Für Tiere ist jeder Tag ein Karfreitag


Auch wenn Karfreitag und das diesjährige Osterfest längst schon wieder den Strom der Zeit hinuntergeflossen sind, so ist für viele Tiere auch der heutige und jeder andere Tag des Jahres ein Karfeitag der Qual und des Leidens und daher ist und bleibt der nachfolgende Beitrag von Daniela Böhm auch täglich eine aktuelle Anklage gegen fleischkonsumierende Christen sowie auch Nichtchristen:

Von Daniela Böhm

Eine Jahrtausende alte Geschichte, deren Echtheit durchaus bezweifelt werden kann, ist der Grund, warum das Fleisch der Lämmer an Ostern auf den Tellern sowohl gläubiger als auch ungläubiger Menschen landet. Der „Brauch“, an Ostern Lämmer zu schlachten, geht auf das jüdische Pessachfest zurück. Der Überlieferung zufolge befahl Gott seinem Volk, das damals noch unter der Sklavenherrschaft der Ägypter lebte, pro Familie ein Lamm zu schlachten und mit dessen Blut die Pfosten ihrer Häuser zu bestreichen. Sein Zorn sollte in jener Nacht alle Erstgeborenen in Ägypten treffen und töten. Nur die Familien, deren Häuser mit dem Blut der Lämmer gekennzeichnet waren, würden verschont bleiben. Jesus wurde während des Pessachfestes gekreuzigt und so zum Agnus Dei, zum Lamm Gottes, das die Schuld der Welt auf sich nahm.

Für Jesus gab es der christlichen Kirche zufolge die Auferstehung. Für die Lämmer aber gibt es nur den Tod. Das ganze Jahr ist für die sogenannten Nutztiere ein einziger Karfreitag. Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute, schleppen sie das ihnen vom Menschen auferlegte Kreuz zum Schlachthaus und vergießen ihr Blut für ihn. Solange Menschen, Institutionen und bestimmte Religionen in einem anthropozentrischen Weltbild verhaftet bleiben und sich nicht einem holistischen zuwenden, wird der Leidensweg der Tiere andauern.

„Du sollst nicht morden.“ – den meisten Menschen besser bekannt als „Du sollst nicht töten.“ Aber eben – der Mord bezieht sich laut Kirche nur auf den Menschen und nur dieser hat laut katholischer Lehrmeinung eine unsterbliche Seele. Somit sind die Tiere vom fünften Gebot ausgeschlossen. Tiere haben für die Kirche eine sterbliche Seele, d.h. die Seele stirbt mit dem Tod ihres Körpers. Den Tieren ist der Eintritt ins Himmelreich verwehrt – er bleibt nur dem Menschen vorbehalten.

Am 13. März 2013 wurde Jorge Mario Bergoglio zum neuen Papst gewählt und beruft sich als Erster in der Kirchengeschichte auf den Namen des heiligen Franziskus von Assisi. War dies für die Tiere ein Hoffnungsschimmer am noch weit entfernten Horizont? Bei seinem offiziellen Amtsantritt am 19. März 2013 hatte Papst Franziskus zur Bewahrung der Schöpfung, zur Achtung vor jedem Geschöpf Gottes und der Umwelt aufgerufen.

Bis heute aber hat sich die Hoffnung, dass Papst Franziskus ein Reformer für die Tiere sein wird und ihnen einen Platz im katholischen Glauben einräumt, noch nicht erfüllt. Ein einziger Satz von ihm für die Rechte der Tiere könnte so viel bewirken. Sein Einfluss auf über eine Milliarde Menschen ist ungebrochen und wenn er seine Stimme für die Tiere erheben würde, könnte dies einen wahren Erdrutsch für die kleinen Brüder und Schwestern des Menschen auslösen. Im positiven Sinne.

Wer möchte schon sterben, bevor seine Zeit gekommen ist?

Quelle: http://www.danielaböhm.com


Tierschutz in die Kirchen: Du sollst nicht töten!

Wo bleiben die Kirchen angesichts des verbrecherischen Umgangs mit Tieren?
Sehr eindrucksvolle Demonstration von Schülern aus Köln vor dem Kölner Dom:

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6 Kommentare zu “Für Tiere ist jeder Tag ein Karfreitag

  1. Lieber Wolodja,

    erst mal ganz herzlichen Dank fuer diesen hervorragenden Beitrag von Daniela Boehm und das wunderbare Video, welches doch sehr zu Herzen geht! Erstaunlich auch, wie viele Menschen da doch stehen bleiben und sich angesprochen fuehlen! Solche Aktionen sind sehr gut, denn da bleibt wohl bei jedem Passanten irgendwas haengen. Diesen Kindern und auch den erwachsenen Tierschuetzern gebuehrt mein Respekt und meine Liebe!

    Ich persoenlich moechte noch beifuegen, dass der Mensch, und hier insbesondere die Kirche bedenken sollte, dass die Schoepferkraft uns Zweibeinern fehlt! Wenn wir aber schon kein Leben schaffen koennen (und uns die Entstehung desselben noch immer ein Raetsel ist), so sollten wir wenigstens die Demut, den Anstand und die intellektuelle Kapazitaet besitzen, aufs Toeten zu verzichten. In der heutigen Zeit brauchen wir absolut Kein Fleisch, um Leben und gluecklich sein zu koennen, im Gegenteil: dieser dauernde Tiermord raubt uns das Lebensglueck und den Frieden.

    Auch zeugt es von grosser Impertinenz und Unwissenheit der Kirchen, wenn deren Vertreter immer noch behaupten, Tiere haetten keine Seele und seien keine fuehlenden Wesen! Mit diesem verantwortungslosen Umgang mit der Schoepfung beweisen solche zweibeinigen Individuen hoechstens, dass sie selbst fuehllose und seelenlose Wesen sind.

    Auch haben sie den wahren Begriff ‚Seele‘ in der juedischen Ursprache ueberhaupt nicht verstanden, denn ‚Ruach‘ ist im AT und Talmud identisch mit dem deutschen Wort ‚Lebensodem‘. Ohne Lebensodem gaebe es jedoch ueberhaupt kein Leben, auch keine Pflanzen und keine Natur! Somit beruht diese kirchliche Lehre auf grobfahrlaessigem Unwissen, was wiederum nicht gleichzusetzen ist mit Dummheit, denn der Mensch besitzt Intelligenz und ist fuer diese verantwortlich – hierin liegt der Unterschied. Durch die intellektuelle Kapazitaet seines Gehirns ist er imstande, ganz genau abzuwaegen, was zu tun, und was zu unterlassen ist, aber in seiner verantwortungslosen und egoistischen Schlaumeierweisheit versucht er durch Wortspiele alles umzufeilen und als Dieb durchs intellektuelle Fenster zu steigen, hoffaertig ignorierend, dass das lateinische Wort ‚Animal‘ in sich selbst Beseeltes Wesen bedeutet! Im Altaegyptischen heisst dieses Wort ‚Ka‘!

    Auch die krummen Machenschaften der Vatikanbewohner, welche den Papst in ihren Klauen unter Beschlag haben, werden eines Tages nicht mehr verhindern koennen, dass auch ihm ein freies Wort gegoennt sein wird, welches durch seine Buchveroeffentlichung nur deshalb nach aussen geraten konnte, da seine Originalfassung geschnappt wurde, vor dem offiziellen Lektorat, sonst waeren auch jene Worte nie nach aussen gedrungen!

    Nochmals Dank an Daniela Boehm, diese mutigen Kinder und das Super-Video! Die Zeit arbeitet fuer uns!

    • Liebe Siraganda,
      vielen Dank für all Deine Worte und Zeilen. Nur eines vermag ich leider nicht zu unterstreichen, nämlich Deine entschuldigenden Worte für den Papst. Im Gegensatz zu Dir glaube ich nämlich nicht, dass er betreffs des weltweiten, alltäglichen und schrecklichen Tierleids weniger schuldig ist als seine sogenannten „Mitbewohner“ des Vatikans. Schau Dir doch mal die „heilige“ Schwester der katholischen Kirche an, die Evangelische Kirche, in welcher es keinen Vatikan gibt. Ist diese evangelische Kirche in Sachen Tierschutz und Bewahrung der Schöpfung etwa auch nur einen einzigen Deut besser oder gar weniger schuldig als jene katholische Sippschaft? Oh nein, nie und nimmer, denn wenn es darum geht, beseelte, empfindungsfähige und alltäglich schrecklich leidende Tiere an den Teufel zu verhökern, dann können sich beide Kirchen betreffs ihrer tierverachtenden Haltung ganz sicherlich die Hände reichen.

      Und dieser Hampelmann eines Papstes ist und bleibt für mich als Tierfreund eine riesengrosse Enttäuschung – ganz gleich, ob ihm ein Engagement für unsere leidenden und versklavten Mitgeschöpfe möglich oder nicht möglich ist. Wenn er nicht sagen darf, was ihm möglicherweise alles so auf seiner Zunge brennt, dann sollte er sein Amt besser niederlegen. Dieser Papst mischt sich doch ansonsten auch in die grosse Politik und in vielerlei andere Dinge ein und schwingt diesbezüglich nicht selten kritisierende, mahnende und grosse Worte, wie z. Bsp. für die Armen und Hungernden in dieser Welt, was angesichts des Prunkes und Reichtums der Kirche aber leider absolut unglaubwürdig ist. Warum aber setzt er sich dann nicht auch einmal für die Belange der Tiere ein? Weil er es laut Deiner Worte angeblich nicht darf und seine Aufpasser ihm den Mund mit einem Knebel zustopfen? Um so schlimmer und beschämender für einen Papst in seiner Rolle als „Stellvertreter Gottes auf Erden“, der somit nicht etwa seinem Herrn und Meister zu Füßen liegt, sondern lediglich eine Marionette des Klerus ist.

      LG – Wolfgang

      • In diesem Falle sollte der Papst sein Amt niederlegen, genauso wie Christa Blanke sich von der Kirche verabschiedete – und wie meine kleine Wenigkeit dies tat!

  2. Diese Schüler geben Hoffnung – es gibt sie noch die wirklichen Gutmenschen, auch unter Jugendlichen. Nicht die sind die Gutmenschen, die sich als solche sehen, die gegen die AfD und Pegida hetzen und massenhafte Zuwanderer herzlichst in unserem Land begrüßen, sondern diese junge Menschen sind es, die gegen die herzlose, erbarmungslose Lehre der Kirchen protestieren.

    Das Video hat mir sehr gut gefallen!

  3. Wer traut Männern in Weiberkleidung? Ich nicht!! Alle Kirchen und deren Führer machen sich schuldig an den Tieren. Es gibt nur ganz wenige Ausnahmen.
    In Ulm wird am Sonntag, den 12.6. durch die Fleischerinnung ein Weltrekort im Leberkäse aufgestellt, der so lang sein soll, wie der Münsterturm hoch ist. Dieses Münster ist evangelisch. Der Erlös soll dem Erhalt dieses Münsters zugute kommen. Die Kirche wird diese Zuwendung ganz bestimmt nicht ablehnen.
    Widerlich kann ich dazu nur sagen.

    • Da hast Du völlig recht, liebe Elke: Statt den Veganismus zu propagieren und sich gegen unsägliches Tierleid einzusetzen, veranstaltet diese „heilige“ Sippschaft derartig tierfeindliche Schandtaten. Pfui, kann ich da nur sagen. Wie widerlich!!!
      LG – Wolfgang

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