Der Verrat der Kirche an den Tieren

Dass unzählig viele Tiere in unserer Gesellschaft millionenfach so unsagbar leiden müssen, ist nicht zuletzt auf die tierfeindliche Lehre der beiden großen Kirchen zurückzuführen. Wenn auch einzelne aufrechte Pfarrer oder Priester versuchen, sich innerhalb der Kirche für Tierschutz einzusetzen, stehen sie damit im Gegensatz zur Lehre ihrer Kirche. Denn die Kirchenlehre rechtfertigt bis heute Massentierhaltung, Tiertransporte, Schlachthöfe, Tierversuche und Jagd. Bis heute sprechen beide Kirchen den Tieren die unsterbliche Seele ab. Seitdem die entstehende römische Machtkirche ab dem 4. Jahrhundert das Urchristentum verdrängte, ist die Kirche gegen die Tiere – und dies, obwohl Jesus von Nazareth die Tiere liebte und die ersten Christen Vegetarier waren. Kein Wunder, dass so viele Tierschützer die Konsequenz ziehen und aus der Kirche austreten.

Welche Schuld trägt die Kirche am millionenfachen Tierleid?

Prof. Dr. theol. Dr. h.c. Erich Grässer, em. Ordinarius für Neues Testament an der Universiät Bonn sagte in einer Rede:

»Was ist mit Kirche und Tierschutz? Ich muss an dieser Stelle deutlich werden: Wenn einst die Geschichte unserer Kirche geschrieben wird, dann wird das Thema `Kirche und Tierschutz´ im 20. Jahrhundert dann ein ebenso schwarzes Kapitel darstellen wie das Thema `Kirche und Hexenverbrennung´ im Mittelalter.«

Die tierfeindliche Lehre ist im Katechismus der katholischen Kirche (formuliert vom früheren Kardinal Joseph Ratzinger) immer noch festgeschrieben:

»Somit darf man sich der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidern bedienen. Man darf sie zähmen, um sie dem Menschen bei der Arbeit und in der Freizeit dienstbar zu machen. Medizinische und wissenschaftliche Tierversuche sind in vernünftigen Grenzen sittlich zulässig, weil sie dazu beitragen, menschliches Leben zu heilen und zu retten. … Auch ist es unwürdig, für sie [die Tiere] Geld auszugeben, das in erster Linie menschliche Not lindern sollte. Man darf Tiere gern haben, soll ihnen aber nicht die Liebe zuwenden, die einzig Menschen gebührt.« (2417/2418)

Auch im Evangelischen Katechismus spielen die Tiere keine Rolle. Auf den fast 900 Seiten steht kein kritisches Wort über Massentierhaltung, Tiertransporte, Verzehr von Tieren, Tierversuche oder Jagd. Doch die wenigen Worte, die sich über die Tiere finden lassen, sind erschreckend: Die lutherische Kirche spricht von Tieren als »nicht-personale Kreaturen« – und zieht daraus gleichfalls die Rechtfertigung, ihr Lebensrecht zu missachten.

Die Trennung des Menschen von seinen Mitgeschöpfen ist die große geistesgeschichtliche »Leistung« des kirchengeprägten Abendlandes, repräsentiert durch die Kirchenväter Augustinus, Thomas von Aquin, Jesuitenschüler Descartes und den Augustinermönch Martin Luther.

Laut Augustinus können Tiere keine Empfindung wie der Mensch haben. Das Tier ist – wie übrigens auch die Frau – nicht nach Gottes Ebenbild geschaffen.

Nach der Lehre des Kirchenlehrers Thomas von Aquin (1225-1274) haben Tiere keine unsterbliche Seele – Frauen übrigens auch nicht (Vgl. Carsten Strehlow: Vegetarismus/Veganismus als Bestandteil des Christentums, Berlin, 2000, S. 55).

Descartes (1596-1650), Philosoph und Jesuitenschüler, griff diese Lehre auf und erklärte die Tiere zur bloßen »Sache«. Er bezeichnete die Tiere als Maschinen und Automaten ohne Verstand und Vernunft, ohne Geist und Seele.

Die Bibel: Rechtfertigung zum millionenfachen Tiermord?

Eines steht fest: Gott sagte in der Schöpfungsgeschichte nicht: »Tötet die Tiere und esst ihre Leichenteile!« Gott sprach:

»Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise.« (Bibel, Schöpfungsgeschichte, Genesis 1,29)

Seit dem Schöpfungsbericht widerspricht sich die Bibel allerdings ständig. Nach der Sintflut soll Gott angeblich gesagt haben: »Furcht und Schrecken über alle Tiere – alles was sich regt und lebt, das sei eure Speise.« (1 Mose 9, 2-3). Und damit nicht genug: Im 3. Buch Mose liest man haarsträubende Einzelheiten darüber, wie die Priester Tiere schlachteten und deren Blut am Altar verspritzten, »zum beruhigenden Duft für den Herrn«. – Die Bibel als Rechtfertigung für das Töten von Tieren?

Klar ist: Das Alte Testament wurde nicht von Gott geschrieben, sondern von Menschen. Wer heute die biblischen Todesurteile gegen die Tiere – welche die Priester der damaligen Zeit Gott in den Mund geschoben haben – wörtlich nehmen will, müsste konsequenter Weise auch die anderen Aussagen im Alten Testament wörtlich nehmen: z.B. das Steinigen von Ehebrechern, Homosexuellen und ungezogenen Söhnen. Wenn wir auch dies alles wortgetreu täten, wäre unsere Bevölkerungszahl um ein Vielfaches geringer und wir hätten wohl auch große Lücken in der Regierung und den Reihen der gläubigen Christen. Es ist doch schizophren: Wenn es um das Töten von Tieren geht, berufen sich Christen und auch weniger gläubige Menschen auf einige steinzeitliche Aussagen in der Bibel, obwohl in anderen Bereichen des Lebens ähnlich blutrünstige Bibel-Aussagen für uns schon längst nicht mehr gelten.

Die großen Propheten des Alten Testaments wandten sich mit deutlichen Worten gegen das Töten von Tieren. Der Prophet Jeremia prangerte die blutigen Schlachtopfer der Israeliten an: »Ich habe euren Vätern nichts von Schlachtopfern gesagt…«. Und Jesaja, der die große Vision verkündete, in der das Lamm beim Löwen liegen wird, verglich das Töten von Tieren mit dem Töten von Menschen:

»Wer einen Stier schlachtet, gleicht dem, der einen Mann erschlägt.«

Hier noch einige Zitate aus der Bibel zur Erkenntnisgewinnung für alle unverbesserlichen Fleischkonsumenten:

„Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise.“
(Bibel, Genesis 1,29)

„Das Land wird euch seine Früchte geben, dass ihr euch satt essen könnt. Wer einen Stier schlachtet, gleicht dem, der einen Mann erschlägt.“
(Jesaja 66, 3-4)

„…ich habe keinen Gefallen am Blut der Stiere, der Lämmer und Böcke… Und wenn ihr auch viel betet, höre ich euch doch nicht, denn eure Hände sind voll Blut…“
(Jesaja 1, 11-13, 15-17)

„Liebe will ich, nicht Schlachtopfer, Gotteserkenntnis statt Brandopfer.“
(Hosea 6,6)

„Ihr Opfer schlachten und Fleisch fressen ist mir ein Gräuel und der Herr hat kein Gefallen daran, sondern wird ihrer Missetaten gedenken und sie für ihre Missetaten heimsuchen.“
(Hosea 8,13)

Und von Jesus sind u.a. folgende Worte überliefert:

„Wahrlich, Ich sage euch, darum Bin Ich in die Welt gekommen, dass Ich abschaffe alle Blutopfer und das Essen des Fleisches der Tiere und Vögel, die von Menschen geschlachtet werden.“
(Das Evangelium Jesu, Kap. 75, 9 · Rottweil 1986)

„Siehe die Felder, wie sie wachsen und fruchtbar sind, und die fruchttragenden Bäume und die Kräuter! Was willst du noch mehr als das, was dir die ehrliche Arbeit deiner Hände gibt? Wehe den Starken, die ihre Stärke missbrauchen! Wehe dem Schlauen, der die Geschöpfe Gottes verwundet! Wehe den Jägern! Denn sie sollen selbst gejagt werden.“
(Das Evangelium Jesu, Kap. Kap. 14, 7 ·Rottweil 1986)

Es geschah, dass der Herr aus der Stadt zog und mit Seinen Jüngern über das Gebirge ging. Und da kamen sie an einen Berg mit sehr steilen Wegen. Dort begegneten sie einem Mann mit einem Lasttier. Das Pferd aber war zusammengebrochen, denn es war überlastet. Der Mann schlug es, bis das Blut floss. Und Jesus trat zu ihm hin und sprach: „Du Sohn der Grausamkeit, warum schlägst du dein Tier? Siehst du denn nicht, dass es für seine Last viel zu schwach ist, und weißt du nicht, dass es leidet?« Und der Herr wurde traurig und sprach: »Wehe euch, der Stumpfheit eures Herzens wegen hört ihr nicht, wie es klagt und schreit zu seinem himmlischen Schöpfer um Erbarmen, und dreimal Wehe über den, gegen den es schreit und stöhnt in seiner Qual!“
(Uralte koptische Bibelhandschrift in der Nationalbibliothek zu Paris)

Fortsetzung folgt …….

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Ein Kommentar zu “Der Verrat der Kirche an den Tieren

  1. Seit den ersten grossen Kirchenkonzilen wurde die Bibel regelmaessig und systematisch gestriegelt, ausgeduennt, falsch uebersetzt und gefaelscht – bis zum heutigen Tag. Und was diesen Bibelschustern nicht in den Kram passt, wird letztlich einfach rausgeschmissen, so ist’s am einfachsten und die „braven Schaeflein“ bleiben bloede, wie man es sich besser gar nicht wünschen kann. Der direkte Weg zur Rechtfertigung des Fleischfressens!

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