Ist Vegetarismus ein Antinatalismus?

Je mehr Vegetarier es gibt, desto weniger Tiere werden gezüchtet, geboren, gemästet und dorthin transportiert, wo man sie schlachtet. Was würde nun passieren, wenn alle Menschen Vegetarier wären? Bestimmte Tierrassen wie das Hausschwein stürben aus. Aus dieser Konstellation lässt sich folgender Vorwurf gegen Vegetarier erheben:

Ihr seid nur scheinbar für die Tiere. In Wahrheit seid ihr gegen sie, denn ihr verhindert millionenfach, dass sie überhaupt zur Welt kommen. Euer Verhalten ist unmoralisch, da es zum Aussterben ganzer Rassen oder Arten führen kann! Wir Fleischesser hingegen sorgen mit unserer Nachfrage dafür, dass mehr Tiere das Licht der Welt erblicken als ohne uns der Fall wäre. Wir sind für das Leben, ihr aber seid verkappte Antinatalisten, da ihr bewirkt, dass Tiere gar nicht erst gezeugt und geboren werden.

Holen wir etwas weiter aus: Menschen sind aus mancherlei Gründen Vegetarier: Manche mögen kein Fleisch, andere glauben, dass es für sie selbst gesünder ist, ohne Fleisch oder tierische Produkte auszukommen. Ästhetische oder kulinarische Vegetarier und Gesundheitsvegetarier essen aus selbstbezogenen Gründen kein Fleisch. Bei der Mehrheit aller Vegetarier handelt es sich indes um Personen, die aus ethischen Gründen auf den Fleischverzehr verzichten.

Ethischen Vegetariern geht es nicht in erster Linie um sich selbst, sondern sie berücksichtigen Tiere (und ökologisch gesehen auch Menschen) als leidfähige Wesen. Sie stellen ihren Fleischkonsum ein, oder wurden von ihren Eltern fleischlos erzogen, weil bekannt ist, dass Fleischkäufe leiderzeugende Handlungen sind: Jeder Fleischkauf hält das grausame Getriebe aus Zucht, Mästung, Transport, Schlachtung und Sterben von Tieren in Gang. Die Wertprämisse des ethischen Vegetarismus ist der Umstand, dass Handlungen zu unterlassen sind, die Tierleid nach sich ziehen. Wären Tiere keine leidfähigen Wesen, so wäre der Fleischverzehr zwar nach wie vor ein ästhetisches Problem, aber kein ethisches.

Personen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, um tierliches Leid in der Welt zu vermindern oder gar nicht erst aufkommen zu lassen, sollten nicht nur auf die untenstehende Frage 1 vorbereitet sein, sondern auch auf Frage 2:

Frage 1: Wenn sich alle so ernähren würden wie du, dann würden bestimmte Zuchtrassen wie das Hausschwein mittelfristig aussterben – willst du das wirklich?

Frage 2: Wenn du möchtest, dass es möglichst wenige leidende Tiere gibt, musst du dann nicht wollen, dass es gar keine leidfähigen Tiere mehr gibt? Wäre es dann nicht am besten, wenn alle Tierarten ausstürben, deren Exemplare schmerzempfindlich sind?

Diese beiden Fragen erfassen die Wertprämisse des ethischen Vegetariers in ihrem ganzen Umfang und wollen ihn damit ad absurdum führen. In solchen Situationen werden Debatten häufig unsachlich. Bewahren wir also kühlen Kopf: Beide Fragen sind völlig legitim. Eine ethisch handelnde Person ist eine Person, die nicht mal so, mal so handelt, sondern sich Rechenschaft über ihr Handeln ablegt, indem sie auf der Basis eines übergeordneten Grundsatzes handelt, den sie argumentativ überzeugend findet. Wenn der übergeordnete Grundsatz lautet: Handle nach Möglichkeit so, dass möglichst wenig tierliches Leid in der Welt ist, dann beansprucht dieser Grundsatz – wenn es denn ein Grundsatz sein soll – über den Kontext der Ernährung hinaus Gültigkeit. Statt sich ad absurdum geführt zu fühlen, kann und sollte unsere vegetarische Person in aller Seelenruhe antworten:

Antwort 1: Wenn dieses Aussterben auf möglichst leidfreie Weise vonstatten geht, dann kann ich es nur befürworten.

Antwort 2: Tatsächlich wäre ich sehr dafür, dass alle leidfähigen Tiere aussterben. Milliarden Tiere leiden nicht nur unter den Ernährungsgewohnheiten der Menschen, sondern auch, weil Raubtiere Jagd auf sie machen, sie verletzen und töten und weil zahllose Tiere unter Parasiten, an Krankheiten, Hunger und Durst leiden. Und auch das Leben der Raubtiere ist kein Tanz auf Rosen.

Ist für den ethischen Vegetarismus der Grundsatz maßgeblich, dass es möglichst wenige leidende Tiere geben soll, so spielt es keine Rolle, ob das tierliche Leid von Menschen oder anderen Tieren, Parasiten oder durch Krankheiten verursacht wird. Zwar hinterlassen manche Raubtiere bei uns Menschen einen starken ästhetischen Eindruck; bei ihren Jagdopfern bewirken sie Panik, sie hinterlassen schwere Verletzungen und Schmerzen. Bekanntlich ist nicht jede Jagd erfolgreich, und manche Räuber, wie Hyänen, fressen ihre Opfer bisweilen bei lebendigem Leibe auf, ohne sie zuvor zu töten. Wenn wir wollen, dass es wunderbar anzusehende Tiger oder Löwen gibt, so wollen wir zugleich, dass sie sich artgemäß ernähren – was für ihre Beutetiere nichts Gutes verheißt.

In der Tat führt die Wertbasis des ethischen Vegetarismus: es soll möglichst wenig tierliches Leid geben, geradewegs in den Antinatalismus. Er ist also denkbar ungeeignet, wenn er als Vorwurf gegen Vegetarier gerichtet werden soll. Der Antinatalismus ist eine Moraltheorie, derzufolge in jeder gegebenen Situation so zu entscheiden und zu handeln ist, dass möglichst wenige oder keine leidfähigen Wesen entstehen. Ethischer Vegetarismus und Antinatalismus gründen auf ein und derselben Wertbasis. Sie sind morallogisch eng verwandt und, über alle Speziesgrenzen hinweg, ineinander überführbar. Stellen wir uns einen Antinatalisten vor, der Fleisch konsumiert. Auf den Vorwurf, dass er mit diesem Verhalten dazu beiträgt, dass immer neue Tiere in ein leiderfülltes Dasein gezüchtet und geboren werden, wüsste er vermutlich kein überzeugendes Gegenargument. Er müsste bekennen, dass sein Antinatalismus nicht sonderlich konsequent ist. Umgekehrt sollten sich Vegetarier vor Augen führen, dass sie ihren Grundsatz (es soll möglichst wenige leidende Tiere geben) nur dann konsequent beherzigen, wenn sie sich zugleich für den Antinatalismus aussprechen: Wenn sie also die Aussage unterschreiben, dass stets so gehandelt werden sollte, dass möglichst wenige leidensfähige Tiere (ganz gleich ob Nutztiere oder wildlebende Tiere, Pflanzen- oder Fleischfresser) zu leben beginnen.

Dass der Antinatalismus morallogisch im Vegetarismus angelegt ist, erhellt auch dann, wenn wir einen seit einer Reihe von Jahren beliebten Vorwurf gegen strenge Vegetarier ins Auge fassen. Man versucht, Veganer mit dem Argument zu demoralisieren, auch ihre Ernährung sei ja gar nicht so gewaltfrei, wie sie selbst immer meinen: Auch ihr Getreide muss angebaut und dafür der Boden umgepflügt werden, wobei neben zahllosen Wirbellosen auch viele hochentwickelte Säugetiere – nämlich Mäuse – ums Leben kommen. Dies ist eine unbestreitbare Tatsache. Ebenso unbestreitbar wie die Tatsache, dass der betreffende Veganer nicht gefragt wurde (und nicht gefragt werden konnte), ob er zu existieren beginnen wollte. Seine Eltern bewirkten seine Existenz. Einmal auf der Welt, muss er sich wohl oder übel ernähren (oder verhungernd zum suizidären Vegetarier werden). Mittels veganer Ernährung kann er jedoch versuchen, seine Leidspur, seinen leidhinterlassenden Fußabdruck, zu minimieren. Und wenn er im Sinne der antinatalistischen Moraltheorie nachkommenlos bleibt, leistet er für die Umwelt, die Tiere und die bereits existierenden Menschen vielleicht den größten Beitrag, den ein Einzelner leisten kann. Auch wenn wir auf die Ressourcen blicken, die zumal in Industriegesellschaften hineingeborene neue Menschen beanspruchen.

Übrigens gibt es für die Kombination aus Vegetarismus und Antinatalismus seit Jahrtausenden ein Vorbild in der Wirklichkeit: Die wesentlich antinatalistisch eingestellte und deswegen auch kleine Gemeinschaft der indischen Jainas. Ihr Gründer, Mahavira, war ein Zeitgenosse Buddhas. Jainas leben das Prinzip der Gewaltlosigkeit (Ahimsa) und leben somit – anders als viele Buddhisten und Hindus – vegetarisch. Manche Jainas ernähren sich nur von herabgefallenen Früchten. Für sie muss daher auch kein Pflug in Bewegung gesetzt werden.

Quelle: pro-iure-animalis.de

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67 Kommentare zu “Ist Vegetarismus ein Antinatalismus?

  1. Jedes Lebewesen – und vor allem jedes Tier, welches NICHT geboren wird, ist in Sicherheit, nach dem Motto ‚Im Todesschlaf sind sie in Sicherheit‘! Auch wenn die ganze Welt vegan wuerde, so wuerde es in Sanktuarien immer Vertreter aller Spezies geben, wofuer die Tierfreunde sorgen wuerden, um das Leben mit den anderen Tieren zu teilen!

    So, wie der Mensch heute (und zu allen Zeiten) auf diesem Planeten haust, ist jedes Leben ein Fluch! Nicht ‚wachset und mehret euch‘ sollte die dringende Devise lauten, sondern ’schrumpfet und mindert euch‘. Dies gilt auch und vor allem fuer den Menschen, dessen ungezuegelte Vermehrung die anderen Spezies in die Ausrottung treibt. Dieses hemmungslose und egoistische Gebahren der Gattung Mensch zeugt von seiner Unreife und Unfaehigkeit, diesem Planeten vorzustehen! Der Homo ‚Sapiens‘ ist ein absoluter Demens in jeder Beziehung. Er ist und bleibt eines der grossen unbeantworteten Raetsel dieses Planeten, der es sonst fertigbrachte, nur ueberlebensfaehige Organismen zu schaffen! Der Mensch ist autodestruktiv und gleichzeitig eine massive Gefahr fuer alle anderen Lebensformen, ob Flora oder Fauna. Die inhaerente Notion von ‚Empathie‘ ist ihm, von wenigen kleinen Ausnahmen (wahrscheinlich Mutanten) abgesehen, fremd und nicht in seinem genetischen Code vorhanden, sonst wuerde er sie ja anwenden. Er besitzt diese ‚Antenne‘ offensichtlich nicht! Andere Lebewesen besitzen diese sehr wohl, was immer wieder an selbstlosen Handlungen gegenueber der eigenen – und anderen Spezies offenkundig wird – sogar Beutejaeger toeten nur, wenn sie Hunger haben und es wird immer wieder beobachtet, dass z.B. gerade Loewen oder Leoparden sich ihrer Beutetiere oder deren Jungen annehmen, wenn sie nicht hungrig sind! Sie jagen sie zwar, behalten sie dann aber in ihrem Umfeld und schliessen Freundschaft mit ihnen, wozu auch ihr Schutz gehoert! Der Mensch tut ein gleiches, aber nur, um seine Beute spaeter zu toeten! Dies ist noch schlimmer als Empathielosigkeit, dies ist Ruchlosigkeit – und deshalb ist offenbar der Loewe der Koenig im Tierreich und nicht der Mensch!

    Aber die zukunftsweisende Devise zum Ueberleben dieses Planeten und seiner Bewohner, egal welcher Spezies, heisst fuer den Menschen, ob er dies wahrhaben will oder nicht, den Schritt zur veganen Ernaehrung!

  2. Die Ausführungen sind zwar absolut logisch, aber dennoch widerstrebt es mir, so zu denken.

    Ich bin auch völlig dafür, die Zahl der Geburten sehr deutlich zu beschränken. Die Kinderlosigkeit empfinde ich dagegen nicht als ideal, weil sie gegen die Natur des Menschen wäre.
    Und es widerstrebt mir im Innersten, es zu bejubeln, wenn immer mehr Tiere aussterben.
    Ich kann das leider nicht logisch begründen, aber ich glaube, dass die Tiere für den Menschen eine besondere Bedeutung haben.
    Es tut mir leid, dass ich hier so egoistisch erscheine.

    Sehr interessanter Artikel – vielen Dank dafür.

    • Liebe Natur-Freundin,
      Arim Akerma hat es auf den Punkt gebracht:
      Frage 1 und 2 erfassen die Wertprämisse des ethischen Vegetariers in ihrem ganzen Umfang:

      Frage 1: Wenn sich alle so ernähren würden wie du, dann würden bestimmte Zuchtrassen wie das Hausschwein mittelfristig aussterben – willst du das wirklich?

      Frage 2: Wenn du möchtest, dass es möglichst wenige leidende Tiere gibt, musst du dann nicht wollen, dass es gar keine leidfähigen Tiere mehr gibt? Wäre es dann nicht am besten, wenn alle Tierarten ausstürben, deren Exemplare schmerzempfindlich sind?

      Und wenn es uns innerlich auch noch sehr widerstrebt und missfällt, so kann es letztlich auf obige Fragen auch nur die beiden im Beitrag angeführten Antworten geben und daraus folgt, dass eben die Wertbasis des ethischen Vegetarismus und Veganismus letztendlich in den Antinatalismus führt.
      LG – Wolfgang

      • Sehr geehrter Herr Dr. Bleibohm, Ihre Einführung in den Antinatalismus – Auszug aus „Fluch der Geburt“ ist bemerkenswert und müsste von allen
        Menschen gelesen werden. Leider würde die Mehrheit es noch nicht
        einmal verstehen.

  3. Lieber Wolodja, liebe Natur Freundin, liebe Freunde,

    hier noch zum Thema ‚Im Todesschlaf sind sie in Sicherheit‘ eine grandiose Geschichte von Hans Christian Andersen:

    Die Geschichte von einer Mutter

    Eine Mutter saß bei ihrem kleinen Kinde. Sie war so betrübt und hatte so große Angst, daß es sterben würde. Es war so bleich; die kleinen Augen hatten sich geschlossen. Der Atem ging ganz leise, nur mitunter tat es einen tiefen Zug gleich einem Seufzer, und die Mutter blickte immer sorgenvoller auf das kleine Wesen.

    Da klopfte es an die Tür, und herein kam ein armer, alter Mann, der, wie es schien, in eine große Pferdedecke gehüllt war; denn die wärmt, und das tat ihm not; es war ja kalter Winter. Draußen lag alles mit Eis und Schnee bedeckt, und der Wind blies, daß es einem ins Gesicht schnitt.

    Da der alte Mann vor Kälte zitterte und das kleine Kind einen Augenblick schlief, ging die Mutter hin und setzte Bier in einem kleinen Topfe in den Kachelofen, um es für ihn zu wärmen. Der alte Mann saß und wiegte das Kind, und die Mutter setzte sich dicht neben ihn auf einen Stuhl, schaute auf ihr krankes Kind, das so tief Atem holte, und hob die kleine Hand empor.

    „Glaubst Du nicht, daß ich es behalte?“ fragte sie. „Der liebe Gott wird es mir nicht nehmen!“

    Und der alte Mann – es war der Tod selbst – nickte so sonderbar, es konnte ebensogut ja wie nein bedeuten. Und die Mutter sah in ihren Schoß nieder und die Tränen liefen ihr über ihre Wangen. Das Haupt wurde ihr schwer, drei Tage und drei Nächte hatte sie ihre Augen nicht geschlossen, und nun schlief sie. Aber nur einen Augenblick; dann fuhr sie auf und zitterte vor Kälte: „Was ist das?“ fragte sie und sah sich nach allen Seiten um. Aber der alte Mann war fort, und ihr kleines Kind war fort; er hatte es mit sich genommen. Hinten in der Ecke schnurrte und schnurrte die alte Uhr; das große Bleigewicht lief bis zum Fußboden hinab, bum und da stand auch die Uhr still.

    Aber die arme Mutter lief zum Hause hinaus und rief nach ihrem Kinde.

    Draußen, mitten im Schnee, saß eine Frau in langen, schwarzen Kleidern und sprach: „Der Tod ist in Deiner Stube gewesen; ich sah ihn mit Deinem kleinen Kinde davoneilen. Er geht schneller als der Wind, er bringt niemals zurück, was er genommen hat.“

    „Sage mir nur, welchen Weg er gegangen ist“ sagte die Mutter. „Sag mir den Weg, dann werde ich ihn finden!“

    „Ich weiß ihn“ sagte die Frau in den schwarzen Kleidern; „aber ehe ich ihn Dir sage, mußt Du mir erst alle die Lieder singen, die Du Deinem Kinde vor gesungen hast. Ich liebe sie; ich habe sie schon früher gehört. Ich bin die Nacht und sah Deine Tränen, als Du sie sangst.“

    „Ich will sie singen, alle, aller“ sagte die Mutter, „aber halt mich nicht auf, daß ich ihn einholen kann und mein Kind wiederfinde!“

    Aber die Nacht saß stumm und still. Da rang die Mutter ihre Hände, sang und weinte, und es waren viele Lieder, aber noch mehr Tränen; und dann sagte die Nacht: „Geh nach rechts in den dunkeln Tannenwald, dorthin sah ich den Tod mit Deinem kleinen Kinde den Weg nehmen!“

    Tief im Walde kreuzten sich die Wege, und sie wußte nicht, wo entlang sie gehen sollte. Da stand ein Dornenbusch, der hatte weder Blätter noch Blüten. Es war ja auch kalte Winterszeit, und Eiszapfen hingen an den Zweigen.

    „Hast Du nicht den Tod mit meinem kleinen Kinde vorbeigehen sehen?“

    „Ja,“ sagte der Dornenbusch, „aber ich sage Dir nicht, welchen Weg er eingeschlagen hat, wenn Du mich nicht vorher an Deinem Herzen aufwärmen willst. Ich friere sonst tot und werde ganz und gar zu Eis.“

    Und sie drückte den Dornenbusch an ihre Brust, so fest, er sollte ja gut aufgewärmt werden. Und die Dornen drangen tief in ihr Fleisch, und ihr Blut floß in großen Tropfen. Aber der Dornenbusch trieb frische, grüne Blätter und bekam Blüten in der kalten Winternacht. So warm war es an dem Herzen der betrübten Mutter. Und der Dornenbusch sagte ihr den Weg, den sie gehen mußte.

    Da kam sie an einen großen See, auf dem weder Schiff noch Boot war. Der See war noch nicht fest genug zugefroren, daß er sie hätte tragen können, und auch nicht offen und seicht genug, daß sie ihn hätte durchwaten können. Und hinüber mußte sie doch, wollte sie ihr Kind finden. Da legte sie sich nieder, um den See auszutrinken. Das war ja unmöglich für einen Menschen. Aber die betrübte Mutter dachte, daß doch vielleicht ein Wunder geschehen würde.

    „Nein, das geht nicht“ sagte der See. „Laß uns beide lieber sehen, daß wir uns einigen. Ich liebe es, Perlen zu sammeln, und Deine Augen sind die zwei klarsten, die ich je gesehen habe. Willst Du sie für mich ausweinen, dann will ich Dich zu dem großen Treibhaus hinüber tragen, wo der Tod wohnt und Blumen und Bäume pflegt. Jedes von ihnen ist ein Menschenleben.“

    „O, was gäbe ich nicht, um zu meinem Kinde zu kommen!“ sagte die vergrämte Mutter. Nun weinte sie noch mehr, und ihre Augen sanken nieder auf den Grund des Sees und wurden zwei kostbare Perlen. Der See aber hob die Mutter empor, als säße sie in einer Schaukel, und sie flog in einer einzigen Schwingung an die Küste auf der anderen Seite, wo ein meilenbreites, seltsames Haus stand. Man wußte nicht, war es ein Berg mit Wäldern und Höhlen, oder war es gezimmert. Aber die arme Mutter konnte es nicht sehen; sie hatte ja ihre Augen ausgeweint.

    „Wo soll ich den Tod finden, der mit meinem kleinen Kinde fortgegangen ist“ sagte sie.

    „Er ist noch nicht gekommen!“ sagte die alte Frau, die da ging und auf das große Treibhaus des Todes aufpassen sollte. „Wie hast Du hierherfinden können, und wer hat Dir geholfen?“

    „Der liebe Gott hat mir geholfen!“ sagte sie, „er ist barmherzig, und das wirst Du auch sein. Wo kann ich mein kleines Kind finden?“

    „Ja, ich kenne es nicht,“ sagte die Frau, „und Du kannst ja nicht sehen. – Viele Blumen und Bäume sind heute Nacht verwelkt. Der Tod wird gleich kommen und sie umpflanzen! Du weißt wohl, daß jeder Mensch seinen Lebensbaum hat oder seine Blume, je nachdem er nun beschaffen ist. Sie sehen aus wie andere Gewächse auch, aber sie haben Herzen, die schlagen. Kinderherzen können auch schlagen! Horche danach, vielleicht kannst Du den Herzschlag Deines Kindes erkennen. Aber was gibst Du mir, wenn ich Dir sage, was Du noch mehr tun mußt?“

    „Ich habe nichts mehr zu geben,“ sagte die betrübte Mutter. „Aber ich will für Dich bis ans Ende der Welt gehen.“

    „Ja, da habe ich nichts zu suchen!“ sagte die Frau, „aber Du kannst mir Dein langes, schwarzes Haar geben. Du weißt wohl selbst, daß es schön ist, und mir gefällt es. Du sollst mein weißes dafür haben, das ist doch immer etwas.“

    „Verlangst Du nicht mehr?“ sagte sie. „Das gebe ich Dir mit Freuden.“ Und sie gab ihr schönes Haar und bekam das schneeweiße der Alten dafür.

    Dann gingen sie in das große Treibhaus des Todes hinein, wo Blumen und Bäume wunderbar durcheinander wuchsen. Da standen feine Hyazinthen unter Glasglocken, und es standen baumstarke Pfingstrosen da. Es wuchsen Wasserpflanzen dort, einige ganz frisch, andere halbkrank. Wasserschlangen legten sich darauf, und schwarze Krebse kniffen sich im Stiele fest. Da standen herrliche Palmenbäume, Eichen und Platanen, da stand Petersilie und blühender Tymian. Jeder Baum und jede Blume hatte ihren Namen; jedes von ihnen war ja ein Menschenleben. Die Menschen lebten noch, einer in China, einer in Grönland, überall auf der Erde. Da gab es große Bäume in kleinen Töpfen, so daß sie ganz zusammengepreßt und nahe daran waren, den Topf zu zersprengen. An manchen Stellen gab es auch kleine, schwache Blümchen in fetter Erde, mit Moos ringsherum und gehegt und gepflegt. Die betrübte Mutter beugte sich über alle die kleinsten Pflanzen und horchte auf jeden Schlag ihres Menschenherzens, und unter Millionen erkannten sie den ihres Kindes.

    „Das ist es!“ rief sie und streckte ihre Hand über einen kleinen blauen Krokus aus, der ganz krank nach der einen Seite hing.

    „Rühre die Blume nicht an“ sagte die alte Frau. „Aber stelle Dich hierher, und wenn dann der Tod kommt, den ich jeden Augenblick erwarte, so laß ihn die Pflanze nicht herausreißen; drohe ihm, daß Du es mit den anderen Pflanzen ebenso machen würdest, dann wird er bange; denn er muß dem lieben Gott dafür Rechenschaft ablegen. Keine darf herausgerissen werden ohne seine Erlaubnis.“

    Mit einem Male sauste es eiskalt durch den Saal, und die blinde Mutter merkte, daß es der Tod war, der kam.

    „Wie hast Du den Weg hierher finden können?“ fragte er. „Wie konntest Du schneller hierher kommen als ich?“

    „Ich bin eine Mutter!“ sagte sie.

    Und der Tod streckte seine lange Hand aus nach der kleinen, feinen Blume; sie aber hielt ihre Hände so fest darum gelegt, so dicht und doch so besorgt, daß sie eins der Blättchen berühren könne. Da blies der Tod auf ihre Hände, und sie fühlte, daß dies kälter war als der kalte Wind, und ihre Hände fielen matt nieder.

    „Du kannst gegen mich nichts ausrichten“ sagte der Tod.

    „Aber der liebe Gott kann es!“ sagte sie.

    „Ich tue nur nach seinem Willen!“ sagte der Tod, „ich bin sein Gärtner. Ich nehme alle seine Blumen und Bäume und pflanze sie in den großen Paradiesgarten, in das unbekannte Land. Aber wie sie dort wachsen und wie es dort ist, darf ich Dir nicht sagen!“

    „Gib mir mein Kind zurück!“ sagte die Mutter und weinte und bat. Mit einem Male griff sie mit beiden Händen nach zwei anderen schönen Blumen und rief dem Tod zu: „Ich reiße alle Deine Blumen aus; denn ich bin in Verzweiflung!“

    „Rühre sie nicht an!“ sagte der Tod. „Du sagst, daß Du so unglücklich bist, und nun willst Du eine andere Mutter ebenso unglücklich machen – ?“

    „Eine andere Mutter!“ sagte die arme Frau und ließ beide Blumen fahren.

    „Da hast Du Deine Augen,“ sagte der Tod; „ich habe sie aus dem See gefischt, sie leuchteten so hell. Ich wußte nicht, daß es Deine waren. Nimm sie wieder. Sie sind jetzt klarer als früher. Sieh dann hinab in den tiefen Brunnen hier daneben. Ich werde Dir die Namen der beiden Blumen sagen, die Du ausreißen wolltest, und Du wirst ihre ganze Zukunft sehen, ihr ganzes Menschenleben, wirst sehen, was Du zerstören und vernichten wolltest!“

    Und sie sah in den Brunnen hinab. Es war eine Glückseligkeit darin zu sehen, wie das eine Kind ein Segen für die ganze Welt wurde, und es war zu sehen, wieviel Glück und Freude es rings um sich verbreitete. Und sie sah des anderen Leben, und es war voller Sorge und Not, voller Kummer und Elend.

    „Beides ist Gottes Wille!“ sagte der Tod.

    „Welches von ihnen ist die Blume des Unglücks, und welches die des Segens?“ fragte sie.

    „Das sage ich Dir nicht,“ sprach der Tod. „Aber das sollst Du von mir erfahren, daß die eine Blume die Deines eigenen Kindes war, es war Deines Kindes Schicksal, was Du sahst, Deines eigenen Kindes Zukunft.“

    Da schrie die Mutter vor Schrecken: „Welches von ihnen war mein Kind? Sage mir das! Rette das Unschuldige! Rette mein Kind vor all dem Elend. Trag es lieber fort! Trage es zu Gottes Reich. Vergiß meine Tränen, vergiß meine Bitten und alles, was ich gesagt oder getan habe.“

    „Ich verstehe Dich nicht“ sagte der Tod. „Willst Du Dein Kind zurückhaben, oder soll ich mit ihm dorthin gehen, wovon niemand weiß?“

    Da rang die Mutter ihre Hände, fiel auf ihre Knie und bat den lieben Gott: „Erhöre mich nicht, wenn ich gegen Deinen Willen bitte, der der beste ist. Erhöre mich nicht! Erhöre mich nicht!“

    Und sie neigte ihr Haupt auf ihre Brust.

    Der Tod aber ging mit ihrem Kinde in das unbekannte Land.

    • Wenn man diese Geschichte liest, so spielte der religiöse Glaube an einen „liebevollen“ Gott im Leben dieses Dichters, Schriftstellers und Märchenerzählers H.Chr. Andersen offenbar eine sehr große Rolle. So soll er in seiner autobiografischen Erzählung „Das Märchen meines Lebens“ aus dem Jahr 1847 u.a. auch geschrieben haben: „Es gibt einen liebevollen Gott, der alle zum Besten führt.“
      Aber diese und ähnliche Aussagen beruhen leider nicht auf sogenanntem „Wissen“, sondern lediglich auf religiösen Glaubens-Phantasien, welche ich schon lange nicht mehr zu teilen vermag. Kurzum: Jene Geschichte mag eine „grandiose“ Geschichte sein – aber ganz sicherlich nur für gläubige Menschen, die an ein himmlisches Paradies glauben und von einem Gott träumen, der letztlich „alles zum Besten“ führt.
      Liebe Grüsse – Wolfgang

      • Lieber Wolodja,
        dass Dich in dieser Geschichte das Wort ‚Gott‘ wie der Hafer sticht, hatte ich vergessen, aber hier spielt der liebe Gott die zweite Geige, denn worum es geht, ist die Frage: Leben oder nicht leben, worauf sich die Mutter angesichts der tristen Voraussicht fuer das ‚Nichtleben‘ entscheidet, d.h. hier kommt in poetischer Weise zum Ausdruck, was oben bereits in dialektischer Weise gesagt wurde – und ist vielleicht fuer den einen oder anderen Leser eine zusaetzliche Hilfe zur Brutalitaet der Stunde, naemlich dass es fuer die Geschoepfe besser waere, sie waeren gar nicht da – und dass man trotzdem Mutter sein kann und die lebenden Geschoepfe mit hineinbezieht, indem man beide Tueren offen laesst, dann ist die dunkle Pforte weniger schwer zu durchschreiten, denn aufgestossen ist sie bereits – und dies ist fuer viele ein zu grosser Schmerz, den man gar nicht realisieren will, da er zu sehr weh tut!
        Liebe Gruesse an Dich von Siraganda

      • Liebe Siraganda,
        da hast Du sicherlich nicht ganz unrecht, dass mich bei Worten wie „Gott“ und „Paradies“ und dergleichen mehr umgehend „der Hafer sticht“. Desweiteren: In dem, was Du letztlich „rüberbringen“ wolltest und gemeint hast, spielt der „liebevolle“ Gott – und da lasse ich mich auch gerne von Dir kritisieren und mir meine Nase langziehen – letztlich nur besagte zweite Geige, jedoch in der von Dir dargebotenen Geschichte ist diese göttliche Geige leider in voller Bandbreite zu hören und zu vernehmen. Und deswegen war es meines Erachtens nach wohl oder übel keine besonders grandiose Idee, mit dieser absolut religiös eingefärbten Story Dein Anliegen deutlich zu machen wollen, zumal dieses religiöse Märchen an der eigentlichen Thematik ja auch gänzlich vorbeiredet, nämlich die Frage nicht beantwortet, ob ein ethischer Vegetarismus/Veganismus zugleich auch antinatalistisch sein muss.

        Angesichts des Leidens in dieser Welt ist und bleibt letztlich jede Geburt eines Tieres sowie aber auch eines Menschen mehr ein Fluch als wie ein Segen, wobei ein solches Denken allerdings nicht im Repertoire religiös gesinnter Menschen zu finden ist – und ganz gewiss auch nicht in den frommen und frömmelnden Gedanken und Überzeugungen eines Dichters und Märchenerzählers, der da meinte, es gäbe einen „liebevollen“ Gott, der letztendlich doch alles zum Besten führen würde.

        Wo ist und bleibt denn dieser so sehr „liebevolle“ und „barmherzige“ Gott angesichts des milliardenfachen tierischen Leidens auf diesem Planeten Erde, der für unzählig viele Tiere nur eine schreckliche Hölle des Grauens ist? Schweigt dieser Gott nicht ebenso schändlich, wie auch sein Bodenpersonal schweigt und sich in jener Empathielosigkeit suhlt, die mächtig gewaltig in den Himmel stinkt? Und wenn mir dann jemand in meine Ohren flüstert, irgendwann einmal würde dieser Gott alles zum Besten führen, dann dreht sich mir angesichts solch primitiver Vertröstungen auf das Jenseits glatt mein Magen um und mir wird kotzübel.

        Aber wie auch immer: Hören wir besser auf damit, hier in diesem Thread weiterhin über Religion und die damit verbundene Verdummung von Menschen zu diskutieren, denn sonst würde dies alles abermals zu einem sogenannten „Rattenschwanz“ ausarten und wohl auch kaum nennenswerte Resultate erzielen, zumal Deine sowie auch meine Zeit kostbar ist und wir sie daher besser dahingehend nutzen sollten, unsere Stimmen nach wie vor gegen das von Menschen verursachte Tierleid zu erheben.
        Mit lieben Grüssen an Dich – Wolfgang

  4. Natürlich müssen alle vom Menschen hochgezüchteten Tiere einmal aussterben, wenn die Menschen alle zum Veganismus finden, das wäre doch für diese Tiere ein Segen, denn Geborenwerden um zu leiden? Nein Danke! Es gäbe dann noch genug Wildtiere, woran sich Menschen u.a. auch in Tierfilmen erfreuen könnten, alles andere ist vom Menschen egoistisch gedacht. Aber die Menschen handeln leider egoistisch, auch manche „Tierfreunde“ und da denke ich nur mal an eine Südseeinsel, wo zum Schutze der seltenen heimischen Fauna alle Katzen aufs Festland verbracht wurden. Immer und immer wieder brachten die Insulaner neue Katzen auf die Insel, die sie aber nicht sterilisierten und auch nicht gut hielten, sondern die alsbald als Streunerkatzen auf der Insel wilderten. Alles nur weil ein paar Menschen mit Katzen schmusen wollten, rein egoistisch handelten. Daß sie damit jedoch Katzenelend produzierten, interessierte diese Menschen nicht, auch daß die heimische Fauna kaputt ging, interessierte nicht.

    Der Mensch wird nie die Größe haben und realistisch handeln und leider werden Akerma, Hoss und Dr. Bleibohm von der Mehrzahl der Menschen nicht verstanden. Sie sind nicht beachtete Rufer in der Wüste!

  5. liebe Siraganda, lieber Wolodja, ich bin ganz Euerer Meinung. Alle Tiere sollten aussterben,
    selbst das Kleinste wie z.B. der Wurm der oft zertreten wird. Nur was nicht mehr existiert, kann nicht mehr gequält werden. Fast jeder ist über die schrecklichen Qualen der gesamten
    Tierwelt informiert, aber der „Fehler-Mensch“ ignoriert es. Er jammert nur über seine eigenen
    Wehwehchen und hofft auf Hilfe die er nicht verdient hat.
    Fleisch essen ist ein Verbrechen ! und sollte bestraft werden.

  6. Liebe Marie-Thérèse, ich bin ganz Deiner Meinung!

    Akerma, Hoss und Dr. Bleibohm sind ganz große Denker, deren Wahrheiten große Verbreitung finden müßten!

    Apropos Fleischkonsum! Die EU plant eine hohe Zuckersteuer einzuführen, wegen der gesundheitlichen Risiken von Zucker, ähnlich den Tabakprodukten. Wann endlich wird das bei Fleischprodukten gemacht? Es ist nichts derartiges in Sicht.

  7. Wolodja:

    „Und deswegen war es meines Erachtens nach wohl oder übel keine besonders grandiose Idee, mit dieser absolut religiös eingefärbten Story Dein Anliegen deutlich zu machen wollen, zumal dieses religiöse Märchen an der eigentlichen Thematik ja auch gänzlich vorbeiredet, nämlich die Frage nicht beantwortet, ob ein ethischer Vegetarismus/Veganismus zugleich auch antinatalistisch sein muss.“

    Da muß ich Wolfgang recht geben, dieses Märchen von dem ansonsten von mir geschätzten Andersen („Das Mädchen mit den Schwefelhölzern!!!“ – ein Aufruf die kapitalistische Gesellschaftsordnung zu beseitigen, eine GO wo ein armes Mädchen erfriert, wohingegen die Angehörigen der Ausbeuterklasse in ihren Villen prassen!) geht am Thema voll vorbei, da es kleingeistig im Denken des 19. Jahrhunderts geschrieben wurde, wo revolutionäre antinatalistische Weltanschauung nur in Fragmenten bekannt war, ausgenommen solche großen Denker wie der Verfasser des Buches Kohelet, dem einzigsten Buch der Bibel, welches ich hoch schätze.

    Ich denke mir, der Link zur Einführung in den Antinatalismus von Dr. Bleibohm wird vielen Lesern die Augen öffnen. Auch mir wurde einiges klarer, was ich bisher noch nicht so sah. Wer klar denken kann, wer nicht durch tradierte Werte, die meistens religiösen Hirnen entsprungen sind, in seinem Denken gehemmt ist, der wird ein Aha-Erlebnis haben.

    Schade nur, daß diese Erkenntnisse einer breiten Bevölkerung nicht bekannt sind. Wo bleiben die Interviews und Besprechungen zu diesem Thema in den Massenmedien? Das ist sehr schade!

    • Lieber Bernd, ich denke schon lange : wie schön es doch wäre, wenn kein leidendes Tier
      mehr auf der Welt wäre, ich könnte endlich mal wieder lachen und mich freuen, dass kein Tier mehr gequält werden kann. Und wie Deine Beispiele zeigen, ist die Natur gar nicht so schön wie immer behauptet wird, sondern grausam : hier auch ein Fall : ich wohne hier ländlich und gehe oft im Wald spazieren. Häufig werden z.B. auch arme Würmer von Ameisen langsam aufgefressen, sie winden sich, können aber nicht entkommen.

      Die Züchtung alter Tierrassen, wie es in einem mir bekannten Gnadenhof geschieht, ist ebenfalls Unfug. Zucht ist für mich ein rotes Tuch. Nun werden einige sagen : Was gibst du deinen Katzen zu essen, wenn es kein Fleisch mehr gibt? Ganz einfach : Vegetarische Kost natürlich!

  8. Lasst die Tiere, die durch den Menschen gezüchtet wurden nur um sie als Nutztiere zu missbrauchen in Frieden aussterben. Aber was gibt den Menschen das Recht darüber zu bestimmen, dass alle anderen Lebewesen auszusterben haben, da sie ja eventuell leiden könnten. Wie überheblich ist diese Einstellung? Was verstehen wir von der Natur? Der Mensch hat eine eingeschränkte Sichtweise. Die Todessehnsucht für sich und andere Lebewesen findet man in erster Linie immer wieder bei Männern. Dies ist sehr auffällig.

    • Liebe Frau Kloos!

      Sie werden mir doch wohl zustimmen, daß auch ohne den Menschen die Natur auf der Erde für fast alle Lebewesen eine einzige Hölle ist? Nur wir Menschen verklären vom Menschen unberührte Natur. Auch wenn es die Dornenkrone der Schöpfung, den Menschen, nicht auf der Erde gäbe, wäre das Leid für die Tiere immer noch da, denn eines frißt das andere und Gnade gibt es nicht. Das Leben in vom Menschen nicht besiedelten Gegenden ist für die Tiere ein einziger Kampf ums Überleben und Leid von Anfang an.

      Nur mal 2 Beispiele:

      Schildkröten müssen unter Aufbietung größter Anstrengung sich aus dem Ei heraus zwängen, dann durch Sand buddeln, um dann als eben geschlüpfte kleine Lebewesen viele, viele Meter bis zum Meer rennen und dabei ums Leben rennen. 90 % der kleinen Schildkröten werden von Raubmöven zerhackt, sterben dabei einen qualvollen Tod, liegen oft noch zappelnd stundenlang in Sonne. Die es ins Meer geschafft haben, die werden auch von Meerestieren die ersten Tage gefressen, nur wenige überleben.

      Oder, haben Sie schon mal einen Dornenbusch gesehen, wo ein Neuntöter seine Beute lebend aufspießt? Ich, ja! Es hat mich entetzt, die Beute auf Dornen aufgespießt zu sehen, Heuschrecken die zappelten und ein kleiner Jungvogel, aufgespießt auf einen Dorn, so wie das der Neuntöter macht. Grauenvoll! Das muß die Hölle für diesen kleinen Vogel gewesen sein und ein langer schmerzhafter Tod.

      Nein, die Natur ist grausam und voller Leid und für 99,99 % aller Lebewesen wäre es gnädiger gewesen nicht geboren worden zu sein, als diese Hölle zu erleben. Wer natürlich zu den 0,01 % der Lebewesen gehört, denen die Erde ein angenehmes Leben beschert hat, wie einige von uns Menschen, der kann klug daher reden.

      Wenn Sie meinen, hauptsächlich Männer hätten Todessehnsucht, dann haben Sie Dr. Bleibohm falsch verstanden. Er schreibt doch ausdrücklich, daß Lebewesen, die einmal geboren worden sind, daß deren Leben geachtet werden soll.

      Elke Kloos: „Die Todessehnsucht für sich und andere Lebewesen findet man in erster Linie immer wieder bei Männern. Dies ist sehr auffällig.“

      Es gibt keine Unterschiede in der Denkweise von Männern und Frauen! Diese werden nur von bürgerlichen Ideologien künstlich geschaffen um vom Klassenkampf abzulenken, hin auf einen Geschlechterkampf. Das kann man schon bei den Klassikern des Marxismus nachlesen.

      • Lieber Herr Nowak,
        es geht nicht darum, dass ich Dr. Bleibohm falsch verstanden hätte. Ich weiss wie er es meint und kann es gut nachvollziehen. Die Realität um mich herum zeigt mir aber immer wieder, dass es zutrifft, dass Männer so etwas wie eine Todessehnsucht haben. Die meisten Selbstmörder sind Männer, oft töten sie nicht nur sich selber, sondern nehmen auch noch Andere mit. Männer üben die meiste Gewalt gegen andere Lebewesen aus, auch gegen Frauen in all ihren Variationen. Weibliche Föten werden in Indien und China abgetrieben, Mädchen werden in diesen Ländern nach der Geburt getötet, weil sie angeblich weniger wert sind. Das hat mit linker Ideologie nichts zu tun, sondern sind reine Tatsachen. Männer und Frauen sind verschieden, nicht nur im Äusseren. Auch diese Tatsache versucht man immer wieder zu ignorieren.
        Woher wissen Sie, dass 99,99% aller Lebewesen die Hölle erleben. Interpretiert nicht der Mensch auch dort etwas hinein?
        In der Natur gibt es zwei Seiten. Eine schöne und eine hässliche. Nur die hässliche Seite ständig anzuschauen ohne die Schöne zu betrachten ist zu einseitig. Nur weil wir Menschen diese hässliche Seite nicht aushalten können, haben wir trotzdem nicht das Recht alle Lebewesen einfach aussterben zu lassen. Das Leben will eines: „Leben.“

      • Liebe Elke,
        ganz am Schluss schreibst Du: „Nur weil wir Menschen diese hässliche Seite nicht aushalten können, haben wir trotzdem nicht das Recht alle Lebewesen einfach aussterben zu lassen. Das Leben will eines: „Leben.“

        Darüber denke ich folgendermaßen und überlasse es jedem Leser selbst, darüber zu befinden, ob nachfolgende und unwiderlegbare Tatsache nun zur schönen oder zur hässlichen Seite der Natur gehört: Es gehört u.a. nämlich auch zur Natur jedes Lebewesens auf dieser Erde, irgendwann einmal sterben zu müssen, denn jedes Leben währt nur eine bestimmte Zeit. Und Du hast völlig recht damit, wenn Du schreibst, dass jedes Lebewesen, welches nun einmal geboren wurde, nur eines will, nämlich LEBEN! Und es wäre und ist ohne Zweifel ein verbrecherischer Akt des Menschen, jedem geborenen Lebewesen dieses Recht auf Leben abzusprechen und ein solches auszulöschen.

        Nun muss und sollte aber auch noch ein anderer unwiderlegbarer Fakt nicht unbeachtet gelassen werden, denn wenn z. Bsp. meine Mutter mich niemals geboren hätte, dann wäre von meinem ersten Atemzuge an bis zum heutigen Tag auch niemals dieser Wunsch „Leben zu wollen“ in mir zum Vorschein und zum Tragen gekommen und viele leidensvolle Wege, Schicksalsschläge und Tiefen auswegloser Verzweiflung wären mir erspart geblieben. Jedoch dafür, das mein Leben im Großen und Ganzen nie ein sonderlich glückliches Leben gewesen ist, dafür mache ich nicht etwa meine liebe und herzensgute Mutter verantwortlich, sondern schlicht und einfach das Leben selbst mit all seinen Tücken und Abgründen.

        Aber dies nur am Rande, denn das Wesentliche ist doch dies: Ein Lebewesen – ganz gleich ob Tier oder Mensch – welches gar nicht erst geboren wird, kann sich ja letztlich auch nicht wünschen, leben zu wollen! Und auf den Punkt gebracht bedeutet dies alles: Das Leben jedes menschlichen und auch nichtmenschlichen Lebewesens, welches in diese Welt hineingeboren wurde, ist unantastbar und zu respektieren, was aber nichts an jener Wahrheit ändert, dass es für leidende Menschen und ganz besonders für die von uns ruchlosen Schöpfungskronen versklavten, maßlos ausgebeuteten und letztlich gewissenlos ermordeten Tiere tausendmal besser gewesen wäre, niemals geboren worden zu sein. Und dies gilt nicht nur für sogenannte „Nutztiere“, sondern auch für alle wildlebenden Tiere, die oftmals weniger der „schönen Seite“ unserer Natur, sondern vielmehr einer schonungslos grausamen Natur ausgeliefert sind und ausgeliefert bleiben.

        Auch sollten wir nicht darüber debattieren, ob nun 99,99% oder weniger Prozent aller Lebewesen hier auf dieser Erde eine Hölle des Grauens durchleben müssen, denn das Tiere milliardenfach, alltäglich und allstündlich diese Hölle durchleben müssen, darüber sind wir uns doch hoffentlich einig – ganz gleich, ob es es sich hierbei um ein Tier handelt, welches um seines Fleisches und anderer Tierqualprodukte willen sein Leben hergeben muss, oder um eine Katze oder eine Schnecke, die eine Straße überquerend von einem Auto überrollt wird; oder um einen Vogel, der zur Beute einer Katze oder eines anderen Tieres wird.

        Und letztlich gilt es zu fragen: Was ist wohl beispielsweise das größere Übel für eine Antilope, für eine Gazelle oder ein Zebra: Gar nicht erst geboren worden zu sein oder schon sehr bald von einem Löwen lebendigen Leibes zerfleischt und aufgefressen zu werden? Und was ist wohl das größere Übel für einen Menschen: Gar nicht erst geboren worden zu sein oder blind, taub und stumm das Licht dieser Welt erblicken zu müssen und dazu verdammt zu sein, ein Leben führen zu müssen, was ganz gewiss kein sonderlich lebenswertes Leben ist und sein kann?

        Kurzum: Ich kann nicht so recht nachvollziehen, warum jener Antinatalismus für Dich offenbar so ein rotes Tuch ist und Du Dich so sehr dagegen sträubst, Dich zumindest ein klein wenig mit ihm anzufreunden. Bedenke bitte: Der Antinatalismus ist eine Moraltheorie, die etwas in Frage stellt, was den allermeisten Menschen „selbstverständlich“ erscheint. Aber dieser Schein trügt und deswegen empfinden die allermeisten Menschen diese Moraltheorie auch als Bedrohung für ihre bisher sorgsamst behüteten Ansichten, Anschauungen und Überzeugungen. Aber wer wirklich einmal tief in sich hineinhorcht und sich näher damit beschäftigt, wird eines Besseren belehrt, denn die Fakten sprechen einfach dafür und keineswegs dagegen.
        Mit lieben Grüssen an Dich – Wolfgang

    • Liebe Frau Kloos,

      anbei ein bisher unveröffentlicher Aphorismus von mir, der Ihnen vielleicht weiterhilft.

      Beste Grüße

      G.Bleibohm

      Z e r s t ö r u n g. – „Was du um dich siehst, wird bald zerstört und wer dieser Zerstörung zuschaut, wird selbst auch sehr bald zerstört und durch den Tod wird der älteste Greis mit dem Frühverstorbenen in denselben Zustand versetzt“. (Marc Aurel, Selbstbetrachtung, 9. Buch, 33)
      Die Existenz einer organischen Struktur wird von zwei gegenläufigen Kräften beherrscht, der Lebenskraft und der Zerstörungskraft.
      Die Lebenskraft, beginnend mit dem Moment der Zeugung, lässt in dem Organismus Form (Form sei im folgenden definiert als die äußere Gestalt, die eine organische Struktur annehmen kann), Struktur und intellektuelle Ausstattung entstehen. Der Lebenskraft wirkt vom ersten Moment der Wesensentstehung die Kraft der Zerstörung, der Auflösung und des Zerfalls, entgegen. Organische Strukturen sind nur in kleinen Zeitintervallen stabil, der ideale Gleichgewichtszustand nur von kurzer Dauer. Kippt das Gleichgewicht einer Komponente der organischen Struktur, folgt häufig ein Dominoeffekt. Als dessen Folge gerät das Gesamtsystem sukzessive aus dem Gleichgewicht und beginnt unterzugehen. Je komplexer ein System in Vernetzung, Verbindung und Abhängigkeiten mit Elementen gefüllt ist, desto weniger wird ein dauerhaftes Gleichgewicht für das Gesamtsystem zu erhalten sein und desto gefährlicher ist der Kippprozess eines Subsystems für das Metasystem.
      In der Wachstumsphase ist es für die Lebenskraft normalerweise ein Leichtes, die Angriffe der auflösenden Zerstörung abzuwehren, die entstehenden Wunden zu reparieren und zu heilen, so dass die Form meist in jugendlicher Makellosigkeit erscheint.
      Im Alter hingegen, wenn die Lebenskraft sich nicht mehr dem Aufbau, sondern nur noch der Abwehr der aller Orten immer stärker angreifenden internen und externen Zerstörungsprozesse widmen muss, gerät die Lebenskraft zusehends in die aussichtslose Position des Verteidigers gegen diese vehementen Angriffe. Die Kraft erlahmt, die Zerstörung behält die Oberhand, der Organismus geht zugrunde, er stirbt. Altern ist somit Zerfall der Form, Zerfall der Form ist geistige und / oder körperliche Einschränkung und Beschädigung. Beschädigung des Wesens bedeutet aber in der Endkonsequenz Leiden, aus geistiger und körperlicher Einschränkung folgt Freiheitsverlust. Die immanente Zerstörung betrifft Körper und Geist. Sie beinhaltet aber auch – zumindest beim Menschen – die Möglichkeit des freien, des freiwilligen Todes. Nur der Mensch hat dadurch die Fähigkeit das aufgezwungene Leben zu verlassen, das Diktat der Geburt aufzuheben.
      Die Lebenskraft ist dem Organischen immanente Auflehnung gegen Vernichtung. Sie führt einen Abwehrkampf gegen den Verfall, der aber immer verloren wird. Alles mündet nach einer individuellen Zeit in Vernichtung, Auflösung, Zerstörung, Verwesung. Die Lebenskraft schafft eine Form, die Zeit vernichtet die Form – zwangsläufig, immer, ohne Ausnahme. Die Zeit ist der Prozesstreiber der Zerstörung.
      Die Schaffung dieser Form geschieht durch ein oder mehrere Wesen, die mit der entstandenen Form existenziell nicht mehr verbunden sind. Der Zerfall, die Zerstörung betrifft aber immer die geschaffene Form selbst mit der Folge, dass der Schöpfer der Form nie am eigenen Leib den Untergang der von ihm geschaffenen Form erlebt. Der Schöpfer bleibt nur Beobachter. Überträgt man diese allgemeine Aussage auf menschliche Verhältnisse, entsteht folgender Ablauf. Eltern erzeugen ein Kind. Dieses Kind aber muss die ihm eigene Vernichtung durchleben und nicht die Eltern. Dieser Sachverhalt bedeutet ein irrwitziges Auseinanderziehen von Tat und Strafe, denn der Schöpfer ist Täter und die Folgen der Tat, die Strafe für seine Tat, muss ein anderer, nämlich der Erschaffene ertragen. Die Eltern erlauben es sich nicht, diesen Gedanken zu denken. Ihre Entscheidungswelt ist in diesem Punkt durch einen blinden „Denkfleck“ geschützt.
      Die Folgerung aus diesem Sachverhalt bedeutet, dass die Erzeugung von Leben die stillschweigende Zustimmung ist, den Untergang und den Tod des geschaffenen Lebens zu akzeptieren und seinen Vernichtungsweg bewusst zu wollen, denn jedes Leben endet naturgemäß in der Katastrophe des Untergangs, in der Grausamkeit der individuellen existenziellen Vernichtung. Leben erzeugen bedeutet, die Stafette der Wesenszerstörung aufrecht zu halten. Wer Fortpflanzung bei Tier und Mensch betreibt, verantwortet auch die Weiterexistenz von Leid, Angst, Untergang und Tod. Hieraus folgt weiter, dass das reflektierte eigene Leben nichts anderes ist, als die Beobachtung eines finalen Zerfallsprozesses, die Beobachtung der Vernichtung der eigenen Form.

  9. Marie-Thérèse Matrong:

    „Lieber Bernd, ich denke schon lange : wie schön es doch wäre, wenn kein leidendes Tier
    mehr auf der Welt wäre, ich könnte endlich mal wieder lachen und mich freuen, dass kein Tier mehr gequält werden kann. Und wie Deine Beispiele zeigen, ist die Natur gar nicht so schön wie immer behauptet wird, sondern grausam : hier auch ein Fall : ich wohne hier ländlich und gehe oft im Wald spazieren. Häufig werden z.B. auch arme Würmer von Ameisen langsam aufgefressen, sie winden sich, können aber nicht entkommen.“

    Liebe Marie-Thérèse, ich freue mich, daß Du die hohe Moral des Antinatalismus erkannt hast, denn die meisten Menschen sind so in ihrer kleinbürgerlichen Denkweise gefangen, daß sie mit Antinatalismus nichts anfangen können. Das ist in ungefähr so wie mit einem Bauern, der fest in christlicher Weltanschauung groß geworden ist, der 1750 lebte, und der von der Aufklärung seines Zeitgenossen Voltaire nichts verstehen konnte, da sie sein gesamtes Weltbild auf den Kopf stellte.

    Du triffst den Nagel auf den Kopf, wenn Du schreibst:

    “ Sehr geehrter Herr Dr. Bleibohm, Ihre Einführung in den Antinatalismus – Auszug aus „Fluch der Geburt“ ist bemerkenswert und müsste von allen
    Menschen gelesen werden. Leider würde die Mehrheit es noch nicht
    einmal verstehen.“

  10. Liebe Frau Kloos!

    Elke Kloos: „Die meisten Selbstmörder sind Männer…“

    Dieser Satz von Ihnen befremdet mich sehr, schon die Wortwahl „Selbstmörder“. In dem Satz schwingt mit, daß Sie Freitod als etwas schlechtes ansehen, so wie das die Kirche tut, die diskriminierend von „Selbstmord“ spricht, wohl wissend, daß Mord eine schlimme Sache ist und damit „Selbstmördern“ etwas unmoralisches angehangen wird. Leider haben sich in unserem Land die reaktionären Kräfte durchgesetzt, und der Gesetzgeber hat den selbstbestimmten Freitod, im Gegensatz zu der Schweiz und den Niederlanden, unmöglich gemacht. Menschen müssen bis zum bitteren Ende leiden, bis sie der Tod erlöst, werden gegen ihren Willen in Hospizen, Pflegeheimen und Krankenhäusern unnötigem Leid ausgeliefert. Wenn Männer mehr als Frauen, den selbstbestimmten Freitod wählen, dann ist das eine begrüßenswerte Entscheidung, die Mut und klares Denken voraus setzt, und sollte nicht negativ dargestellt werden.

    http://barrynoa.blogspot.de/2014/10/selbstbestimmter-freitod-udo-reiter.html

    Elke Kloos: „Männer üben die meiste Gewalt gegen andere Lebewesen aus!“

    Dieser Satz ist diskriminierend, treibt einen Keil zwischen Männern und Frauen und impliziert, daß Frauen die besseren Menschen wären. Es liegt im Wesen der kleinbürgerlichen Denkweise Sündenböcke zu suchen, die für eine Misere verantwortlich gemacht werden können. Das Naheliegendste, die Klassenunterschiede, die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, das klammert man geflissentlich aus, das würde ja auch an den Grundfesten des Kapitalismus wirklich rütteln. Der Mann ist nicht von Natur aus gewalttätiger. Was diesen Eindruck entstehen läßt, das sind die Religionen, die perverse Geschlechterrollen fordern, siehe nur den Islam, wo islamische Jungs in deutschen Freibädern sich nur in Badehose bekleidet unbeschwert tummeln und Mädchen, wenn überhaupt, dies nur im Ganzkörperanzug dürfen. Wo Religion überwunden wurde, da herrscht Gleichberechtigung, das war z.B. in der DDR der Fall. Dazu bedarf es aber nicht bürgerlicher Scheinideologien, wie der Matriarchatsbewegung oder eines Feminismus, alles Ausgeburten kapitalistischer Verwirrungsmache um die Massen vom Klassenkamp abzuhalten, ihren Aktionismus umzuleiten.

    Elke Kloos: „In der Natur gibt es zwei Seiten. Eine schöne und eine hässliche. Nur die hässliche Seite ständig anzuschauen ohne die Schöne zu betrachten ist zu einseitig.“

    Die „schöne“ Seite der Natur ist eine subjektive in den Augen von blauäugigen Menschen, die im Gesang eines Vogels klangvolle Musik hören, wo es doch in Wirklichkeit nur Revierabstecken gegenüber Konkurrenten ist. Wie oft erlaben sich Menschen an einer blühenden Wiese mit summenden Insekten, an der Schönheit einer Libelle. Daß diese Libelle andere Insekten bei lebendigem Leibe frißt, das blenden diese Schöngeister aus. Was Schöngeister als „schöne Natur“ ansehen, ist in Wirklichkeit ein einziger erbarmungsloser Überlebenskampf ohne Gnade, ohne Schmerzstillung!

  11. Obwohl ich selbst ja da oben deutlich geschrieben habe, dass es besser fuer die Lebewesen waere, sie seien nicht geboren und nun gleich noch beifuege, dass es wohl das beste waere, der ganze Planet sei gar nie in seine Existenz gekommen, muss ich doch dem nihilistischen Wind, der da oben weht, widersprechen und Elke Recht geben! Es ist nicht alles nur Zweck, sondern auch Schoenheit, sonst koennte der Mensch sie nicht erkennen!

    ‚Waer das Aug nicht sonnenhaft, es koennt die Sonne nicht erkennen‘ – Johann Wolfgang von Goethe – und Goethe meint hier die ‚Innere Sonne‘!

    Aber es war ja auch Goethe, der schrieb: ‚Wer Tiere quaelt ist unbeseelt und GOTTES (ja lieber Wolodja) guter Geist ihm fehlt! Mag noch so vornehm drein er schauen, man sollte niemals ihm vertrauen‘! Ich hoffe doch sehr, dass Goethe, der grosse deutsche Dichterfuerst, (viele deutsche Dichterfuersten bleiben zur Zeit nicht mehr – echt deutsche, meine ich) nicht auch noch als Froemmler abgetan wird. Aber dann kann ich ja auch noch im Notfall Shakespeare zitieren, oder Dante, oder Justinus Kerner (Das Kaelbchen-Gedicht, das beruehmte)! Aber ich glaube, so viele ‚Froemmler‘ vertraegt dieser Blog gar nicht!!!

    Der lange Rede kurzer Sinn: ich habe hier Leute zitiert, das ist wohl jedem klar denkenden Menschen bewusst, meine persoenliche Meinung dazu: niemals Zitate anderer Leute in jene hineininterpraetieren, die sie aufsetzen, denn jene denken vielleicht ganz anders! Meine Meinung kam hier oben in meinem ersten Statement klar zum Ausdruck, aber wir sind hier Leute aus ganz unterschiedlichen geistigen Welten und ich stelle mich frontal gegen eine nihilistische Weltschau, die weder etwas bringt, noch veraendert. Deshalb werde ich hier nachstehend wahrscheinlich vom lieben Bloginhaber gleich wieder mit einem Bergsturz beglueckt und bin deshalb der Meinung, dass ich doch zu guter Letzt hier nichts mehr verloren habe! Dies ist niemandes Schuld, aber wir sind zu verschieden – NUR NEGATIV MALEN IST NICHT MEIN STIL!

    Liebe Gruesse Eure Siraganda im Tierschutz

  12. Fortsetzung meines obigen Textes:

    Lieber Wolodja,

    ich habe jetzt heute noch die ganze Geschichte auf dieser Antinatalismus-Seite mitverfolgt und einen Kommentar aufgesetzt! Fuer mich ist dieser Blog ganz einfach viel zu nihilistisch und ich KANN SO NICHT WEITERMACHEN! So einfach ist das – das macht mich gemuetskrank! Und wenn Du ein fairer ganzer Mann bist, laesst Du mich friedlich ziehen, ohne mich weiter unter Druck zu setzen oder mit irgendwelchen Dingen zu erpressen! Sonst bist Du ja ein Quaeler und nicht ein Schuetzer! Versteh meine Position: dieser Nihilismus macht mich krank, er nimmt mir die Inspiration und die Kraft, das ist, als ob ein Stahlautomat dauernd im Gleichtakt auf meinen Kopf schlaegt! Da bleibt nichts mehr uebrig fuer schoene Reportagen, sich freuen an irgendwelchen Geschoepfen und einen Festtags- oder Geburtstagsgruss senden, da bleibt nur ein gaehnendes schwarzes Loch!

  13. Liebe Siraganda!

    Du erwähnst Goethe mit „Waer das Aug nicht sonnenhaft, es koennt die Sonne nicht erkennen“. Goethe war ein Glükskind unter der Sonne, ihm ging es in allen Dingen gut, er war nie krank und hatte bis zum Schluß ein angenehmes Leben. Die Schattenseiten des Lebens hat er sträflich ausgeklammert, er besuchte noch nicht einmal Kranke, wollte von Krankheiten nichts hören. Ja, er ist ein großer Dichter, aber wer die Schattenseiten nicht kennt, sie ausklammert, der kann nicht mitreden. Noch im hohen Alter hat er sich in eine Jugendliche verliebt, ein Glückskind wie es nur ganz wenige gibt. Wie anders das Schicksal des großen Dichters Georg Trakl, der nur die Schattenseiten des Lebens kennenlernte, wie viel realistischer sind doch dessen Gedichte als die künstlichen Gedichte eines Goethe.

    Du schreibtst: „NUR NEGATIV MALEN IST NICHT MEIN STIL!“

    Das kann ich verstehen, kein Mensch schaut der Realität gern ins Gesicht, lieber macht er sich was vor und lebt in Illusionen, nicht umsonst ist das grandiose Buch Kohelet (Prediger Salomo) kein Allgemeingut der Gläubigen geworden mit seinem „Alles ist Eitelkeit und ein Haschen nach Wind“! Die Flucht aus der Realität, auch die Flucht in die Religion, ist ein verzweifelter Versuch dem eigenen letztendlich sinnlosen Haschen nach Wind zu entgehen. Ich kann Dich da verstehen, daß Du lieber die Realität ausklammerst, aber nihilistische andere Meinungen wirst Du doch wohl aushalten können???

    Also nur deshalb sich aus dem Blog zurück zu ziehen, das ist doch einer Kämpfernatur wie Dir wesensfremd, oder? Du wirst hier gebraucht, als Beitragsschreiberin und Kommentatorin, also nur deshalb die Flinte ins Korn werfen, weil es auch hier antinatalistische Stimmen gibt?

    Was soll ich denn da sagen? Soll ich deshalb mit keinem mehr auskommen, nur weil es wenige gibt die meine Weltanschauung teilen, nur deshalb nicht mit Dir kommunizieren, weil Du mit Enver Hoxha nichts anfangen kannst, Du keine antirevisionistische M/L-Revolutionärin bist, sondern auf der anderen Seite der Klassenkampf-Barrikade stehst?
    Also. das kann man nicht erwarten, daß alles nach den eigenen Ansichten glatt geht.

    Also, sein keine Mimose, sondern bleib und schreib wie gehabt, der Blog braucht Dich und ich bin schon gespannt auf morgen, denn am Sonntag ist ja immer ein guter Blogbeitrag von Dir im Wolodja-Blog drin!

    Dein Bernd

  14. Lieber Bernd,

    mein Zweitname ist uebrigens Mimosa, genannt nach meiner Mutter!

    Das Problem hier ist, dass ich mich frage, ob denn der poetische, intellektuelle, kuenstlerische, historische, psychologische oder eben auch religioese Aspekt im Tierschutz auf diesem Blog ueberhaupt noch willkommen oder ernst genommen wird, denn dies ist meine Welt und nicht die dialektische, die einfach nur immer feststellt: es ist schlimm,furchtbar, entsetzlich, (den Ausdruck ‚kriminell‘ habe ich vor Jahren eingefuehrt, den gab es vor 20 Jahren noch nicht, das getraute sich keiner, Tierquaelerei als kriminell zu bezeichnen! Ich wiederholte dieses Wort immer und ueberall so oft, bis es einriss, genauso wie den Begriff ‚Tortura no es Cultura‘, den ich damals als erste in Barcelona’s Gassen schrie! Dann kam das Echo der anderen und heute nennt sich sogar eine grosse Tierschutz-Organisation so). Ich kann und will nicht, wie ein Chamaeleon dauernd die Farbe wechseln, nur damit es den anderen in den Kram passt – oder ich werde mit entsprechenden Gegentexten abgestraft! Ich kaempfe fuer die Tiere, so wie ich dies kann und die Kraft habe! Ich glaube, das beste wird sein, dass ich halt eben doch eines Tages den Schritt zum eigenen Blog machen muss, um das auszudruecken, was mir wirklich auf dem Herzen liegt. Aber ich Weiss, was da fuer eine Verantwortung auf mich zukommen wird, denn der Bloginhaber ist fuer den Inhalt verantwortlich! Es stehen ja noch einige Vortraege von mir an, welche ich eigentlich wegen dem negativen Tenor, der hier herrscht, nicht mehr aufsetzen wollte, aber ich habe nun diesbezueglich noch einmal meine Meinung geaendert und wir werden sie Dir zuliebe und den Freunden zuliebe noch aufsetzen! In der Zwischenzeit ueberlege ich mir, wie es weitergehen soll!

    Inzwischen liebe Gruesse an Dich von Siraganda (Claudia-Mimosa)

    • Siraganda:

      „…aber ich habe nun diesbezueglich noch einmal meine Meinung geaendert und wir werden sie Dir zuliebe und den Freunden zuliebe noch aufsetzen! In der Zwischenzeit ueberlege ich mir, wie es weitergehen soll!“

      Das läßt hoffen! Es wäre doch zu schade, Deine sonntäglichen Vorträge hier nicht mehr lesen zu dürfen, liebe Siraganda.

      Es gibt auch wichtigeres im Leben als sich wegen verschiedener Meinungen die Köpfe verrückt zu machen. Die Sorgen, die wir uns hier machen, von denen könnten Tiere nur träumen. Bei denen geht es stündlich, ja minütlich um die Existenz, das sehe ich bei „meinen“ Raben. Besonders der auf einem Bein hüpfende, behinderte Jungvogel, von dem ich neulich hier berichtete, ist mir ans Herz gewachsen und ich freue mich über jeden Tag den er überlebt. Wie die anderen Raben täglich stundenlang auf den Auenwiesen nach Futter suchen, das kann er ja nicht und so ist er gänzlich auf mich angewiesen. Schon früh um 6 Uhr weckt er mich, noch bevor ich die Hühner aus dem Stall lasse, und bettelt um Futter. Ich darf nun bloß nicht gesundheitlich ausfallen, dann wäre es um den Raben geschehen.

      Schlimm dieses Schicksal dieses Raben, die Natur ist in ihrer Brutalität und Ungerechtigkeit einfach nur abstoßend. Großartig wie das Voltaire um 1750 schon so sah, wie er in seiner bekannten ironische Sprache von „der besten aller Welten“ schrieb. Moderne Literatur verschmähe ich, dagegen nehme ich die gesammelten Werke von Voltaire immer gern zur Hand – und dies, oder gerade, weil er ein Nihilist war.

      Liebe Siraganda, bitte lies doch mal diesen meinen Blogbeitrag aus dem Jahre 2014, damals kannte ich das Wort Antinatalismus noch gar nicht, aber unbewußt vertrat ich schon diese Anschauung:

      http://barrynoa.blogspot.de/2014/05/hinterfragte-naturschonheit.html

      Viele liebe Grüße

      Dein Bernd

      • Lieber Bernd,

        Dein kleiner Rabe hat es mir angetan, hoffentlich kommt er durch – dabei wuensche ich Dir viel Kraft und Durchhaltevermoegen beim Fuettern!
        Dein Bericht ueber die hinterfragte Naturschoenheit besticht durch die Schoenheit der Blume, die Du so trefflich fotografiert hast!

        Voltaire ist ein Liebling von mir, obwohl Nihilist, ich muss aber im selben Atemzug Elke Recht geben und verstehe sie! Sie spricht mir aus dem Herzen! Wir werden sehen, wie sich die Dinge jetzt weiterentwickeln, dass noch weiter Aufsaetze von mir erscheinen liegt daran, dass diese bereits bestehen, denn ich habe da vorgesorgt und es waere schade, sie im Sande versickern zu lassen und die reichen ja noch eine zeitlang vor! Aber vom Nihilismus kann ich mich tatsaechlich nicht inspirieren lassen, denn was soll man denn dazu noch schreiben, als immer wieder die gleiche Jammergeige ertoenen lassen – nuetzen tut sie nichts! Allerdings nuetzt den Tieren auch die Kunst und Philosophie nichts. Ja es ist eine traurige Tatsache, dass wir im Tierschutz staendig auf der Stelle treten – und nicht nur im Tierschutz! Die Welt geht rueckwaerts bergab – die totale Devolution! Wenn man aber das Gute in der Welt ueberhaupt nicht mehr beachtet, und nur noch schwarz sieht, alles einem mechanistischen Perpetuum Mobile ohne Herz und Seele anheimstellt, und alles als missglueckten Zufall betrachtet, schwindet der letzte Funke von Inspiration und der letzte Wind verlaesst die Segel…

        Habe eben auf einer Schweizer Nachrichtenseite einen Bericht ueber einen ‚laermenden Schlachthof‘ (man hoert die Tiere schreien) gelesen mit 500 Kommentaren! Nun bin ich total ernuechtert, denn bisher dachte ich immer, dass Frankreich in der Steinzeit lebe, aber in Frankreich sind bei 500 Kommentaren praktisch 90 Prozent pro Tier oder sogar vegan, in der Schweiz haben sich so gerade mal 6-7 Personen von den 500 fuer die Tiere und den Vegetarismus ausgesprochen, der Rest checkt nicht mal das Tierleid, sondern faselt von tausend anderen Sachen! Kaum zu glauben, aber wahr – die Schweiz lebt in der Steinzeit und nicht Frankreich! Unfassbar und revoltierend! Schande ueber dieses felsenverklemmte kleine Jodlerlaendchen, dem ich schon lange den Ruecken gekehrt habe, wohl nicht zu Unrecht, wie ich sehe!

        Und somit ganz liebe Gruesse an Dich – Deine Siraganda im Tierschutz

      • Liebe Siraganda,
        auch wenn Deine Antwortzeilen an Bernd gerichtet sind, so erlaube ich mir dennoch, folgendes anzumerken: Bei Bernd Nowacks Bericht steht weniger die Schönheit jener Blume zur Debatte, sondern vielmehr die Grausamkeit der sogenannten „wunderschönen“ Natur gegenüber dem abgebildeten und von Bernd Nowack vergrößerten Käfer. Irgendwie schade und weniger schön, dass Du einerseits über diesen Käfer, dessen Dasein durch den einsetzenden Regenfall keine Chance zum Überleben hatte, kein einziges Wort verlierst, jedoch andererseits dem Antinatalismus den Krieg erklärt hast, was sich auch in Deinen Worten widerspiegelt, dass Du Elke nur zustimmen könntest und sie aus Deinem Herzen sprechen würde.

        Leider spricht mein Herz diesbezüglich eine ganz andere Sprache, denn Fakt ist doch wohl eines: Was die Moraltheorie des Antinatalismus betrifft, so hat der Mensch die Wahl, dieser Moral-Auffassung entweder zuzustimmen oder sie rigoros abzulehnen. Und diesbezüglich spielt es natürlich auch eine keineswegs unbedeutende Rolle, auf welcher Seite des Lebens man sich Zuhause fühlt, nämlich ob man auf der Sonnen – oder Schattenseite des Lebens sein schönes bzw. jämmerliches Leben fristen muss.

        Ist doch irgendwie logisch und einleuchtend, dass besonders all jene Menschen, denen es vergönnt ist, ein gutes, angenehmes, ein weniger ärmliches und auch nur einigermaßen glückliches Leben führen zu können, mit dem Antinatalismus nichts anzufangen wissen und ihn als eine Bedrohung für ihr gemütliches und sorgloses Dasein empfinden. Und ebenso logisch und einleuchtend ist es, dass sich zum Beispiel ein Obdachloser, ein unheilbar kranker oder zeitlebens an den Rollstuhl gefesselter Mensch irgendwann einmal wünscht, besser niemals geboren worden zu sein und daher sein Lebensschicksal auch als einen Fluch zu betrachten und zu empfinden beginnt.

        Du kannst Elke gut verstehen und sie spricht Dir also aus Deinem Herzen? Oh, wie nett von Dir, aber dieses Verständnis für Elke vermag ich leider nicht mit Dir zu teilen, denn wenn Elke schreibt, dies sei hier in diesem Blog ihr allerletzter Kommentar gewesen und sich somit aus diesem Blog verabschiedet hat, dann gebärdet sie sich betreffs dieser Entscheidung doch geradewegs so, als ob mein Blog vor lauter Antinatalismus und auch Nihilismus nur so strotzen würde, was jedoch keineswegs der Fall ist.

        Aber auch Du machst es mir sehr, sehr schwer, Dich zu verstehen und zu begreifen, weil Du Dich allzusehr oft in Widersprüche und Ungereimtheiten verstrickst, die Dir offenbar gar nicht bewusst sind. Einerseits wendest Du Dich mit aller Schärfe und Entschlossenheit gegen jeglichen Nihilismus und andererseits schreibst Du hier in Deinem obigen Kommentar, das der „Nihilist“ Voltair zu Deinen „Lieblingen“ gehören würde. Sorry, liebe Siraganda, aber das passt nun wirklich nicht zusammen und man kann nicht auf zwei verschiedenen Hochzeiten gleichzeitig das Tanzbein schwingen.
        Mit dennoch lieben Grüssen trotz aller Meinungsverschiedenheiten – Wolfgang

  15. Der Nihilismus ist nicht mein Ding, er ist zu utopisch. Ich habe keinerlei Todessehnsucht und möchte mein restliches Leben nicht nur mit negativen Dingen verbringen. Ich lebe gerne!!! Dass die Natur so ist wie sie ist, habe ich nicht zu verantworten. Ich habe nur zu verantworten, was ich selber mache.
    Wie soll die endgültige Beendigung allen Lebens überhaupt aussehen? Am besten die Erde löst sich mit einem Schlag in Wohlgefallen auf. Dies wird sie aber nicht tun. Unsere Lebensspenderin, die Sonne ist noch zu jung. Ansonsnsten ist der Mensch doch ohnehin dabei diese Erde zu vergiften, zu vermüllen usw. Soll ich dabei stillschweigend zusehen, in der Hoffnung, dass dann alles Elend auf diesem wunderschönen Planeten beendet ist? Nein, das werde ich nicht. Selbst wenn die Menschheit es schafft sich und die meisten anderen Lebewesen zu vernichten, gibt es keine Garantie dafür, dass das Leben sich nicht wieder auf´s Neue durchsetzt. Leben will nur eines: „Leben!!!!!!!“
    Ob das den Anhängern des Nihilismus nun passt oder nicht.

    Dies ist mein letzter Kommentar auf diesem Blog.

    • Elke: „Dies ist mein letzter Kommentar auf diesem Blog.“

      Ja, so schnell kann jede anfangs noch so gute Freundschaft und auch tierschutzbedingte Verbundenheit nur wegen unterschiedlicher Auffassungen und Meinungen zerplatzen wie eine Seifenblase, die sich urplötzlich in Luft auflöst. Also möge jeder bisherige treue und auch fleißige Kommentator, der beabsichtigt, dem Beispiel von Elke eventuell zu folgen, mit seiner jeweils eigenen und anderen Denk – und Sichtweise hoffentlich selig werden und auch „selig“ bleiben. Und ich kann hierzu abermals nichts anderes sagen als das, was ich auch bereits schon einer anderen Tierfreundin klar und deutlich sagte:

      Wer mit mir und meinem Blog nicht mehr klar kommt und sich daher aus meinem Blog zu verabschieden gedenkt, der möge sich verabschieden, denn ich bin nicht der Typ und ein solcher auch noch niemals gewesen, der seinen Freunden hinterher rennt, sobald diese an einer weiteren Freundschaft kein Interesse mehr bekunden. Wer die Tür hinter sich zuschlägt, der schlägt sie eben zu, denn mit meinen 64 Jahren habe ich schon längst gelernt, mit derartigen Ereignissen und Enttäuschungen zurechtzukommen und zu leben, weil das Leben – wie es Elke immer so schön sagt – nur eines will, nämlich: „Leben!!!!“

  16. Liebe Elke Kloos!

    Elke Kloos:

    „Der Nihilismus ist nicht mein Ding, er ist zu utopisch. Ich habe keinerlei Todessehnsucht und möchte mein restliches Leben nicht nur mit negativen Dingen verbringen. Ich lebe gerne!!! Dass die Natur so ist wie sie ist, habe ich nicht zu verantworten.“

    „Ich lebe gerne!!!“ Das haben sie mit 3 Ausrufezeichen versehen!!!

    Dann sind Sie in der glücklichen Lage, finanziell, gesundheitlich und gesellschaftlich bestens beschenkt zu sein, eine Wohlstandsbürgerin, höchstens mit Wohlstandssorgen. Das ist klar, daß Sie sich in die Lage von Obdachlosen, Krebskranken, Gelähmten, Einsamen und, und, und nicht hinein versetzen können und den Antinatalismus und Nihilismus für sich ablehnen.

    Auch das Hineinversetzen nützt nichts, noch nicht einmal eine Woche Obdachlosigkeit ausprobieren, so wie das Reporter machten, weil sie im Hinterkopf immer die Aussicht hatten, daß dies ja nur vorüber gehend sei. So wie die Königin Marie Antoinette nicht begriff was Hunger ist, und daß ein Großteil ihrer Untertanen Hunger litt (Als sie mal durch Paris gefahren wurde, sah sie Menschen nach Brot betteln und meinte, wenn es denn doch gerade kein Brot gäbe, so sollten diese Menschen sich doch mit Kuchen begnügen!), so wird ein Wohlstandsbürger nichts von Antinatalismus wissen wollen. Das ist nicht zu ändern.

    Komisch nur, noch vor kurzer Zeit schrieb Siraganda solchen Typen folgendes ins Stammbuch und nun hat sie eine ganz andere Meinung?

    Siraganda:

    „Ich jedenfalls bin nicht gluecklich in meinen taeglichen Taetigkeiten (schlafen, essen, trinken, gehen, reden, atmen usw.) im Bewusstsein, dass gleichzeitig andere fuehlende Wesen Todesqualen leiden, weil mein menschliches Gewissen mir dies immer wieder in Erinnerung ruft! Mein Glueck bleibt besudelt und unvollstaendig (unheil). Der wahre erwachte und achtsame Mensch kann nur vollstaendig (heil) werden, wenn er das Glueck und die Unversehrtheit der anderen fuehlenden Wesen miteinschliesst! Solange dies nicht geschieht bleibt auch diese Erde unheil und verwundet – und der Mensch wird nie Ruhe, Frieden und Glueck finden, sondern Armut, Korruption und Krieg werden weiter als Geschwuer an ihm nagen, bis auch noch der letzte Rest an Integritaet zum Teufel sein wird!“

  17. Liebe Siraganda!
    Ich werde aus Dir nicht schlau! Noch am 16. Juli schriebst Du:

    „Falls es das Untier Mensch in tausend Jahren noch gibt (was ich nicht hoffe, aber befuerchte) so wird seine Bestialitaet eine Dimension erreicht haben, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen koennen, denn da schiebt offenbar keine hoehere Instanz den Riegel vor!“

    Du hoffst also, daß der Mensch ausstirbt, in tausend Jahren nicht mehr existiert! Also wenn das kein Nihilismus ist, dann weiß ich nicht! Diesen starken Nihilismus kann man nicht mal bei Dr. Bleibohm lesen. Und dann wetterst Du, daß Du bei dem vorherrschenden Nihilismus hier im Wolodja-Blog nicht mehr anwesend sein kannst, wo Du doch selbst in vielen Beiträgen und Kommentaren immer und immer wieder zutiefst nihilistisch schriebst?

    Auch Deine religionskritischen Beiträge hatten es in sich und ließen an Schärfe nichts zu wünschen übrig. Erst neulich schriebst Du:

    „Fazit: Religionen sind hoechst gefaehrlich“!

    Nun auf einmal diese Kehrtwende? Du bemängelst, daß Du nicht religiöse Themen anschneiden darfst? Wie mir bekannt ist, hat Wolfgang nichts dagegen, wenn Religion behandelt wird, in der Form der Religionskritik oder in der Form der Geschichtswissenschaft.

    Was denn nun? Stehst Du noch immer zu Deinem Wort, daß Religionen höchst gefährlich sind, oder bist Du jetzt anderer Meinung, bist selbst gar religiös (Hare-Krischna oder so) und willst Dich nicht verstellen? Das kann ich verstehen, wenn Du im Grunde Deines Herzens religiös bist und mußt Dich hier verstellen, das ist eine unhaltbare Sache. Aber was Deine eigentliche Meinung ist, das ist mir ein Rätsel. Ich hatte den Eindruck,nach Deinen scharfen Polemiken gegen Religionen (ganz krass Dein Verachtungsbeitrag über den Papst Franziskus, wo Du uns das aus dem Italienischen übersetzt hast), daß Du nicht religiös bist, bzw. nicht mehr bist! Nun die Kehrtwende?

    • Lieber Bernd,

      es kommt gleich eine entsprechende Erklaerung von mir ueber das ganze, welche ich an Wolodja geschickt habe!

      LG Siraganda

    • Liebe Marie-Therese, vielen Dank für diese Lorbeeren, die ich aber nicht verdient habe, denn ich bin nur ein Mensch wie jeder andere auch, ein Mensch mit vielen Fehlern und Schwächen, jedoch andererseits auch mit einigen Stärken und Tugenden.
      Liebe Grüsse an Dich – Wolfgang

  18. Unverständlich, dass diese letztlich theoretisch-philosophische Abhandlung „Ist Vegetarismus ein Antinatalismus?“, wie hier von Karim Akerma, zu solchen Animositäten auf diesem Blog führen konnte.

    Das ist doch alles „Streit um des Kaisers´s Bart“.
    Es ist wie es ist. Zweifellos traurig – für viele Menschen und noch mehr tierische Mitgeschöpfe. Doch die Sonne dreht sich weiter, gleich ob wir lachen oder weinen.

    Jeder hat einen eigenen Kopf auf den Schultern, mit eigenen Gedanken darin. Und jeder sollte nach seiner eigenen Fasson glücklich, oder auch unglücklich sein Leben gestalten (können) , solange er sich an dem so genialen kleinen Spruch „Was du nicht willst das man dir tu´, das füg auch keinem andern zu“, orientiert.

    Letzteres positive Lebensmotto kann wohl allen Kommentarschreibern zu diesem Beitrag unterstellt werden.

    Es kann und darf aber nicht sein, dass wir – angesichts des gigantischen Elends in der Welt – mit theoretischen Rechthabereien Kraft und Zeit verschwenden. Auch sollten wir uns nicht enttäuscht vom Wolodja-Blog zurückziehen.

    Also abhaken, diese fruchtlose Diskussion, sie bringt uns bei all den grausigen Welt-Ereignissen nicht weiter. Jeder hat nun seine Ansichten eingebracht, konzentrieren wir doch jetzt unsere Energien pragmatisch wieder auf das Alltagsgeschehen – auf all das Tierelend und auf das unselige Tun unserer Politikermischpoke…
    Da gibt´s genug zu tun!

    • Sehr geehrter Herr Dittmann,
      herzlichen Dank an Sie für dieses hervorragende Statement!!!
      Mit lieben Grüssen – Siraganda

  19. Ich stimme Karim Akerma in allen Punkten voll zu. Ich halte nichts, wie er, von Naturfreunden, welche die Natur als gutes System ansehen, die nur sich für die Abschaffung der Tierausbeutung durch den Menschen einsetzen, die meinen, mit dem menschlichen Veganismus wäre die Welt okay!

    Akerma denkt über den menschlichen kleingeistigen Tellerrand hinaus. Ein wichtiger Satz von ihm:

    „Ist für den ethischen Vegetarismus der Grundsatz maßgeblich, dass es möglichst wenige leidende Tiere geben soll, so spielt es keine Rolle, ob das tierliche Leid von Menschen oder anderen Tieren, Parasiten oder durch Krankheiten verursacht wird. Zwar hinterlassen manche Raubtiere bei uns Menschen einen starken ästhetischen Eindruck; bei ihren Jagdopfern bewirken sie Panik, sie hinterlassen schwere Verletzungen und Schmerzen. Bekanntlich ist nicht jede Jagd erfolgreich, und manche Räuber, wie Hyänen, fressen ihre Opfer bisweilen bei lebendigem Leibe auf, ohne sie zuvor zu töten. Wenn wir wollen, dass es wunderbar anzusehende Tiger oder Löwen gibt, so wollen wir zugleich, dass sie sich artgemäß ernähren – was für ihre Beutetiere nichts Gutes verheißt.“

  20. Dr. Gunter Bleibohm schrieb am 13. August in diesem Thread, den Satz:

    „Wer Fortpflanzung bei Tier und Mensch betreibt, verantwortet auch die Weiterexistenz von Leid, Angst, Untergang und Tod.“

    Ein Satz der es verdient, besonders hervor gehoben zu werden!

  21. Ja, so ist es, lieber Bernd. Dass alle Tiere aussterben würden ist schon sehr lange ein Traum
    von mir, und wird auch leider ein Traum bleiben. Wenn ich richtig informiert bin, werden täglich zweihunderttausend neue Menschen geboren, ein schrecklicher Gedanke!
    Es gibt viele intelligente Menschen, aber nur wenige setzen ihre Intelligenz vernünftig um.
    Wie z.Bsp. neulich Bill Gates – einerseits ein sehr intelligenter Mensch, andererseits auch wieder nicht- der 100.000 arme Hühner nach Mali geschickt hat, selbstverständlich für die Käfig Haltung und zum Fressen qualvoll ermordet!
    Und so gäbe es viele weitere Beispiele.
    Ich wundere mich oft über die blöden Kommentare von angeblich intelligenten Menschen, ganz besonders wenn es um Tierschutz-Themen geht. Da ist alle „Intelligenz“ in Dummheit übergegangen.

    • Lieber Bernd, betreffs des Antinatalismus – der einzigsten realistischen Möglichkeit, jegliches menschliche sowie auch tierische Leid auf dieser Erde einzudämmen und drastisch zu mindern – kann ich Dir nur zustimmen und auch das von mir nachfolgend nochmals eingefügte Gedicht dieses mir bisher unbekannten Dichters Albert Traeger hat mich daher auch sehr berührt und angesprochen. Hier ist es noch einmal für alle Leser, die – aus welchen Gründen auch immer – Deinen Link eventuell nicht aufgerufen haben und denen somit die sehr lesens – und auch nachdenkenswerten Worte und Zeilen dieses Dichters entgangen sind:

  22. Betreffs des Antinatalismus seit Ihr mir bisher die Antwort schuldig geblieben, wie das Ganze von statten gehen soll. So wie ich das sehe geht das nur mir imensem Leid, vor allen Dingen für die Tiere, da die Dornenkrone bestimmt nicht ohne sich zu wehren das Feld räumen wird. Seinen unendlichen Zorn werden vor allen Dingen die zu spüren bekommen, die sich nicht wehren können.

    • Liebe Elke,
      da Du gerne eine Antwort darauf haben möchtest wie dieser Antinatalismus von statten gehen soll, so sei meinerseits hierzu in puncto verbrecherischer Massentierhaltung folgendes Beispiel angemerkt: Brütereien für die Hühnermast und Eierindustrie sollten verboten werden und hinfort einer schändlichen Vergangenheit angehören, denn all das Leben, welches hier das Licht der Welt erblickt, ist nie und nimmer LEBEN, sondern ein von der Bestie Mensch vorprogrammierter und festgelegter Weg in eine Hölle des Grauens. Das gleiche gilt ebenso für die künstliche Besamung von Sauen: Warum Leben „produzieren“, welches für die betroffenen Tiere alles andere als ein artgerechtes und lebenswertes Leben ist, sondern gleichermaßen und abermals nur mit einer Hölle des Grauens und Leidens charakterisiert werden kann?

      Neben diesen beispielhaften Ansätzen sollten wir uns aber auch darüber im Klaren sein, das Antinatalismus nicht etwa das Auslöschen jeglichen existierenden Lebens einfordert, sondern lediglich eine Moral-Theorie und Philosophie ist, die der menschlichen sowie auch tierischen „Reproduktion“ kritisch und ablehnend gegenübersteht. Und an dieser kritischen und ablehnenden Position gegenüber der ständigen und vor allen Dingen auch mehr und mehr zunehmenden Reproduktion menschlichen sowie auch tierischen Lebens habe ich persönlich weder etwas zu bemängeln noch auszusetzen.

      Ganz im Gegenteil:
      So entstehen z. Bsp. angesichts der gigantisch zunehmenden Überbevölkerung auf unserer Erde immer mehr Hungersnöte und auch Umweltprobleme auf unserem blauen Planeten und meines erachtens nach ist es blauäugig und unrealistisch, auch nur im entferntesten anzunehmen und darauf zu spekulieren, dass wir sogenannten „Schöpfungskronen“ all die damit auf uns zukommenden Probleme schon irgendwie geradebiegen und in den Griff bekommen werden. Ich möchte jedenfalls nicht in der Haut nachfolgender Generationen stecken, denen wir als jetzt lebende „Erdlinge“ eine Erde hinterlassen werden, die schon längst unter der Knute des nimmersatten, profitgierigen und skrupellos egoistischen Menschen unüberhörbar laut stöhnt und ächzt, dass sich sozusagen die Balken biegen.

      Und nochmals: Antinatalismus bedeutet nicht das Auslöschen bereits existierenden Lebens, sondern lediglich die Einschränkung bzw. berechtigte Kritik gegenüber verantwortungsloser Reproduktion menschlichen und tierischen Lebens. Und jeder Mensch, der verständlicherweise menschliches Leben befürwortet, sollte aufgrund dieser Befürwortung dann aber auch dazu bereit und willig sein, auf die Anschaffung mehrerer Kinder zu verzichten und somit den Familienzuwachs zu begrenzen, denn dies ist der einzig gangbare Weg für ein Überleben der Menschheit, weil die Ressourcen der Erde einerseits beschränkt sind und uns Menschen andererseits leider auch keine weitere bzw. zweite Erde zur Verfügung steht.

      Das Gegenteil von Antinatalismus ist übrigens der Pronatalismus und jegliche pronatalistische Politik verfolgt genau das Gegenteil, indem sie ein Schrumpfen der Bevölkerung zu verhindern bzw. das Wachstum der Bevölkerung zu steigern bemüht ist. Und besonders verhängnisvoll ist und bleibt alles pronatalistische Denken und Handeln auch betreffs der Tierwelt, für deren unendliches Leid und Elend in den KZ-Massentierhaltungsfabriken, Tierversuchsanstalten und et cetera letztlich nur wir Menschen verantwortlich sind.

      Kurzum: Wir haben die Wahl, an welch einem Ufer wir stehen wollen und welch eine Politik wir zu befürworten bzw. abzulehnen gedenken: den Antinatalismus oder den Pronatalismus? Doch diese Entscheidung muss jeder für sich selbst treffen – eine Entscheidung, die ich längst schon hinter mich gebracht habe, denn was ist – um nochmals nur ein einziges Beispiel anzuführen – wohl oder übel die bessere Alternative für ein Küken in der Fleisch – und Eierindustrie: aus dem Ei zu schlüpfen oder besser gar nicht erst das Licht dieser grausamen Welt erblicken zu müssen?

      Mit lieben Grüssen an Dich – Wolfgang

  23. Liebe Elke!

    Ich sehe den Antinatalismus nur politisch durchsetzbar! Im jetzigen kapitalistischen System muß eine Bewußtseinsänderung bewirkt werden, so daß die Volksvertreter Gesetze verabschieden, wo im ersten Schritt alle tierischen Produkte verteuert werden und vegane Produkte subventioniert werden. Damit wird die Nachfrage gedrosselt und Brütereien, Abferkelanlagen, und Kälbchen“produktion“ können schrittweise geschlossen werden. Wenn z.B. aus Eiern keine Hühner mehr ausgebrütet werden, wird auch das milliardenfache Tierleid zahlenmäßig reduziert werden.

    Bei Menschen muß im ersten Schritt die 1-Kind-Ehe propagiert werden. Wer mehr Kinder in die Welt setzt, muß steuerlich bestraft und gesellschaftlich geächtet werden. Im zweiten Schritt Propagierung der 0-Kinder-Ehe durch Volksaufklärung schon ab dem Kindergarten. Über nur wenige Generationen wird die Menschenpopulation sich drastisch verringern, dies kann auch, wie bei Tieren, durch Einsatz von Verhütungsmitteln geschehen, welche die Wissenschaft entwickeln sollte, solche Verhütungsmittel, die auch bei Wildtieren eingesetzt werden können.

    Im derzeitigen kapitalistischen System wird das konsequent schwer durchsetzbar sein, dazu bedarf es einer kommunistischen Regierungsform, die im Gegensatz zu den bisher bekannten sozialistischen Regierungsformen stark antispeziesistisch und antinatalistisch ausgerichtet sein muß.

    Liebe Elke, ich sehe das auch so, wie Du, daß es immense Widerstände geben wird, aber wer hätte um 1800 in den USA jemals an die Aufhebung der Sklaverei gedacht? Auch dies bedurfte größter Anstrengungen, sogar ein Krieg zwischen den Nordstaaten und den Südstaaten entbrannte, weil die Südstaatler an der Sklaverei festhalten wollten. Von Heute auf Morgen geht das alles natürlich nicht, aber es ist der einzigste Weg das Leid auf der Erde zu beenden. Die Alternative, alles so zu lassen, führt ins absolute Leid und Inferno.

    Ein „Weiter so“ geht nicht!

  24. Lieber Bernd, lieber Wolfgang,
    danke für Euer Statement. Ich bin ganz bei Euch, wenn es um die Frage geht, die Reproduktionsraten von Mensch und Tier und hier vor allen Dingen, die Tiere, die durch den Menschen gezüchtet und ausgebeutet werden, möglichst zu verringern. Dass wir dazu Politiker brauchen, die das auch umsetzen steht ausser Frage. Z. Zt. sehe ich leider keinen, der diese Tatsachen aufnimmt und in die Tat umsetzt, Wie bekommen wir unsere Führungsriegen dazu, sich endlich dieses Themas anzunehmen? Wir fressen die Erde auf, oder anders ausgedrückt, der Kapitalismus sorgt für die Vernichtung sämtlicher Resourcen unserer Erde. Die 1-Kind Politik wäre gut, Deutchland ist ja auch schon auf dem Wege dahin. Aber sie dürfte nicht so wie in China dazu führen, dass die Töchter abgetrieben bzw. sofort nach der Geburt wie Abfall weg geworfen werden.
    Man könnte zwar sagen, es ist gut wenn mehr Männer geboren werden, die können wenigstens keine Kinder bekommen, aber ich als Frau sehe das als Diskreminierung des weiblichen Geschlechtes. Ausserdem haben die Chinesen jetzt ein imenses Problem mit dem Männerüberschuss. Diese 1-Kind Politik wird sich sehr schwer in den Ländern ausserhalb Europas durchsetzen lassen. Wahrschienlich haben wir nicht mehr so viel Zeit.
    Deshalb fürchte ich wir und hier vor allen Dingen die nachfolgenden Generationen werden im Chaos versinken und mit ihnen und durch sie die armen Tiere unendliches Leid erfahren müssen, das noch über das heutige Ausmaß an Tierleid weit hinaus gehen wird.
    Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Der Kampf geht weiter. Vielleicht wacht die Menschheit doch noch auf.

    • Liebe Elke,
      vielen Dank an Dich für Deine Antwortzeilen und es freut mich, dass Du betreffs der notwendigen Reduzierung der Reproduktionsraten von Mensch und Tier offenbar mit dem Antinatalismus nunmehr weniger auf Kriegsfuß stehst als bisher. Was die hierzu erforderliche Politik betrifft, so scheint diese auch aus meiner Sicht noch in einem tiefen Schlaf zu liegen und die allermeisten Politiker scheinen sich leider den Pronatalismus auf ihre Fahne geschrieben zu haben.
      Mit lieben Grüssen an Dich – Wolfgang

  25. Heute in den Nachrichten:
    Die Geburtenrate in Deutschland ist so hoch dieses Jahr, wie seit 30 Jahren nicht mehr!

    Hauptgrund sind die Zuwanderer, die entschieden mehr Kinder bekommen als die Deutschen. Aber auch die Deutschen haben „zugelegt“!

    Es ist unverantwortlich sich darüber zu freuen, dies bei der extremen Überbevölkerung in dem kleinen Deutschland, wo jetzt schon über 83 Millionen Menschen leben. Zum Vergleich, in dem 1 1/2 mal so großen Paraguay leben 5,5 Millionen Menschen. Es ist Wahnsinn! Statt sich zu freuen, daß in Deuschland die Bevölkerungszahl abnimmt, nimmt man Millionen Ausländer auf, alle verantwortungslos jede Menge Kinder in die Welt setzend. Der Deutsch-Michl freut sich auch noch, daß der Staat Kindergeld zahlt und Bürger die Kinder haben steuerlich begünstigt. Genau umgedreht müßte es sein, daß Kinderlose prämiert werden und Leute je mehr Kinder sie haben, steuerlich bestraft werden, Kindergeld müßte ersatzlos gestrichen werden.

    Die derzeitige Anti-Antinatalistische Denkweise ist doch sehr von den Religionen bestimmt (vermehret Euch!), egal ob Christentum, Islam oder Hinduismus und andere. Auch Atheisten haben diese Lehre verinnerlicht, auch wenn sie schon lange nicht mehr gläubig sind. Ein halbwegs gesundes Maß an Menschen, ohne daß die Natur und die Tierwelt großen Schaden nehmen würden, wären 5 Millionen Menschen auf dem Gebiet des heutigen Deutschland, alles andere ist schon zuviel.

    Da der Antinatalismus große Ehrfurcht vor dem Leben von Mensch und Tier hat, aber die ungebremste Vermehrung stoppen will, geht es nur über Geburtenkontrolle. Deutschland sollte von China lernen, wo es die 1-Kind-Ehe gab und wer dort mehr Kinder hatte, bekam es mit Sanktionen zu tun. Leider ist China wieder davon abgerückt. Hätte es aber diese Politik nicht gegeben, dann würde es heute in China rund 1 Milliarde Menschen mehr geben. Unvorstellbar!

    Was kann man tun? Wer im Oma-und Opa-Alter ist, der sollte zumindestens seinen Einfluß auf eigene Kinder geltend machen und den Kinderwunsch den eigenen Kindern auszureden versuchen. Die Gesellschaft muß radikal umdenken, die Geburt eines Kindes darf nicht als großes Glück angepriesen werden, sondern als Unverantwortlichkeit. Die Einwanderung nach Deutschland muß endlich gestoppt werden und Kinderreichtum geächtet werden.

    Weniger Menschen bedeutet automatisch weniger millionenfaches Tierleid. Schon rein mathematisch leuchtet es ein, daß ein Land mit 5 Millionen Einwohnern entschieden weniger Tiere verbraucht, mißbraucht, als ein Land mit über 80 Millionen Einwohnern. Wenn man sich vorstellt, daß das riesige Rußland noch nicht einmal doppelt so viele Einwohner hat, wie das winzig kleine Deutschland, dann muß jedem rational denkenden Deutschen, die Überbevölkerung Deutschlands einleuchten.

  26. Liebe Elke, Zustimmung zu Deinem Kommentar!

    Nur, die 1-Kind-Politik Chinas ist nicht verantwortlich dafür zu machen, daß viele Chinesen ihre Mädchen töten, das sind ganz alte Diskriminierungssachen, die es zuhauf auch in Indien gibt, wo es keine 1-Kind-Politik gab. In diesen Ländern gilt traditionell die Frau sehr viel weniger als ein Mann, dazu kommt das Unwesen, daß die Eltern der Braut die Hochzeit bezahlen müssen und auch noch eine Brautgabe, die nicht unerheblich ist. Die Chinesen ziehen traditionell ihre Jungen den Mädchen vor, dies auf allen Gebieten, da hat auch das jahrelange fortschrittliche Gleichberechtigungsgesetz nichts ändern können. Schon 1950 haben die Kommunisten dies eingeführt, aber reaktionäre Traditionen halten sich hartnäckig.

    In der Kulturrevolution schritten die roten Garden Maos hart gegen Mädchendiskriminierung ein, die Reaktion siegte nach Maos Tod und das Alte setzte sich wieder durch, auch der einst so vehemente Kapitalismus. Im heutigen China wimmelt es nur so von Milliardären und Millionären, kommunistisch ist da nichts mehr. Die KPCh ist allein noch eine Selbstbedienungspartei und Kommunismus ist nur noch Fassade.

  27. In den Medien wird die ansteigende Geburtenrate in Deutschland freudig begrüßt. Ich kann diese Dummheit einfach nicht verstehen. Es macht fassungslos, dass niemand die Logik des ungebremsten Wachstums versteht. Nicht einmal die angeblich intellektuellen dieses Landes. Gerade mal eine Handvoll Menschen, deren Ruf nicht gehört wird.

    • Ja, lieber Michael, da kann ich Dir nur voll und ganz zustimmen: Über so viel Dummheit und Ignoranz vermag jene Handvoll Menschen, für deren Rufe und Warnungen die Politik und grosse Masse absolut taub zu sein scheinen, nur noch bestürzt und unverständlich ihren Kopf zu schütteln. Aber wer nicht hören will, muß fühlen und das unabwendbare Chaos ist mit den ansteigenden Geburtenraten wie ein schädlicher Virus vorprogrammiert.
      LG – Wolfgang

  28. Für alle, die Interesse an Hintergrundinformationen in diesem Thema haben ein Text aus meinen Aphorismen:

    D i l e m m a. – Der Antinatalismus hat tiefste Wurzeln in der christlichen Lehre. Über den Weg der vollkommenen Keuschheit, also des allgemeinen Zölibats, wurde er zum wichtigen Leitgedanken, der zur Erlösung führt. Arthur Schopenhauer (Spicilegia, 242,1) und Philipp Mainländer haben ausführlich auf diesen Sachverhalt hingewiesen und bei Mainländer sind in „Philosophie der Erlösung“ die zugehörigen Bibeltextstellen (Matth.19, 11-12; Luk. 20, 34-36; Apokalypse 14,4; 1. Kor. 7,1; 1. Kor. 7, 32-33 sowie im Buch der Weisheit 3.Kap, 13-14; 4. Kap. 1-2) dokumentiert und erörtert.
    Interessanter aber als der Rückgriff auf die ausschlaggebenden Textstellen ist die Interpretation dieses Faktums durch den Kirchenlehrer und Kirchenvater Augustinus, der die Zielrichtung für den christlichen Glauben präzise vorgibt, eine Zielrichtung, die in der heutigen Kirche immer noch Gültigkeit besitzt, den Gläubigen gegenüber aber systematisch verschwiegen wird. Lediglich der Zölibat der Priester, also der tiefer in die Glaubensforderungen Eingeweihten, erscheint heute vordergründig in der Öffentlichkeit. Der uninformierte Gläubige wundert sich, nachdem Martin Luther den Zölibat abgeschafft hat, über diesen Grund der Askese und wird mit belanglosen sophistischen Erklärungen seitens der Catholica abgespeist. Man fürchtet die geistige und intellektuelle Überforderung der Glaubensschafe, würde doch die eigentliche Botschaft deren Weltbild ins Wanken bringen, es vollständig aufheben und zerstören. Augustinus (De bono conjugali c.10) sagt nämlich:
    „Ich kenne einige, welche murren und sagen: wie nun, wenn alle sich jeder Begattung enthalten wollten, wie könne dann das Menschengeschlecht bestehen? Möchten sie´s doch alle wollen! wofern es nur geschähe in Liebe, aus reinem Herzen, mit gutem Gewissen und aufrichtigen Glauben: dann würde das Reich Gottes weit schneller verwirklicht werden, indem das Ende der Welt beschleunigt würde.“
    Augustinus fordert somit im Klartext die Verneinung des Willens zum Leben, um das Leben der Menschheit auf diesem Planeten zu beenden, damit sich der Gottesstaat vollende.
    Versteht man nun das Dilemma der Kirche, diese christliche Kernbotschaft der Allgemeinheit zu predigen?

    • Werter Herr Dr. Bleibohm!

      Daß Sie ausgerechnet den Kirchenvater Augustinus als Vordenker des Antinatalismus anführen, finde ich mehr als unpassend.

      Erstens ist die Trennung des Menschen von seinen Mitgeschöpfen das Werk des Kirchenvaters Augustinus. Für den Kirchenvater Augustinus sind die Tiere nicht nach Gottes Ebenbild geschaffen (mulier non est facta ad imaginem Dei), haben keine Seele wie die Menschen und kein Empfinden. Laut Augustinus können Tiere keinerlei Empfindungen wie der Mensch haben, auch billigt er ihnen kein Schmerzempfinden zu. Augustinus vergiftete mit seinen Lehren, die bis heute Gültigkeit besitzen, das Verhältnis des Menschen zur Tierwelt, ja, er ermöglichte durch seine Lehre erst die Versklavung und die Tierquälerei.

      Zweitens hatte er mit dem Zölibat nicht etwa die Geburtenkontrolle im Sinn, sondern er war ein Gegner der Sexualität, die er unterbinden wollte. Eine schnelle Vollendung des Gottesstaates sah er nicht primär durch die Geburten gefährdet, sondern durch den „sündhaften“ Geschlechtsverkehr, den er den niedersten Gelüsten zuordnete, dabei war ihm Kirchenlehrer Origines geistiger Pate, der – um ja keine „sündhafte“ Erektion zu bekommen – sich selber seinen Penis abschnitt. Noch heute wirkt diese Lehre in der Praxis, nicht etwa durch Geburtenrückgang, sondern durch unnatürliche Prüderie und Sexfeindlichkeit. Wenn es Augustinus nur um Antinatalismus gegangen wäre, dann hätte er nicht Onanie und Homosexualität als ganz besondere Sünden gegeißelt.

      Augustinus ist einer der übelsten Denker, der je auf der Erde gelebt hat und taugt überhaupt nicht als Beispiel für frühes antinatalistisches Denken.

      • Lieber Herr Nowack,
        ich freue mich, dass Sie meine Texte immer aufmerksam lesen und kritisch begleiten.

        Im Vorspann zu diesem Text ist Ihnen aber entgangen, dass es sich um einen Aphorismus handelt. Der Aphorismus beschreibt per definitionem einen Sachverhalt schlagwortartig und erhebt keinen Anspruch, das Thema in Gänze zu behandeln. Ferner habe ich einen kleinen, aber wichtigen Zitatfehler entdeckt, denn Ihr Zitat „mulier non est facta ad imaginem Dei“ bezieht sich nicht auf Tiere, sondern „mulier“ bedeutet im Lateinischen „Frau/ Ehefrau“, so dass die Übersetzung lautet „Die Frau ist nicht nach dem Bilde Gottes gemacht“. Ein völlig anderer Sinn, trotzdem hochinteressant.

        Eine Wertung historischer Personen muss aber immer aus Gründen der Redlichkeit und aus dem Streben nach unverbogener Erkenntnis aus der jeweiligen Zeit heraus erfolgen und darf niemals mit Wissen belastet werden, dass der damalige Verfasser nicht hatte, nicht haben konnte, will man sich nicht der Geschichtsfälschung schuldig machen. Wie Sie wissen, bin ich selbst einer der heftigsten Kämpfer gegen die Religion, aber ich weigere mich, den historischen Kontext zu verbiegen, nur weil wir Heutigen wissen, dass ein Gedanke ungute Folgen hatte. Oder soll man beispielsweise Karl Benz vorwerfen, dass er die Auswirkungen seiner Automobilerfindung nicht vorausahnte oder Albert Einstein, als er 1905 die Relativitätstheorie entwarf, dass er den Atombombenbau nicht erkannte?

        Halten wir uns strikt an den Text des Augustinus – und wenn es Sie interessiert schicke ich Ihnen gern den lateinischen Originaltext – sind antinatalistische Züge in dieser Passage unstrittig vorhanden. Dies sehen Philip Mainländer, Arthur Schopenhauer, Karim Akerma und ich gleicher maßen. Wenn Sie darüber hinaus die entsprechenden Bibelstellen aus meinem Text heranziehen, werden Sie den antinatalistischen Grundtenor im frühen, aber nur im frühen, Christentum finden, der Grundlage für Augustinus war.

        Sollten Sie, da Sie sich offensichtlich mit dem Thema intensiver befassen, frühere Originalquellen zum Antinatalismus finden, die vergleichbar eindeutig wie der Augustinustext sind, würde ich mich über eine Zusendung freuen.

  29. Die Menschheit ist wie ein Krebsgeschwür für diese Erde. Am Ende jeder Krebskrankheit stirbt der Wirt des Krebses. So wie es aussieht ist das Ende wohl vorprogrammiert. Mensch will es nicht anders.

    • Sehe ich genau so! Wir kämpfen gegen eine erdrückende Übermacht, die das Böse und den Untergang will. Das Ende ist vorprogrammiert. Die Menschheit ist unbelehrbar. Trotzdem sollten wir weiterhin für das Gute eintreten, auch wenn es letztendlich zwecklos ist.

      Die warnenden Stimmen vor Hindenburg und Hitler wurden auch nicht gehört, waren in der Minderheit, trotzdem waren sie da, aus Gewissensgründen:

      „Wer Hindenburg wählt, wählt Hitler! Wer Hitler wählt, wählt den Krieg!“

      Der Spruch war richtig! Das deutsche Volk und andere Völker hatten die Suppe auszulöffeln, allein 50 Millionen starben im 2. Weltkrieg und etliche Millionen danach noch an Hunger oder wurden bei der Vertreibung nach 1945 getötet.

      Eine Millionen Reitpferde wurden auf beiden Seiten im 2. Weltkrieg getötet, dies nach unbeschreiblichem Leid und Schinderei als Kavallerie-oder Zugtiere. Von den Millionen ums Leben gekommenen „Nutztieren“ ganz zu schweigen.

      Allein bei der Vertreibung aus den deutschen Ostgebieten kamen zehntausende Pferde um, erschöpft zusammen gebrochen oder auf dem Eis eingebrochen, bei der Massenflucht über das zugefrorene Haff.

  30. Lieber Dr. Bleibohm!

    Sie mögen ja Recht haben, aber indem Sie ausgerechnet Augustinus als frühen Antinatalisten anführten, haben Sie dem heutigen Antinatalismus meiner Meinung nach keinen Gefallen getan, denn wer möchte schon mit einem Kirchenlehrer im selben Boot sitzen. Das war unklug! Genau so unklug wäre es, wenn heute jemand den Tierschutz im 3. Reich als vorbildlich loben würde, obwohl dieser tatsächlich tierfreundlicher war als der heutige. Oder ein weiteres Beispiel: Adolf Hitler taugt auch nicht als Werbung für den Vegetarismus.

    Antinatalismus als Theorie ist zwar schön, aber er muß massentauglich gemacht werden. Jedoch mit Augustinus ist ganz gewiss kein Blumentopf für den Antinatalismus zu gewinnen und ihn in diesem Zusammenhang zu erwähnen, schadet dem Antinatalismus. Verständnis für alles und jedes, aus der geschichtlichen zeitlichen Entfernung heraus, in allen Ehren, aber dann müßte man auch für die Sklavenhalter des Altertums Verständnis haben, denn diese wußten es ja auch nicht besser!

    So wie Vegetarier und Tierschützer keinen Adolf Hitler und auch keine Nazis zitieren sollten, so sollten Antinatalisten und Antispeziesisten auch keinen Augustinus und keine Kirche heranziehen.

    „Sollten Sie, da Sie sich offensichtlich mit dem Thema intensiver befassen, frühere Originalquellen zum Antinatalismus finden, die vergleichbar eindeutig wie der Augustinustext sind, würde ich mich über eine Zusendung freuen.“

    Derlei Studium alter Texte zum frühen Antinatalismus bringt den Antinatalismus in der heutigen Praxis auch nicht weiter. Unser Tun sollte m.E. darauf ausgerichtet sein, den Antinatalismus und Antispeziesismus in die Praxis umzusetzen. Das ist das Gebot der Stunde.

    Mit freundlichem Gruß
    Ihr
    Bernd Nowack

  31. Ergänzung zu meinem obigen Kommentar:

    Dr. Bleibohm:

    „Eine Wertung historischer Personen muss aber immer aus Gründen der Redlichkeit und aus dem Streben nach unverbogener Erkenntnis aus der jeweiligen Zeit heraus erfolgen und darf niemals mit Wissen belastet werden, dass der damalige Verfasser nicht hatte, nicht haben konnte, will man sich nicht der Geschichtsfälschung schuldig machen.“

    Der damalige Verfasser Augustinus hatte aber dieses Wissen, denn ihm standen so gut wie alle Schriften der antiken Philosophen zur Verfügung. Er kannte sie! Also Unwissenheit kann ihn nicht entlasten.

    Er wußte sogar um den Wahrheitsgehalt dieser Schriften, darum sorgte er mit dafür, daß sie im Giftschrank auf immer verschwanden oder gar verbrannt wurden, wie das mit den Schriften des großen antiken Denkers Celsus geschah. Noch heute kennen wir Celsus nur aus dem bekannten Buch, welches Origines wider den Heiden Celsus schrieb. Ich habe eine Fassung aus dem Jahre 1753 und wegen dem geisteskranken Kirchenlehrer Origines (der sich selbst entmannte, nur um nicht der „Sünde“ der Sexualität zu verfallen) las ich das Buch nicht, sondern nur wegen dem Kennenlernen der großartigen Lehren des Celsus. Ich nehme sogar an, daß Augustinus sogar noch Originalschriften des Celsus gelesen hat, und sie danach als ketzerisch verbrannte, aber zumindestens kannte er die Schrift wider den Heiden Celsus von Origines, kannte also die Stimme der Vernunft des Celsus. Unwissenheit attestiere ich deshalb dem Augustinus nicht.

    Was aber das wichtigste ist, daß Augustinus maßgeblich daran beteiligt war, die Lustfeindlichkeit in der Kirche zu etablieren, und eben nicht aus Gründen eines frühen Antinatalismus, sondern aus Abscheu vor der natürlichen Körperlichkeit. Und er war jemand, der die These, daß Tiere keine Empfindungen haben, sie wie Sachen behandelt werden dürfen, in der Gesellschaft salonfähig machte. Dies ist belegt, wenngleich ich dafür das falsche Zitat heraus gesucht hatte, wo Augustinus Frauen eine Seele absprach. Ich halte Augustinus für einen mehr als üblen geistigen Brandstifter, der in den tiefsten Orkus verschwinden sollte und keineswegs eine Aufwertung als früher Antinatalist erfahren sollte.

    Hier noch eine eingescannte Seite aus dem oben erwähnten Buch:

  32. Lieber Herr Nowack,
    Augustinus ist eine Person von welthistorischer Relevanz, über deren Wirkung und Bedeutung man unterschiedlich urteilen kann. Die Catholica sieht mit Sicherheit seinen Nachhall unter einem anderen Blickwinkel als Sie oder ich.
    Für den Historiker und erst Recht für den Philosophen kann es bei der Betrachtung historischer Personen nur den wissenschaftlichen Blickwinkel geben, nämlich das Bemühen, historische Zusammenhänge, geschichtliche Quellen und Funde nach bestem Wissen und Gewissen wertfrei darzustellen. Wertungen im Nachhinein sind immer Ausfluss einer persönlichen Meinung und haben beim Quellenstudium keinen Platz.
    Es ist ein brandgefährlicher Weg, wenn man Aussagen geschichtlicher Personen nach Belieben und eigenem Gusto filtert. Denn wer definiert den Maßstab? Jeder selbst, der Zeitgeist? Der Weg zur politischen Zensur ist dann nicht fern, genormtes Denken die Folge.
    Gefährlicher halte ich aber das Filtern von Fakten für das Individuum persönlich. Durch Denkbeschränkungen beraubt man sich selbst der Möglichkeit, zusätzliche Erkenntnisse zu gewinnen, seine Meinung zu prüfen, zu hinterfragen und zu erweitern. Denkbeschränkungen sind eine geistige Fessel, welche die eigene Freiheit beschränkt. Freiheit im Denken, Freiheit in der Erkenntnis ist aber das höchste Gut, dass ein philosophisch-wissenschaftlicher Mensch anstreben kann.
    Quellen aus der Geschichte sind das Fundament, auf dem unser Denken beruht und aus denen es sich entwickelt hat. Es ist ein Trugschluss zu meinen, dass diese Quellen uns nichts zu sagen haben. Wir müssen, wenn wir einen Weg gehen, wissen, woher wir kommen, wie wir zu unserem heutigen Erkenntnisstand gelangt sind und wohin wir wollen. Je besser die Information, je präziser die Wegbeschreibung. Nur dem unmündigen Mensch muss ich einen Weg vorgeben, der Mündige bildet sich seine Weltsicht selbst.
    Betrachten Sie daher das Augustinuszitat auch als Möglichkeit, einem gläubigen Christen die Idee des Antinatalismus nahe zu bringen, denn was kann ihn mehr überzeugen, als Worte und Aussagen seiner geistigen Vordenker. Ob der Gläubige es wahrhaben will oder nicht, ist doch mit den Zitaten der Beleg gefunden, dass der Antinatalismus dem Christentum immanent ist.
    Ich bin nach unserem kleinen Diskurs fest davon überzeugt, dass es dieses Bewusstsein für die Notwendigkeit des Antinatalismus ist, das auch Sie gerne in den Köpfen der Menschen sehen wollen. Lassen Sie uns diese Chance gemeinsam nutzen.
    In diesem Sinne

    Herzliche Grüße
    G.Bleibohm

  33. Lieber Herr Dr. Bleibohm,
    Antinatalismus…. ist m.E. in der heutigen Zeit eigentlich erst ein Thema. Erst heute begreifen wir doch den Sinn eines notwendigen Antinatalismus.

    Zitat [Der Antinatalismus hat tiefste Wurzeln in der christlichen Lehre. Über den Weg der vollkommenen Keuschheit, also des allgemeinen Zölibats, wurde er zum wichtigen Leitgedanken, der zur Erlösung führt.]

    Ich kenne mich mit der Entstehungsgeschichte des Christentums nicht so gut aus, frage mich aber, wie man aus den Textstellen herauslesen kann, dass man eine Erlösung (welche eigentlich) durch Antinatalismus, also Enthaltung erfahren kann. In anderen Textstellen der Bibel heißt es doch: Seid fruchtbar und mehret euch ….. (was natürlich auch zu einem beschleunigten Ende der Menschheit durch Überbevölkerung führen könnte)

    Entspringen die Textstellen – wie eigentlich alle Textstellen der Bibel, nicht irgendwelchen Gedanken von irgendwelchen „Wichtigtuern“ bzw. „Marketingstrategen“ des „Vormittelalters“? Hat also der von Ihnen beschriebene Antinatalismus in der christlichen Lehre eher damit zu tun, Regeln für bestimmte und versteckte „Vorlieben“ der Verfasser aufzustellen – wie z.B. Homosexualität? Nun, ich ertappe mich dabei, etwas zu bewerten oder zu analysieren, aber für mich ist die Bibel leider nur eine Zusammenfassung von Regeln, um Menschen in Angst und Unterwürfigkeit zu halten. Und ein paar Zitate aus der Bibel beweisen m.E. nicht, dass das Zölibat bzw. die vollkommene Keuschheit, auf dem eigentlichen Antinatalismus fussen, wie man ihn heute interpretiert:

    Zitat Wiki: [Als Gründe für antinatalistische Positionen werden neben religiösen Überzeugungen unter anderem durch Überbevölkerung entstehende Hungersnöte und Umweltprobleme genannt. Es wird argumentiert, dass der Verzicht auf Kinder oder die Beschränkung auf kleine Familien letztendlich dem Überleben der Menschheit diene, da die Ressourcen der Erde beschränkt seien. Als weiterer Grund für antinatalistische Positionen wird angeführt, dass man der kommenden Generation die Bürde der Existenz ersparen solle. Kinderlosigkeit könne Einzelnen oder Paaren bessere Entfaltungsmöglichkeiten bieten, oder es gebe schlicht ein Missbehagen beim Zusammenleben mit Kindern (s. a.: W. C. Fields). Benatar argumentiert, dass jedes neu erschaffene Menschenkind immer unter seiner Existenz leiden müsse, auch dann, wenn sich die Lebensbedingungen der heutigen Welt extrem verbessern würden.]

    Zum Schluss noch Textstellen Ihres Kommentars, welche für mich etwas widersprüchlich wirken.

    [Interessanter aber als der Rückgriff auf die ausschlaggebenden Textstellen ist die Interpretation dieses Faktums durch den Kirchenlehrer und Kirchenvater Augustinus,(..)]

    [Wertungen im Nachhinein sind immer Ausfluss einer persönlichen Meinung und haben beim Quellenstudium keinen Platz.(..)]

    Hat Augustinus nicht auch auf solche Quellen zurückgegriffen und diese für sich interpretiert?

    Hochachtungsvoll
    Michael Beyer

  34. Lieber Herr Dr. Bleibohm, mich drängt es doch noch auf ihren obigen Kommentar einzugehen. In vielem gebe ich Ihnen recht, aber in anderen Dingen leider nicht. Diese sind:

    Dr. Bleibohm:
    „Für den Historiker und erst Recht für den Philosophen kann es bei der Betrachtung historischer Personen nur den wissenschaftlichen Blickwinkel geben, nämlich das Bemühen, historische Zusammenhänge, geschichtliche Quellen und Funde nach bestem Wissen und Gewissen wertfrei darzustellen.“

    Wertfrei war die Wissenschaft m.E. noch nie in ihrer Geschichte, immer dienten Wissenschaftler irgendwelchen Interessen, Ideologien oder Weltanschauungen. Wissenschaft findet nicht im luftleeren Raum statt, sie dient immer jemandem, leider fast immer den Herrschenden. Wertfrei kann man auch als Wissenschaftler an die Tierausbeutung heran gehen.Wenn es keine Denkbeschränkungen gibt, dann sind Tor und Tür geöffnet für maximale Tierausbeutung. Ein ethisch handelnder Wissenschaftler legt sich Denkbeschränkungen auf, ansonsten ist bald alles erlaubt was unethisch ist.

    Dr. Bleibohm:
    „Denkbeschränkungen sind eine geistige Fessel, welche die eigene Freiheit beschränkt. Freiheit im Denken, Freiheit in der Erkenntnis ist aber das höchste Gut, dass ein philosophisch-wissenschaftlicher Mensch anstreben kann.“

    Wohin das führt, wenn man die Freiheit der Wissenschaft in den Himmel hebt, sehen wir in punkto Tierversuchen. Dort, und nicht nur da, führen immer wieder Wissenschaftler die Freiheit der Wissenschaft an, die nicht eingeschränkt werden darf. Es bleibt ja nicht bei theoretischem Denken, sondern aus Theorie wird meistens Praxis, siehe die theoretische Kernphysik aus der die Atombombe entstand. Eine Wissenschaft ohne Denkfesseln bereitet den theoretischen Boden für Barbarei in der Praxis.

    Dr. Bleibohm:
    „Betrachten Sie daher das Augustinuszitat auch als Möglichkeit, einem gläubigen Christen die Idee des Antinatalismus nahe zu bringen, denn was kann ihn mehr überzeugen, als Worte und Aussagen seiner geistigen Vordenker.“

    In der Praxis wird man kaum einen Christen mit dem Augustinuszitat, welches auch noch mit ganz anderer Absicht von Augustinus verwendet wurde, zum Antinatalismus überzeugen können. Was man allerdings erreicht, man verprellt fortschrittliche Menschen, die sich sonst vom Antinatalismus überzeugen ließen, die aber durch den Kronzeugen Augustinus abgeschreckt werden, so wie man auch nicht Menschen die auf dem Wege sind Vegetarier zu werden durch das Beispiel, das Adolf Hitler Vegetarier war, vom Vegetarismus überzeugen sollte. Dieses schreckt ab!

    Lieber Michael B.!

    „Zitat [Der Antinatalismus hat tiefste Wurzeln in der christlichen Lehre. Über den Weg der vollkommenen Keuschheit, also des allgemeinen Zölibats, wurde er zum wichtigen Leitgedanken, der zur Erlösung führt.]“

    Vollkommene Keuschheit ist eines der unnatürlichsten Auswüchse in der christlichen Lehre, die sich auch nie hat durchsetzen konnte, trotz größter Anstrengungen vieler Kirchenleute, da sie gegen die Natur gerichtet ist. Diese Leibfeindlichkeit war und ist einfach nur widerlich. Schlimm wie noch vor Jahrzehnten in kirchlichen Heimen Jungs bei Erektionen unter die kalte Dusche gestellt wurden, harte Strafen bei Onanie ausgesprochen wurden, ja sogar nächtliche unwillkürliche Samenergüsse mit drakonischen Mitteln bestraft wurden, bis hin zur Anlegung von Keuschheitsgürteln, die jegliche Erektion unmöglich machten und die eine Dauerfolter waren. Widerlich auch die Geißelungen von Mönchen, die damit ihre „Wollust“ zu unterdrücken suchten. Die Natur läßt sich aber nicht unterdrücken, darum ist dieserart Keuschheit ein Weg menschlicher Verirrung und heutige Menschen wenden sich schaudernd von derartigen Denkern, wie Origines oder Augustinus, ab.

    Michael B.:
    „Nun, ich ertappe mich dabei, etwas zu bewerten oder zu analysieren, aber für mich ist die Bibel leider nur eine Zusammenfassung von Regeln, um Menschen in Angst und Unterwürfigkeit zu halten. Und ein paar Zitate aus der Bibel beweisen m.E. nicht, dass das Zölibat bzw. die vollkommene Keuschheit, auf dem eigentlichen Antinatalismus fussen, wie man ihn heute interpretiert.

    Volle Zustimmung!

    Michael B.:

    „Zum Schluss noch Textstellen Ihres Kommentars, welche für mich etwas widersprüchlich wirken.
    [Interessanter aber als der Rückgriff auf die ausschlaggebenden Textstellen ist die Interpretation dieses Faktums durch den Kirchenlehrer und Kirchenvater Augustinus,(..)]
    [Wertungen im Nachhinein sind immer Ausfluss einer persönlichen Meinung und haben beim Quellenstudium keinen Platz.(..)]
    Hat Augustinus nicht auch auf solche Quellen zurückgegriffen und diese für sich interpretiert?“

    Dieser Meinung bin ich auch!

  35. Elke Kloos in einem anderen Thread am 9. Januar 2017:

    „Lieber Wolfgang,
    ich muss Dich dazu beglückwünschen, dass Du endlich das Wort ergriffen und Herrn Nowack einmal zurechtgewiesen hast. Schon seit geraumer Zeit fielen mir die negativen Äußerungen in Bezug auf andere Kommentatoren auf Deinem Blog durch Herrn Nowack auf. Alles wird zerpflückt und solange nach negativen Dingen gesucht, bis man sie gefunden hat. Je nach Sachlage ist man ein Kapitalist, dann wieder ein schwäbischer Kleinbürger. Dies sind haltlose Unterstellungen, da Herr Nowack die Personen auf Deinem Blog nicht kennt, ausser deren Kommentare, die auch oft nur kurz sind und dem momentanen Geflühlsleben entspringen. Was will er damit bezwecken? Mir ist aufgefallen, dass sich der eine oder andere Kommentator in letzter Zeit zurück gezogen oder ganz verabschiedet hat.
    Wir Alle möchten nur eines: Den Tieren helfen, egal um welche Tiere es sich handelt.“

    Erst einmal mußte ich laut lachen, wegen des „dass Du endlich das Wort ergriffen und Herrn Nowack einmal zurechtgewiesen hast“, besonders wegen des Wortes „zurechtgewiesen“. Ich bin nicht generell antiautoritär, aber für eine „Zurechtweisung“ da müssen schon andere kommen, z.B. Kapazitäten wie ein Dr. Bleibohm, dem ich intellektuell bei weitem unterlegen bin. Aha, also negative Kommentare schreibe ich also hier! Bei oberflächlicher Betrachtung der letzten Monate, muß ich aber feststellen, daß die meisten inhaltlich stimmigen Kommentare, nicht von einer Elke Kloos geschrieben wurden, sondern von mir. Auch machte ich sehr oft konkrete Vorschläge, wie letztens den, doch Obdachlose in Untermiete aufzunehmen. Schweigen im Walde! Keine Antwort ist auch eine Antwort! Ich kann ja verstehen, daß man sich da auf dem falschen Fuß erwischt fühlt und man dann solcherart Vorschläge unter der Kategorie: negativ, verbucht.

    • Lieber Bernd,
      warum diese Mühe, wenn doch Worte – auch geschriebene Worte – letztlich und Deiner Überzeugung entsprechend nur „Schall und Rauch“ sind?
      Und was Deine Belustigung über dieses „zurechtweisen“ betrifft: Nein, von einer „Zurechtweisung“ meinerseits kann sicherlich keine Rede sein, jedoch von einer kritischen Stellungnahme zu einigen Deiner letztlich geschriebenen Kommentare schon. Und diese von mir geäußerte Kritik ist und war auch keineswegs ganz unberechtigt – mag ich auch ein noch so sehr „kleines Kaliber“ in meiner Eigenschaft als Tierfreund und Tierschützer sein.

      Du selbst hast ja von Anfang an die Kommentarfunktion in Deinem Blog deaktiviert, so dass man in Deinem Blog keine Kommentare posten kann. Wäre dies nicht so, dann möchte ich Dich mal erleben, wenn ich z. Bsp. über diverse Kommentatoren in Deinem Blog, welche ebenso ein Herz für Tiere haben wie Du, wie eine Made über den Speck herfallen und deren Tierliebe und Engagement mit Schimpf und Schande titulieren würde. Ich glaube nicht, dass Dir das gefallen würde, wenn ich mit meinem Prügelstock gegen mir unliebsame Kommentatoren auf Deinem Blog dazu beitragen würde, dass diese nach und nach in der Versenkung verschwinden und letztlich überhaupt keine Kommentare mehr zu schreiben bereit und willig sind. Aber dieses Problem hast Du Dir ja mittels Deaktivierung der Kommentarfunktion auf Deinem eigenen Blog ein für allemal vom Halse geschafft und solltest mir daher schon zugestehen, dass ich nicht unentwegt zuschauen und zulassen kann, dass Tierfreunde meines Blogs Deinerseits aufgrund Deines emotionalen Empfindens bedenkenlos in die Mülltonne getreten werden.

      Betreffs Deines letzten Vorschlags, Obdachlose in Untermiete aufzunehmen und Deines diesbezüglich kritisierten „Schweigens im Walde“:
      Was geht da nur vor in Deinem Kopf, wenn Du immerzu Deine Situationen und auch Möglichkeiten mit den Situationen und Möglichkeiten anderer Leute auf ein und dieselbe Stufe stellst? Du hast zwei Wohnsitze: In dem einen lebst Du bereits seit etlichen Jahren und Deine zweite Eigentumswohnung ist seit ebenso mehreren Jahren leerstehend und ungenutzt. Und diese bisher ungenutzte und leerstehende Zweitwohnung hast Du nun an einen Obdachlosen vermietet. Ja, schön und gut, aber glaubst Du tätsächlich, dass deswegen auch der eine oder andere Leser meines Blogs ebenso wie Du über eine komfortable und ungenutzte Zweitwohnung verfügt bzw. hinsichtlich nur einer vorhandenen Wohnung so ohne weiteres und problemlos einen Untermieter aufzunehmen vermag? Und betreffs dieses hirnrissigen Denkens erwartest Du dann auch noch eine Antwort und beklagst jenes „Schweigen im Walde“?

      Den von Dir in Deinem obigen Kommentar gesetzten Link zu Deinem Beitrag gegen Frau Elke Kloos habe ich mir übrigens zu entfernen erlaubt, denn ich bin nicht bereit und gewillt, mich an Deinen Beschimpfungen und antipathischen Ergüssen zu beteiligen, zumal ja auch alle geschriebenen Worte – laut Deiner eigenen Überzeugung – ohnehin nur „Schall und Rauch“ sind und bleiben.

      Mit freundlichen Grüssen – Wolfgang

  36. Wolfgang:

    „Deine zweite Eigentumswohnung ist seit ebenso mehreren Jahren leerstehend und ungenutzt.“

    Wolfgang, warum machst Du das, schreibst wider besseren Wissens so etwas?

    Mehrmals hast Du mit meinem letzten Mieter meiner Stadtwohnung selber telefoniert. Warst bestens informiert, daß vor kurzer Zeit auszog, warst auch informiert, daß einige Zeit vorher zwei griechische Ärztinnen die Wohnung gemietet hatten und Du schreibst trotzdem, daß sie seit langem leer stände?
    (Leer schon mal gar nicht, da komplett möbliert, mit allem drum und dran, bis zum Geschirr in den Schränken)

    Auch ist es nicht richtig und entspricht nicht dem Stand, daß der Obdachlose, dort in die Stadtwohnung am 1.2. einzieht, sondern in mein Haus, im mein bisheriges Computerzimmer!!!

    Mit großen Mühen bin ich beim Ausräumen meiner Sachen und Reinquetschen derselben in mein Schlafzimmer. Da der Herr ein wenig labil ist, kann er nicht allein in der Stadtwohnung wohnen, da er kaum seine Arme bewegen kann und außerdem laut Betreuungsverein jemand aufpassen muß, daß er seine Herztablette nimmt. Also alles Unsinn was Du schreibst!

    Und außerdem bin ich es nicht, der dauernd wegen fehlender Finanzen jammert, und der Wohngeld vom Staat in Anspruch nimmt, sondern dieses mein Beispiel hätte Dich animieren können, es mir gleich zu tun und auch einen Obdachlosen als Untermieter aufzunehmen. Damit wärest Du nicht mehr auf Almosen des Staates angewiesen und hättest einem Wohnungslosen ein Obdach gegeben. Aber stattdessen, wie immer, sich winden wie ein Aal und alles abschmettern, was nach Eigeninitiative aussieht.

    Und komm ja nicht mit der Ausrede, daß es in Jöhstadt keine Obdachlosen gäbe, einfach an die sächsische Wohnungslosenhilfe wenden, die vermitteln Dir schon einen Obdachlosen und sei es aus Dresden oder Leipzig. Denk mal drüber nach und mach mal was, was Tieren oder Menschen praktisch hilft, von geschriebenen Worten allein wird keinem Menschen oder keinem Tier tatsächlich geholfen.

    Grüße
    von Bernd, der die Hoffnung noch nicht aufgegeben hat, daß sogar ein Wolfgang sich im Alter noch ändert

    • Hallo Bernd, Du trägst wieder ´mal die Kirche aus dem Dorf: Natürlich weiß ich um Deinen ehemaligen Mieter, aber betreffs der kurzen Zeit, in welcher dieser Mieter in Deiner Stadtwohnung zur Miete wohnte, kannst Du wohl kaum damit punkten, dass Deine Stadtwohnung stets und ständig vermietet gewesen wäre. Was jene beiden Ärztinnen betrifft, die einst in Deiner Stadtwohnung wohnten, so gilt auch hier, dass dieses Mietverhältnis eines Tages endete, Deine Zweitwohnung daraufhin wieder lange Zeit ohne Mieter war, bis schließlich jener Heinz bei Dir aufkreuzte und nicht sonderlich lange Zeit zur Miete in dieser Stadtwohnung wohnte. Demnach ist es meines Erachtens nach auch ein Leichtes, eine zweite Wohnung, über die man verfügt und die sich somit zwecks Aufbesserung des eigenen Geldbeutels zur Vermietung anbietet, an einen Obdachlosen oder sonstigen Interessenten zu vermieten. Dies war ja ursprünglich auch Deine Absicht, Deine Stadtwohnung an diesen Obdachlosen vermieten zu wollen und das sich diese Sache nun in eine ganz andere Richtung entwickelt hat, dies vermochte ich – da ich ja kein Hellseher bin wie Du – weder zu wissen noch vorauszusehen.

      Dann schreibst Du: „Also alles Unsinn, was Du schreibst.“
      Na ja, da Worte ja letztlich nur „Schall und Rauch“ sind – außer die Deinigen selbstverständlich – solltest Du von einem „Sozialschmarotzer“, der „dauernd wegen fehlender Finanzen jammert“ und vom Staat Wohngeld in Anspruch nimmt, auch nichts anderes als derartigen „Unsinn“ erwarten.
      Desweiteren appellierst Du an diesen „Sozialschmarotzer“, einmal darüber nachzudenken und was zu tun, „was Tieren oder Menschen praktisch hilft, denn von geschriebenen Worten allein würde keinem Menschen und auch keinem Tier tatsächlich geholfen.“
      Dies ist wieder einmal eine Deiner typischen Selbstbeweihräucherungen! Oder willst Du mir und anderen Leuten etwa tatsächlich weismachen und vorgaukeln, dass Du absolut uneigennützig diesen Obdachlosen bei Dir aufgenommen hast? Und glaubst Du tatsächlich, dass Du hinsichtlich Deiner Fürsorge für Deine beiden Hühner und für alle sich täglich in Deinem Garten einfindenden Vögel der weit und breit über alle Zweifel erhabene und in allen tierschutzrelevanten Belangen und Notwendigkeiten der vorbildlichste Tierfreund und Tierschützer sein würdest, den diese Welt jemals gesehen hat? Sorry bitte, aber Du scheinst es entweder noch nicht begriffen oder einfach nicht wahrhaben zu wollen, was ich Dir schon mehrmals predigte, nämlich: Jeder Tierschützer, jeder Tier – und auch Menschenfreund tut das Seine und das ihm Mögliche!

      In diesem Sinne habe auch ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben, daß sich auch ein Bernd trotzt seines Alters noch zu ändern vermag.
      Mit dennoch freundlichen Grüssen – Wolfgang

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