Haustiere streicheln und „Nutztiere“ fressen ???

Von Herrn Ulrich Dittmann als Ergänzung zum Blogbeitrag vom 17.05.2016: „Der dumme Vegetarier“

In China werden Hunde zum Verzehr gemästet und geschlachtet. Die Zeitungen hier berichten dann empört über diese (und andere) ekelerregende Schandtaten der Chinesen. So rief die Bernhardiner-Schutz-Vereinigung vor längerer Zeit im Internet sehr zurecht zum Protest gegen diese Tierquälerei auf. Es ist richtig und wichtig, gegen diese Schandtaten schärfstens zu intervenieren.

Doch auch in Deutschland geschehen nicht weniger furchtbare Gräueltaten! Unzählige Tiere werden bei uns in winzigen Käfigen ebenfalls quälerisch gemästet und geschlachtet – und ihre Leichenteile gegessen! Die Ungeheuerlichkeit dieses Tuns ist den Menschen auch hier in Deutschland offenbar gar nicht bewusst. “Das wurde schon früher so gemacht und ist heute halt immer noch so”, argumentiert man entschuldigend.

Haustiere streicheln und sogenannte „Nutztiere“ fressen ? Meint man etwa Schweine, Rinder, Kaninchen, Gänse, Hühner leben weniger gerne als Hunde ?

Früher hat man teils auch bei uns Hunde gegessen – heute nicht mehr. Früher hielt man sich auch ganz selbstverständlich Sklaven oder Leibeigene. Es gab das Recht der “ersten Nacht” für den Herrn seiner Magd, man hackte Dieben die Finger ab oder ließ sie im Kerker verhungern. Heute tut man das alles nicht mehr – wie es auch viele frühere andere Schrecklichkeiten heute glücklicherweise nicht mehr gibt. “Fleisch ist kein notwendiger Bestandteil der menschlichen Ernährung” so schon hochrichterlich 1992 das Hamburger Oberverwaltungsgericht Az. OVG Bf III 42/90

Weshalb (fr)isst Mensch dann immer noch Fleisch ? Es ist absolut unverständlich, warum Ewiggestrige heute noch auf das Konsumieren von Tierkadaverteilen bestehen. Man “jettet” mit modernen “Düsenfliegern” mal kurz auf einen Einkauftrip nach Paris, flaniert modebewusst in jeweils aktuellste Klamotten gewandet und dem Handy am Ohr, durch die Straßen – um sich dann nach Steinzeitmanier fettige, ungesunde Fleischstücke oder zermanschte Tierteile in Form von Würsten in den Mund zu schieben?

Zitat eines süddeutschen Fleischkontrolleurs : “Wenn die Leute wüssten, was sich so alles in ihrer Wurst befindet, so mancher würde sofort auf vegetarische Kost umsteigen!”

“Tierfreund” heißt im Sinne des Wortes unmissverständlich “Freund des Tieres”. Und “Freunde“ isst man doch nicht auf! Oder?

Fleisch ist für den Menschen so überflüssig und schädlich wie ein Kropf und Tiere gehören weder in die Pfanne noch in den Suppentopf!!!

Tierquälerei schmerzt dich unsäglich?
Und isst doch deinen Braten täglich?
Fleisch zu essen ist im Grund
ja weder nötig noch gesund.
Doch liebt´s der Mensch sich zu ruinieren
samt seiner Umwelt und den Tieren.

(Wolf Martin – Kronenzeitung 04.11.1989)

In Deutschland werden wöchentlich rund 4000 Menschen zu Vegetariern. So an alle, die sich noch nicht vegetarisch ernähren der Appell : Hören Sie auf den eigenen Körper, der leicht und leistungsbewusst ernährt werden möchte – gönnen Sie sich eine moderne, vegane oder vegetarische Ernährung. Das ist gesund für Sie und lebensrettend für viele Tiere!

Unproblematischer kann man (s)ein ernsthaftes(!) Tierschutzengagement nicht dokumentieren!

Ulrich Dittmann/20.05.2016

„Gebt acht auf die Tiere, auf die Rinder, auf die Schafe, auf die Esel; glaubt mir, auch sie haben eine Seele, sind auch Menschen, nur daß sie ein Fell tragen und nicht sprechen können. Frühere Menschen sind es, gebt ihnen zu essen, behandelt sie gut. Gebt acht auf die Olivenbäume und die Weinfelder, … sie waren früher Menschen, aber viel, viel früher und haben kein Erinnerungsvermögen mehr. Doch der Mensch hat es, und daher ist er Mensch.“
(Nikos Kazantzakis – Rechenschaft vor el Greco)

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8 Kommentare zu “Haustiere streicheln und „Nutztiere“ fressen ???

  1. Lieber Wolodja, liebe Freunde,

    eben kam im franzoesischen Fernsehen wieder eine Reportage ueber eine Horror-Intensivhaltung von Huehnern. Da kann ich nur sagen, dass jeder verantwortungsbewusste Mensch so schnell wie moeglich auf vegetarisch, und die Vegetarier auf vegan umstellen sollten, denn diese kriminellen Machenschaften der Fleischindustrie sind nicht zu verantworten!

    KEIN TIER GEHOERT AUF DEN TELLER!

    Ich danke Herrn Ulrich Dittmann fuer seinen stetigen Einsatz fuer die gequaelte Kreatur! Er ist ein Beispiel fuer uns alle und gibt uns Kraft weiterzumachen!

    Liebe Gruesse an Dich und alle Freunde – Eure Siraganda im Tierschutz

  2. Liebe Siraganda,

    Danke für die symbolisch überreichten Blumen!

    Folgendes liegt mir grundsätzlich noch am Herzen:
    Wichtig ist, dass wir uns GEMEINSAM, d.h. in möglichst großer Anzahl für mehr Tierschutz/Tierrechte einsetzen. Das muss unsere Strategie sein.
    Und dabei ist nicht einmal in allen Punkten, bei allen Themen, 100%-tige Übereinstimmung notwendig – denn jeder hat eben einen eigenen Kopf auf den Schultern, mit eigenen Gedanken darin.

    Allein wesentlich ist den Tierschutz voran zubringen! Lassen wir uns alle bei unserem Einsatz für die Ärmsten der Armen, die Tiere, niemals auseinander dividieren! Gerade betr. politischer Ideologien besteht hier manchmal „Gefahr“ – stelle ich leider immer wieder fest.
    Doch merke: Tierschutz ist weder „rechts“ noch „links“ – sondern geradeaus!

    An sich ist alles ganz einfach, wenn wir uns an der alten Weisheit orientieren: „Was du nicht willst das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu“.

    Herzliche Grüße in die Runde
    Ulrich (Dittmann)

  3. Ulrich Dittmann:

    „Haustiere streicheln und sogenannte „Nutztiere“ fressen ? Meint man etwa Schweine, Rinder, Kaninchen, Gänse, Hühner leben weniger gerne als Hunde ?“

    Leider, leider wird diese Unterscheidung auch von sogenannten Tierfreunden immer wieder gemacht. Neulich ein Schafhalter im Fernsehen: „Mein Hund ist mein bester Kamerad. Meine Schafe sichern mir meine Existenz und die meines Hundes!“

    Ich denke da nur an die vielen Tierschutzvereine, wie den wo Wolfgang mal tätig war, die sich nur um Hunde und Katzen kümmern, die zum Tierheimfest Bockwürste aus Schweinefleisch kredenzen, wo ein Schweinestall direkt nebenan war, wo die Schweine jämmerlich schrien, was die „Tierschützer“ kalt ließ. Mit solchem Pack kann es keine Gemeinsamkeit im Tierschutz geben. Ausgeschlossen!

    • Lieber Bernd Nowack, liebe Tierfreunde,

      die Gier des Menschen nach Fleisch- und Tierprodukten ist zweifelsohne die Hauptursache all des Tierelends. Dazu nur wenige Stichworte: Aufzucht, Haltung, Schlachtung, Verarbeitung, Vermarktung – auch bei Fischerei, Jagd etc. etc. Wir wissen ja…
      Das ist ein gigantisches, kaum vorstellbares Geschäft.. Könnte(!) man das eliminieren, dürfte man wohl auch rund 90% aller Tierquälerei eliminiert haben.

      Mein Appell um mehr GEMEINSAMKEIT in diesem Kommentar, orientiert sich allein an pragmatischem Denken – und hehre, edle Gedanken auch mal außen vor zu lassen. Zu versuchen, all das Elend pragmatisch anzugehen.

      Zur Verdeutlichung hier überspitzt(!) kurze Beispiele: Was spricht dagegen, mit fleischfressenden Mitgliedern eines konventionellen Tierschutzvereins oder einem Schäfer der seine Schafe abmurkst und der seinen Hund ohnehin meistens nur als „Arbeitswerkzeug“ ansieht, GEMEINSAM gegen ein Tierversuchslabor zu protestieren?

      Und im Gegenzug u. a. mit Tierexperimentatoren, Jägern, Fleischessern, etc. gegen den Bau einer die Mitwelt verpestenden Tier-KZ-Anlage vorzugehen? Und bei solchen Aktionen niemanden auszugrenzen, ob Linke, Rechte, Bunte, Migranten, oder wen auch immer?
      Nur das gemeinsamen ZIEL vor Augen, eben den Bau dieser Tierqual-Anlage zu verhindern!

      Noch ein Beispiel: Manche Menschen essen kein Fleisch/Tierprodukte, der eigenen menschlichen Gesundheit wegen. Ethische Vegetarier/Veganer tun das um der Tiere willen – wie ich auch.
      Doch letztlich ist es den Betroffenen, den Tieren gleich, warum sie nicht ausgebeutet und gefressen werden.

      Nach runden 45 Jahren im aktiven Tierschutz sehe ich das alles sehr zielorientiert, ein gutes Ergebnis für die Tiere ist für mich allein wichtig.

      Natürlich wünschen wir jegliche Tierschinderei aus der Welt zu schaffen. Doch das ist Wunschdenken. Realistisch gesehen können wir bestenfalls Tierelend vermindern. Und um hier Erfolg zu haben sollten wir „strategisch“(!) vorgehen – und ehrenwerte Ideologien auch einmal hintenanstellen.

      Herzliche Grüße in die Runde!
      Ulrich (Dittmann)

      • Da haben Sie vollkommen Recht, Herr Dittmann, daß Tierschutz nicht an politischen Gegensätzen scheitern darf. Mir wäre es egal, wenn ich auf einer Demo gegen ein Schlachthaus mit Merkelfans, Bush- oder Hitlerfans dagegen ankämpfen würde, Hauptsache den Tieren nützte es.
        Diese Einstellung hat leider die sogenannte Tierschutzpartei nicht, die nur mit dem Establishement demonstrieren will, wie einst die Sache mit dem Halal-Schlachthaus zeigte, als die TSP es ablehnte, Pegida-Leute an dieser Demo teilnehmen zu lassen. Stattdessen luden sie Vertreter von der CDU, der SPD, den Grünen und Linken ein, die aber kein Interesse zeigten und nicht kamen!

        Was ich aber nicht könnte: Mit einem Schafhalter, der keine Skrupel hat, kleine Lämmer zu schlachten, diese vielleicht lebend in den Orient zu verkaufen, wo sie elendiglich während des Transports leiden und schließlich ohne Betäubung elendiglich geschlachtet werden, mit so einem Typ z.Bsp. gemeinsam gegen eine Tierversuchsanstalt zu kämpfen, das hieße Beelzebub mit dem Teufel austreiben. So einen Schafhalter halte ich für einen ausgemachten Tierfeind, den es zu bekämpfen gilt und gemeinsame Sache könnte ich nie mit so einem machen.

  4. Wieder einmal ein sehr guter Beitrag von Ulrich Dittmann.
    Sehr gefallen hat mir auch das Zitat am Schluss von Nikos Kazantzakis.

    LG

  5. Auch ich möchte mich meinen Vorrednern anschließen und Herrn Dittmann danken für den guten Beitrag und die Kommentare. Wenn man mit Menschen, die sich nur für Hunde und Katzen stark machen, nichts zu tun haben möchte, dann erreiche ich diese auch nicht und werde sie daher auch nicht zu einem Umdenken bewegen können. Ich persönlich bin ja auch in einer Katzenschutztruppe aktiv tätig, in der es leider auch noch Fleischesser gibt. Wenn ich bei diesen aber etwas erreichen möchte, dann nur indem ich mit ihnen rede, sie ernst nehme, ihnen mit gutem Beispiel voran gehe und in Diskussionen, die immer wieder zum Thema „Tiere essen“ aufflammen, meine Argumente gegen die Tierausbeutung zur Sprache bringe. Steter Tropfen höhlt den Stein. Mit dieser Hoffnung sende ich Euch allen herzliche Grüße und wünsche Euch einen schönen Feiertag.

  6. Wieder ein hervorragender Beitrag von Ulrich Dittmann!
    Und seine Kommentare hierzu beispielhaft!!

    Ich halte es genauso wie Ulrich, jede Möglichkeit des Tierschutzes und des Verfechtens der Tierrechte muß genutzt werden. Alles was das Leid der wehrlosen und geschundenen Kreatur selbst in allerkleinsten Schritten mindert, (sofern es nicht nur wirtschaftlichen und finanziellen Interessen dient – siehe u.a. Tierwohlinitiative) muß unterstützt werden, und erscheint es noch so aussichts- und hoffnungslos. Denn nichts was wir für die Tiere tun, ist sinnlos. Wir sind uns dessen oftmals nicht bewußt und bemerken oft nicht, wie viel wir dennoch bewegen. Aber alles was wir unterlassen, verlängert die Zeit der Qual unserer Mitlebewesen. Jede tierschutzrelevante Petition, jeder Kommentar im Sinne der Tiere, jeder Cent den wir einer Tierschutzorganisation spenden, sind wie ein Tropfen Wasser. Doch diese Tropfen bilden eine Pfütze, einen Bach, einen See und einen Ozean. Noch tröpfelt es vor sich hin, doch steter Tropfen höhlt den Stein.

    Noch vor wenigen Jahren gehörte ich selbst zu diesem „Pack“ mit dem es angeblich keine Gemeinsamkeit im Tierschutz geben könnte. Ich war ein „tierliebender Fleischfresser“ und für Königsberger Klopse gab ich alles, denn sie hatten kein Gesicht. (Heute löst der Geruch deser Speisen nur noch Trauer in mir aus) Doch der stete Tropfen hat den in mir – und in den meisten Menschen – schlummernden Keim zum wachsen und letztendlich zum blühen gebracht. Heute nutze ich jeden Strohhalm, den ich bekommen kann, um mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln und Möglichkeiten, dieses unendliche Grauen zu mildern. Dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit…, die Unterstützung von…. und die „Sympathiebekundung“ für…. Vegetarier (die ja auch keine Tierrechtler sein können) und (echten) Tierschutz/rechts-Vereinen wie z.B. Peta, Vier-Pfoten , ASS, TSP, Animals Equality, Greenpeace u.v.m.
    Und niemals würde ich gegen eine dieser Vereine und Institutionen zu Felde ziehen, nur weil sie nicht 100prozentig meiner Weltanschauung oder politischen Ansichten entsprechen. DAS SCHADET DEN TIEREN……

    Ullrich Dittmann: Wichtig ist, dass wir uns GEMEINSAM, d.h. in möglichst G R O ß E R Anzahl für M E H R Tierschutz/Tierrechte einsetzen. Das MUSS UNSERE Strategie sein!

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