Der Rechtsstatus des Tieres steht außer Zweifel

Beitrag von Tierschützerin Claudia Marrapodi

Der Tod den guten Herrn dir nahm,
Vergebens suchst du seine Wege.
Du blickst mich an, ja, komm und lege
Auf meinen Schoß dein Haupt voll Gram.

Aus deinen Augen, treues Tier!
Schaut eine stumme, tiefe Klage,
Und geht an mich die ernste Frage:
„Wo find ich ihn? Mensch! sag es mir!“

Wend ab dein fragend Auge nur!
Was könnt‘ ein armer Mensch dir sagen?
Antwortet ja auf solche Fragen
Selbst ihm mit Schweigen die Natur.

Justinus Kerner (1786-1862)


Der Mensch, welcher sich zum Hauptausbeuter und Parasiten dieses Planeten gemausert hat, vergiftet so ziemlich alles, was ihn und die anderen Lebewesen umgibt: das Wasser, die Luft, die Nahrung, die Tiere, welche er zwecks seines Gebrauches und Missbrauches ausbeutet und frisst, die Waelder, die Wiesen und Felder, die Erde, die Staedte, den Frieden und nicht zuletzt sein eigenes Gewissen. Denn wie sonst koennte er tagtaeglich, jahrein, jahraus seinen gewohnten Gang gehen, indem er die Leichen anderer Lebewesen in sich hineinstopft? Solch eine Gedanken- und Sorglosigkeit ist nicht nur aeusserst stumpfsinnig, sondern in hohem Masse verantwortungslos und egoistisch, denn heute ist der Mord an einem Tier keine private Angelegenheit mehr, sondern geht jeden von uns an! Noch sind die Politiker korrupt und emotionalamputiert, aber die Zeit ist reif fuer den Tapetenwechsel. In mehreren Laendern ist dies zu erkennen, auch wenn es sich bei diesen Laendern noch nicht um europaeische handelt, aber das tut dem Fortschritt keinen Abbruch! Diesmal sind halt die anderen zuerst. Man verstehe mich aber nicht falsch, denn im Argen liegt es weltweit mit den Tieren, aber es manifestieren sich immer oefter tierfreundliche Stimmen, Kreise, Vereinigungen, Politiker usw., denn heute ist das Leid und die Qual des Tieres nicht mehr zu rechtfertigen, unter gar keinen Umstaenden!

 Unter gar keinen Umstaenden duerfen wir uns heute erlauben, blind und taub durch die Welt zu gehen! Der Rechtsstatus des Tieres steht ausser Zweifel immer dringlicher zur Diskussion, nicht zuletzt auch deshalb, weil dadurch eine ausgewogene Gerechtigkeit geschaffen wird, aus welcher wiederum der kreative und fortschrittliche Mensch schoepfen und leben kann! Gerechtigkeit allen Wesen gegenueber und der Frieden reichen sich immer die Hand, waehrend Schlachthof und Schlachtfeld abgrenzen und den Tod saeen. Der Mensch hat nun die Wahl, sich fuer die eine oder die andere Art der aufgehenden Saat zu entscheiden!


 Von diesen „Spezialisten im Tierreich“ moechte  ich Euch heute gleich zwei vorstellen. Zunaechst ein Tier, welches zwar praktisch in allen gemaessigten und warmen Gewaessern der Erde vorkommt, aber trotzdem sehr unbekannt ist: Der Glaucus Atlanticus. Dieser besticht nicht nur durch seine speziellen Eigenschaften, sondern auch und vor allem durch seine Schoenheit und Anmut.

Diese blaue Ozeanschnecke, auch bekannt unter dem Namen Seeschwalbe, gehoert zur Familie der Glaucidae und ist ein Nacktkiemer. der pelagisch an der Meeresoberflaeche lebt und sich von hochgiftigen Nesseltieren ernaehrt, gegen deren Gift sie immun ist und ihr eine umso hoehere Giftigkeit verleiht! Sollte sie an Land gespuelt werden, ist auf persoenlichen Kontakt dringend zu verzichten, denn ihr Gift ist staerker, als das des ‚Man of War‘, der ‚Portugiesischen Galeere‘, einer hochgiftigen Staatsqualle, welche im naechsten Bericht zu Ehren kommen wird!

Wie andere Fadenschnecken ist Glaucus atlanticus zweigeschlechtlich. Der Penis ist mit einem Chitinstachel versehen. Die weibliche Geschlechtsöffnung ist am Bauch rechts. Die langen Eier werden in geraden, bis zu 17,5 mm langen Schnüren an die Überreste der Mahlzeiten geheftet. Bei 19 °C beginnt die Furchung nach wenigen Stunden. Nach 48 bis 60 Stunden bildet sich eine Trochophora und nach drei Tagen eine Veliger mit Schale, welche die Eischnur verlässt. 11 Tage nach dem Schlüpfen bilden sich die ersten Windungen der Schale. Mit der Metamorphose geht die Schale verloren, und es entsteht eine schalenlose Fadenschnecke, die drei bis acht Zentimeter lang wird.

Als naechstes erleben wir ein Wesen, welches mich umsomehr erstaunt, nachdem ich von dessen ganz speziellen Faehigkeiten erfuhr, von denen ich zuvor noch nichts gehoert hatte: eine Eidechse mit dem denkwuerdigen Namen ‚Das blutschiessende Auge‘.

Dazu gibt es ein entsprechendes Video, welches ich hier nachfolgend sinngemaess uebersetzen moechte: Diese Horn-Eidechse ist ein einzigartiges Reptil mit einer merkwuerdigen Selbstverteidigungs-Strategie. Sie frisst vor allem Ameisen, die ihren Weg kreuzen. Die Ameisen versuchen sich zu wehren, koennen aber gegen die hornigen Stacheln nichts ausrichten. Aber der Coyote ist eine andere Sache! Und hier entfaltet die Echse ihre seltsame Verteidigungs-Strategie! Sie feuert ihre eigene Pfefferspray-Version auf ihn ab! Zusaetzlich zum Brennen enthaelt das Blut abstossende Chemikalien, welche den Coyoten angewidert die Flucht ergreifen lassen. Und so bleibt die Eidechse ruhig zurueck – und verschlingt weitere Ameisen…


Und hier noch als Zugabe ein schoenes, beruehrendes Tiergedicht über ein gequältes Äffchen auf einem Rummelplatz, das im Herzen wehtut und welches ich allen treuen Freunden dieses Blogs widme:

Der Affe – von Georg Heym

Er zittert oben hoch auf dem Kamel
in einem roten Rock auf seinem Brette,
er klettert schnell herab auf den Befehl
und schleift am Fusse nach die duenne Kette.

Er huepft auf einem Bein. Er schlaegt behende
das Tamburin und blaest auf der Schalmei.
Dann geht er ab den Kreis und streckt die Haende
nach Pfennigen aus und dankt wie ein Lakai.

In seinem Auge rollt ein Feuer, weiss,
kalt wie ein Frosch, und seine Stirn gerinnt
in viele Runzeln, wie ein Greis
uralt und wie ein neugebornes Kind.

Er hält der Schläfer und der Wagen Wacht
und hockt auf einem Stein an der Chaussee.
Tief in ihm klopft das Rätsel, und die Nacht
des Eingekerkerten, das dunkle Weh.

Es kratzt in ihm nach einer kleinen Pforte,
er sieht sich um voll Angst und starrt herauf
zum Kreis der Sterne, die dem dunklen Orte
schwach leuchten in der dumpfen Stunden Lauf.

Das dunkle Volk der flatternden Plejaden
huscht wie ein Fledermäuse-Schwarm dahin.
Der Wagen zieht auf seinen dunklen Pfaden
stumm fort und ohne Last seit Urbeginn.

Es staunt das Tier. Da kommt mit gelbem Hut
der Mond gerannt und stolpert durch den Grund.
Da duckt es sich, und matt verrollt sein Blut
gebunden wieder in den Adern rund.

Liebe Gruesse von Siraganda im Tierschutz

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2 Kommentare zu “Der Rechtsstatus des Tieres steht außer Zweifel

  1. Lieber Wolodja, liebe Marie-Thérèse, liebe Freunde,

    wie unser heutiger Beitrag zeigt, ist es uns allen ein sehr grosses Anliegen, dass wir eine Gesetzesaenderung im Tierschutz erreichen, denn nur so koennen wir unseren Bruedern und Schwestern, den Tieren – und Mutter Erde helfen! Denn ohne ein nuetzliches Gesetz sind wir hilflos. Aber auch die Anwendung bereits bestehender Gesetze ist oft ein sehr langwieriges und zaehfluessiges Unterfangen, welches den Einsatz und die Tatkraft der Tierschuetzer fordert! Nur zu gerne uebersieht der Staat und seine Vertreter die bestehenden Regeln und Forderungen des Tierschutzes, welche bereits im Gesetz verankert sind. Obwohl man ab und zu sagen kann: ‚Es taget vor dem Walde‘, sind wir noch Lichtjahre von jenem Ziel entfernt, welches wir uns gesteckt haben! Die Schuld liegt bei der Empathielosigkeit der Regierungen und der von ihr manipulierten und gesteuerten Massen! Dies ist kein Grund aufzugeben – wir machen weiter, bis alle Kaefige leer sind! Dies wird wahrscheinlich nicht mehr zu unseren Lebzeiten geschehen, aber wir sind dem Tier nicht nur Respekt, sondern auch Gerechtigkeit schuldig!

    In diesem Sinne sende ich allen liebe Gruesse aus Frankreich – Eure Siraganda im Tierschutz

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