Waschbären-Fallenlehrgang für interessierte Bürger?

Ein bereits schon älterer Artikel (letztlich eine Aufforderung) der Zeitung Osthessen News „Waschbären im Vogelsbergkreis -Fallenlehrgang für interessierte Bürger“,  ist absolut der Gipfel der Brutalität, der Grausamkeit, der Gefühlskälte, der Herzlosigkeit, der Unmenschlichkeit = der BARBAREI.

„Interessierte Bürger“ werden von der Zeitungsredaktion aufgefordert, einen Fallenlehrgang zu absolvieren damit sie als Jagdhelfer fungieren können. Und danach „Im Sinne einer notwendigen Regulierung dieser Tierarten wurden und werden die Revierinhaber gebeten, die „Fallensteller“ zu unterstützen und die armen Waschbären einfach kaltblutig zu töten. UNFASSBAR!! Wirklich nicht mehr zu toppen!!

Leserzuschrift des Tierschützers Harald von Fehr an diese Zeitung:

Werte Damen und Herren Journalisten,

was für Menschen sind das eigentlich, die als Journalisten glauben, die Welt mit Informationen versorgen zu müssen und hierbei einer blutrünstigen Tiermassenmörderbrut zuarbeiten, deren einziges Trachten es ist, Tiere, die sie als Konkurrenten bzw. als Störer ihres blutigen Treibens sehen, mit allen Mitteln zu bekämpfen! Das Schlimmste dabei ist, daß sich diese mordende Spezies sogar noch als „Naturschützer“ sieht!

Über das Internet  erhielten wir Kenntnis von einem Aufruf der „Osthessen News“ vom 18.08.2016 unter dem Slogan „Waschbären im Vogelsbergkreis – Fallenlehrgang für interessierte Bürger!“ Über diese Pressemeldung  waren wir mehr als geschockt! Verkündet doch damit eine Zeitung, die „Osthessen News“, daß Jäger bei Ihr ein Sprachrohr für ihre tier – und naturfeindliche Vorgehensweise gefunden haben und eine der tier – und naturverachtendsten Vernichtungen von tierischem Leben, die Fallenjagd, als Provokation unter die Leser bringen. Da die Einstellung  solch noch steinzeitlich denkender Lusttöter keinesfalls so stehen bleiben kann – stellt sie doch für naiv denkende Menschen eine Gebrauchsanweisung zum Töten unschuldiger Tiere dar – erwarten wir von Ihnen, daß Sie Ihren Aufruf betreffs Ihrer Pressemeldung vom 18.08.2016, schnellstens revidieren.

Beim Lesen Ihrer Veröffentlichung müssen wir uns ernsthaft fragen, mit was für Monstern wir uns eigentlich die Erde teilen müssen. Gesunde Menschen können es nicht sein, die einen solchen Haß gegen unschuldige Tiere beflügelt. Jäger, die so wie früher für ihre Familie sorgten, können es auch nicht sein, denn sogar diese hatten noch Respekt vor anderen Lebewesen, die sie nicht des Nahrungserwerbs wegen jagten. Was also sind es für Wesen, die angeblich die Natur schützen wollen und dabei alles in ihr vernichten? Was haben solchen Menschen die Waschbären, Marderhunde, Füchse, Marder, Rabenartige und andere Prädatoren getan?

Woher kommt dieser beispiellose Haß auf solch unschuldige Lebewesen, die im Naturkreislauf als unverzichtbare Regulatoren weiter nichts tun, als sich zu ernähren und fortzupflanzen um ihre Art zu erhalten. Jäger behaupten zwar zu regulieren – sind dazu jedoch überhaupt nicht in der Lage. Es kann also nur die Geisteskrankheit sein, die bereits Altpräsident Teodor Heuss den Jägern und deren unstillbarem Tötungsdrang zugeordnet hat, die solche Leute zu Monstern macht.

Was tun wir Menschen auf diesem Erdball – in dieser Natur?

Wir Menschen geben uns die allergrößte Mühe aus der Erde einen Schrott- und Abfallplaneten zu machen. Und was wir von den wunderbaren Gaben der Natur nicht rücksichtslos ausnützen, wird mit der Schußwaffe vernichtet oder mit Fallen gefangen, um anschließend erschlagen zu werden! Das ist dann Naturschutz pur !!!

Vielleicht könnten Sie sich, die Damen und Herren Journalisten, noch dazu animieren lassen, den folgenden Text der Vollständigkeit halber ebenfalls noch mit zu verwenden. Er würde unsere Leser über die tatsächlichen Bedingungen in unserer Natur aufklären, sie sicher nicht dümmer machen: Die Jagd auf Waschbären, Marderhunde, Fuchs und Co. ist mit nichts zu begründen! Wenn man das alles aufzählen wollte, was Jäger vor die Flinte bekommen oder in barbarischen Fallen fangen, wäre es eine immens lange Liste, von jagdbaren und nichtjagdbaren Tieren, Haustieren und Menschen mit eingeschlossen.

So wurden allein nur in Hessen in der vergangenen “Jagdsaison“ 2014/2015 von Jägern nicht „nur“ 102.036 Rehe, 1.837 Stck. Damwild, 6.143 Stck. Rotwild, 51.424 Wildschweine, 461 Mufflons, 5.539 Feldhasen und 12.936 Kaninchen erlegt, nein auch unsinnigerweise 26.383 Waschbären, 49 Marderhunde, 38.155 Füchse, 4.579 Dachse, 11.093 Stockenten, 9.927 Ringeltauben, 18.833 Rabenkrähen und 7.009 Elstern getötet.

Bereits bei dieser Aufzählung wird die Widersinnigkeit des Verhaltens deutscher Jäger zur Gewißheit. Da brüsten sie sich damit, daß sie Hunderte Mufflons abgeschossen, verschweigen jedoch, daß sie selbst diese Tiere ins Land gebracht, um ein breiteres „Beutespektrum“ zu haben. Ebenso verhält es sich mit dem sogenannten „Jagdfasan“. Erst durch die unsinnigen Abschüsse von heimischen Beutegreifern erhielten Waschbär und Marderhund die Chance sich hier anzusiedeln. Freigewordene Fuchsreviere durch den Abschuß werden schnell durch einwandernde evtl. kranke Füchse bzw. Marderhunde besetzt. Der sogenannte „erhebliche Schaden“, den Waschbären anrichten, wie ihn das Agrarministerium bezeichnet, läßt sich leider überwiegend lediglich nach vertilgten Schnecken und anderem Kleingetier beziffern. Wirklich nachgewiesene Schäden kann auch das Hessische Ministerium nicht vorweisen. Waschbären und Marderhunde jetzt mit der Falle bekämpfen zu wollen, ist wohl das Perfideste, was sich Menschen einfallen lassen können. Doch Jäger sind nun mal perfide, wie immer wieder festzustellen ist.

Wildbiologische Gutachten haben durch jahrelange Forschungsarbeit ergeben, daß weder Füchse noch Rabenkrähen und Elstern am Niedergang von Bodenbrütern (Gelegeraub bei Vögeln findet in der Bevölkerung stets Gehör) maßgeblichen Anteil haben – doch behauptet wird es immer wieder. Fazit: Jeglicher Abschuß von Beutegreifern ist mit nichts zu rechtfertigen. An den jährlich kaum zu bewältigenden Populationen der Feldmaus erkennt bereits der Laie, daß hier etwas aus dem Lot läuft. Wenn dann diese Bestände durch barbarisch wirkende Gifte reduziert werden, die so ganz nebenbei auch andere teils strenggeschützte Wildtiere mit in den Tod reisen, wird der Unsinn des Beutegreiferabschusses, bei denen die Feldmaus ganz oben auf der Speisekarte stehen, offensichtlich. Auch daß die Populationen von Wildschweinen erst durch den Eingriff von ihnen so immens ansteigen, verschweigen die Jäger. Ebenso propagieren sie nicht, daß deutschlandweit jährlich über 5 Millionen Wildtiere durch ihre Hand sterben. Die etwa 300.000 Hauskatzen und 40.000 Hunde sowie jährlich etwa 40 Menschen, die ihr Leben durch Jäger verlieren, nur am Rande erwähnt.

Es wäre folglich für unsere Tier – und Umwelt der größte Segen, würde die Jagd, das Überbleibsel einer längst verstrichenen Zeitepoche, ganz abgeschafft und die Natur, wie  bereits in Habitaten wie in der Schweiz, in Nord – und Mittelitalien sich selbst überlassen würde. Es gäbe keine Populationsprobleme  und ebensowenig Verbißschäden in unseren Wäldern. Doch solange es noch jagdgeile Politiker und jägerfreundliche Journalisten gibt, werden wir wohl noch mit den hausgemachten „Naturproblemen“ konfrontiert werden. Jäger sowie sämtliche Medien, werden auch den Menschen noch lange vorgaukeln, daß es sie geben muß, um regulierend in unserer ausgeräumten Kulturlandschaft einzugreifen.

Die Jagd als ein Relikt aus der Zeit der Menschwerdung,  wird wohl noch so lange Bestand haben, solange es Menschen gibt, deren größte Lust es ist, andere Lebewesen zu töten.

Im Namen der Tierschutz-Union und aller Menschen,
denen unsere Natur, die Tiere und auch ihre Mitmenschen noch etwas bedeuten.

Mit freundlichen Grüßen
Harald von Fehr, Kooperationsleiter der Tierschutz-Union

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