Indien – Land zwischen Armut und Aufbruch

Die Dokumentation „Indien – Land zwischen Armut und Aufbruch“ wurde am heutigen Vormittag im WDR-Fernsehen ausgestrahlt und betreffs dieser Sendung nachfolgend ein Statement von Tierfreund Bernd Nowack:

Indien ist das Land, wo es weltweit die meisten Milliardäre und Millionäre gibt (Ich dachte immer, dies wären die USA!), wo aber jeder 3. Bewohner unter der Armutsgrenze lebt, bzw. nicht lebt, sondern nach ein paar Jahren krepiert. In dieser Sendung kam klar heraus, daß es in jedem anderen Land auf Grund derartig grenzenloser Ungerechtigkeit schon längst eine Revolte oder eine Revolution gegeben hätte.

Dies wird aber in Indien einzig und allein durch die Religion, dem Hinduismus, verhindert, der die Menschen voll im Griff hat und sie daran hindert, all die vorherrschende Ungerechtigkeit zu überwinden. Widerlich diese Religion, welche die Menschen dahingehend manipuliert, dass sie sich lieber mit ihrem Schicksal abfinden statt dagegen aufzubegehren. Welch ein Gegensatz: Während einerseits Menschen auf den Straßen an Hunger sterben, bauen und errichten andererseits die Hare-Krishnas neue prunkvolle Tempel gigantischen Ausmaßes.

Siehe hier: „Das ist der Tempel des aufgehenden Mondes“

Aber durch diese widerliche und menschenverdummende Religion müssen nicht nur die Mehrzahl der Menschen in Indien leiden, sondern auch unzählig viele Tiere – und besonders die Millionen von Zug – und Lasttieren. Diese sind ganz unten im System angesiedelt, noch unter den Menschen der untersten Kasten und werden bis aufs Blut ausgebeutet, siehe: „Missbrauch von Arbeitstieren in Indien“ auf veganblog.de

Wer die hinduistische Religion propagiert, macht sich mitschuldig am Leid der Menschen und Tiere in Indien. Wir können froh sein, in Europa die Aufklärung unter Ludwig XV. gehabt zu haben, der die Macht der Religion zurückdrängte. Aber wir müssen auch wachsam sein, daß diese Aufklärung nicht wieder von vordrängenden Religionen zunichte gemacht wird. Hierbei ist vor allem der Islam derzeit am gefährlichsten, aber auch der Hinduismus versuchte sich bereits schon einmal in Europa breit zu machen, ist aber zum Glück nicht mehr so sehr auf dem Vormarsch, wie es z. Bsp. in den 1970er Jahren der Fall war, wo es unter gelangweilten und nicht arbeitenden Bourgeois chic war, sich indischen Gurus anzuschließen (Bhagwan oder Hare-Krishna-Bewegung). Diese religiöse Bewegung diente dem Ziel, besonders die Jugend von der antikapitalistischen 68er Bewegung abzuhalten und umzuleiten, denn die 68er Bewegung war eine emanzipatorische, währenddessen der hinduistische Vorstoß nach Europa und den USA ein zutiefst menschen-und tierfeindlich rückschrittlicher Vorstoß war.

Anmerkung vom Blogbetreiber:

Besonders wichtig und aufschlussreich im nachfolgenden Video ist das Gespräch am Ende dieser Sendung ab Minute 52:40, wo u.a. gesagt wird, dass eine Revolte  gegen die vorherrschende Armut und Ungerechtigkeit für viele Hindus letztlich mit einer Revolte gegen den eigenen hinduistischen Glauben gleichzusetzen wäre.

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7 Kommentare zu “Indien – Land zwischen Armut und Aufbruch

  1. Die sogenannten Heiligen Kühe in Indien werden unter erbärmlichsten Bedingungen ohne Essen und Wasser nach Bangladesch transportiert, wo sie zu Tode gequält werden für die Lederindustrie. Ein Hindu darf nur selber nicht Hand an die Tiere legen, wenn es ein Anderer für ihn macht, ist es ihm meistens egal.

    • Elke: „Ein Hindu darf nur selber nicht Hand an die Tiere legen, wenn es ein Anderer für ihn macht, ist es ihm meistens egal.“

      Das habe ich bisher auch noch nicht gewusst und somit ist auch jenes „Ahimsa“ – eines der wichtigsten Prinzipien im Hinduismus – sehr fragwürdig, denn was bedeutet in solcherlei Fällen die gepredigte Gewaltlosigkeit gegenüber Tieren, solange es einem Hindu egal ist, wenn andere die Drecksarbeit erledigen?
      Vielen Dank für Deinen Kommentar!
      LG – Wolfgang

  2. Lieber Wolfgang,
    von den erbärmlichen Missständen und Quälereien von Kühen in der Lederindustrie habe ich auch schon bei PETA gelesen.
    Das Kastensystem im Hinduismus ist auch extrem ungerecht und bestreitet, dass alle Menschen von Geburt aus gleich sind. Die Kaste der „Unberührbaren“, den Menschen ganz unten in der Hierarchie der Kastenordnung, werden von den Höhergestellten wie Aussätzige behandelt.

    Hier ein Auszug aus Wissen.de

    Das indische Kastensystem
    Die Hierarchie des Seins

    Das Kastensystem im Hinduismus ist begleitet von der Anschauung, dass alle Lebewesen in dieser in ständigem Entstehen und Vergehen begriffenen Welt eine Hierarchie des Seins bilden, die bei den Pflanzen beginnt und bei den höchsten Göttern endet. Die Menschheit wiederum als das Mittelstück in dieser Hierarchie zerfällt in zahlreiche Klassen, als deren oberste die Hindukasten gelten. Die Kastenzugehörigkeit beruht nicht auf Zufall oder dem unerforschlichen Willen eines Gottes, sondern ist gemäß den Lehren vom Kreislauf von Geburt, Tod und Wiedergeburt der individuellen Seele (Samsara) und von der Wirkung des Karmagesetzes durch die sittliche Weltordnung (Dharma) bedingt. Das Kastensystem im Hinduismus ist unterteilt in vier Kasten: Brahmanen (sie studieren die heiligen Schriften der Veden), Kshatriyas (Kriegerkaste), Vaishyas (Kaste der Händler und Hirten) und Shudras (dienende Kaste). Diese vier Kasten teilen sich noch in hunderte von Jatis auf; sie stellen die soziale und familiäre Dimension im Kastensystem der Hinduisten dar.

    http://www.wissen.de/kastensystem-im-hinduismus

    Oder hier auch noch einiges zu Gandhis Haltung zum Hinduismus.

    http://www.zeit.de/2014/40/arundhati-roy-indien-gandhi-kastensystem

    Liebe Grüße an Dich – Hubert

    • Ein ganz wichtiger Link in Deinem Kommentar (http://www.zeit.de/2014/40/arundhati-roy-indien-gandhi-kastensystem), lieber Hubert von Wenzl, der Gandhi die heuchlerische Maske vom Gesicht reißt und ihn als das entlarvt was er war: ein religiöser Erzreaktionär, der verhinderte, daß in Indien ein säkularer Staat ohne Kastensystem und Ausbeutung entstehen konnte, wie das sein großer Gegenspieler Ambedkar wollte. Die Amerikaner befürchteten, daß Indien kommunistisch werden könnte und sie unterstützten Gandhi und diffamierten Ambedkar, dessen Bild noch immer bei armen Leuten hängt, während Gandhi-Bilder nur bei Reicheren zu finden sind.

      Aus Deinem Link:

      „Als Ambedkar seine Polemik gegen das Kastensystem veröffentlichte, schrieb Gandhi einen Essay, in dem er die idealen Qualitäten beschrieb, die die Kaste der Latrinen-Arbeiter haben solle. Er glaubte, dass es ihre göttliche Pflicht sei, anderer Leute Exkremente wegzuschaffen, dass sie das für den Rest ihres Lebens tun und nie daran denken sollten, mit ihrer Arbeit „Profit anzuhäufen“.

      „Gandhis Doktrin der Gewaltlosigkeit ruht auf einem Fundament von dauernder, brutaler, extremer Gewalt – denn das ist das Kastensystem. Es kann ohne die Androhung und Anwendung von Gewalt nicht aufrechterhalten werden.“

      • @Bernd Nowack
        Ja vor Gandhi habe ich keinen Respekt mehr, seit mir diese Einzelheiten bekannt sind, dass er das Kastensystem unterstüzt hat und auf der Seite der Reichen war.

        Aus demselben Link geht auch folgendes hervor
        Er schrieb mit einem schockierenden Ausmaß von Verachtung über schwarze Afrikaner, indische Leibeigene, Unberührbare, Arbeiter und Frauen. Die längste Zeit seiner 20 Jahre in Südafrika hat er damit verbracht, um die Freundschaft des weißen Regimes zu werben, bis hin zur Erklärung, er wünsche sich eine „imperiale Brüderschaft“ mit den Briten.
        http://www.zeit.de/2014/40/arundhati-roy-indien-gandhi-kastensystem

        Ja lieber Herr Bernd Nowack, diese angeblich als Fast- oder Ganz-Heilige verehrten wie Gandhi oder auch Mutter Teresa.
        (Den Todgeweihten wurden Schmerzmittel und Medikamente verweigert – http://www.theologe.de/mutter-teresa.htm ) fällt der Glanz ab, wenn man nur ein bisschen bohrt.

        Weiters führte Frau Arundhati Roy an,

        Man kann nicht einmal sagen, dass er eben „ein Mann seiner Zeit“ gewesen sei, denn unter seinen Zeitgenossen, sowohl in Indien als auch anderswo auf der Welt, gab es Leute wie Ambedkar oder Jyotiba Phule, die viel fortschrittlicher waren. Gandhi ist ohnehin niemand, zu dem ich mich automatisch hingezogen gefühlt habe; ich habe keine besondere Liebe zu Frömmigkeit und Reinheit – Dingen, von denen er besessen war. Es fällt sogar schwer, ihn als gutartigen Spinner abzutun. Es ist da etwas viel Bösartigeres am Werk. Es geht nicht bloß um gewaltfreien Widerstand, Ejakulationsverzicht, Ziegenmilch und selbst gesponnene Baumwolle.

        Es sieht eben ganz anders unter der Oberfläche aus, wenn man genauer nachforscht und nicht nur der offiziellen Seite Glauben schenkt.

  3. Volle Zustimmung, lieber Hubert von Wenzl!

    Treffend formuliert zur Charakterisierung Gandhis:

    „Es fällt sogar schwer, ihn als gutartigen Spinner abzutun. Es ist da etwas viel Bösartigeres am Werk.“

    Auch mit Deiner Einschätzung der „Mutter“ Theresa bin ich mit Dir unis! Eine fürchterliche Frau, die Todgeweihten Schmerzmittel verweigerte um sie an den Schmerzen Christi teil haben zu lassen. Sie ist tatsächlich von der katholischen Kirche heilig gesprochen worden. Sowohl Gandhi, wie auch Theresa, wurden von der Propaganda als Gutmenschen hoch gejubelt, weil sie gut ins antifortschrittliche Konzept der Kapitalisten paßten.

  4. Korrektur zu meinem Posting vom 22.8.: Teresa war am 22.8. noch nicht heilig gesprochen worden, sondern dies passiert heute!

    Heute wird in Rom „Mutter“ Teresa heilig gesprochen. 100.000 Gläubige werden dazu erwartet. Dem Vatikan gefällt an Teresa, daß sie sich nie um die Ursachen der Armut gekümmert hat, gesellschaftliche Veränderungen lehnte sie ab. Und was eine ganz üble Sache ist, sie bezeichnete Leiden und Schmerzen als ein Geschenk Gottes. Darum verweigerte sie auch Schwerkranken und Sterbenden schmerzstillende Mittel. Sie selber aber flog in die USA, ließ sich dort in einem der teuersten Krankenhäuser bestens betreuen, auch mit ausreichend Schmerzmitteln. Und so eine Type wird von Rom heilig gesprochen?

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