SOS der Tierärztin Nicole Tschierse

Wichtiger Spenden-Aufruf einer Tierärztin zwecks Verhinderung einer Schlachtung trächtiger Kühe :

Mein Name ist Nicole Tschierse, ich bin Tierärztin und arbeite an zwei Tagen in der Woche in der amtlichen Fleischbeschau bei einem kleineren Schlachtbetrieb in Bayern, Nähe Augsburg. Obwohl ich seit meiner Kindheit kein Fleisch esse und seit einigen Jahren gar keine tierischen Produkte mehr, arbeite ich seit 10 Jahren in Schlachthöfen und versuche, unnötige zusätzliche Quälereien zu verhindern und möglichst oft auch Tiere vor diesem Schicksal ganz zu bewahren. Das hat zur Gründung eines Vereins, Weil Tiere lieber leben e.V., und eines Lebenshofes geführt.

Letzten Montag (23.05.16) kam es im Schlachtbetrieb zu folgendem Ausnahmezustand: Ein Hof muss aufgelöst werden, weil der Tierhalter psychisch erkrankt ist und sich nicht weiter um seine Tiere kümmern kann, was ohnehin schon nur noch in fragwürdigem Umfang geschah. Zuvor hat er unter anderem allen Rindern die Freiheit auf dem Betriebsgrund geschenkt, was zur Trächtigkeit bei allen weiblichen Tieren geführt hat, auch denen, die dazu noch viel zu klein sind. Eine tierärztliche Untersuchung mit Ultraschall ergab rund 25 trächtige Rinder, alle maximal im zweiten Drittel der Trächtigkeit. Niemand wollte die schweren und damit teuren Rinder aufkaufen, weil sich ihre Anschaffung in der kurzen, noch verbleibenden Nutzungszeit nicht mehr amortisieren würde. Sie sind nur noch für den Metzger rentabel. Deshalb sind ein Dutzend dieser Tiere bereits trotz Trächtigkeit geschlachtet worden. Sechs Stück davon letzten Montag während meines Dienstes. Eine trug Zwillinge, deshalb sind es sieben Föten. Diese Aktion war mit dem zuständigen Veterinäramt abgesprochen und ich betone, dass die Schlachtung trächtiger Rinder nach wie vor zulässig ist, auch wenn viel darüber diskutiert wird und eine Gesetzesänderung im Gespräch ist. Jetzt sind noch 13 Rest-Tiere, von denen 11 trächtige weibliche Tiere sind, am Hof. Sie sollten auch zeitnah geschlachtet werden. Nach meiner Einmischung hat der zuständige Hofverwalter aber zu mir Kontakt aufgenommen. Er hat mir den Kauf der Tiere angeboten.

Wie auf meinen Fotos zu sehen ist, war mindestens ein geschlachtetes Tier kurz vor dem Geburtstermin, weil die Diagnose der Untersuchung nicht korrekt war. Leider kann ich Kraft der Gesetze trotzdem den Tod der letzten Tiere nicht verhindern. Aber Kraft meiner Tierschützer-Energie vielleicht doch. Ich habe in den letzten Tagen sehr viel Wirbel veranstaltet und versucht, auch andere Organisationen ins Boot zu holen. Doris Rauh von Rüsselheim e.V. hat bereits ihre Unterstützung zugesagt.

Mein Problem ist Folgendes: Ich habe 14 Tage Zeit, um mindestens 10 000,- Euro zu sammeln und die Tiere dort weg zu holen. Einen tadellosen Lebens-Platz für die Herde haben wir bereits im Hunsrück ausfindig gemacht. Was fehlt, ist das Geld zur Finanzierung und Paten, denn alle werden in Obhut des Tierschutzes bleiben.

Ich könnte jede Unterstützung gut gebrauchen, denn wir haben erst um Weihnachten mit mehreren Vereinen eine Herde trächtiger Rinder bei Gießen vor der Schlachtung bewahrt und laufen noch alle im roten Bereich unserer Möglichkeiten. Diese Tiere stehen auf dem Nachbarhof im Hunsrück und fast alle haben ihre Kälber bereits bekommen.

Mit freundlichen Grüßen, Nicole Tschierse

Update: Es fehlen insgesamt noch rund 5000,- Euro, darin ist auch der Transport an den neuen Lebensplatz schon enthalten. Am Donnerstag lassen wir die Tiere abholen, um weiteren Unstimmigkeiten mit dem Verkäufer vorzubeugen. Der hat nämlich trotz seiner Einwilligung in die Übergabe der Tiere an uns gestern doch wieder eines davon schlachten lassen. Ich konnte es leider nicht verhindern, weil ich erst davon Kenntnis bekam, als sie schon im Schlachthof stand. Von dort ist kein lebender Abtransport mehr erlaubt. Die anderen 12 übernehmen wir alle, auch die beiden Jungbullen.

Spenden werden erbeten an:
Raiffeisenbank Stauden
Weil Tiere lieber leben e.V.
IBAN: DE24 7206 9135 0100 0313 80
BIC: GENODEF1LST
Im Betreff bitte angeben: „Spende für Kühe aus Pö“

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3 Kommentare zu “SOS der Tierärztin Nicole Tschierse

  1. Die Tierindustrie ist eine brutale Industrie.
    Das wird bei jedem einzelnen Fall immer wieder deutlich.

    Ich werde etwas spenden.

    Meine besten Wünsche sind bei den Kühen.

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