Volksverdummung «Modell Tierversuch»

Von Ulrich Dittmann

Viele angeln im Blut der Tiere

Nicht nur ausgewiesene Tierfreunde fordern ethisch begründet die Abschaffung von Tierversuchen. So sprachen sich bei einer ZDF-Telefon-Befragung in Deutschland 75% gegen Tierversuche aus. 17,5% sahen sie als «bedingt notwendig» an und nur 7,5% der Anrufer bejahten Tierexperimente. Vor allem wissenschaftlich begründet wird mehr und mehr Kritik an der Methodik der Tierversuche laut.

Die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche e.V. artikuliert es auf den Punkt: «Tierversuche sind nicht nur nicht notwendig, sondern auch ein unkalkulierbares Risiko für
den Menschen.»

Wahre Worte, bitter belegt durch harte Zahlen. Jedes Jahr sterben in Deutschland 20 000 Patienten an den Folgen von Medikamenten; alle natürlich «zum Wohle des Menschen» am Tier getestet – und für gut befunden.

Tiere unterscheiden sich jedoch grundsätzlich vom Menschen – in Anatomie, Physiologie, Psyche, Lebenserwartung, ihrem Sozialverhalten, Biorhythmus und Stoffwechsel. Hinzu kommen krasse Unterschiede zwischen einzelnen Tierarten und Individuen. So können Kaninchen Knollenblätter- oder Fliegenpilze mümmeln, Strych- nin kann an Affen verfüttert, Zyankali Eulen eingegeben werden usf. All dies überstehen die Tiere unbeschadet, währenddessen solche Ernährungsexperimente dem Menschen gewisslich grosses Ungemach bereiten würden.

Dr. med. Werner Hartinger:

«Menschliche Erkrankungen haben nichts mit denen (Anmerk.: zudem künstlich erzeugten Krankheiten) der Tiere zu tun, was die psychologischen Krankheiten deutlich dokumentieren. Alternative Methoden sind auch wissenschaftlich belegt besser und sicherer, nur fehle es meistens an der Validierung, d.h. rechtsgültiger Anerkennung von Versuchsergebnissen. Der Verzicht auf Tierversuche würde dazu führen, dass sich die medizinische Forschung endlich dem richtigen Subjekt zuwenden würde, nämlich dem Menschen. Auch als «Vorfilter» ist der Tierversuch ungeeignet und dient nur als Alibi. Tierversuche müssen daher auch aus humanen Gründen, zum Schutz des Menschen, abgeschafft werden.»

Das Verlangen nach einem gesetzlichen Verbot der Tierexperimente zielt also nicht allein darauf ab, Tiere vor Qual und Misshandlung zu bewahren, sondern auch zum Schutze des Patienten endlich eine ganzheitliche Humanmedizin durchzusetzen. Dieser Forderung stehen heute, im Zeitalter weltweit vernetzter Computersysteme, Zellforschungseinrichtungen etc. in der Praxis auch weniger medizinische und wissenschaftliche Gründe entgegen denn verkrustete Strukturen und an wohldotierten Stellen klebende Lobbyisten, Politiker und sonstige Entscheidungsträger sowie ewiggestrige «Forschungs-Dinosaurier».

Doch ist hier etwas Hoffnung in Sicht. Es ist ein «Paradigmenwechsel» zu beobachten, d.h. ein Wandel der Ansichten auf vielen Ebenen.
Über Jahrhunderte tradierte Verhalten bröckeln: Was früher noch als unabdingbar und vorbildlich galt, wird in Frage gestellt. Man huldigt beispielsweise nicht mehr kritiklos Chemie und Pharmaindustrie und wirft hemmungslos «Hammerpräparate» nach dem Motto «Viel hilft viel» ein, sondern besinnt sich mehr auf eine sanfte Medikation – hinterfragt mehr und mehr heute auch bei Ärzten und der Wissenschaft den (Un-)Sinn der Tierversuche.

Doch alle Anstrengungen der Gutwilligen im Sinne eines besseren Tier- und Menschenschutzes verröcheln im Würgegriff der weltweit finanziellen Interessen. Es gibt für die «Dornenkrone der Schöpfung» eben kaum eine grössere Lust und Freude, als seine Gier im monetären Bereich zu befriedigen. Und das ist in der Tat ein kaum lösbares Problem. Zu sehen ist das Modell «Tierversuch» als gigantischer Wirtschaftsfaktor, fest etabliert und verzahnt im Getriebe der Geschäftemacherei mit Krankheiten. Angefangen beim kleinen Versuchstierhändler bis hin zu grossen, global agierenden Industrieunternehmen: Viele angeln im Blut der Tiere nach kleinen oder grossen Profiten – und nicht zuletzt nach «ehrenvollen» Doktorwürden oder internationalen Auszeichnungen.

Tierversuche kosten zwar Millionen – bringen aber Milliarden. Und gewähren als Alibi-Funktion Straffreiheit, falls etwas passiert.

Deshalb macht man sie. Auf diese kurze Formel gebracht, treffen die für Tierversuchsbefürworter gewisslich ketzerisch klingenden Worte jedoch den Kern der Sache. Tierversuchsgegner bestreiten keinesfalls die Notwendigkeit einer Forschung – nur die anachronistische Methode, mit grausamen Tiermorden und daraus resultierenden Veterinärmedizin-Erkenntnissen die Spezies Mensch beglücken zu wollen.

In diesem Sinne gilt es weiter zu kämpfen: für eine ganzheitliche Humanmedizin und gegen die mächtige «Volksverdummungsmaschinerie Tierversuch», die hier seit Jahrzehnten ähnlich unredlich-groteske Rechtfertigungsstrategien auf der Schiene «zum Wohle des Menschen» fährt  –  analog einer Argumentation «Kein Krieg – und die bittere Not der Rüstungsindustrie».

Ulrich Dittmann

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3 Kommentare zu “Volksverdummung «Modell Tierversuch»

  1. Lieber Herr Ulrich Dittmann, lieber Wolodja

    Tierversuche sind zusammen mit den Schlachthoefen und der Pelzindustrie die schlimmsten Verbrechen, welche die Bestie Mensch am Tier begeht! Obwohl diese kriminellen Elemente inzwischen laengst gemerkt haben sollten, dass Tierversuche NICHT auf den Menschen uebertragbar sind, da jede Spezies wieder ganz anders reagiert – und inzwischen die notwendigen Alternativmethoden zur Genuege bereitstehen, u.a. http://www.drhadwentrust.org/ und http://www.pcrm.org/health, wollen sie nicht auf Alternativ-Methoden umsteigen, weil sie entweder zu bequem dazu sind, oder weil sie das Geld reut! Dann sollen diese Bestien sich doch selbst vivisezieren.

    George Bernard Shaw (1856-1950)
    brit. Schriftsteller, Nobelpreis für Literatur 1925 :

    Jeder Vivisektor ist ein Ausreißer aus der Armee der ehrenhaften Forscher.

    Wer nicht davor zurückschreckt, Tierversuche zu machen, der wird auch nicht zögern, darüber Lügen zu verbreiten.

    Wenn wir selbst die lebenden Gräber ermordeter Tiere sind, wie können wir dann auf dieser Welt ideale Bedingungen erwarten? (20)

    Solange die Menschen Tiere quälen, foltern und erschlagen, werden wir Krieg haben. Wie können wir irgendwelche idealen Zustände auf Erden erwarten, wenn wir die lebenden Gräber getöteter Tiere sind?

    Wenn ich einst sterbe und mir all die Tiere, die ich nicht gegessen habe, das letzte Geleit geben, wird es ein großer und schöner Trauerzug werden. (30)

    Solange die Menschen die wandelnden Gräber der von ihnen ermordeten Tiere sind, wird es Kriege geben auf dieser Erde. (KI 55/12)

    Tiere sind meine Freunde und ich esse meine Freunde nicht!

    Liebe Gruesse von Ihrer Siraganda im Tierschutz – gemeinsam sind wir stark, bis alle Kaefige leer sind

    • Liebe Siraganda, vielen Dank an Dich für diesen erneuten Kommentar von Dir und ich möchte lediglich anfragen: Was bedeuten die in den von George Bernard Shaw zitierten Zitaten jene eingeklammerten Zahlen und was heisst (KI 55/12) ?
      Mit lieben Grüssen – Wolfgang

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