Die gespaltene Zunge der Bibel – Teil 1

Beitrag von Tierschützerin Siraganda

Zum besseren Verständnis des obigen Fotos:
In Lukas 22,36 heisst es: „Er sprach zu ihnen: Aber jetzt, wer eine Boerse hat, der nehme sie und gleicherweise eine Tasche, und wer keine hat, verkaufe sein Kleid und kaufe ein Schwert“. Daraufhin entgegnen seine Jünger in Lukas 22.38: „Herr – hier sind zwei Schwerter“.

Ob hier nun ein materielles oder ein geistiges Schwert gemeint war, ist und bleibt unklar, da dies nicht eindeutig aus diesem Text abzuleiten ist. Doch die genau gleichen Fallstricke finden sich auch im Koran wieder, wo die einen den Djihad, den heiligen Krieg predigen, waehrend die anderen sagen, es handle sich dabei um geistige Bemuehungen! Wenn aber die Aussagen von Religionen dermassen unklar daherkommen, können sie nicht das „heilig gesprochene Wort“ eines Gottes sein. Jene ‚Zweischwerter-Lehre‘ wurde dann natuerlich im Mittelalter von den Maechtigen willkommen geheissen und dahingehend ausgelegt, dass das eine Schwert das Koenigtum, das andere den Klerus meine – und dank dieser Lehre knechteten und unterdrückten sie ihre Untertanen!

Offenbar hat Jesus nicht mit den Dummen und Ewiggestrigen gerechnet, allen voran der spaeter zum ersten Papst ernannte Petrus, denn war er es doch, welcher laut biblischer Überlieferung im Garten Gethsemane, anlaesslich der Verhaftung seines Meisters das Schwert zog und einem Soldaten das Ohr abhieb, woraufhin er die strafenden Worte: ‚Wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert umkommen‘ einkassieren musste!  Die Frage bleibt aber dennoch im Raume stehen: Wo sind denn die guten Fruechte des Christentums, denn bis heute existieren nur unreife oder faule Fruechte und die Guten lassen seit zweitausend Jahren auf sich warten, speziell wenn es um Gerechtigkeit und Empathie gegenueber der Schoepfung geht….

Nach langem, eingehendem Studium und Vertiefung in das ‚Buch der Buecher‘ fiel mir immer deutlicher auf, dass inbezug auf die Schoepfung, was ja eigentlich ihr wichtigstes Anliegen sein sollte, die Bibel immer und stets auf zwei Hochzeiten spielt. Lange Zeit wollte ich mir dies eigentlich nicht eingestehn und pickte mir lediglich jene Texte raus, welche mir gefielen – und auf welche auch die Tiere bauen koennen – bis zu jenem Tage, als mir auffiel, dass die Priester stets die gegenteiligen Texte rauspicken, welche mir ganz und gar nicht gefallen! So ging ich schlussendlich in mich, vertiefte mich nochmals eine Weile in die ganze Sache und muss heute zu folgendem Schluss kommen (wobei ich lediglich die Sache der Tiere in Betracht ziehe – anderes wird infolge dessen ebenso wenig standhalten): das Buch der Buecher, dieses am meisten gelesene und in die meisten Sprachen uebersetzte Buch der Welt ist in hoechstem Masse inkonsequent, inkohaerent und launisch und viele Texte und die auftretenden Persoenlichkeiten wie etwa Propheten und Evangelisten widersprechen sich zutiefst! Sie reden nicht aus einem Herzen und einem Munde, sondern jeder in eine andere Richtung, was bedeutet, dass die Bibel NICHT goettlich inspiriert ist, sondern dass es sich schlicht und einfach um Menschenwerk handelt, zumal ja gerade Jesus selbst darauf hinwies, dass man einen Baum an seinen Fruechten erkenne! Und die Fruechte des christlichen Baumes sind nun doch eher faul als gut, was wir durch die Jahrhunderte hindurch zurueckverfolgen koennen!

Bezueglich des Anliegens der Tiere und der ganzen Schoepfung, inklusive des Planeten sieht die Sache sogar katastrophal aus, schaendlich! ‚Die spueren nichts‘ verlautbarte bereits unser Dorfpfarrer, wenn es um die Tiere ging! Und daran hat sich praktisch bis heute nichts geaendert! Es schallt immer noch der gleiche Missklang aus dem Gifthorn der Kirche, welche ihre blutigen Haende beispielsweise immer noch segnend ueber die Hubertusmessen breitet.

Aber das grosse Dilemma besteht nun darin, dass gar nicht alle biblischen Texte tierfeindlich sind, sondern nur etwa die Haelfte, so dass sich jeder genau das raussuchen kann, was ihm passt, um damit die Runde zu machen! Das ganze kommt in etwa daher wie eine versalzene Torte mit Zuckerguss – erst wenn man ins Innere vordringt wird diese ungeniessbar wie ein Sodomapfel, jene herrlichen gruenen Fruechte, welche rund um die Salzseen von Sodom und Gomorrha wachsen – und die keiner essen kann und man bleibt zurueck wie eine Salzsaeule, starrt ins Leere und weiss nicht mehr weiter! So erging es mir – bis heute, wo ich mich entschliesse, diese mehr als leide Sache offen zu legen und mich mit ihr auseinanderzusetzen!

Ueberall, wo die christliche Kultur im Zuge der Kolonisation auftauchte, brachte sie in ihrem blutigen Schlepptau diese geisteskranken, morbiden und verbrecherischen Auswuechse mit sich, erhob diese zu einer perversen Kultur und verankerte diese in einem siechen, abartigen Gesetz, welches bis heute in dieser verwerflichen Form hohnspricht!

In der naechsten Folge werden wir die wichtigsten Stellen im AT und NT zitieren, welche die widerspruechlichen Texte offenlegen, welche in alle Richtungen hin orientieren, nur nicht einheitlich sind! Und hier gleich komme ich vorab auf den Pentateuch, Leviticus und Numeri zu sprechen, welchen ich vorab keine Aufmerksamkeit widme, da sie sehr tierfeindlich, aber auch menschenfeindlich gehalten sind und jeder goettlichen Eingabe hohnsprechen! Der gesunde Menschenverstand des heutigen Jetztmenschen sollte wirklich soweit entwickelt sein, dass er diesen sehr wichtigen Punkt einsieht! Es darf nicht sein, dass man sich von solchen Schelmenstuecken an der Nase herumfuehren laesst – und zwar von einer Kirche, welche es bis heute versaeumt hat, auch nur einen Augenblick an das Martyrium jener Geschoepfe zu denken, geschweige denn mit ihnen zu fuehlen, welche sie durch die Torheiten dieses inkonsequenten Buches den Menschen ans Messer lieferte!

Fortsetzung folgt…

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5 Kommentare zu “Die gespaltene Zunge der Bibel – Teil 1

  1. Lieber Wolodja,
    und da bin ich auch gleich zur Stelle, um unserem Anliegen durch meinen Kommentar Nachdruck zu verschaffen, denn die Zeichen der Zeit stehen dermassen schlimm, dass inzwischen bereits von sintflutartigen Zustaenden gesprochen werden kann – aber diesmal ist das Zuenglein an der Waage nicht der kleine Suender, sondern der Grosse, naemlich die faulen Landeskirchen, welche ihre Aufgabe straeflich versaeumten – und zwar ihre zweibeinigen Schaefchen in ein antispeziesistisches und die Natur respektierendes neues Millennium zu fuehren!

    Liebe Gruesse an Dich und alle Freunde – eure Siraganda im Tierschutz

  2. liebe Siraganda, es ist kaum zu glauben was Religionen alles verbrochen haben. Die damalige Inquisition ist noch die selbe wie heute. Gaebe es keine Religionen mehr, ginge
    es der ganzen Menscheit erheblich besser. Wegen dieser verlogenen und perversen
    Religionen, werden die Aermsten der armen, die Tiere, entsetzlich gequaelt : oft auch im
    Namen Gottes. Es gibt kaum Hoffnung auf ein Ende. Vielleicht werden eines Tages Viren oder Bakterien die gesamte Menschheit ausrotten.

  3. Ich möchte gern eine kleine Ergänzung machen bezüglich des Korans:
    Man findet in den älteren Texten in Bezug auf Angehörige anderer Religionen die friedlichen Verse, bei späteren Texten die zur Gewalt aufrufenden Texte.
    Viele beziehen sich auf die frühen Texte, aber im Zweifel gelten die späteren Texte – so soll es Mohammed selbst angewiesen haben.

    Zur christlichen Religion möchte ich noch anmerken, dass bezüglich der Tiere die meisten christlichen Gruppen ihren Tierkonsum rechtfertigen, aber es gibt auch einige Ausnahmen, z.B. die Katharer, die als Ketzer ausgerottet wurden, weil sie das AT ablehnten.
    Es gibt aber auch heute noch einige Gruppen, die Tierkonsum ablehnen, z.B. die Adventisten, wenn ich es richtig weiß.

  4. Die Verbrechen der Religionen schreien zum Himmel, nur sitzt dort niemand der sie wahrnimmt. Die zweibeinige Spezies ist total wahnsinnig und degeneriert. Allen voran ihre Anführer, vor allem die, die sich die Religionen auf ihre Fahnen geheftet haben. Geht es so weiter (was meines Erachtens so sein wird, da Menschheit unbelehrbar), geht es mit wehenden Religionsfahnen in den Untergang dieser ach so gottgleichen Spezies. Sie reisst alles mit in den Abgrund.
    Aber eines ist sicher:“ Auf dem letzten Menschen werden die Bakterien tanzen!“

  5. Liebe Freunde,
    ich kann Euch allen nur zustimmen und hoffen, dass noch viele aufgeweckte Menschen die Dinge so sehen, wie sie sind! Tatsache ist: ein wacher Mensch ist gegenueber dem Schlafenden im Vorteil, denn er ist imstande die Situation richtig einzuschaetzen, waehrend der Schlafende wehrlos jedem Trugschluss ausgesetzt ist!

    Das letzte Wort wird die Natur sprechen – das kann keine Religion der Welt aendern, auch wenn sie noch so viel raubt, brennt und mordet!

    In diesem Sinne sende ich Euch allen liebe und hoffnungsvolle Gruesse aus Frankreich – Eure Siraganda im Tierschutz

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