Können Tiere denken?

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VERHALTENSFORSCHUNG AUF DER ÜBERHOLSPUR

Nach einigen tausend Jahren erfolgloser Forschung und einer Dekade guten Willens, ist es der Verhaltensforschung letztlich gelungen, das Wissen aufmerksamer Tierhalter zu bestätigen und dem Tier die Angliederung an den Menschen zu erlauben. Wir stammen von den Affen ab. Und wir haben Geist und Denkvermögen von den Affen geerbt.

Nach der Einebnung der handwerklichen Fähigkeiten, der einmaligen kognizistischen Fähigkeiten, der Denkvermögen und der Räumung einiger weiterer Barrikaden, ist der anthroposophische Vorsprung nunmehr auf die letzte Bastion verzweifelten Widerstandes zurückgedrängt, die mit Klugheit bezeichnet wird, denn klug kann nur der Mensch sein, so ihm nichts weiteres an Unterschied verbleibt.

Die Schonfrist, die ihm entschlossene Verhaltensforscher noch zu gönnen bereit sind, kann der Mensch einstweilen noch mit Nichtwissen, beziehungsweise mit wissenschaftlich nicht bewiesenem Wissen nutzen und fortfahren, wie es ihm beliebt. Klugsein ist nicht obligatorisch und darf von Jenen abgelehnt werden, die Klugheit als schädlichen Einfluß für das persönliche Wohlbefinden ablehnen und damit bereits vor der zu erwartenden wissenschaftlichen Beurkundung die geistige Gleichheit mit dem Tier manifestieren. Als Avant Garde der Minderbemittelten.

Daraus folgt schlüssig, dass der Tierversuchler, der Mäster, der Schlachter und der skrupellose Politiker von dem mühsamem Vorstellungsaufwand kraft egoistischer Phantasie befreit ist und genau wahrnimmt, wie die relevanten Umstände in der Sicht jedes einzelnen Tieres sich kristallisiert, das in der Warteschlange vor der Zerteilungsanlage, in der Stahlgeflechtbox und auf dem Seziertisch auf seine finale Vorstellung wartet.

Der Mäster weiß, dass das von ihm auf die Reise zum Schlachthof, oder zum Schächten in Nahost verurteilte Tier diese Fremdbestimmung ebenso ablehnt, wie der Mäster vertretungsweise an seiner Stelle, als bestimmtes Individuum auch. Wissenschaftliche Erkenntnis hat ihn, den Mäster, befähigt, bar Gewissensbeschwerden das Tier zu pferchen und zu opfern. Die gleichen Gremien verweigern ihm nunmehr die Erlaubnis, mit Seinesgleichen in anderer Gestalt, umzugehen, wie es seinem humanistischem Selbstanspruch Hohn spricht.

Dieses Wissen, Tierhaltern seit Jahrtausenden gewiß, aus dem Unterbewusstsein in das Bewusstsein zu transferieren, muß die vordringlichste Aufgabe künftigen Tierschutzes sein. Nicht moralische Predigten und freundliche Hinweise, sondern die offensive Vermittlung, dass Mensch, wie alle anderen Tiere, über das identische neuronale Netz zwangsverfügen, welches sogar in einer Maschine annähernde Ergebnisse zeitigt und damit Ausreden der Relativierung versagt.

Nicht lediglich uns verwandte Säuger und Wirbeltiere denken und sind klug, sondern ebenso Fische, Marine Tiere und sogar Insekten, wie die engagierte Wissenschaft beweist und verkündet.

Gott hat versäumt, uns mit Merkmalen auszustatten, die uns von den Tieren nachhaltig unterscheiden würden.

Das Zeitalter des Descartes ist überwunden und darf nicht in Ausnahmen für ökonomisch verhaftete Nutzer in Nischen erhalten bleiben.

Bernd Wolfgang Meyer

Quelle: www.pro-iure-animalis.de

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3 Kommentare zu “Können Tiere denken?

  1. Lieber Wolodja, liebe Freunde,

    diese Frage kann ich guten Gewissens mit JA beantworten – Tiere denken, aber anders! Und genau dieses Anderssein ist die Ursache der Diskriminierung durch die Spezies Mensch! Jede Spezies denkt und handelt genau in dem fuer sie vorgesehenen Rahmen! Faellt ein Vorkommnis aus diesem Rahmen heraus, so sind ebenfalls alle Spezies befaehigt umzudenken, aber wieder in unterschiedlicher Weise! Es ist nicht die fehlende Intelligenz, welche dem Menschen die Erkenntnis verwehrt, dass Tiere denken, sondern das Denken des Ausbeuters, der im ausgebeuteten Geschoepf nur ein Mittel zum Zwecke sieht, so wie frueher die Sklavenhaendler und noch frueher die Frauenhaendler! Indem man dem Opfer Denken, Fuehlen und die Seele (den Lebensfunken) abspricht, kann man es noch besser zum Gegenstand degradieren – und dies wiederum leistet der bequemeren Ausbeutung Vorschub! Dieses negative Perpetuum Mobile muss nun von den wahrhaft fortschrittlichen Geistern durchbrochen werden, denn nur im Respekt und der Achtung allem Leben gegenueber liegt der wahre Fortschritt, alles andere ist Hoehlenbaerenjaegerei und gehoert ins Altertum, wo es Rost ansetzt und zerfaellt – und dazu alles, was mit ihm in Kontakt kommt!

    Liebe Gruesse an alle von Siraganda im Tierschutz

  2. Ein hervorragender Beitrag, aus dem ich etwas sehr wichtiges mitgenommen habe:

    [Zitat: Dieses Wissen, Tierhaltern seit Jahrtausenden gewiß, aus dem Unterbewusstsein in das Bewusstsein zu transferieren, muß die vordringlichste Aufgabe künftigen Tierschutzes sein.]
    [Nicht moralische Predigten und freundliche Hinweise, sondern die offensive Vermittlung, dass Mensch, wie alle anderen Tiere, über das identische neuronale Netz zwangsverfügen.]

    Die Fokussierung auf diese Tatsache könnte (m.E.) eine Aufweichung und Verzettelung im Kampf um Tierrechte vermindern oder verhindern.
    Vieleicht sogar vereinen!

  3. ich hatte in meinem -langen- Leben sehr viele Tiere : Katzen, Tauben, Igel, Ratten, und JA! ich kann gewiss behaupten, dass Tiere denken können.
    Nur die selbsternannte Krone der Schöpfung will dies nicht wahr haben, weil sie in Wirklichkeit die Krone der Dummheit ist!

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