Ruhe in Frieden, Lorenzo!

Am Samstag, dem 09.Juli, hatte ein Stierkampf in Spanien ein „trauriges“ Ende gefunden: Der 29-jährige Torero Víctor Barrio verletzte sich im Kampf mit einem Stier tödlich. Aus meiner Sicht ein selbstgewähltes Schicksal und ich verstehe nicht, wie man mit zu Tode gekommenen Tierquälern und Toreros auch nur das geringste Mitleid haben kann. Hierzu ein sehr guter und aufschlussreicher Kommentar von der Bloggerin und Tierschutz-Aktivistin Bettina Marie Schneider auf huffingtonpost.de zum Tod dieses Stierkämpfers in der Arena:

Die Nachricht über den erst 29 Jahre alten Torero, der bei einem Stierkampf so schwer verletzt wurde, dass er starb, macht mich sehr betroffen und ich trauere aufrichtig.

Ich trauere jedoch um den Stier Lorenzo. Denn er war von Anfang an der Verlierer bei diesem unfairen „Kampf“, der keiner war. Er wurde, wie unzählige Stiere, Opfer brutalster Tierquälerei, deren einziger Zweck darin besteht, die blutrünstigen und verrohten Zuschauer zu unterhalten.

Ich weiß nicht, was man ihm angetan hat, nachdem er sich verzweifelt gegen seine Peiniger und die schrecklichen Schmerzen gewehrt hat, die man ihm während des Kampfes zufügte, aber ich weiß, was ihm vor dem Kampf widerfahren ist. Gemessen an dem, was ihm Menschen an Qualen zufügten, ist jeder Tod eine Gnade.

Stiere werden bereits vor dem Kampf gefoltert, um sie für das Spektakel vorzubereiten. Zwei oder drei Tage vor dem Kampf sperrt man den Stier in einen abgedunkelten Raum, damit er die räumliche und zeitliche Orientierung verliert. Man gibt ihm starke Abführmittel um seinen Körper zu dehydrieren und ihm Kraft und Ausdauer zu nehmen. Bis zu ihrem „Auftritt“ in der Arena werden die Tiere systematisch „demontiert“.

Oft bringt man am Bauch und an der Innenseite der Oberschenkel stark ätzende Substanzen an, damit sich die Tiere nicht mehr hinlegen und ruhen können.

Dem an einem Gestell fixierten Stier wird Zeitungspapier, das mit einer Flüssigkeit getränkt ist, tief in die Ohrmuscheln geschoben. Das hat höllische Schmerzen zur Folge und bewirkt, dass er später in der Arena annähernd taub ist. Zusätzlich reibt man ihm Vaseline oder Pfefferspray in die Augen, so dass er fast blind ist und nicht reagieren kann, wenn ein Picador von hinten an ihn heranreitet.

Um die Atmung zu erschweren verstopft man ihm die Nüstern mit Baumwollfetzen. Zum Abschluss der „Vorbereitung“ auf den Kampf, treibt man noch Nadeln in die Genitalien, um das von Natur aus viel zu friedliche Tier komplett in die Raserei zu treiben. Erst jetzt ist der Stier bereit, geschwächt und aggressiv genug für das beliebte Spektakel, das von der jubelnden Menge begleitet wird.

Daher sind meine Gedanken und Segenswünsche bei Lorenzo, dem Stier. Er war das einzige Opfer bei diesem Zwischenfall. Ruhe in Frieden, Lorenzo…ein Frieden, den Dir die Menschen nicht gewährt haben. Meine Kerze brennt für Dich!

Bettina Marie Schneider


Stierkampfschulen in Spanien: Hier lernen schon Neunjährige, dem Stier den Todesstoß zu versetzen

Daniel ist erst zehn – und trotzdem übt er schon in einer spanischen Stierkampfschule, wie er als Torero in der Arena einem Stier den Todesstoß versetzen kann.

In der größten Stierkampfschule in Madrid trainieren 50 Kinder und Jugendliche für ihren großen Traum: Einmal Torero zu werden! Der Jüngste ist gerade mal neun Jahre alt – er wird noch fünf Jahre warten müssen, bis er das erste Mal einen Stier töten wird, so will es das Gesetz.

Der 15-jährige Juan hat diesen Moment schon hinter sich. 15 Stiere hat er bereits schon „erlegt“ und ihnen Schwanz und Ohren als Trophäen abgeschnitten. „Ich glaube nicht, dass der Stier leidet, sagt er. Wenn man zum Beispiel einen Hund tritt, rennt der weg. Der Bulle aber greift immer wieder den Torero an. Das zeigt doch, dass es ihm gefällt.“

Bei solch einer lustmörderischen Erziehung zu einem „heldenhaften Torero“ wundert es mich letztlich auch keineswegs, wenn beim „Üben“ in der Arena auch diese Adepten von einem Stier überrannt und lebensgefährlich verletzt werden, wie es im nachfolgenden Video zu sehen ist:

Und nachfolgendes Video zeigt auf, dass der so genannte „Kampfstier“ ein friedliches Tier und keineswegs eine aggressive und gefährliche Bestie ist, wie es die Stierkampfanhänger behaupten, um ihr schreckliches Spektakel zu rechtfertigen. Wir sehen einen jungen Stier, der mit der Flasche aufgezogen wurde und mit seinem Freund Christophe eine friedfertige Beziehung pflegt. Christophe zieht mit seinem Freund Fadjen durch Frankreich, um die scheinheiligen Behauptungen der Stierkampflobby Lügen zu strafen.

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4 Kommentare zu “Ruhe in Frieden, Lorenzo!

  1. Hat dies auf hubwen rebloggt und kommentierte:
    Es ist eine große Niedertracht einen Stier vor dem unfairen „Kampf“ so zu bearbeiten, dass der Torero meist leichtes Spiel hat um den Stier zu töten. In Wahrheit sind diese „Stierkämpfer“ die größten Feiglinge und Schurken, wo es mich freut, wenn so ein „Nichtswertiger“ dabei den Tod findet – leider viel zu selten. Es ist kaum zu glauben, dass man im 21. Jahrhundert noch in manchen südlichen Ländern solchen barbarischen und tierquälerischen Abmurksen von Stieren frönt. Kein Urlaub in Spanien!

    • Stimme dir absolut zu.
      Ich glaube, dass auch sadistische Impulse der Wunsch einem so starken Tier überlegen zu sein eine große Rolle spielen, bei dieser äußerst unfairen Veranstaltung.
      Gäbe es keine Zuschauer mehr, die sich an den Leiden des Stiers aufgeilen, wäre diese Marter längst beendet.

  2. „Der kleine stolze Held hatte Glück“ – mit diesen widerlichen Worten kommentierte der deutsche Sprecher das Video!!!

    „Held“!!!

    Man stelle sich diese Wortwahl vor!

  3. Erfreuliche deutsche Kommentare zu dem Video mit dem 12jährigen Torero-Widerling:

    Nur der deutsche Sprecher ist ein minderwertiger Mensch, indem er von einem „kleinen stolzen Held“ redet und keinerlei Abscheu vor dieser Tierquälerei zeigt. Leider ist nicht ersichtlich von welchem Schandsender dieses Video stammt. Ein Boykott dieses Senders wäre dringend erforderlich.

    Ein paar der dortigen Kommentare:

    Ich hoffe mit „Held“ ist der STIER mit gemeint !!!
    Und kein anderer.

    Mehr als verdient. Wer Tiere aus Spass qualvoll tötet, muss dieses allein aus Gerechtigkeit selber mal erleben. Das schlimmste sind aber immer noch die Zuschauer, die sich das aus Vergnügen angucken. Verreckt doch alle elendiglich.

    …kleiner stolzer Held…eine perversere Beschreibung ist kaum möglich.
    Tot allen Tierquälern und Sympathisanten!!

    Ist scheiß egal. Ich würde den Eltern den Schmerz gönnen, ihren Sohn zu verlieren. 12 hin oder her, solche Untergestalten gehören aufgespießt.

    … schade, dass dieses geisteskranke Kind keine schwerwiegenden Verletzungen davongetragen hat und weiter Kälber mit angezüchtetem langen Hals, extra kurzen Beinen und keinesfalls aggressiv, töten wird!!!! Vor einem richtigen Stier würde sich jeder „Torero“ verstecken!!! Pfui Teufel ihr elenden Kreaturen!

    Er hatte Glück ? Schade schade, schade das er das hatte ! Dreckspack

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