Berührende Worte eines Tierheimhundes

Entdeckt und gefunden auf der Facebookseite von Tierschützerin Marie Bettina Schneider:

Liebe Adoptivmama,

heute bin ich gestorben. Es war nicht schmerzhaft, keine Sorge. Ich war nur einsam. Aber weil ich so daran gewöhnt war, allein zu sein, fühlte sich Sterben vertraut und warm an, auch wenn niemand bei mir war.

Ich habe so viele Jahre in meinem Zwinger verbracht, ich lernte, ihn zu lieben. Es war der einzige Ort, an dem ich mich jemals sicher fühlte. Ich nehme an, ich hatte einfach Pech. Ich habe mich nie gefragt, warum ausgerechnet ich immer Pech hatte und andere nicht. Es ist nun einmal so.

Liebe Adoptivmama, ich möchte nicht, dass Du Dich schlecht fühlst. Ich hätte mir nur gewünscht, Du hättest gewusst, dass es mich gibt. Ich hätte mir gewünscht, dass Du nicht den flauschigen kleinen Welpen vom Züchter ausgesucht hättest, als Du nach einem Freund suchtest. Ich wünschte, jemand hätte Dir einen Hinweis gegeben. Ich wünschte, Du hättest meinen Zwinger vor Jahren besucht und mich als deinen Freund ausgewählt, anstatt des reinrassigen Welpen.

Ich wünsche Du hättest gewusst, dass ich das immer getan hätte, als Du einen Hund wolltest, der begeistert mit dem Schwanz wedelt, wenn Du nach Hause kommst. Ich wünschte Du hättest gewusst, dass ich da so gerne gelegen hätte, als Du nach einem Hund suchtest, der zu deinen Füßen liegt, wenn Du auf der Couch faulenzt.

Ich wünschte, Du hättest gewusst, dass ich mit Freude dabei gewesen wäre, als Du einen Hund wolltest, der dich beim Biken auf die höchsten Berge begleitet.

Ich wünschte, Du hättest gewusst, dass ich so gewesen wäre, wie Du mich wolltest.

Liebe Adoptivmama, es ist nicht deine Schuld. Ich weiß, da draußen gab es nur eine Mama für mich und die warst Du. Wir haben uns nur nie getroffen. Vielleicht, weil es so viele wie mich gibt und so wenige wie Dich. Eine Mama sollte wissen, wo sie suchen muß aber manchmal macht auch sie Fehler. Ich hätte mir nur so sehr gewünscht, Du hättest es besser gewusst.

Liebe Adoptivmama, es muss Dir nicht leid tun. Sei nicht traurig. Ich glaube, als ich letzte Nacht für immer einschlief, habe ich Dich im Traum gesehen.

Du kamst zu meinem Zwinger, hast die Türe geöffnet und bist mit mir spazieren gegangen. Dann sind wir im Auto zusammen nachhause gefahren und ich lag mit weit offenen Augen in meinem Bett, damit ich Dich immerzu ansehen konnte.

Ich weiß, wie Du aussiehst, ich weiß, wie Du riechst, ich kenne den Klang deiner Stimme und die Farbe deiner Haare. Von mir hast Du das nie kennengelernt. Aber das ist OK. Ich bin nicht so besonders wie Du. Ich bin nur ein Hund. Dein Hund.

Liebe Adoptivmama, es tut mir leid, wenn ich Dir nie sagen konnte, wo Du mich findest. Ich dachte, Du wüsstest es. Ich bin glücklich gestorben. Als ich versuchte aufzuwachen, hörte ich, wie Deine Stimme meinen Namen rief und es war die schönste Stimme, die ich jemals hörte.

Auf Wiedersehen!
Der Hund, den Du nicht adoptiert hast.

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14 Kommentare zu “Berührende Worte eines Tierheimhundes

  1. Hat dies auf hubwen rebloggt und kommentierte:
    So mancher liebe Tierheimhund bleibt wohl ewig im Tierheim, weil Menschen nicht genauer hinschauen, oder nur einen „schönen“, jungen Hund wollen. Traurig so ein Schicksal eines Hundes, die ja alle liebenswert sind.

  2. Hat dies auf Blickpunkt – Die Freiheit des Denkens rebloggt und kommentierte:
    Auch aus meinen ganz persönlichen Erfahrungen, liebe zukünftige Hundebesitzer… Vergesst die Tierheimhunde nicht, ihr werdet staunen welche Schätze ihr dort findet könnt!
    Warum sagen Menschen so oft Tierheimhunde sind Problemhunde?? Das ist einfach nicht die Wahrheit!! Das Problem hatte zwei Beine und hat den Hund nur dort abgeben, es ist unfair IHM dafür die Schuld zu geben und hinter Gittern zu vergessen. Zeigt, dass ihr fair seid, ein Herz ♥ habt und gebt solchen Tieren eine Chance! Sie werden es euch danken ♥
    Ich danke euch dafür ♥

    • Lieber Jan,
      vielen Dank an Dich für Deine Wortmeldung, mit der Du mir sehr aus meinem Herzen sprichst. Ich persönlich habe zurückschauend immer nur die treuesten und dankbarsten Begleiter und Gefährten auf vier Pfoten aus Tierheimen adoptiert und kann Deine Worte deswegen nur bestätigen und ganz fett unterstreichen. Auch auf meine jetzige und abermals aus einem Tierheim adoptierte Hündin Nicky trifft genau das zu, was Du sagst, denn sie ist und bleibt mein größter Schatz und irgendwelche „Problemhunde“ gibt es nicht, sondern es gibt immer nur problematische Zweibeiner, die letztlich das eine oder andere Problem verursacht und verschuldet haben. Und solange es Tierheime gibt und deren verstoßene und meist von verantwortungslos handelnden Tierhaltern achtlos weggeworfene Insassen sich nach einem liebevollen Zuhause sehnen, solange ist und bleibt es für mich eine schändliche Tat, wenn sich sogenannte „Tierfreunde“ lieber einen Hund bei einem Züchter besorgen – statt sich über das Schicksal eines Tierheimhundes zu erbarmen.
      Mit lieben Grüssen an Dich – Wolfgang

      • Ja Wolfgang das kann ich voll unterstreichen! Wir hatten mittlerweile zehn Hunde (ca vier immer gleichzeitig), davon kommen alle bis auf einen aus dem Tierheim oder vom Tierschutz und ich hatte sooo wahnsinnig tolle Hunde, wovon ich keinen vergessen werde und keiner machte Probleme. Es waren Hunde dabei, die abgegeben wurden, weil sie sooo problematisch gewesen sein sollen und die in Wirklichkeit sooo total problemlos waren, dass ich sage: Menschen, wenn ihr mit DIESEM Hund nicht klar gekommen seid, BITTE verzichtet doch künftig ganz auf Hunde!!

      • Hallo Jan, auf Deinem Avatar-Bildchen blickt mir – wenn ich mich nicht täusche – etwas Weibliches entgegen und Dein Name „Jan“ klingt mir hingegen als etwas „Männliches“ in meinen Ohren. Ich weiß also nicht so recht (und auf Deinem Blog wird man hierüber leider auch nicht aufgeklärt), wie ich Dich ansprechen soll und falls meine gebrauchte Anrede falsch sein sollte, so entschuldige bitte und korrigiere mich dementsprechend.

        Will Dir lediglich nur mitteilen, dass Deine Erfahrungen mit vermeintlichen „Problemhunden“ aus Tierheimen auch die meinigen sind. Als ich meinen zweiten Hund aus einem Tierheim adoptierte, wurde ich vom Tierheimleiter höchstpersönlich vorgewarnt, dass dieser Hund namens Teddy – der mich bei meiner Stippvisite durchs Tierheim mit traurigen Augen anschaute und den ich daher auch umgehend in mein Herz geschlossen hatte – ein sehr agressiver und daher auch sehr problematischer Hund sein würde, denn wegen seines stets agressiven Verhaltens sei er ja letztlich auch von seiner Halterin im Tierheim abgegeben (= entsorgt) worden. Aber ich hatte mich schon längst entschieden, obwohl ich, wenn es mir möglich gewesen wäre, am liebsten gleich alle Hunde mit zu mir nach Hause genommen hätte.

        Kurzum: Vom ersten Tag an beschenkte mich dieser Teddy nur mit Freude und bereitete mir persönlich niemals irgendein Problem oder auch nur ein kleines Problemchen. Das einzige Problem, was ich mit ihm hatte, war jenes, das er nur ungern ihm fremde Personen an mich und auch an meinen damaligen Ford Fiesta heranließ. Das gleiche galt auch für die Wohnung, sobald Leute, die ihm nicht vertraut genug waren, diese zu betreten gedachten. Und davon einmal abgesehen: Ein ganz lieber und wunderbar grossartiger Hund! Auf Schritt und Tritt wurde ich von ihm behütet, bewacht und beschützt, was letztlich ein Beleg dafür ist, wie unendlich dankbar solch ein Tierheimhund ist, sobald man sich seiner angenommen hat und ihm alle Fürsorge und Liebe widmet, die er verdient und die wir Menschen alltäglich auch allen anderen notleidenden und hilfsbedürftigen Tieren schuldig sind.
        Liebe Grüsse – Wolfgang

      • Ja solche Fälle habe ich leider öfter gehört Wolfgang…
        Ich bin weiblich 🙂 JanJan ist sozusagen eine Koseform meines Namens 😉

  3. Hat dies auf Mensch & Tier im Jetzt & Hier rebloggt und kommentierte:
    Wer jemals einem Hund oder einem anderem Tier mit Bedachtsamkeit in die Augen geschaut hat, ihn mit sanfter Hand über den Kopf und den Nacken gestreichelt hat, ihm seine Hand zum Beschnuppern gereicht hat… wird DIESEN Beitrag verstehen. Leider kann ich nicht die ganze (Tier-) Welt retten, auch wenn ich es unheimlich gerne tun würde … aber ich kann trotzdem Geborgenheit und Zuneigung geben, verschenken… und von Tieren kommt sie in ehrlicher und reicher Dankbarkeit zurück.

  4. klingt nun vllt blöd
    doch dieser hund is tod besser dran
    nen hund in nen zwinger sperren
    JAAA
    manchmal muß es halt sein
    wir zweibeiner haben nunmal ab und an aufgaben
    die wir ohne hunde / tiere erledigen müssen
    doch danach gehts auf hunderunde
    das is man den viechern einfach schuldig
    ja gut ich muß denn ab und an mal auf ne stunde schönheitsschlaf verzichten
    aber heee ICH kann mir das locker leisten
    tiere sind viiiel schlimmer alswie kinder
    sie brauchen mehr aufmerksamkeit
    doch sie sind keine kinder die man mal eben beim nachbarn oder babysitter abgibt
    als hund is man ein rudeltier und hat in diesem rudel gewisse aufgaben
    zu erfüllen
    eindringlinge wie hundesitter werden da nur schwer akzeptiert
    denn sie riechen und handeln anders wie das herrchen/frauchen-alphatier
    “ sitz “ mach ich wenn herrchen das sagt
    wenn das hundesitter sowas sagt
    reagier ich da garnich
    schließlich lass ich mich nich von jedem vollquatschen
    freilich sind wir tolle begleiter
    doch wir suchen uns aus mit wem wir mitgehen
    gruß bella 🙂 und ronny

    • Du hast völlig recht mit Deiner Vermutung, denn Dein Kommentar klingt tatsächlich sehr „blöd“ und zeugt m.E. auch nicht von sonderlich großer Tierliebe, wenn Du schreibst, dieser Hund wäre als toter Hund besser d´ran. Meinst Du damit den Hund auf dem von mir eingefügten Foto, weil dieser in einem Zwinger eingesperrt ist? Nein, nicht angesichts seines Todes wäre solch ein Hund besser dran, sondern vielmehr dann, wenn so viele Leute sich ihren Hund von keinem Züchter besorgen würden, sondern sich stattdessen eines Tierheimhundes annehmen und erbarmen würden. Oder meinst Du etwa, für alle Tierheimhunde dieser Welt wäre es viel besser tot zu sein als in einem Tierheim dahinvegetieren und auf ein neues und liebevolles Zuhause warten zu müssen? Und wenn es Deiner Ansicht nach für einen Hund hinter Gittern besser ist, lieber tot zu sein, warum schreibst Du dann, manchmal müsse es halt auch so sein, Hunde einsperren zu müssen?

      Und wenn ich in Deinem Kommentar lese “ …. das is man den viechern einfach schuldig ….“, dann zeugt auch dieser Satz von keiner allzusehr grossen Tierliebe, denn welch ein wirklicher Tierfreund kommt schon auf den Gedanken, seine tierischen Freunde als „Viecher“ abzustempeln? Und noch etwas: Tiere sind auch keineswegs „viiiel schlimmer“ als Kinder, sondern Kinder sowie auch Haus – und Heimtiere bedürfen gleichermaßen der jeweils erforderlichen Aufmerksamkeit, Zuwendung und Fürsorge und falls diese Erfordernisse zu wünschen übrig lassen, dann kann ein Kind ebenso zu einem Stressfaktor werden wie ein vernachlässigter Hund.
      LG – Wolfgang

      • Wolfgang, Du solltest „gnädiger“ mit „ronnytauchenmitBella“ sein, denn es scheint mir bei dem Kommentator der Fall zu sein, daß er nicht meint was er schreibt. Das zeigt sich auch an seiner holprigen Rechtschreibung. Also entweder ist er ein Ausländer der gerade deutsch lernt, darauf läßt z.B. das Wort „tod“ statt „tot“ schließen („doch dieser hund is tod besser dran“) oder er ist ein jugendlicher Scherzbold, der Nonsens liebt und daher weder Punkt noch Komma kennt, der es liebt Leute zu verulken!

        Bin ich im Unrecht ronnytauchenmitBella?

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