Die französische Tierschutz-Organisation L214

Beitrag von Tierschützerin Claudia Marrapodi


 

Obige Frage stelle ich mir Tag und Nacht! Und da die Dinge ueberall im Argen liegen, und insbesondere hier in Frankreich, wo ich wohne, so gilt der heutige Beitrag diesem archaischen Land, wo es noch vor einigen Jahren in unserem Dorf alleine sechs Metzgereien gab! Die gibt es heute immer noch, aber das sind inzwischen fahrbare Horrormobile mit allem, was das franzoesische Herz begehrt: Schweinekopf-Kaese, Pferdekaese, Camions mit drehenden Huehnergrills, waehrend die lebenden Huehner, Enten, Gaense, Schnepfen und Tauben gleich daneben feilgeboten werden!

Dies muss ich jeden Dienstag, wenn Markt ist – und ich gezwungen bin, mein Haus zu verlassen, mit ansehen! So kam es dann auch, dass ich drei unglueckliche Tiere adoptieren konnte und diese auf einem Gnadenhof unterbrachte, wo ich nun ihre Patin bin! Viele Leute tun ein gleiches, wie ich bereits bemerkte und so gleitet doch ab und zu ein kleines Laecheln ueber mein Gesicht, wenn ich seit kurzem bemerke, dass die gaengigen Huehnerrassen, welchen dann der Hals umgedreht wird, durch neue Kleinrassen ersetzt werden, welche Sammlern von tropischen Unterarten die Moeglichkeit geben, ihre Sammlung zu ergaenzen und zu bereichern! Die aermsten der Armen sind die Kaninchen, welche aber ebenfalls immer oefter freigekauft, statt zum Fressen eingekauft werden, wie ich so manchem Gespraech am Verkaufsstande entnehmen kann!

Aber die ganze Sache beelendet mich aufs schlimmste, denn es ist ein Ding der Unmoeglichkeit, allen Tieren zu helfen! Ein grosses Problem stellen zB die Tauben und Enten, welche schon geraume Zeit vorher in Gefangenschaft gehalten und deshalb ungeschickt im Fliegen bis flugunfaehig sind. Kauft man sie frei, um sie im freien Feld freizulassen, so fliegen sie nahe am Boden vor sich hin, verschwinden irgendwo im Gras, Unterholz oder Wald, nur um sehr schnell die Beute von Greifvoegeln, Fuechsen und Mardern zu werden. Aber am langen Ende der Qualkette steht immer der Mensch, welcher ein total falsches Verhaeltnis zu Natur und Tier an den Tag legt, aus dem er und die ganze Schoepfung nicht entrinnen kann!

Die Wurzeln des Uebels sind in Frankreich so tief und morsch, dass man den Blick auf den Grund total verloren hat aber weiss, welch trueber Schlamm und Unrat in den Fleischbaeuchen sitzt, der nicht zu entfernen ist. Das Wort ‚Vegetarismus‘ ist den meisten Leuten auf dem Lande unbekannt und so manch ein fleischgefuellter Sack mit Bluthochdruck, offenen Beinen, Asthma und einem eingebauten Lautsprecher in der Kehle krebseshalber meint allen Ernstes, ohne Fleisch wuerde ihn schnurstracks der Schlag treffen! Dieser allgemeinen Situation steht man machtlos gegenueber. Viele Leute sind dermassen dick, dass sie ihre Hunde nicht mehr ausfuehren koennen – und diese nachts streunen lassen! Am Anfang landeten viele bei mir, weil ich dachte, die gehoerten niemandem, bis mir der ‚Gardien Champetre‘, der ‚Feldpolizist‘, den hier jedes Dorf hat, dies erklaerte! Dies beruhigte mich einigermassen und so kommt es halt, dass einem um Mitternacht auch mal ein vorbeitrottender Bernhardiner begegnet.

Sehr im Argen liegt die franzoesische Sache mit den Schlachthoefen, welche zum Schlimmsten gehoeren, das man sich vorstellen kann! Die grauenhafteste Tierquaelerei ist an der Tagesordnung, worueber die Leute bis jetzt eigentlich nie nachdachten – bis die hervorragende Tierschutz-Organisation L214 damit begann, versteckte Kameras an diesen Orten des Grauens zu installieren. Die entsprechenden haarstraeubenden Aufnahmen flimmerten dann anschliessend tagelang ueber die franzoesischen Mattscheiben, was in der Bevoelkerung fuer einen allgemeinen Aufschrei der Entruestung sorgte. Millionen von Fernseh-Zuschauern sahen diese entsetzlichen Szenen und stellten sich wie ein Mensch hinter die geschundenen Tiere! Die Organisation L214 erhielt massiven Zustrom aus allen Bevoelkerungsschichten und viele entscheiden sich heute sogar fuer eine fleischfreie Ernaehrungsweise! Zwar hinkt Frankreich immer noch Lichtjahre hinter Israel her, wenn es um Tierrechte geht, aber die Sache faengt an, sich zu bewegen – auch in Frankreich!


Wie wir dem obigen Bild entnehmen duerfen, arbeitet die Tierrechts-Organisation L214 eng mit der Fondation Brigitte Bardot zusammen! Beide Organisationen haben die totale Befreiung der Tiere und einen konsequenten Vegetarismus bis hin zum Veganismus auf ihre Fahnen geschrieben, obwohl in Frankreich noch sehr viel Wasser die Rhone hinunter und ins Meer fliessen wird, bis es endlich soweit sein wird! Aber immer mehr in der Oeffentlichkeit stehende Personen widmen sich diesem Thema, schreiben Buecher, gestalten Fernsehsendungen, oder berufen Versammlungen ein, auch wird inzwischen in den Grossstaedten wie Paris demonstriert und die Schliessung der Schlachthoefe gefordert!

Auf obigem Bilde sehen wir von links nach rechts die grossen Herzen, welche fuer die Tiere in Frankreich schlagen: Jean-Pierre Garrigues, Praesident des CRAC (Anticorrida), welcher sich auch fuer alle anderen Tiere und ganz speziell die vegane Lebensweise einsetzt – dann der grossartige Captain Paul Watson, der auch in diesem Kampfe an unserer Seite ist (er ist ueberall, wo es der Gerechtigkeit bedarf, wie Kapitaen Nemo), die Vorsitzende und seine rechte Hand in Frankreich Lamya Essemlali – und ganz aussen Brigitte Gothière von L214


Und hier meine Uebersetzung zum nachfolgenden Kurzvideo:
In einem gasgefuellten Sack dahintreibend, schleppt die ‚Portugiesische Galeere‘ einen 100-Fuss langen Vorhang von Tentakeln hinter sich her, die eine laehmende Wirkung haben und Menschen grosse Schmerzen zufuegen koennen. Kleinere Tiere leiden nicht fuer lange. Sie werden direkt in die Mundoeffnung der Qualle gefuehrt und diese hat mehrere Muender, und mehr an allem. Die ‚Portugiesische Galeere‘ ist ein Kolonie-Organismus, das heisst sie besteht aus verschiedenen Tiertypen, welche einen einzigen Organismus bilden, welche von einem einzigen Embryo stammen und sich zu einem einzigen Superorganismus zusammenfuegen. Jedes einzelne Tier in der Kolonie wird ‚Zoid‘ genannt, wobei jedes seine ganz spezielle Aufgabe hat. Ein Zoid ist auf ‚driften‘ spezialisiert, andere auf ‚brueten‘, ‚essen‘ oder ‚jagen‘. Jeder essende Zoid gibt den Naehrungsgehalt weiter an die anderen Zoid-Gruppen. Die ‚Portugiesische Galeere‘ ist ein toedlicher Jaeger. Diese Quallen schwimmen oft in Gruppen von Tausenden zusammen und sind fuer viele Lebewesen eine grosse Gefahr…

Zum Schluss noch als Zugabe fuer alle Tierfreunde: Mit dem nachfolgenden Foto nehmen wir heute Abschied von Prince, der sein ganzes Leben lang ein grosser Tierschuetzer war und bis zum Schluss seiner Tierliebe treu blieb: er lebte vegan, trug kein Leder und benutzte keine Kosmetik aus Tierversuchen, noch irgendein anderes tierisches Produkt! RIP! Prince der Barmherzigkeit und der allumfassenden Liebe!

Eure Siraganda im Tierschutz

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9 Kommentare zu “Die französische Tierschutz-Organisation L214

  1. Lieber Wolodja, liebe Freunde,

    hier zum Tagesabschluss noch ein Video von L214 mit einem Interview von Sébastien Arsac! Er erzaehlt darin, dass er selber Sohn eines Grossmaesters sei und sich heimlich in die Schlachthaeuser eingeschlichen und gefilmt habe! Er zeigt uns die ungeheuerliche Grausamkeit, welche heute in Frankreich als Norm gilt!

    Fuerwahr ein barbarisches rueckstaendiges Land, welches mir Uebelkeit und Gaensehaut verursacht! Niedrig, gemein und brachial – eben Cro Magnon und Lascaux in Reinkultur! Hier sind die Uhren stehengeblieben, denn diese Leute sehen heute immer noch so aus, innen und aussen! Unglaublich, aber wahr!

  2. Siraganda:

    „Fuerwahr ein barbarisches rueckstaendiges Land, welches mir Uebelkeit und Gaensehaut verursacht! Niedrig, gemein und brachial – eben Cro Magnon und Lascaux in Reinkultur! Hier sind die Uhren stehengeblieben, denn diese Leute sehen heute immer noch so aus, innen und aussen! Unglaublich, aber wahr!“

    Das soll nun die „Grand Nation“ sein? Lang vorbei, die Zeiten, wo Frankreich das Land war, den anderen ein Vorbild, siehe die Aufklärung unter Ludwig XV. ( http://barrynoa.blogspot.de/2016/06/wurdigung-ludwig-xv-von-frankreich.html ). Fürwahr ein jetzt rückständiges barbarisches Land, eben sehr romanisch! Aber woanders sieht es nicht viel besser aus, liebe Siraganda, aber je mehr man nach Süden kommt, desto barbarischer geht es leider gegenüber den Tieren zu.

  3. Liebe Siraganda,
    vielen Dank an Dich für diesen neuen Beitrag aus Deiner Feder und die damit verbundene Mühe und investierte Zeit. Für mich besonders interessant und ermutigend: Deine Infos über diese hervorragend gute französische Tierschutz-Orga namens L214, welche für mich ein Beleg dafür ist, dass auch bei Euch in Frankreich die Zeichen der Zeit klar zu erkennen sind und immer mehr Menschen für die Belange der Tiere Partei ergreifen – und dies nicht nur im rückständigen und empathielosen Frankreich, sondern überall auf dieser Welt.
    Mit lieben Grüssen an Dich – Wolfgang

  4. Lieber Bernd, lieber Wolodja,

    wir tun, was in unserer Moeglichkeit steht, um den Lauf der Dinge zu aendern, auch wenn wir vielleicht in mancher Hinsicht auf verlorenem Posten stehen! Ich warte zur Zeit immer noch auf weitere Nachrichten bezueglich des Yulin Schlacht’festes‘, welches fuer die Tiere in China die Hoelle auf Erden ist! Da es die chinesische Regierung jetzt verbieten will, Weiss ich nicht, ob dies schon fuer dieses Jahr gilt, oder erst fuers naechste! Ein kleiner Trost in all dem Elend: die oeffentliche Hinrichtung dieses armen Schweines, die ebenfalls in Asien stattfand, ist inzwischen verboten worden! Was sich allerdings in den Schlachthoefen der ganzen Welt abspielt, daran darf ich nicht denken, denn sonst kann man sich direkt an die naechste Telefonstange haengen!

    Also machen wir weiter, was auch immer kommen mag!

    Liebe Gruesse an Euch beide und alle Freunde von Siraganda im Tierschutz

  5. Liebe Siraganda, danke mal wieder für Deinen Bericht. Das hübsche Schäfchen-Kind mit dem süssen Küken habe ich mir ausgedruckt. Es sterben schöne wertvolle Tiere für wertlose Menschen. In Frankreich geboren und bis 21 J. dort gelebt, habe ich das Tierelend schon als Kind mitbekommen. Für die Franzosen ist Essen sehr wichtig, sie können stundenlang fressen und saufen. In den Tierheimen werden nach einer gewissen Zeit Hunde und Katzen eingeschläfert.
    Wenn man meint, man kennt jede Perversität, so schaut Euch, liebe Freunde mal den Newsletter
    ProVegan Ausgabe 24/2016 von Dr.med. E.W. Henrich an : Rinder werden von Australien nach Vietnam exportiert und dort mit einem Hammer zu Tode geprügelt. Das Video ist grauenvoll, es stammt von Animals Australia. Beim Ansehen konnte ich nur noch weinen, gleichzeitig packt mich eine Mordlust.

  6. Liebe Siraganda, vielen Dank für Deine wertvollen Infos und schönen Fotos. Das hübsche
    Schäfchen mit dem Kindergesicht und das süsse Küken habe ich ausgedruckt.

    Ich bin in Frankreich geboren und aufgewachsen, habe als Kind schon sämtliche Tierquä-
    lereien mit ansehen müssen. Für die Franzosen ist essen sehr wichtig, sie können stunden-
    lang fressen und saufen.
    Liebe Freunde, wenn man meint dass wir bereits alle Perversitäten kennen, erfahren wir
    immer neue, so z.B. im Newsletter Provegan Ausgabe 24/2016 von Dr. med. Ernst-Walter
    Henrich, unter alles offiziell : Rinder werden von Australien nach Vietnam exportiert und dort
    mit einem Hammer zu Tode geprügelt : Video von Animals Australia.

    • Liebe Marie-Thérèse,
      ja, leider scheinen die Franzosen kein anderes Laster zu haben, als zu fressen und zu saufen, denn die viel nachgesagte Erotik wird wohl hoffnungslos zu kurz kommen, da saemtliche Kanaele ob der Voellerei verstopft sind! Das mit den australischen Rindern habe ich auch gelesen, aber ich schaue mir die Videos nicht an, wegen der Mordlust, welche mich dann ebenso ergreift, wie Dich!

      Ich wuensche Dir trotzdem noch einen so angenehmen Tag wie nur moeglich – Deine Siraganda im Tierschutz

  7. Marie-Thérèse Matrong:

    „Es sterben schöne wertvolle Tiere für wertlose Menschen.“

    Approbation complète!

    Marie-Thérèse Matrong:

    „Rinder werden von Australien nach Vietnam exportiert und dort
    mit einem Hammer zu Tode geprügelt“

    Da hatten wir damals Mitleid mit den Vietnamesen, wegen des Krieges der Amerikaner dort und wir spendeten in der DDR für Vietnam laufend Geld. Im Nachhinein muß man es bedauern, wenn man solche Barbarei der Vietnamesen gegenüber Tieren mitbekommt.

    Man denke auch an die Schandtaten der Vietnamesen an den Gallenbären, die einer lebenslangen Folter unterzogen werden.

    Schande auch für Australien, die an solch ein Land lebende Tiere liefert!

  8. vollkommen Deiner Meinung lieber Bernd, für Menschen keine Spenden mehr sondern nur
    noch das Schlachtermesser. Ausnahmen : tierliebende Menschen und Betreiber von Tier-Gnadenhöfen die Geld dringend benötigen. Ich habe damals auch für Ethiopien während der
    Hungersnöten gespendet. Nachdem ich an dem ganzen Elend der Ärmsten der armen fast
    zerbrochen bin, habe ich mir strikt verboten, Mitleid mit Menschen zu haben. Dies ist nicht
    immer einfach, aber es geht.

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