Rückblick auf den längsten Leberkäse der Welt

Es ist 10.13 Uhr am Sonntag an der Stadtmauer auf der Donauwiese in Ulm, das Brät backt bereits seit zwei Stunden im Ofen. Die heiße Luft flimmert über der Metallrinne, in der die weißliche Brühwurst im Wasserbad liegt. Es blubbert und dampft. „Er kommt so langsam hoch“, sagt Raimund Hörmann von der Fleischerinnung Ulm-Alb-Donau. Hörmann will sich mit dem kuriosen Weltrekord im Guinness-Buch verewigen. 161,53 Meter lang soll sein Leberkäse werden, so lang wie das Ulmer Münster mit dem höchsten Kirchturm der Welt hoch ist.

Der Zeltbauer Marcus Pscheidl hat gemeinsam mit der Uni Ulm einen gigantischen Ofen aus 4,5 Tonnen Blech gebaut. Es riecht nach Gewürzen, und auch ein wenig nach Gas. 66 Gastanks erhitzen das Wasser. Der 165 Meter lange Bräter ist um eine Ecke gebaut, weil die Fläche am Donauufer nicht ausreichte. Der bisherige Leberkäs-Rekord aus dem bayerischen Zwiesel liege bei 100,2 Meter, berichtet Hörmann. Um ihn zu knacken, haben die Ulmer Metzger bereits frühmorgens 1,5 Tonnen Fleischkäse in den Ofen gefüllt. Rind, Schwein, Speck, Salz, Wasser, ohne Geschmacksverstärker, berichtet Hörmann. Nur seine Gewürzmischung will er nicht preisgeben. Hunderte Besucher beobachten das Schauspiel, blicken hungrig auf die Brühwurst, machen Selfies.

Am Ende ist die schlauchförmige Rekordmahlzeit aus Ulm sogar zu lang: 164,84 Meter. Damit die Länge dem Ulmer Münster entspricht, schneiden die Fleischer am Ende wieder etwas ab. Um 11.16 Uhr wird dann feierlich das Ergebnis verkündet. „Zwei Männer hatten einen Traum vom Fleisch“, beginnt die Radiomoderatorin auf der Bühne ihre Ansprache. Hörmann und Pscheidl hüpfen auf die Bühne, umarmen sich, die Coverband stimmt „We Are The Champions“ an. Dann wollen sie 13 000 Portionen verkaufen, 2,50 Euro pro Semmel, der Erlös soll ans Münster gehen. 4000 Semmeln stehen bereit, 100 Kilo Senf, 100 Kilo Ketchup. „Das ist ehrgeizig, hat eine hohe Symbolkraft. Das ist Handwerkskunst“, lobt der Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch (CDU), der den Käs anschneiden und gleich probieren darf.

Hier ein kurzes Video über dieses schändliche und tierverachtende Treiben dieser Fleischerinnung in Ulm:

(Achtung: Dieses Video kann leider nur direkt auf Youtube angeschaut werden. Daher bitte rechts unten in der Player- Bedienungsleiste auf „Youtube“ klicken)

Ganz im Gegensatz zu diesen hirnlosen Fleisch – und Wurstfressern, denen meine ganze Verachtung gilt, ziehe ich hingegen achtenswert und zustimmend meinen Hut vor Markus Bart und allen seinen Mitstreitern.  „Die Schweine müssen den Kopf hinhalten, damit der Mensch seine technischen Möglichkeiten ausreizen kann“, kritisiert Markus Barth dieses schändliche Treiben um den längsten Leberkäse der Welt. Er steht wenige Hundert Meter entfernt, neben einem sogenannten Grunzmobil, das über Massentierhaltung aufklärt. Markus Barth gehört zum Vegetarierbund Laupheim-Schwendi, der zu einer Gegenveranstaltung aufgerufen hatte, mit Live-Musik und veganen Döner, veganer Bratwurst und, ja richtig, veganen Leberkäse, aus Soja und Seitan, das meist aus Weizen hergestellt wird. Junge Leute in Schweinskostümen verteilten grüne Ballons mit der Aufschrift: „Tiere sind meine Freunde und meine Freunde esse ich nicht.“

Doch die Veganer-Demo ist den Fleischern am Donauufer ziemlich wurst. „Wir waren früher Jäger und Sammler und ernähren uns halt von Fleisch“, verkündet der dümmliche Fleischermeister Hörmann. Am Ende bleibt nur eines unklar, nämlich wie viele Tiere wirklich dran glauben mussten für den längsten Leberkäse der Welt. 65 Schweine, hat sich Tierschützer Barth zusammengerechnet. Hörmann hingegen berichtet von 10 Schweinen und einem Rind und verkündete über die Tierschützer: „Die können wahrscheinlich nicht rechnen oder haben keine Ahnung von Fleisch.“

Quelle: http://www.mittelbayerische.de

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2 Kommentare zu “Rückblick auf den längsten Leberkäse der Welt

  1. Die Fleischerinnung kann nur so lange ihren Leberkäs verkaufen, so lange es Verbraucher gibt, die diesen essen. Alle zusammen sind von Herzlosigkeit und Gleichgültigkeit zerfressen. Sie verdienen nur Verachtung.
    Markus Barth ist ein Beispiel für engagierten Tierschutz. Schon vor Jahren bin ich hinter einem LKW gefahren, auf dessen Plane stand: „Tiere achten, anstatt schlachten.“
    Damals wusste ich noch nicht, welche Spedition und welcher wunderbare Tierschützer dahinter steht. Ein Vorbild für alle.

  2. Ja, lieber Wolodja,

    da kann man sich nur voller Empoerung uebergeben, bei so viel Dummheit, Gefuehlslosigkeit und Rueckstaendigkeit! Also nicht nur in Frankreich laufen die Uhren rueckwaerts!

    Typisch diese stupide Bemerkung des Fleischbauches von wegen Jaeger und Sammler! Diese Schwachkoepfe kommen immer wieder mit denselben ueberholten und veralteten Argumenten, um ihren Tiermord zu rechtfertigen! Dabei geht es doch nur ums Drecksgeschaeft!

    Jaeger und Sammler der Urzeit lebten ganz anders, als wir dies heute tun! Dazu ist zu bemerken, dass hauptsaechlich gesammelt wurde, ausser in jenen Gegenden, wo dies nicht moeglich war! Wenn wir die heutigen Steinzeitvoelker beobachten, faellt uns auf, dass diese nur ein Beutetier toeten, wenn es nicht anders geht! So etwa lassen die afrikanischen Eingeborenen sehr oft die Grosskatzen fuer sich jagen und holen sich anschliessend einen kleinen Anteil an der Beute (der Mensch der Neuzeit nimmt sich das Ganze, deshalb hat er den Urzeitmenschen und sein Gehabe nicht verstanden).

    Im folgenden Video sehen wir, wie die Massai seit tausenden von Jahren ‚jagen‘. Dies wurde vorher noch nie gefilmt – und wird vielleicht nie mehr gefilmt werden. Ein europaeisches Team war ueber mehrere Tage hinweg mit dabei und erlebte, wie diese stolzen Bewohner Afrikas die Loewen beobachten und ihnen Tag und Nacht folgen, bis ihre Chance da ist! Fuerwahr: von diesem gewaltlosen Lebensstil koennen diese Wurstheinis noch einiges lernen! Und nachdem wir dieses Video gesehen haben, wissen wir definitiv, wer die eigentlichen Wilden sind – und die sitzen NICHT in der Massai Mara!

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