Die gespaltene Zunge der Bibel – Teil 2

Janus war ein Gott der römischen Mythologie und ihn darstellende Abbildungen (z. Bsp. auf alten römischen Münzen), zeigten ihn mit einem Doppelgesicht, nämlich vorwärts sowie auch rückwärts blickend. Dies findet sich auch im Alten und Neuen Testament der Bibel, indem sie doppelzüngig und in zweierlei verschiedene Richtungen redet.

Seit nunmehr 2000 Jahren haben wir es im sogenannten „christlichen Abendland“ mit einer Religion zu schaffen, die offenbar in ihren Ursprüngen eine ganz andere war und sich im Laufe der Zeit mit dem Einverstaendnis ihres Klerus und der verschiedensten Staaten, in welchen sie herrschte und auch heute noch ihr Unwesen treibt, mehr und mehr von diesen Ursprüngen entfernte und die daraus resultierende Gleichschaltung der Massen hat auch heute noch seitens des Christentums Hochkonjunktur.

Waehrend im Alten Testament bezueglich des menschlichen Empfindens gegenueber allen Lebewesen noch eine gewisse evolutionaere Leiter zu erkennen ist, schlaegt der Zeiger im Neuen Testament immer heftiger nach beiden Seiten hin aus! Pentateuch, Leviticus und Numeri sprechen von blutigen Tieropfern, ja sogar Menschenopfern, aber nach Koenig Salomon und waehrend und auch nach der Diaspora kommt dann die Stunde der Propheten wie Daniel, Micha, Amos, Hosea, Hiob, Jeremia und Jesaja – die eine andere Sprache sprechen, nämlich blutige Tieropfer ablehnen und Tier und Natur respektieren:

Hier einige Beispiele:

„Als Schlachtopfer meiner Opfergaben opfern sie Fleisch und essen es. Der HERR hat kein Gefallen daran.“ (Hosea 8.13)

„Ich hasse, ich verwerfe eure Feste, und eure Festversammlungen kann ich nicht mehr riechen: Denn wenn ihr mir Brandopfer opfert, missfallen sie mir und an euren Speiseopfern habe ich kein Gefallen, und das Heilsopfer von eurem Mastvieh will ich nicht ansehen. Halte den Lärm deiner Lieder von mir fern! Und das Spiel deiner Harfen will ich nicht hören.“ (Amos 5,21 – 23)

„Wer ein Rind schlachtet, ist wie einer, der einen Menschen erschlägt; wer ein Schaf opfert, ist wie einer, der einem Hund das Genick bricht…..“(Jesaja 66.3)

„Wozu soll mir die Menge eurer Schlachtopfer dienen?, spricht der HERR. Ich habe die Brandopfer von Widdern und das Fett der Mastkälber satt, und am Blut von Stieren, Lämmern und jungen Böcken habe ich kein Gefallen. Wenn ihr kommt, um vor meinem Angesicht zu erscheinen – wer hat das von eurer Hand gefordert, meine Vorhöfe zu zertreten? Bringt nicht länger nichtige Speiseopfer …. Eure Neumonde und eure Feste hasst meine Seele. Sie sind mir zur Last geworden, ich bin es müde, sie zu ertragen. Und wenn ihr eure Hände ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch. Auch wenn ihr noch so viel betet, höre ich nicht – eure Hände sind voll Blut. Wascht euch, reinigt euch! Schafft mir eure bösen Taten aus den Augen, hört auf, Böses zu tun! Lernt Gutes tun, fragt nach dem Recht, weist den Unterdrücker zurecht.“ (Jesaja 1,11 – 17)

„Womit soll ich vor den HERRN treten, mich beugen vor dem Gott der Höhe? Soll ich vor ihn treten mit Brandopfern, mit einjährigen Kälbern?“ (Micha 6,6)

„Aber Daniel nahm sich in seinem Herzen vor, sich nicht mit der Tafelkost des Königs und mit dem Wein, den er trank, unrein zu machen; und er erbat sich vom Obersten der Hofbeamten, dass er sich nicht unrein machen müsse. Und Gott gab Daniel Gnade und Erbarmen vor dem Obersten der Hofbeamten. Und der Oberste der Hofbeamten sagte zu Daniel: Ich fürchte meinen Herrn, den König, der eure Speise und euer Getränk bestimmt hat. Denn warum sollte er sehen, dass eure Gesichter schlechter aussehen als die der jungen Männer eures Alters, so dass ihr meinen Kopf beim König verwirktet? Da sagte Daniel zu dem Aufseher, den der Oberste der Hofbeamten über Daniel bestellt hatte: Versuche es doch zehn Tage lang mit deinen Knechten, dass man uns Gemüse zu essen und Wasser zu trinken gebe! Und dann möge unser Aussehen und das Aussehen der jungen Männer, die die Tafelkost des Königs essen, von dir geprüft werden! Dann verfahre mit deinen Knechten je nachdem, was du sehen wirst! Und er hörte auf sie in dieser Sache und versuchte es zehn Tage mit ihnen. Und am Ende der zehn Tage zeigte sich ihr Aussehen schöner und wohlgenährter als das aller jungen Männer, die die Tafelkost des Königs aßen. Da nahm der Aufseher ihre Tafelkost und den Wein, den sie trinken sollten, weg und gab ihnen Gemüse.  (Daniel 1, 8-16)

Und in bezug auf Jesaja 65,25 werden wir Zeuge einer falschen Übersetzung, die ich persoenlich fuer eine gewollte Boeswilligkeit halte:

In einem Bibeltext aus dem Jahre 1899 heisst es hier: „Wolf und Lamm werden bei einander weiden; der Löwe wird Stroh fressen wie die Rinder, und die Schlange sich von Erde nähren: sie werden keinen Schaden thun, noch Verderben anrichten in meinem ganzen heiligen Berglande, spricht Jahwe.“ Und in der Luther-Version aus dem Jahre 1912 taucht eine weniger gute, sondern verachtenswerte Verwandlung auf, welche offenbar der Tierausbeutung Vorschub leisten soll: „Wolf und Lamm sollen weiden zugleich, der Löwe wird Stroh essen wie ein Rind, und die Schlange soll Erde essen. Sie werden nicht schaden noch verderben auf meinem ganzen heiligen Berge, spricht der Herr.“

Gleichsam eine falsche Übersetzung von Luther in bezug auf Jesaja 11, 6: „Die Wölfe werden bei den Lämmern wohnen und die Parder bei den Böcken liegen. Ein kleiner Knabe wird Kälber und junge Löwen und Mastvieh miteinander treiben.“ In der Textbibel von 1899 hingegen heisst es: „Und der Wolf wird neben dem Böcklein lagern, Kalb und junger Löwe werden zusammen weiden, und ein kleiner Knabe sie leiten.“

Habt ihr den Unterschied gemerkt? Wollte Luther vielleicht mit seiner Hinzufügung von „Mastvieh“ der Tierausbeutung Vorschub leisten??? Wie Luther in die internationalen Vegetarier-Listen den Weg fand, ist mir schleierhaft – oder war da 1912 ein mieser Faelscher am Werk?

Aber wie dem auch sei, abgesehen von einem gewissen evolutionaeren seelisch-geistigen Anstieg, sind im AT vielerlei abstruse Diskrepanzen zu finden und fuer mich ist es ein Zeitverlust, diesen Widersprüchen zum x-ten Male nachzuspueren, was andererseits auch den Rahmen dieses Beitrags sprengen würde.

Aber auch im Neuen Testament finden sich mancherlei schreiende Diskrepanzen , welche ein Grund dafuer waren, dass ich aus der Kirche austrat und dem Christentum fuer immer den Ruecken kehrte! Aus der Schule dieses Neuen Testaments standen am Anfang des Christentums die vegetarischen Kirchenväter, aber diese scheinen eher aus dem Evangelium der Essener geschoepft zu haben, als aus den restlichen vier Evangelien. Ausserdem gibt es noch aberhunderte von aprokryphen Schriften, zu denen sie noch lebhaft Zugang hatten, was ja heute nur noch am Rande wahrgenommen wird! Es versteht sich von selbst, dass in den apokryphen Schriften ein ganz anderer Ton angeschlagen wird, speziell wenn es um Tiere geht! Aber deswegen sind sie ja apokryph, weil man sie vom Tische weghaben wollte!

In Spanien werden jaehrlich bei christlich religioesen Festen ueber 60.000 Tiere zu Tode gequaelt!
Hierueber gibt es nun erstmals einen Dokumentarfilm! Hier ein Trailer:

Systematische Veruntreuung, Luegen und Empathielosigkeit haben aus dem christlichen Abendland faule Fruechte hervorgebracht, welche ungeniessbar sind, wie der Sodomapfel!

Fazit: jedem Tierschuetzer, der den Tieren und der Natur wirklich helfen will, kann ich nur raten, seine Zeit nicht mit ‚heiligen Schriften‘ zu vertroedeln, sondern fuer Tier und Natur zu handeln! So wie unser Gary Yourofsky dies tut!

Liebe Gruesse von Siraganda im Tierschutz

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Ein Kommentar zu “Die gespaltene Zunge der Bibel – Teil 2

  1. Lieber Wolodja, liebe Freunde,

    hier zwischendurch mal was Positives fuer unsere Zukunft: Schueler fuer Tiere

    Von denen koennen die Kirchen was lernen!

    Liebe Gruesse an Euch alle, Eure Siraganda im Tierschutz

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