Über den tierquälerischen „Sport“ mit Brieftauben

Wenn dieser „Sport“ keine Tierquälerei ist – was ist es dann?

Ein Taubenauflass in Luneville, Frankreich: 1.300 Tauben müssen nach diesem Taubenauflass die weite Strecke von über 300 Kilometern zu ihrem Heimatschlag zurückfinden. In der Regel werden die Tauben bewusst von ihren Partnern oder der Brut getrennt – und damit ist für die treuen Tiere nicht Ehrgeiz die Motivation zur Heimkehr, sondern die Sehnsucht nach ihrem Heimatschlag. Viele der Vögel sterben auf den anstrengenden Flügen an Dehydration, an Hunger, Erschöpfung oder Verletzungen. Die Tierrechtsorganisation PETA weist auf die Tierschutzwidrigkeit des Brieftaubensports hin und fordert daher auch ein Verbot der Taubenwettflüge in Deutschland.

„Um zu ihrem Partner oder dem Nachwuchs im Nest zurückzufinden, gehen die Tauben über ihre Kräfte hinaus“, so Vanessa Reithinger, Fachreferentin bei PETA. „Ihre Treue auf so rücksichtslose Weise zu missbrauchen, hat mit Tierliebe nichts zu tun.“

Taubenwettflüge widersprechen dem Tierschutzgesetz: Nach § 3 ist es verboten, Tieren Leistungen abzuverlangen, die ihre Kräfte übersteigen. Zudem legt das Gesetz fest, dass Tiere im Training oder bei Wettkämpfen keinen Maßnahmen ausgesetzt werden dürfen, die mit erheblichen Schmerzen, Leiden oder körperlichen Schäden verbunden sind.

In Deutschland nehmen rund 25.000 der ca. 50.000 Brieftaubenzüchter mit ihren Tieren an Wettflügen teil. Schätzungsweise leben 2,5 Millionen sogenannte Brieftauben in deutschen Taubenschlägen. Beim Brieftaubensport steht die Leistung der Vögel im Mittelpunkt, ihr Wohlbefinden spielt keine Rolle. Nach Angaben der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz gehen selbst Taubenzüchter davon aus, dass bis zu zehn Prozent der Vögel nicht am Ziel ankommen. Offizielle Zahlen sind jedoch nicht bekannt, da keine Statistiken über Sterberaten existieren. Eine Undercover-Recherche von PETA USA im Jahr 2012 zeigte auf, dass bei einigen europäischen Taubenwettflügen sogar bis zu 90 Prozent der Tiere das heimatliche Ziel nicht erreichen. Bleiben die Vögel hinter den Erwartungen zurück und sind somit für die weitere Zucht ungeeignet, töten die Züchter sie oftmals ohne Betäubung mittels Langziehen des Halses und Umdrehen des Kopfes.

Quelle: http://www.lokalo24.de


Und aufgrund der Tatsache, dass viele unserer „ehrenwerten“ Bundestagsabgeordneten und Politiker sehr oft dazu neigen, weniger die gequälten Tiere, sondern stattdessen die Tierquäler schützen zu wollen, verwundert es auch gar nicht, dass z. Bsp. die agrarpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Beate Schlupp, mit einem Verbot dieser Taubenwettflüge in unserem „tierfreundlichen“ Deutschland überhaupt nicht einverstanden ist und daher hier auf www.bundesumweltportal.de  äußerte: „Wer solche Traditionen verbieten will, hat nicht das Tierwohl im Blick, sondern handelt aus ideologischer Verblendung.“

Nachfolgend einige sehr lesenswerte und mir völlig aus dem Herzen sprechende Kommentare von Tierschützern zum Geschwätz jener CDU-Politikerin Schlupp:

Ulrich Dittmann am 21.06.2016 :

Liebe, hochverehrte Frau Schlupp!
Großes Kompliment – Sie haben wirklich ein schönes, jugendliches Konterfei von sich eingestellt, aber Ihr Empathie-Empfinden für die tierische Mitwelt, ist offenbar von Hornhaut überwuchert. Schade, ein so hübscher Kopf, mit so anthropozentrischen, naiv-primitiven Gedanken in den Gehirnwindungen…

Mehr können Sie auf der oben benannten Internetseite nachlesen. Besser noch, Sie machen sich direkt bei PETA über die Bedürfnisse von Tieren kundig! Nur der Weise reist vom Irrtum zur Einsicht . Und daher haben Sie noch eine weite Reise vor sich. Machen Sie sich schleunigst auf den Weg – in diesem Sinne – mit besten Wünschen!

Ulrich Dittmann am 22. Juni 2016 :

Diese BundesUmweltPortal-Internetseite definiert sich wie folgt – nachzulesen in der portaleigenen Rubrik „Über uns“ :

„Unsere BundesNachrichtenPortale (bzw. das BundesUmweltPortal / BUP) sind parteiübergreifende und bürgernahe Presseportale für politisch-affine Führungskräfte und Entscheider aus der Finanz-, Justiz-, Politik-, Umwelt-, Verkehrs- und Wirtschafts-Branche in Deutschland. Wir pflegen in enger und persönlicher Partnerschaft mit Fraktionen, Parteien, Ministerien und Landtagen unsere BundesNachrichtenPortale auf Bundes- und Landes-Ebene.“

D.h. letztlich nichts anderes, als dass nach braver Hofberichterstattermanier die Meinungen der sog. politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsträger veröffentlicht werden. Gleich, welch wichtigtuerischer Unfug der Redaktion eingereicht wird. Siehe hier ganz konkret die üble Hetze betr. der seriösen, weltweit aktiven Tierschutzorganisation PETA , von Beate Schlupp. Dies ist ein Beitrag, der von einer HEUTE obsoleten Weltanschauung nur so strotzt. Analog könnte Schlupp z.B. so auch mit wirrem Gedankengang einfordern, dass nur mit Einverständnis des Ehemanns, sich die Ehefrau in ein Beschäftigungsverhältnis begibt. So war das nämlich früher einmal mit den Rechten der Ehefrauen – das ist auch „Jahrtausende alte Tradition“.

Beim BundesUmweltPortal kann sich jede Führungskraft aus Politik und Gesellschaft nach Belieben blamieren – und dem einfachen Bürger wird die Gnade zuteil, dazu dann Kommentare abzugeben. Letzteres kann der „mündige Bürger“ natürlich nur erhoffen, denn er darf nicht zu unmäßig Kritik üben und muß die Political-Correctness-Vorgaben peinlichst beachten – sonst landet in diesem Land BRD, mit per Verfassung garantierter „freier Meinungsäußerung“, alles in der „großen Ablage“, dem Redaktions-Papierkorb. Denn eine rechtliche Verpflichtung auch unliebsame Kommentare abzudrucken besteht nicht.

Einige kritische Kommentar-Meinungsäußerungen wurden ja schon freigegeben. Schau´n wir mal, wieweit diese zurückhaltend-zärtlich verfaßte Einschätzung betr. dieses Portals auch einer Veröffentlichung/Freischaltung zugeführt wird.

Astrid Suchanek am 22. Juni 2016 :

Wenn Sie meinen, meine Kommentare seien eine Beleidigung: was ist denn dann der Schwachsinn dieser Leute ? Etwa keine Beleidigung von Peta und keine Beleidigung von uns Bürgern, die die Verbrechen all dieser Tierquäler u. „Menschen“ zu verhindern suchen? Werden WIR nicht von diesen Leuten jeden Tag beleidigt? Also spielen Sie sich nicht als Moralwächter auf …

Astrid Suchanek am 21. Juni 2016 :

Ich hatte einen hervorragenden Lehrer, der sagte zu uns, wenn wir dummes Zeug redeten: Der Quatsch wird immer quätscher, bis er quietscht. Das war zwar ein adäquater Spruch, aber ich habe ihn in guter Erinnerung behalten. Dieser Lehrer konnte ihn sich leisten. Was würde mein Lehrer heute zu den Politikern, die nicht nur dummes Zeug und hohle Phrasen daherschwatzen, sondern auch noch eine katastrophale Politik machen, sagen? Dieser Satz wäre viel zu freundlich auch zu dem für die Tauben gefährlichen Schwachsinn, den diese Frau hier zu einem Sachverhalt äußert, von dem sie rein gar nichts versteht. Er sei ihrer Jugend zugeschrieben, zeigt aber dennoch zum Schaden der Vögel, daß sie „von keines Gedanken Blässe angekränkelt“ (Goethe) ist: Die Tauben wollen freilich zu gern für die abartige Tierquälerei namens Tauben“sport“, den die Züchter ihnen aus lauter Liebe aufzwingen, gezüchtet und damit ihrem Verderben ausgeliefert werden, das mit dem gesetzwidrigen Aussetzen „Sport“ beginnt u. mit der kriminellen Verfolgung und dem Aushungern der obdachlosen Vögel in den Städten endet. Aber ja, DAFÜR hat die Natur die Tiere geschaffen! Es ist leider nicht davon auszugehen, daß sich bei soviel Bildung und soviel Empathie mit unseren Lebewesen mit steigendem Alter die Weisheit einstellen könnte. Dafür bewegt sich die Frau auch noch in der falschen Umgebung. Man kann der Frau nur raten, sich künftig vorher ordentlich kundig zu machen, bevor sie wieder mit so peinlicher „Sachkenntnis“ in der Öffentlichkeit glänzt. Gute Besserung!

Ulrich Dittmann am 20. Juni 2016 :

Leider ist Beate Schlupp offenbar nicht sehr vom Wissen über Tiere – hier insbesondere über Tauben und Pferdekutschen – kontaminiert.
Zur Erkenntnisgewinnung folgendes:

  • Brieftauben werden als „Sportgeräte“ mißbraucht, die, wenn sie versagen, als verfolgte Stadttauben enden und dann in der Öffentlichkeit zu „Ratten der Lüfte“ mutieren und entsprechend im wahrsten Sinne des Wortes „vogelfrei“ erbarmungslos bekämpft werden.
  • Pferdekutschen sind heutzutage ein tierquälerischer Anachronismus. Auf knallhartem Untergrund – Gift für die empfindsamen Gelenke der Pferde – treibt man die Tiere durch die Hölle des Straßenverkehrs.

Der Hinweis auf „Jahrtausende Jahre Tradition“ erzeugt nur noch Kopfschütteln: Beate Schupp wird heute auch weder per Brieftauben ihre Post befördern lassen, noch auf einem Pferd sitzend, oder in einer Kutsche thronend, ihren vom Steuerzahler bezahlten Bürosessel ansteuern. Das Thema „Frauenrechte“ früher und heute, will ich in diesem Zusammenhang erst gar nicht erwähnen.- Kommen Sie endlich im HEUTE an, Frau Schupp! Die Zeiten haben sich geändert und es gilt auch nicht mehr „Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen“ (Friedrich Wilhelm von Brandenburg, 1620-1688)

Bemühen Sie sich bitte, verehrte Frau Schupp, diese Gedankengänge nachzuvollziehen. Abschließend: Die von Ihnen als „radikal“ diskreditierte Tierrechtsorganisation PETA tut nichts anderes als ernsthaften, an „die Wurzel gehenden“ Tierschutz zu betreiben. Und an ernsthaftem Tierschutzbemühen, werden Sie doch hoffentlich nicht herumnörgeln wollen? Dies nur zu Ihrer Wissenserweiterung betr. der Terminologie „radikal“.

Advertisements

3 Kommentare zu “Über den tierquälerischen „Sport“ mit Brieftauben

  1. Zu diesem Thema kann ich aus persönlichem Erleben etwas beitragen. Eine Brieftaube hatte sich im Hühnerstall bei meinen Hühnern völlig erschöpft niedergelassen. Sie brauchte ein paar Tage um sich zu erholen. Siehe die traurige Geschichte dieser Taube in meinen Blogberichten (mit Fotos):

    http://barrynoa.blogspot.de/2015/05/zu-gast-bei-den-huhnern-eine-erschopfte.html
    http://barrynoa.blogspot.de/2015/05/guten-flug-kleine-wunderbare-taube.html
    http://barrynoa.blogspot.de/2015/05/der-kleine-tauberich-war-wieder-da.html
    http://barrynoa.blogspot.de/2015/05/endgultige-abreise-des-lieben-tauberichs.html
    http://barrynoa.blogspot.de/2016/04/tod-einer-taube.html

    Ich hatte telefonischen Kontakt zu dem Besitzer der Taube und war enttäuscht über dessen Verhältnis zu seinen Tauben. Die werden nämlich bei ihm zuhause nicht frei gehalten, sondern in engen Buchten gehalten, immer ein Pärchen. Eines von beiden wird auf eine weite Reise geschickt und es versucht nun unter allen Umständen zu dem Partner zurück zu kommen, da eine enge Bindung besteht. Der daheim gebliebene Partner bleibt die ganze Zeit eingesperrt in seiner Bucht.

    Oft übersteigen die riesigen Entfernungen die Kräfte einer kleinen Taube, doch das stört die Brieftaubenbesitzer nicht, ihnen geht es nur um Pokale. Sie muten den armen Tieren, unter Ausnutzung der engen Paarbindung, zu, sich bis zum Tod zu erschöpfen, selber sind es aber oft unsportliche Typen, Fettwänste die keine drei Schritte wandern können.

    Dann kommt ja noch eines dazu, diese „Tierfreunde“ haben ja auch in ihren Schlägen Taubennachwuchs, den sie oft als Jungvögel schlachten und fressen, da sie nicht alle Tauben als Brieftaubennachwuchs gebrauchen können. Widerlich, dieser angebliche Sport! Typisch, daß die Systemparteien nichts dagegen unternehmen und enge Kontakte zu den Brieftaubenbesitzern pflegen. Diese Parteien gehören abgewählt!

    http://barrynoa.blogspot.de/2015/05/bloglinks-zu-tauben-themen.html

  2. Lieber Wolodja, liebe Freunde,
    hier noch drei wundervolle Bilder von NetAP, welche alle Tiere, auch Tauben rettet! Auf dem ersten Bild sehen wir die Praesidentin Esther Geisser, bei der Rettung einer Taube! Das drittte Bild zeigt zwei ganz spezielle Freunde, einen geretteten Hahn und einen geretteten Hund, in Eintracht beisammen! NetAP ist eine der hervorragendsten Tierrechts-Organisationen der Gegenwart! Hier der Link: https://www.facebook.com/NetAP.ch/

    Ich wuensche allen einen erfolgreichen Tierschutz – Eure Siraganda, bis alle Kaefige leer sind!

  3. Frau Schlupp : Ist man nicht ganz genau über ein Thema informiert, sollte man besser schweigen. Tauben-Sport ist Tierquälerei, denn die intelligenten und sanften Tauben landen sehr oft in den Städten, wo sie von ignoranten Zweibeinern verjagt und oft vergiftet werden. Sie sind ein „Abfall-Produkt“ der Taubenzüchter! Um nicht zu verhungern, müssen sie dann den Dreck, den die Zweibeiner ihnen hinwerfen, fressen. Sie werden krank und ihr Kot ist ätzend für die Gebäude, würden sie aber artgerechtes Körner- Futter bekommen, wäre dies nicht der Fall.

    Und somit werden sie zum Sündenbock gemacht, zu „Ratten der Lüfte“ degradiert -obwohl
    Ratten charmante Gesellen sind – hochwertiger als mancher Mensch. Die Taubenzüchter wollen auch nicht für das von ihnen verursachte Tauben-Elend gerade stehen. Die Taubenzüchter sind es, die eigentlich und selbstverständlich für Taubenhäuser/Türme und auch für die Durchführung von Geburtenkontrollen in den Städten aufkommen müssten, denn dann reduziert sich auch die Tauben Population von selbst. Aber richtig wäre es, den Taubensport ganz zu verbieten.
    ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s