Kritisches zur „Initiative Tierwohl“

Von H.Yuren auf http://www.freitag.de

Wie in Europa und Hierzulande mit Tieren umgesprungen wird, hat sich mehr und mehr im Laufe der Jahre herumgesprochen und es ist den meisten Menschen bekannt, dass Massentierhaltung letztlich Massentierquälerei ist.

Darum startete die Lobbygruppe der fleischproduzierenden und – verarbeitenden und verkaufenden Branchen eine Kampagne gegen diese geschäftsschädigende Entwicklung des Bewusstseins in der Kundschaft und die „Initiave Tierwohl“ soll das angekratzte Image der Landwirtschaft aufpolieren. Doch nicht die grausamen und ungesunden Verhältnisse der Massentierhaltung sollen abgeschafft werden, wie es der im Grundgesetz stehende Tierschutz verlangt, sondern das bestehende System der rücksichtslosenTierausbeutung soll nur in einem erträglichen Licht dargestellt werden.

Der schöne Schein soll die Fleischkundschaft verschaukeln in dem Glauben, den sogenannten Nutztieren gehe es viel besser, als die Tierschützer und Tierrechtler sagen. Und so gibt es tatsächlich Massenmäster, die ihrer eigenen Propaganda zum Opfer fallen und wähnen, sie hielten die Tiere artgerecht. Genau genommen ist die Kampagne, die das Tierwohl mit ganz großen Buchstaben wie blöd herumposaunt, einVersuch, das kriminelle Treiben der Agrarindustrie im Sektor Massentierhaltung bzw. Fleischproduktion zu verschleiern. Solche interessengesteuerte Machenschaften sind zwar verständlich, aber nicht entschuldbar.

Denn die Massenmast ist nicht nur tierquälerisch, sondern stinkt auch zum Himmel vor Schädlichkeit in vielerlei Hinsicht. Die produzierten Gülleüberschüsse verderben das Grundwasser mit zu hohen Nitratkonzentrationen; die Enge im Gedränge der Massenställe macht die Tiere krank; um Seuchen zu verhindern, werden die Tiere mit Antibiotika geimpft, wodurch ungewollt resistente Krankheitskeime gezüchtet werden. Diese gefährden jedoch nicht nur die Tiere, sondern längst auch die Menschen.

Fernwirkungen sind auch die häufigen Tiertransporte und die Massenimporte von Tierfutter aus Übersee, denn für die Massentierhaltung reicht das Futter im Inland bei weitem nicht aus. In den Herkunftsländern des Tierfutters werden weitere Probleme ausgelöst durch Monokulturflächen, die alles andere als sozial verträglich und ökologisch sind.

Dass der übermäßige Fleischkonsum auch keineswegs gesund ist, kann und wird auch jeder vernünftige Arzt bestätigen. Es ist darum von beiden Enden her, vom Tier und vomTiervertilger, geboten, das dumme Treiben zu beenden. Doch damit das auf keinen Fall geschieht,  darum gibt es die Kampagne Tierwohl, die alle anstehenden Probleme allzusehr gerne verharmlosen, herunterspielen und verschleiern möchte.

Hier noch ein sehr „herzerwärmendes“ Video über diese Tierwohl-Initiativen:


Protest vor dem Schlachthof Bergheim!

Abermals trafen sich vor den Toren des größten Rinderschlachthofes Österreichs RespekTiere-AktivistInnen, um auf das Leid hinter einer solchen Tötungsanstalt aufmerksam zu machen. Wieder wurde als Ort des spektakulären Protestes die Zufahrt zum Schlachthof gewählt, wohl um größtmögliche Aufmerksamkeit zu erreichen, da dort doch ununterbrochen starker Pendlerverkehr von und zur Stadt herrscht – und alle Tiertransportfahrzeuge die Kehre passieren müssen…

Tierschützer in blutiger Metzgerbekleidung posierten den ganzen Nachmittag über  vor Transparenten mit Aufschriften wie „Ehrfurcht vor dem Leben ist Abscheu vor dem Töten!“ und „So lange es Schlachthöfe gibt wird es auch Schlachtfelder geben!“, sowie auch „Wir kreuzigen Jesus und seine Lehren alltäglich auf ein Neues – in unseren Mastanstalten und Schlachthöfen!“.

„Highway to Hell“ nennt RespekTiere diese Straße zum Schlachthof, auf welcher so viel Not und so viel Leid tagtäglich passiert; unvorstellbare 100.000 Rinder und Kälber (nahezu 300 pro Tag) werden im Salzburger Schlachthof mittlerweile alljährlich „verarbeitet“.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s