Wie können Menschen noch Fleisch(fr)esser sein ?

Beitrag von Tierschützerin Claudia Marrapodi


Heute ergreife ich die Gelegenheit, um ein Thema anzusprechen, welches in vielen Tierschutz- und vor allem Umweltschutzkreisen ein Tabu ist, an welchem aber kein ehrlicher Tier- und Umweltschuetzer vorbeikommt! Schwierige und zweischneidige Themen sollten nicht einfach vom Tisch gewischt werden, sondern ihnen gebuehrt der notwendige Platz, wie allen anderen aktuellen Fragen auch! Die brandaktuelle Frage lautet: Kann ein bewusst lebender oekologisch gesinnter Mensch Fleischesser sein – und nicht nur dies, sondern wie es der neueste Trend ist, duerfen oekobewusste Gemeinschaften Tiere ‚im oekologischen‘ Sinne grossziehn, um diese spaeter zu schlachten? Auf diese Frage moechte ich nachfolgend eine ganz klare Antwort erteilen, so wie ich es als bekennende Tierrechtlerin interpraetiere und ich rechne bewusst damit, dass meine Antwort nicht allen Natur- und Umweltschuetzern passen wird! Ich passe mich aber nicht jenen an, welche die Natur lediglich weiter ausbeuten unter dem Deckmantel des ‚humanen‘ Grossziehens und Schlachtens. Man kann aber in den verschiedenen Laendern nicht denselben Massstab ansetzen, wenn es um Tierrechte geht, denn es gibt welche, die hinken tuechtig hinter der Neuzeit her und wissen nicht mal, was Vegetarismus ueberhaupt ist. Als unruehmliches Beispiel soll hier Frankreich dienen, welches aber in diesem Vortrag nicht zur Sprache kommt, da man ja nicht mit dem allerschlechtesten Beispiel hinten anfangen soll, sondern das schlechte Beispiel gehoert ganz hinten an den Schluss, wo es gefaelligst zur Besinnung kommen und sich den vernunftbegabten Wesen anschliessen soll!

Es ist aber ein immer haeufiger werdender Trend in Frankreich, dass viele Leute bereits ‚ihr Haushuhn‘, ‚ihre Hausziege‘ oder ‚ihr Kaninchen‘ haben und diese Tiere als ihr Haustier ansehen und nicht schlachten, das Fleisch wird dann eingekauft! Was nun aber den neuen Oekotrend des ‚umweltbewussten Wohnens und Hausens‘ anbelangt, dem wir heute ueberall auf der Welt begegnen und ich hier vor allem das amerikanisch-europaeische Phaenomen aufgreife, so handelt es sich dabei um eine, ich moechte mal sagen GANZ RAFFINIERTE ABART des oben gehabten, bei welcher diverse Tiergattungen handzahm herangezogen werden – zur spaeteren Schlachtung! Die Urheber und Taeter dieser besonders verwerflichen ‚Oeko-Manier‘ schlagen dabei die verschiedensten Argumente breit, um ihrer neuesten unsterblichen Fleischsucht Nachdruck zu verschaffen und diese natuerlich zu entschuldigen, zu minimisieren und zu rechtfertigen! Diese typischen neuen Phaenomene und ihre Argumente sind vornehmlich die folgenden:

  1. Der Urmensch ass auch Fleisch – deshalb konnte sich sein Gehirn soweit entwickeln, wie es heute ist
  2. Der Fleischgenuss ist etwas natuerliches
  3. Die Tiere werden human herangezogen und geschlachtet

Die vierte Variante ist besonders in pseudospirituellen Kreisen sehr beliebt, in denen argumentiert wird, dass

  1. Alles doch Illusion sei und es deshalb egal sei, ob man Fleisch esse
  2. Auf dem spirituellen Wege muesse schrittweise vorgegangen werden, um einen langsamen Rueckgang des Fleischgenusses zu erlauben
  3. Die aboriginalen Voelker, welche ebenfalls eine hohe Spiritualitaet aufweisen, lebten auch nicht vegetarisch und gingen sogar auf die Jagd

Nun werden wir jeden einzelnen Punkt mal genau betrachten und entsprechend beantworten!

1. Wenn heute gewisse dubiose Kreise, welche sich gerne als oekologisch plus wissenschaftlich taetig sehen behaupten, der Jetztmensch verdanke seine heutige Intelligenz dem Fleisch’genuss‘ der Vergangenheit so ist ein solcher Unsatz gleich mit meiner entsprechenden Gegenfrage als Antwort vom Tisch gewischt: Weshalb leben dann jene Voelker, welche immer noch das Fleisch und die Jagd zu ihrem Hauptspeisemeister erklaeren, wie eben die heutigen Steinzeitvoelker (indigene Voelker) immer noch in der Steinzeit, denn diese muessten ja bereits zu den Sternen unterwegs sein, an ihrem Fleischkonsum gemessen. Und die Argumente gewisser indigenen Voelker, welche auf ihr Recht pochen, weiter zu jagen und zu toeten sind ebenfalls nicht mehr haltbar! Die Tatsache, dass einem das Land von einer klevereren Kultur als der eigenen gestohlen wurde, rechtfertigt noch lange nicht die Tatsache, weiterhin zu toeten und zu morden, denn das Einkaufszentrum eben dieses klevereren Kultureinbruchs befindet sich ja vor der Nase des Indigenen, der nur noch ueber die Strasse zu gehen braucht und somit den Speer beiseite legen darf! Fazit: die Tatsache, dass ich bestohlen wurde, rechtfertigt nicht die Handlung des Toetens eines dazu noch unschuldigen Lebewesens, sonst ist man nicht imstande klar zu denken, denn das Gehirn ist fleischumnebelt in der Steinzeit steckengeblieben!

2. Dass der Fleischgenuss etwas natuerliches sei gilt fuer die heutige Zeit eindeutig nicht mehr, denn er ist nur solange natuerlich, als keine anderen Lebensmittel zur Verfuegung stehen. Die unten aufgefuehrten Statistiken belegen ausserdem, wie schaedlich der Fleischkonsum fuer die Welt ist. Er ist somit ganz und gar nicht natuerlich, sondern unnatuerlich:

3. Die Behauptung, dass die Tiere human herangezogen und geschlachtet werden ist eine Luege, welche nur aus dem Munde eines Wesens stammt, welches total der Fleischsucht verfallen ist, auch wenn es sich umweltbewusst geben will und die Kraft nicht findet, einer klaren Linie zu folgen. Ein oekologisch bewusster Mensch, der was fuer die Umwelt tun will, muss sich im klaren sein, dass er nicht beides haben kann – den Fuenfer und das Broetchen, das geht im Umwelt-, Natur-, und Tierschutz nicht! Ausserdem muss man sich selbst jeden Tag wieder selbst korrigieren und neue Ufer anstreben, weil wir ja evolutionsmaessig laufend voranschreiten, auch im taeglichen Leben – und dies gerade in oekologischer Hinsicht nicht ausser Acht gelassen werden darf! Jeder hat jeden Tag was an sich zu korrigieren – dies ist der Lauf des Menschen! Das oberste Gebot lautet fuer jeden von uns; ES GIBT KEIN HUMANES TOETEN! Jeder, der toetet oder fuer sich toeten laesst, ist KEIN oekologisch gesinnter Mensch, sondern haust immer noch in der aboriginalen Hoehle, was heute viele Leute mit Umweltbewusstsein verwechseln. Auf der Fruehlingswiese ein Wuerstchen grillen, darauf in den Bach zu pissen und mit 100 Stundenkilometern nach Hause zu brausen, um am naechsten Tag wieder an der Buerostrippe zu haengen – das ist nicht umweltbewusst! Ebenfalls nicht umweltbewusst sind jene Geister, welche in ihre gruenen Umweltplaene nur Menschen einbeziehen und den Stabhochsprung zum Baume machen, sich auf Baeume setzen, damit diese nicht gefaellt werden, aber im Rucksack ihr Schinken-Sandwich dabei haben – oder im Extremfall, wie bereits vorgekommen, eine Pelzfarm abfackeln, zehn Jahre ins Gefaengnis gehen, aber weiterhin bei McDonalds Stammkunde bleiben! Das ist kein Tier- oder Umweltschutz, sondern Idiotismus, bei welchem man nicht weiss, ob man weinen oder lachen soll!

4. Ganz schlimm treiben es bestimmte pseudospirituellen Kreise, welche Oekologie ebenfalls auf ihre Fahnen geschrieben haben und vornehmlich die von mir oben erwaehnten Argumente vorbringen, um ihrer Fleischeslust weiterhin froehnen zu koennen. Und da ich diese Variante der Fleischabhaengigkeit besonders verwerflich finde, da sie weder mit Spiritualitaet, noch mit Oekologie vereinbar ist, und folglich diese Leute auch keine Tierschuetzer sind, moechte ich ausnahmsweise eine solche Gruppe erwaehnen! Bei Leuten und Gruppen, welche eindeutig Tierschuetzer sind, nenne ich nie Namen, um dem Tierschutz nicht zu schaden, aber die folgende ist weder als tierfreundlich, noch als oekologisch bewusst zu betrachten, was ich denen auch geschrieben habe! Ich ermuntere den interessierten Leser, mal bei denen auf Facebook zu gehen und dann runterzuscrollen, bis die kleinen Schweinchen kommen…..Der Text dazu lautet dann, dass gerade die Kleinkinder an den Umgang mit Tieren herangefuehrt werden sollten, worauf ich denen schrieb: ‚An eurem Schlachttage, wenn ihr jenen Wesen, die euer Vertrauen gewonnen haben, das Messer ins Herz stosst, sind da die Kinder auch dabei? Sicher nicht, denn es gibt nichts gemeineres, als das Vertrauen eines Lebewesens zu gewinnen und es nachher zu morden. Der primitivste Materialist haelt sich sein Tier als Haustier, um es zu schonen – und kauft das Fleisch – aber es gehoert schon sehr viel Abartigkeit dazu, sich als spirituell und oekologisch fortgeschritten zu bezeichnen und dann einem Lebewesen, das man selber grossgezogen hat, das Messer ins Herz zu stossen!‘
(Zur oben erwähnten Webseite: http://www.damanhur.org)

Die sind zwar fleissige Kuenstler und machen viele schoene Dinge, aber spirituell sind die nicht, und oekologisch schon gar nicht (was sie jedoch hauptsaechlich von sich behaupten und womit sie sich bruesten, um auf sich aufmerksam zu machen). Das ist geistig-seelische Onanie mit Schweinebraten!


Und zum grossen Troste und der Freude des Tages nun noch mal und immer wieder – jener Mann, der die Zeichen der Zeit und der Stunde erkannt hat – und entsprechend handelt: Michael Aufhauser! Bei ihm darf jedes Tier leben bis zu seinem natuerlichen Ende! Unser Dank geht zu ihm und seinem grossartigen Team, welches unermuedlich das Unmoegliche moeglich macht! Bereits ueber 6000 Tiere wurden gerettet!

Und hier noch ein gelungenes Bild fuer all jene, welche Tiere und ihre Retter lieben! Statt der US-Praesidenten die vier Koepfe von Tierschuetzern am Mount Rushmore: Gene Baur – Howard Lyman – Dr. Alex Herrshaft – Ingrid Newkirk:

Liebe Gruesse von Siraganda im Tierschutz

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7 Kommentare zu “Wie können Menschen noch Fleisch(fr)esser sein ?

  1. Lieber Wolodja, liebe Freunde,

    ich bin sehr froh, dass ich heute wieder fuer die Tiere sprechen darf (man kommt sich dann als Mensch weniger nutzlos vor) und hier ist noch fuer all jene, welche es interessiert, ein Video ueber die Tierschutzdebatte im deutschen Bundestag vom 3.12.2015:

    Liebe Gruesse an Dich und alle Freunde, Eure Siraganda im Tierschutz

    • Liebe Siraganda,
      in Deinem heutigen Beitrag hat mich etwas ganz besonders tief bewegt und angerührt, nämlich jenes Video mit diesem Freuden-Tanz des Stiers Bandit auf Gut Aiderbichl. So etwas wünschen wir uns für alle versklavten Tiere dieser Welt: FREIHEIT und ein artgerechtes Leben in liebevoller Fürsorge tierliebender Menschen. Ich habe mir dieses Video heute das zweite mal angeschaut und erneut hatte ich einige Tränen in meinen Augen – Tränen, für die ich mich nie und nimmer schämen muss.
      Liebe Grüsse an Dich und alle Tierfreunde – Wolfgang

      • Ja, lieber Wolodja, das inspiriert mich gleich dazu, dieses Video bei diversen franzoesischen Tierschutz- und Anticorrida-Vereinigungen aufzusetzen! Wenn da ein Mensch nicht sieht und spuert, wie dieser junge Stier sich freut und seinen Pfleger ins Herz geschlossen hat, jener Mensch ist in der Tat kein fuehlendes Wesen, wie etwa der neue Luegenpapst in Rom, der neuerlich Schaendlichkeiten verbreitet, wie jene, dass die Liebe zum Tier Heuchelei bedeute! Solch ein herzloser Kerl ist kein fuehlendes Wesen, auch wenn er in langen Roben daherkommt und lange Gebete spricht!

  2. Ein toller Artikel, liebe Siraganda – und das Video von Stier Bandit fand ich sehr, sehr berührend.
    Es ist wunderbar, ein Tier so glücklich zu sehen.

  3. Wieder ein sehr guter Artikel. Besonders das Video mit Bandit hat auch mich sehr angesprochen. Da gibt es Menschen, die behaupten Tiere fühlen nichts. Diese Video ist der Beweis, dass diese Behauptung nicht stimmt.

  4. Siraganda: „Wenn da ein Mensch nicht sieht und spuert, wie dieser junge Stier sich freut und seinen Pfleger ins Herz geschlossen hat, jener Mensch ist in der Tat kein fuehlendes Wesen, wie etwa der neue Luegenpapst in Rom, der neuerlich Schaendlichkeiten verbreitet, wie jene, dass die Liebe zum Tier Heuchelei bedeute! Solch ein herzloser Kerl ist kein fuehlendes Wesen, auch wenn er in langen Roben daherkommt und lange Gebete spricht!“

    Zustimmung!

    Liebe Siraganda, vielen, vielen Dank für dieses Video!

    Stiere in der Landwirtschaft werden immer in Anbindehaltung gehalten, mit einem Nasenring fixiert. Wenn die Kühe mitunter das Glück haben auf eine Weide zu kommen, so bleibt der Stier immer im Stall, fixiert an einer engen Kette. Verbrecher sind das, die Bauern die das mit Tieren machen, Verbrecher sind es, die das zulassen, politisch und religiös. Eine gerechte Strafe für die wäre, wenn sie genau so angebunden würden, wie so ein Stier, das wäre gerecht! Die da in Gefängnissen einsitzen, sind zu 99 % bessere Menschen als diejenigen, die solche Folter machen und dulden. Schande über die Menschheit! Pfui Teufel kann man da nur sagen! Und dann das Gequake mit der NS-Zeit, wie schlimm doch die Nazis waren, wo es jetzt keinen Deut besser ist, wo die Gutmenschen ein großes Betätigungsfeld hätten, statt dessen Hetze gegen die AfD, gegen Pegida, gegen angebliche Nazis. Widerliches Heuchlerpack!

  5. Liebe Freunde,
    all dies zeigt uns, dass wir stets zusammenhalten und fuer die Tiere da sein sollen, denn ausser uns Tierschuetzern haben sie ja niemanden! Ich bin froh, dass Wolodjas Blog uns alle vereint im gemeinsamen Bestreben, jeglicher Art von Tierquaelerei ein Ende zu bereiten – auch in der Hoffnung, dass ab und zu mal jemand mitliest, der noch Information braucht und noch mehr ueberzeugt werden muss, denn im Unterschied zu uns gibt es da draussen unzaehlige Personen, welche noch uninformiert, desinteressiert, mit anderen Dingen beschaeftigt oder ganz einfach den Mut noch nicht gefunden haben, den entscheidenden Schritt zu einem gewaltfreien Leben zu tun! Fleissiges Schreiben und Kommentieren kann vielleicht sogar einen Stein ins Rollen bringen, denn so manch einer wird sich vielleicht sagen: Das moechte ich auch tun – da sind Denkanstoesse dabei, welche auch mein Umfeld beruehren koennten! In diesem Sinne danke ich Euch allen fuer Eure unermuedliche Solidaritaet und Treue den Tieren und dem Wolodja-Blog gegenueber! Machen wir unverzagt weiter – bis alle Kaefige leer sind!

    Eure Siraganda Im Tierschutz

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