Die Menschheit ist am Ende

tierschutz4b


Von Dr. Gunter Bleibohm

„Pfingsten ist das Fest der geistigen Erneuerung. Die christliche Kirche feiert in diesen Tagen das Fest ‚des heiligen Geistes‘. Wir dagegen feiern das Fest des freien Geistes.“ (K.-H. Baumgartl)

Einen freien Geist, ein sehr selten gewordenes Gut in der heutigen Meinungsmaschinerie, zeigte vor ca. 24 Jahren Herbert Gruhl, ökologischer Vorkämpfer und zeitweise Mitglied der GRÜNEN, als sein wegweisendes Essay im Spiegel „Die Menschheit ist am Ende“ veröffentlicht wurde.

Das Essay entstand in den Zeiten, als die GRÜNEN noch grün und frei denken konnten, den Tierschutz noch auf ihrer Fahne hatten und noch nicht völlig von Machtgelüsten, Humanitäts – und Genderphantasien infiziert waren. Leider liegt das 24 Jahre zurück.

Die damalige Analyse von Herbert Gruhl, weitsichtig, treffend und klar – es gab damals noch keine devote Unterwerfung unter political-correctness – hat jedoch nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. So stoßen wir auf den bemerkenswerten Satz:

„Haben Gewerkschaftler jemals für die Erhaltung der Natur gestreikt, um ihren Kindern und Enkeln noch eine Lebenschance zu bewahren?“ und stellen auch mit Erschütterung fest, dass die weltweite Bevölkerungsexplosion noch kein Tabuthema war, ein Thema, das inzwischen sämtliche Maßnahmen zur Weltrettung konterkariert und obsolet macht. Seit Erscheinen des Artikels vor 24 Jahren ist im Übrigen die Weltbevölkerung wieder um ca. 2000 Millionen Menschen gewachsen.

Das Einzige, was sich inzwischen grundlegend geändert hat, ist die Tatsache, dass zahllose Prozesse unumkehrbar geworden sind und die Erde über den Abgrund der kollektiven Ignoranz ins Chaos stürzt. Lassen Sie uns das Thema durch ein Zitat von Martin Neuffer aus seinem Buch „Nein zum Leben“ abrunden, passend zu Pfingsten, passend zur Feier des freien Denkens, passend zur ungeschminkten Erkenntnis über das Leben schlechthin:

„Vor allem stellt die grandiose Lebensverschwendung der Natur das in unserer Sittlichkeit tief verankerte Prinzip der Ehrfurcht vor dem Leben oder gar der Heiligkeit des Lebens von Grund auf in Frage. Eine Schöpfung, die ihren „Betrieb“ und ihre evolutionäre Weiterentwicklung ausschließlich über den Weg einer permanenten Massenvernichtung aller ihrer lebenden Geschöpfe betreibt, lässt nicht gerade darauf schließen, dass sie dem einzelnen Lebewesen – und sei es vernunft – und empfindungsbegabt – irgendeinen Eigenwert zuerkennt. Wenn Rückschlüsse vom Verhalten eines Systems auf die Intentionen seines Urhebers, in welchem Maße auch immer, überhaupt Aufschluss geben können, so lässt sich für unseren Kosmos daraus nur die Hypothese gewinnen, dass sein Schöpfer dem individuellen Leben keinen besonderen Rang, sondern im Gegenteil völlige Gleichgültigkeit hat zuteil werden lassen.“

Herzliche Grüße
für pro iure animalis

Dr. Gunter Bleibohm und Harald Hoos

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7 Kommentare zu “Die Menschheit ist am Ende

  1. Die Spezies Mensch ist nicht nur der Erfinder der groessten Massenvernichtungswaffen, er ist selbst die groesste Massenvernichtungswaffe, weil er seine Intelligenz in zwei Richtungen sendet, die Aufbauende und die Zerstoerende, wobei die letztere massiv ueberwiegt! Da hat Shakespeare den Nagel auf den Kopf getroffen, als er seinen Hamlet jenen Satz zitieren liess, der uns alle umtreibt und so manchen Erdenbuerger des nachts nicht schlafen, oder ihn ins Weinglas gucken laesst: ‚Sein oder Nichtsein – das ist hier die Frage‘! Ich persoenlich gebe die Hoffnung nicht auf und rechne noch mit einer zurueckgehaltenen Ueberraschung, waren doch diese stets die schoensten Augenblicke meines Lebens!!! In diesem Sinne moechte ich allen Freunden und Tierrechtlern einen Gruss zusenden, und insbesondere Dr. Gunter Bleibohm und Harald Hoos fuer ihren unermuedlichen Einsatz fuer die geschundene Kreatur danken – in Gedanken sende ich Euch einen Vogel mit einem gruenen Zweig im Schnabel, denn die Hoffnung fliegt immer mit!

    Eure Siraganda im Tierschutz

  2. Martin Neuffer; aus seinem Buch „Nein zum Leben“:

    „Vor allem stellt die grandiose Lebensverschwendung der Natur das in unserer Sittlichkeit tief verankerte Prinzip der Ehrfurcht vor dem Leben oder gar der Heiligkeit des Lebens von Grund auf in Frage. Eine Schöpfung, die ihren „Betrieb“ und ihre evolutionäre Weiterentwicklung ausschließlich über den Weg einer permanenten Massenvernichtung aller ihrer lebenden Geschöpfe betreibt, lässt nicht gerade darauf schließen, dass sie dem einzelnen Lebewesen – und sei es vernunft – und empfindungsbegabt – irgendeinen Eigenwert zuerkennt. Wenn Rückschlüsse vom Verhalten eines Systems auf die Intentionen seines Urhebers, in welchem Maße auch immer, überhaupt Aufschluss geben können, so lässt sich für unseren Kosmos daraus nur die Hypothese gewinnen, dass sein Schöpfer dem individuellen Leben keinen besonderen Rang, sondern im Gegenteil völlige Gleichgültigkeit hat zuteil werden lassen.“

    Eine erschreckende Wahrheit, die nur schwer zu verdauen ist, die aber von uns mehr bedacht werden sollte. Diese Wahrheit sollte immer und immer uns vor Augen geführt werden, damit unser Tun relativiert wird: Haschen nach Wind und völlig bedeutungslos im großen Weltengetriebe.

    • Lieber Bernd,
      Deiner Aussage in Deinem heutigen Blogbeitrag „Solange das so ist, daß Hartz-IV-Empfänger es nicht nötig haben sich einen Schrebergarten zuzulegen um ihr eigenes Obst und ihr eigenes Gemüse anzubauen und solange sie es nicht nötig haben freiliegendes Obst aufzusammeln, solange sind die Hartz-IV-Sätze entschieden zu hoch und statt jedes Jahr immer mehr die Sätze zu erhöhen, sollte man massiv die Sätze kürzen“, vermag ich leider nicht zuzustimmen. Nicht jeder HartzIV-Empfänger kann sich nämlich so ohne weiteres einen Schrebergarten zulegen und nicht jeder dieser Leute hat auch die regional bedingte Möglichkeit, freiliegendes Obst aufzusammeln.

      Und wer auch immer denkt und meint, die HartzIV-Sätze seien für Betroffene entschieden zu hoch, der kann dies nur meinen und denken, so lange er in den Schuhen eines HartzIV-Empfängers noch keinen einzigen Schritt weit gelaufen ist. Und glaubst Du wirklich ernsthaft, dass dieses Problem mit dem frei herumliegenden Obst aus der Welt wäre, falls man den HartzIV-Empfängern den HartzIV-Satz massiv kürzen würde? Also ich glaube das nicht!

      Kurzum: Schimpfen wir mal besser nicht auf die Bedürftigen, sondern eher auf all jene, die sich dünken, etwas Besseres zu sein als jene angeblichen „Sozialschmarotzer“, denen angeblich auf Kosten des Steuerzahlers ein schönes Leben beschieden ist und die nun Deinerseits auch noch dafür verantwortlich gemacht werden, dass frei herumliegendes Obst verkommt und keinerlei Verwendung findet.
      LG – Wolfgang

      • Lieber Wolfgang, lies mal diesen meinen Blogbeitrag:

        http://barrynoa.blogspot.de/2011/09/obst-umsonst-scheinbar-eine-zumutung.html

        und diese Haltung findet man bei den meisten Hartz-IV-Empfängern. Auch bin ich in vergangenen Jahren immer viel auf verlassene Obstplantagen gegangen und habe mich dort mit Winterobst eingedeckt. Mehrmals bin ich in die Bahnhofsmission gegangen, wo viele Hartz-IV-Empfänger um kostenlose Mahlzeiten bettelten, bot ihnen an, sie mitzunehmen zum Obstpflücken. Nicht einer kam mit. Zwei von denen sah ich später in einer Kaufhalle Äpfel und Birnen kaufen, mir verschlug es die Sprache. Wer mit mir sich immer auf der verwilderten alten Plantage mit Obst für den ganzen Winter eindeckte, das war ein Zahnarzt, ein Bauer und viele Vietnamesen, von deutschen Hartz-IV-Empfängern keine Spur.

        Auch hatte ich etlichen Langzeitarbeitslosen in der Bahnhofsmission angeboten, doch einen großen Schrebergarten zu pachten um dort den Bedarf an Obst, Gemüse, Kartoffeln anzubauen. Nicht einer ging darauf ein. Das waren alles kräftige gesunde Männer und die Gartenpachten sind in Dessau und Umgegebung spottbillig. Ich bekam nur mitleidige Blicke oder gar abfällige Äußerungen. Mir selbst würde es jedenfalls nicht einfallen mein Obst und Gemüse in einem Supermarkt zu kaufen, das baue ich selber an oder sammle es. Nur in Ausnahmefällen kaufe ich so was. Viele Schrebergärten stehen leer und die Arbeitslosen langweilen sich zuhause.

        Du kannst sagen was Du willst, der Großteil ist einfach zu faul einen Schrebergarten zu beackern. Ausnahmen gibt es natürlich und wer krank ist oder gebrechlich, dem kann man schwere Gartenarbeit natürlich nicht zumuten, denen gönne ich auch die Hartz-IV-Unterstützung und auch noch eine kräftige Erhöhung.

      • Lieber Bernd,
        okay, aufgrund Deiner geschilderten negativen Erfahrungen verstehe ich nun schon um einiges besser, weshalb Dich ein gewisser Teil der HartzIV-Empfänger so bitterlich aufstößt und Du nicht sonderlich gut auf solche Typen zu sprechen bist, die keinen Bock haben, sich ihren Bedarf an Obst auf verlassenen Obstplantagen und andersweitig zu besorgen. Gäbe es hier in meinem Wohnort bzw. in unmittelbarer Umgebung solcherlei Möglichkeiten für mich, mich kostenlos mit Äpfel und Birnen eindecken zu können, so würde ich ganz sicherlich auch davon Gebrauch machen.

        Aber andererseits ist Jöhstadt u.Umgebung ja auch klimamäßig ein gänzlich anderes Pflaster als Dessau und deswegen gibt es hier bei uns auch keine Obstplantagen und in den Gärten der Leute sieht man auch kaum einen Apfel – oder Birnenbaum mit verlockenden, wohlschmeckenden und reifen Früchten. Bei Dir in Dessau wächst und gedeiht alles, was Du Dir auch immer an Obst und Gemüse wünscht, jedoch hier im Erzgebirge sieht diese Sache schon wieder weit weniger gut und rosig aus.

        Und dann ist auch nicht jeder Mensch solch ein Gartenfreund, wie Du einer bist, was ganz sicher auch viel damit zu tun hat, dass nicht jeder HartzIV-Empfänger aufgrund gänzlich anderer Interessen bzw. Hobbys keinen Bock darauf hat, sich einen Schrebergarten zu pachten und sich in diesem fortan als Gärtner zu befleißigen.

        Wie Dir ja bekannt ist, habe ich auch solch einen gepachteten Garten, aber oftmals frage ich mich, warum ich diesen eigentlich noch habe und nicht schon längst gekündigt habe. Nur bei besonders schönem Wetter sieht man mich einmal im Garten sitzen und mit einer Flasche Bier in der Hand über vielerlei Dinge nachsinnend, und sobald wieder einmal mühsames Rasenmähen erforderlich ist, schafft mich das jedesmal bis zum Umfallen, da dieser Garten ein Gefälle wie der Schrägstrich auf unserer Computertastatur hat. Im Großen und Ganzen sitze ich – sobald mein PC einmal Ruhepause hat – mehr vor meinem Keybord als wie in meinem Garten oder musiziere mit meiner Gitarre, beschäftige mich mit Noten oder lese ein schönes, interessantes Buch.

        Damit will ich sagen: Nicht jeder Mensch ist zum Schrebergärtner geboren und so mancher Hartzer, der sich sein Obst lieber in einer Kaufhalle kauft statt es selbst anzubauen, muss allein deswegen noch lange kein Faulpelz oder gar ein immens „arbeitsscheues Element“ sein. Und ein Hartzer, der sich – aus welchen Gründen auch immer – seine Äpfel und Birnen in einem Einkaufscenter kauft, der muss deswegen ebenso noch lange nicht sein oftmals armseliges Portemonnaie voller Scheine haben.

        Meines Wissens nach beträgt der HartzIV-Regelsatz zur Zeit 404.- Euro und wenn wir das einmal durch 30 Tage teilen, so ergibt das pro Tag 13.- Euro, mit denen ein HartzIV-Empfänger auskommen muss. Nein, verhungern muss man damit nicht, aber wehe, sobald etwas Unvorhergesehehes passiert, denn dann wird es sehr, sehr eng in dieser Armutskiste eines HartzIV-Betroffenen, zumal dieser Regelsatz ja auch noch von den anfallenden Strom – Internet – und Versicherungskosten und vielem anderen mehr geschröpft und aufgefressen wird.

        Und von daher gesehen bin ich leider überhaupt nicht dafür, dass HartzIV-Empfängern diese paar Not-Groschen auch noch drastisch gekürzt werden – auch dann nicht, wenn sie aus diversen Gründen keinen Bock darauf haben, mit frei herumliegenden und somit kostenlosen Obst Ihre finanzielle Situation ein klein wenig aufzubessern. Und ganz davon abgesehen, ob Hartzer nun Lust oder keine Lust haben, einen Schrebergarten zu beackern oder herumliegendes Obst für den eigenen Bedarf aufzusammeln: Ich gönne angesichts der krassen Unterschiede zwischen Armen und Reichen in unserem Deutsch-Absurdistan jedem arbeitswilligen HartzIV-Empfänger seine klägliche Unterstützung von ganzen Herzen und obendrein auch noch eine saftige Erhöhung.
        Mit lieben Grüssen trotz unserer kleinen Meinungsverschiedenheiten – Wolfgang

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