Wo bleibt das leuchtende Beispiel?

Guter Kommentar von Hannes Lehner auf http://www.wochenblatt.de über das grausame Töten von männlichen Küken:

Es gibt so einige Dinge, die sind vielleicht nicht jedermanns Sache: Einem Stier im Schlachthof den Bolzenschuss zu geben oder gar zu schächten, also die Kehle durchzuschneiden und ausbluten zu lassen; ein friedlich äsendes Reh vom Jägerhochsitz aus zu erschießen; oder einer Schlange eine quietschfidele Maus vorzusetzen und dann zuzusehen, wie der Nager langsam verschlungen wird. Aber noch abartiger ist es in meinen Augen, Küken zu schreddern. Nach Schätzungen wurden so in Deutschland vergangenes Jahr 48 Millionen männliche Küken getötet, weil sie keine Eier legen und nicht genügend Fleisch ansetzen.

Ich frage mich, was das für ein Mensch sein muss, der überhaupt auf so eine perverse Idee gekommen ist, das „Problem“ mit den männlichen Küken auf diese Weise zu lösen: Die fiependen Küken auf ein Fließband zu befördern und dann in einen Schredder plumpsen zu lassen, wo sie in tausend Fetzen zerrissen werden. Was ist das für ein Denken, aus wirtschaftlichen Gründen ein gerade erst begonnenes Leben einfach so gefühllos zu beenden, als wär’s eine wertlose Sache? Das Tierschutzgesetz, wonach kein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund getötet werden darf, greift hier nicht.

Unsere Regierungskoalition, die sich sonst gerne als so human gibt, hat es gerade versäumt, diese widerliche Praxis zu verbieten. Landwirtschaftsminister Christian Schmidt erklärte, das millionenfache Töten der männlichen Küken könne man aktuell nicht verhindern. Denn sonst würden die Brütereien schließen und ins Ausland abwandern. Ja und? Sollen sie doch! Deutschland will doch sonst auch unbedingt in so manchen Dingen als leuchtendes Beispiel in der Welt vorangehen. Beim Tierschutz offenbar nicht.

Vielleicht bin ich in manchen Sachen etwas kindlich naiv, sentimental. Man könnte mir auch vorwerfen, ich verschließe die Augen vor den wirtschaftlichen Zwängen. Doch ich denke, einer Wirtschaft, der alles unterworfen werden muss, die uns zu Grobianen macht, muss man manchmal die Zügel anlegen, damit sie nicht völlig außer Kontrolle gerät.


Frauke Petry wehrt sich

Können wir uns in der augenblicklichen Situation eigentlich erlauben, auf diese Frau in der Politik zu verzichten? Nimm Dir bitte die Zeit und schaue Dir nachfolgendes Video an – und danach urteile selbst!

Frauke Petry in Landau – Veranstaltung mit Diskussion (Longversion):

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2 Kommentare zu “Wo bleibt das leuchtende Beispiel?

  1. Sagenhaft, diese Frau! Ich empfehle jedem Leser, besonders denjenigen, die blauäugig der Hetze des Establishments verfallen sind, dieses Video in Gänze anzuschauen. Großartig, wie Petry Gegendiskutanten dumm aussehen läßt, so das diese keine stichhaltigen Argumente gegen die AfD vorbringen konnten, sondern nur dumme Parolen und Vorurteile von sich gaben. Diese Frau allein gegen eine Horde Anti-AfDler (am Anfang des Videos)!

    Dieses Video im Fernsehen würde die Augen des dummen verhetzten Michels öffnen, doch davor scheuen sich die Gegner, die Volksfeinde aller Couleur!

    Nach diesem Video habe ich noch mehr Achtung vor Petry, die hochintelligent ist und Mut zur Wahrheit hat.

    Wenn man nach dem Anschauen dieses Videos immer noch ein verbohrter Anti-AfDler ist, dann ist demjenigen auch nicht mehr zu helfen und derjenige wäre einfach nur noch als dämlich oder bösartig volksfeindlich einzustufen.

  2. Wie ich es bereits schon einmal zu einem anderen Artikel zum Thema Kükentöten schrieb: Ich kann die Empörung des Herrn Lehner zwar verstehen, weil Küken ja wirklich das Süßeste sind, das man sich vorstellen kann – aber er denkt nicht weiter.

    Ich behaupte, dass das Töten am ersten Tag sogar eine Gnade sein kann – verglichen mit der Qual, die die armen Schwestern der Hähne ertragen müssen. Sie leben 18 Monate lang ein Leben voller Leid – und werden am Ende ebenso grausam getötet.
    Was wäre für die Hähne denn gewonnen, wenn sie länger leben dürften? Sie müssten diese Zeit in drangvoller Enge mit ihren Geschlechtsgenossen verbringen und würden am Ende ihres kurzen Lebens auch grausam getötet. Ist das etwa besser?

    All das Leid, das den sog. Nutztieren angetan wird, geschieht doch nur, weil die Menschen gierig nach Fleisch, Milch und Eiern sind, die durch die industrielle Tierhaltung (mit Antibiotikaeinsatz versteht sich) EXTREM preiswert sind.
    Diese billigen Nahrungsmittel werden gewonnen durch unglaubliche Lasten, die man den Tieren auferlegt. DARÜBER sollte jeder nachdenken, der gegen das Vergasen oder Schreddern der niedlichen Küken ist.

    Eine Lösung des Problems sehe ich durch folgende Schritte:

    1. Verbot von Qualzuchten (immerlegende Hühner, superschwere Puten etc.);
    2. Strenge Bestimmungen über die Haltung der Tiere mit sehr großzügigen Vorschriften für den Platz, den die Tiere haben müssen;
    3. Unterstützung der Bauern, die keine Nutztierhaltung betreiben, damit sie davon leben können, dass sie nur pflanzliche Nahrung anbauen.
    4. Unterstützung einer Landwirtschaft ohne Pestizide, damit die Bauern gesunde und unbedenkliche Lebensmittel produzieren können, die jedem gut tun.

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