Massive Tierschutzverletzungen bei Bauern-Chefs

Foto: ariwa.org

Die Tierschutzorganisation „Animal Rights Watch“ erhebt schwere Vorwürfe gegen führende Bauernfunktionäre in Deutschland: In ihren heimischen Ställen soll es zu massiven Tierschutzverletzungen gekommen sein.

Eine Schubberbürste für den Schweinehintern, ein bisschen Stroh zum Knabbern gegen die Langeweile, Strohbänder und Picksteine für gestresstes Geflügel. Was die Landwirte nicht alles tun, damit es ihren Schweinen, Rindern, Hühnern und Puten in der industriellen Tierhaltung angeblich „gut“ gehen soll. Tierwohl-Initiative nennt sich das Ganze. Und der Bauernverband selbst wird nicht müde zu betonen, wie wichtig Tierwohl in deutschen Ställen ist. Und dass man da ja eine Vorbildfunktion habe – weltweit.

Was für eine Lachnummer – allein, das Lachen bleibt einem im Hals stecken. Die jetzt veröffentlichten Bilder im Fernsehen, aufgenommen in Ställen von Bauern-Chefs, machen sprachlos und wütend. Bilder von Schweinen mit riesigen Wunden am After, hustende Tiere, Tiere mit vereiterten Augen. Sprachlos und wütend, weil sie nicht sogenannten schwarzen Schafen in der Branche gehören, sondern Befürwortern der modernen Tierhaltung!

Nein, es geht Schweinen, Rindern und Geflügel in der industriellen Tierhaltung überhaupt nicht gut – auch nicht mit Schubberbürste -, sondern es geht ihnen massenhaft schlecht! Hier wird Tierleid in Kauf genommen zugunsten der Billigfleisch-Produktion. Tier – und Umweltschützer und Verbraucherorganisationen werden nicht müde, Kritik an diesem System zu üben. Doch alle Kritik der Massentierhaltungsgegner prallt immer wieder ab – nicht nur an den Scheunentoren des Bauernverbandes, sondern auch bei Fleischkonsumenten und all jenen Typen, für die Tiere „doch nur Tiere“ sind.

Die Undercover-Aufnahmen von den Ariwa-Aktivisten zeigen und belegen in der ARD-Panorama-Sendung vom 22.09.2016 massive Tierschutzverstöße von führenden Agrar-Funktionären :


Und Dr. Ernst Walter Henrich schreibt auf provegan.info über einen aktuellen Artikel im SPIEGEL: „Die Trauer der Schweine“:
Ein guter Bericht, der überraschend schonungslos das Versagen von Politik und Bauern aufzeigt: „Tierwohl ist in aller Munde. Doch was wir essen, stammt oft von kranken Rindern, Schweinen, Puten und Hühnern. Die Politik kennt die Zustände – und verweigert die längst überfällige Wende in der Nutztierhaltung.“

„Eine Auswertung von 50.000 Schweinen im Jahr 2004 ergab, dass 81 Prozent der Schlachtschweine aus konventioneller Haltung und 76 Prozent aus Ökohaltung pathologische Befunde aufwiesen.“ Mehr als Dreiviertel aller Tiere waren schon 2004 krank. Da die Tierhaltung in den letzten Jahren immer brutaler wurde, kann man erahnen, wie krank die Tiere heute sind!

Der Artikel liefert auch eine interessante Info über die „leckere“ Milch: Jede Menge Kühe leiden an Euterentzündungen mit massenhaft Eiter in der Milch. Und was passiert mit dieser Milch? Sie wird einfach zu der anderen Milch gekippt. Die Grenzwerte von Eiter in Milch sind ja äusserst komfortabel.

Leider stellt der Artikel das ganze System der Tierausbeutung nicht in Frage, obwohl ganz klar ist, dass man Tiere niemals tiergerecht ausbeuten und ermorden kann. Auch vermeintlich gute Biohaltung kann nicht eine ernsthafte Lösung sein, wenn über Dreiviertel der Tiere krank werden. Zudem bleibt die Frage, was der Konsum von Tierprodukten überhaupt soll, wenn die wissenschaftlichen Nachweise über die gesundheitlichen Risiken von Tierprodukten mehr als erdrückend sind!


Auf Hubert´s Blog wird diese Hölle für Tiere folgendermaßen zum Ausdruck gebracht:

Wir Menschen haben den Luxus, es schon als Hölle zu bezeichnen, wenn uns irgendwelche Artgenossen draußen vor der Haustür nicht passen. Für die überwiegende Mehrheit unserer Mitbürger jedoch wäre dieser Luxus das Paradies. Sie leben abseits von uns Privilegierten und sind in ihrem „Haus“ eingesperrt, das für sie kein Ort der Ruhe oder Zuflucht ist, sondern ihre Hölle – mit dem Segen des Gesetzes, mitten in Deutschland. Aus diesen Häusern werden jede Nacht über zwei Millionen Deutsche aus dem Schlaf gerissen, verschleppt und umgebracht – 750 Millionen im Jahr. Die meisten sehen wir nicht. Sie werden in Lagern versteckt und verbringen ihr Dasein in Enge und Monotonie. Die allermeisten von ihnen verlassen nur einmal ihre Haustür und sehen nur einmal in ihrem Leben die Sonne, nämlich auf dem Transport in den Schlachthof. Aber nur wenigen Menschen gehen diese Verbrechen unter die Haut, denn für die grosse Masse der Gleichgültigen und Empathielosen handelt es sich doch „nur“ um Tiere.

Video: ARIWA – Lobby für Tierqual:

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5 Kommentare zu “Massive Tierschutzverletzungen bei Bauern-Chefs

  1. Widerliches Pack, diese Bauernfunktionäre!

    Jede Prostituierte verdient ehrlicher und moralischer ihr Geld als Bauern die Tiere halten! Auch wenn die Tiere „gut“ gehalten werden, dienen sie doch dazu ausgebeutet zu werden, zum Gelderwerb der Bauern. Dies ist schon höchst unmoralisch, verbrecherisch hingegen sind die Bauern die ihre Tiere so halten wie sie diese Bauernfunktionäre halten.

    Man kann nur ausspeien vor diesen Menschen! In den Gefängnissen sitzen tausende Menschen wegen Banalitäten, diese müßten sofort entlassen werden und diejenigen die solche Mißstände zu verantworten haben, gehören hinter Gitter! Doch stattdessen sitzen sie noch, wie dieser eine Bauernfunktionär, im Bundestag (CDU). Der deutsche Michl wählt auch noch so eine Partei? Eine Schande ist das!

  2. Man sollte diese Menschen selbst in diese Gatter einsperren, ich schäme mich für die Menschheit, diese wird immer Geldgieriger und kann den Hals nicht schnell genug voll bekommen, schämt Euch.

  3. Warum sollte es in den Ställen der Agrarfunktionäre anders aussehen als in all den anderen Tier-KZ? Verbrecherische Menschen, die Lebewesen zu Waren degradieren, denen ist das Tier-„Wohl“ völlig egal. Aber die Worthülse „Tierwohl“ nutzen sie gerne, um das schlechte Gewissen der desinteressierten karnivorische Masse zu beruhigen.
    Solange man daran verdient, ist ein Lebewesen zweitrangig. Mit diesem Beitrag wurde die Fleischindustrie und deren oberste Liga wieder einmal geoutet. Und wieder einmal wird es nur wenige Menschen interessieren….. Interessanter sind dagegen die vielen Koch-Shows.

    Einen interessanten Beitrag sah ich kürzlich im Fernsehen. Dabei ging es um biologische Land- bzw. Milchwirtschaft. Ein Bauernpaar hielt einige Milchkühe, denen es offenbar wirklich gut ging. Das Paar hat die „Bio“ – Milch selbst verkauft, aber es war wohl ein nicht besonders einträgliches Geschäft. Sie liebten die Landwirtschaft (und ihre Kühe) und wollten umweltverträglich Milch produzieren.
    Als es dann aber wieder einmal soweit war, dass eine Kuh ein Kälbchen gebahr, konnte dieses Baby nicht groß gezogen werden. Es wurde ja auch nur gezeugt, damit Mutti Milch liefert. Als das Kälbchen abgeholt wurde, flossen bei der Bäuerin die Tränen. Sie wußte nicht genau wohin das Kälbchen gebracht wurde, sagte sie, aber wohl wußte sie, was ihm geschieht.
    Bei aller Liebe……. ist dass „Tierwohl“?? Das ist genauso eine inkonsequente Heuchelei.

  4. Lieber Michael!
    Daß die Menschen Milch in so großen Massen trinken, ist sowieso eine Perversität, denn Milch ist eindeutig nur für Säuglinge gedacht, egal ob Mensch oder Tier. Die meisten Asiaten und auch viele Europäer vertragen sogar keine Milch, die ist von der Natur als Nahrung gar nicht für ausgewachsene Tiere oder Menschen vorgesehen. Und fast alle Frauen die ein Kind gebären haben selber Milch. Milch müßte vom Markt genommen werden oder als Anfang der Liter 5 Euro kosten und dafür Mandelmilch der Liter 1 Euro. Wäre alles machbar, wenn man nur wollte. Beim Tabak macht es die Regierung doch auch, verteuert jedes Jahr die Tabakwaren, ohne daß sich Widerstand regt.

    • Ja Bernd, …. und du schreibst völlig richtig: Wäre alles machbar, wenn man nur wollte. Aber man will ja nicht, solange man an der belogenen Masse verdienen kann. Nach dem Motto – was nicht passt wird passend gemacht, wurde die Milch „von Laktose befreit“ damit sie auch Menschen trinken können, deren Magen Kuhmilch auf Grund des natürlichen Abwehrverhaltens nicht verträgt.
      Dass Milch kein für Menschen gemachtes Nahrungsmittel ist, habe ich auf Grund der Logik schon früh erkannt. Eine interessantes Buch hierzu war damals „fit for life“ . Meines Erachtens ein Vorreiter der vegetarischen Bewegung für Otto-Normalverbraucher.
      LG

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