch ihnen antut. Sie wissen nur nicht warum. Woher sollen sie wissen, dass sie in der falschen Gestalt geboren wurden, in Gestalten von Spezies, die eine andere Spezies sich anmaßt, zu unterjochen, zu versklaven, zu missbrauchen, zu vernichten? Obwohl der menschlichen Spezies dies keineswegs zusteht!“
    Von Martina Gerlach.

    Liebe Grüße – Hubert

  3. Diese Pastorin sollte sich ein Beispiel an dem Pastor Dr. Seidel in Dortmund nehmen, der
    regelmäßig Gottesdienste mit Segnungen für Tiere veranstaltet. Er sagt auch, es ist eine
    Pflicht für Christen vegetarisch zu leben.

    • https://www.evangelisch.de/inhalte/120909/11-04-2015/tiere-segnen-ist-das-evangelisch#comments-list:

      „Normalerweise kommen Menschen zu Heinrich Bedford-Strohm, damit er sie segnet. Manchmal sind es aber auch ein Ochse, drei Kälber, fünf Schafe, zwei Esel und mehrere Hühner. Zusammen mit dem katholischen Stiftsprobst Günther Mandl feierte der Ratsvorsitzende der EKD und bayrische Landesbischof am 22. März den ökumenischen Gottesdienst zur Bauernwallfahrt im bayrischen Altötting. Dort legte er auch Tieren die Hand auf.

      Segen Gottes gilt vor allem den Menschen“

      Die Kälber würden wohl gern darauf verzichten von einem Pfaffen „gesegnet“ zu werden. Was bilden sich diese Kirchenleute eigentlich ein, daß sie sich das Recht heraus nehmen „Segnungen“ auszusprechen. Sie meinen tatsächlich, sie wären von Gott dazu kraft ihres Amtes zu berufen. Sieht der Segen bei den Kälbern so aus, daß sie anschließend zum Schlachter gefahren werden? Dagegen sagen die Herren Bischöfe in ihren Reden nichts, nein sie veranstalten sogar Messen für Jäger, Hubertusmessen! Die Ansichten eines Pastors Seidel sind leider seine Privatmeinung und nicht Meinung der Kirchen.

      Öffentlichkeitswirksame „Segnungen“ von Tieren sind nur Augenwischerei um Tierfreunden unter den Gläubigen Sand in die Augen zu streuen.

      Die Kirchen in den USA segneten auch die schwarzen Negersklaven bei Gottesdiensten. Anschließend schwiegen sie, ja hießen es gut, wenn die Sklaven von ihren Besitzern wieder mit der Peitsche auf die Felder zur Sklavenarbeit getrieben wurden oder auf dem Sklavenmarkt verkauft wurden.

      • da wir Tierrechtler eine Minderheit sind, sind die Aktionen die AKUT regelmäßig veranstaltet, sehr wohl willkommen. Zum Beispiel das „Glauberger-
        Schuld-Bekenntnis, unterzeichnet von einigen Hundert Pfarrer/innen-Theologen – Pfarrer Holger Janke aus Hamburg der von PETA zum tierfreund-
        lichsten Pfarrer gewählt wurde – Beschluss der Ev,-Luth.Landessynode
        Sachsens : „kein Segen für Tierleid“- Pfarrer Eugen Drewermann ein großartiger Tierschützer : befreit die Tiere aus der religiösen Schmuddelecke.
        Alle diese religiöse Pfarrer engagieren sich und dazu gehört Mut, zumal sie
        von ihren Vorgesetzen gerügt werden und aus der Kirche austreten mußten
        wie Pfarrerin Christa Blanke und Eugen Drewermann der von der Kirche
        ausgeschlossen wurde.
        Natürlich haben die Tiere keinen Nutzen von einer Segnung. Trotzdem sind
        Kritiken nicht fair. Wer seine Frömmigkeit im Sinne des Tierschutzes umsetzt
        sollte auch bei uns willkommen sein, so auch unsere „Siraganda“, die eine
        großartige Tierschützerin ist!.

      • Werter Herr Oldenburg,
        selbstverständlich gibt es auch Pfarrer und Christenmenschen, deren Herz und Seele über das schreckliche Leid und Elend der von uns Menschen arg drangsalierten Tiere ebenso blutet wie das unsrige. Andererseits widerum ist die grosse Mehrheit der Christen – im Gegensatz zu den leider nur wenigen tierliebenden Christen – an dieser Notwendigkeit, welche wir TIERSCHUTZ nennen, traurigerweise nur schrecklich wenig interessiert. Und was die von Ihnen genannten Ausnahmen betrifft, so lassen Sie mich bitte festhalten, dass ich solcherlei christliche Mitstreiter für unsere Sache ganz sicherlich nicht weniger schätze und respektiere, wie das allen Anschein nach auch bei Ihnen der Fall sein dürfte. Vor solchen Christen ziehe ich dann aber nicht etwa deswegen meinen Hut, weil sie Christen sind und einen imaginären Gott anbeten, sondern einzig und allein deswegen, weil sie ein mitfühlendes Herz mit Tieren haben und deren Engagement für ein besseres und würdevolleres Leben der Tiere somit auch keineswegs weniger zählt als das meinige und auch das vieler anderer Tierschützer.

        Und wenn Sie in meinem Blog mal etwas herumstöbern, dann werden Sie in diesem auch Beiträge von den Animals Angels (Christa Blanke), von Eugen Drewermann und anderen gläubigen Tierschützern finden, womit letztlich deutlich wird, dass ich deren Plädoyer´s für die Rechte der Tiere und auch deren Empathie für notleidende Tiere durchaus zu schätzen weiss.

        Ich habe also keinerlei Probleme mit gläubigen Tierfreunden und Tierschützern, insofern diese ihren Glauben möglichst für sich behalten und mich mit ihren religiösen Phantasien und Träumereien weder behelligen noch belästigen, denn den Glauben an einen liebenden und barmherzigen Gott habe ich leider schon längst aus meinen Gehirnwindungen entsorgt und zum Fenster hinausgeworfen. Mag ein jeder Mensch glauben, was er auch immer glauben möchte oder womit seine grauen Gehirnzellen verseucht und vollgestopft wurden: Ich glaube weder an den lieben Gott noch an den lieben Weihnachtsmann, jedoch wenn gläubige Menschen sich für Tiere einsetzen, dann achte ich diese als Tierfreunde und Tierschützer nicht einen Deut weniger als nichtgläubige Tierfreunde und Tierschützer.

        Was in diesem Falle jedoch jene Pastorin Niemayer mit ihrer Morgenandacht zum diesjährigen Welttierschuztag betrifft, so muss ich meine obige Aussage allerdings umgehend revidieren, denn wer meint und predigt, dass nur wir Menschen ein unbedingtes Lebensrecht hätten und Tiere nicht und das wir Menschen getrost auch weiterhin gewissenlos Fleisch essen dürften – und mit solcherlei Verkündigungen dem Fleischgenuss sowie auch dem Speziesismus in seiner höchsten Potenz das Wort redet – ein solcher Christenmensch ist dann leider alles andere als ein grossartiger Tierschützer und hat sich letztlich als Freund der Tiere disqualifiziert.

        Letztlich schreiben Sie noch: „Wer seine Frömmigkeit im Sinne des Tierschutzes umsetzt, sollte auch bei uns willkommen sein“, womit Sie selbstverständlich nicht unrecht haben. Im Zusammenhang mit jenen von einem anderen Kommentator kritisierten Segnungen von Tieren stellt sich allerdings die Frage, ob allein mit der Segnung eines Tieres dem erforderlichen Tierschutz und dem Ringen um ein würdevolleres und besseres Leben der Tiere schon Genüge getan ist, was ich leider zu bezweifeln wage. Sie schreiben ja auch selbst, dass die Tiere von diesen Segnungen keinen Nutzen haben und somit wäre doch den Tieren bedeutend mehr geholfen, wenn statt solcher Segnungen innerhalb der Kirche endlich mehr und mehr jeglicher Anthropozentrismus und auch Speziesismus von seinem arroganten Thron gestoßen und endlich zu Tode gekreuzigt werden würde.

        Und was die von Ihnen geschätzte Siraganda betrifft: Sie haben recht, denn über jeden Zweifel erhaben ist sie eine hervorragend gute Tierschützerin, die mir deswegen in ihrer Eigenschaft als stark mitfühlende Beschützerin der Tiere in meinem Blog auch immer sehr willkommen war. Leider lese ich sozusagen zwischen ihren diesbezüglichen Zeilen eine gewisse und an mich adressierte Kritik heraus, als ob ich Siraganda aus meinem Blog hinausgeworfen hätte. Oh nein, werter Herr Oldenburg, denn diese Annahme entspricht nun leider ganz und gar nicht den Fakten, denn die Wahrheit ist und bleibt nämlich jene, dass es Siraganda war, die sich dafür entschied, mit meinem Blog nichts mehr zu tun haben zu wollen und diesen – wie schon einige Zeit zuvor einmal geschehen – erneut in den Müll zu werfen. Es war einzig und allein Siragandas Entscheidung, sich aus meinem Blog auf Nimmerwiedersehen davonzustehlen, da ihr entweder der Teufel oder auch der liebe Herrgott höchstpersönlich eines Tages ins Ohr flüsterte, es sei nunmehr dringend notwendig, mir aufgrund meiner religionskritischen Positionen fortan mit Hass und Verachtung zu begegnen und dementsprechend eben auch meinem Tierschutzblog eine weitere Mitarbeit verweigern und verwehren zu müssen.
        Also nochmals zu Ihrer Info: Siraganda hat sich aus meinem Blog selbst ausgeklinkt und was das Willkommensein in diesem Tierschutzblog betrifft, so ist selbstverständlich jeder ernsthafte Tierschützer und wahrhaft echte Tierfreund auch mein Freund und somit herzlich willkommen, jedoch Propagandisten für fragwürdige Religionen, tierfeindliche Zweibeiner sowie auch Agitatoren für politische Strömungen, die nicht meinen Überzeugungen entsprechen, sind letztlich und höchstwahrscheinlich besser beraten, meinen Blog zu ignorieren bzw. diesen umgehend auf den Mond zu schießen.

        Mit lieben und freundlichen Grüssen an Sie –
        Ihr W. Herrmann

  4. @Manfred Oldenburg

    Werter Herr Oldenburg!

    War meine Frage zu indiskret? Es scheint so, denn sonst würden Sie antworten. Ich wundere mich immer wieder, daß viele User unbedingt anonym ihre Meinung posten wollen, ja nicht entdeckt werden wollen. Mein Ding ist das nicht! Auch finde ich es unhöflich auf eine höfliche Frage nicht zu antworten. Mit derartigen Usern macht der Gedankenaustausch im Netz wahrlich keinen Spaß!

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