Satirisches Feuilleton über Jan Böhmermann und sein angerichtetes „Unheil“ für Mama Angela

Das gutmenschliche Hin und Her bezüglich des virtuellen wie unlauteren Griffs nach Recep Tayyip Erdogan Weichteilen muss nun endlich ein Ende haben. Die Zahl der Nachahmungstäter und der sich solidarisieren Möchtegern-Künstler läuft hier sonst völlig aus dem Ruder und unser bester Freund Erdogan könnte gar noch des Restes seiner Ehre in Deutschland verlustig gehen. Das kann natürlich nicht im Sinne untertänigster deutscher Außenpolitik sein, wie wir diese angesichts des Flüchtlingsdramas derzeit zu gestalten haben. Die politische Korrektheit hat in diesem Fall unaufschiebbar und alternativlos zu obsiegen. Um Weiterungen zu vermeiden muss jetzt ein Exempel an einem der satirischen Bösewichte statuiert werden.

Als Deutschland sollten wir inzwischen gelernt haben wem wir in der Welt tatsächlich verpflichtet sind, wenn wir auch weiterhin einen gut organisierten Flüchtlingsnachschub für Deutschland und Europa von der Türkei gewährleistet haben wollen. Da verbietet es sich aufs Schärfste, so empfindsame Gemüter, wie den leicht entflammbaren “Bomb-Head” Recep Tayyip Erdogan einer derart idiotischen Bloßstellung auszusetzen, wie der Böhmermann dies nun vollführte, egal wie korrekt die Vergleiche auch sein mochten. Hier ist nunmehr der gesamte deutsche Rechtsstaat gefordert, das satirische Unheil wieder zu heilen.

Zur Wahrung der politischen Contenance wäre es nach guter Verräter-Tradition angezeigt den Delinquenten auf einem silbernen Tablett gen Türkei zu expedieren. So dorthin verfrachtet und frisch aufgetischt, wird er für die türkische Justiz von Erdogans Gnaden ein gefundenes Fressen abgeben. Man wird ihn dort juristisch korrekt aufarbeiten und auseinanderlegen und ihm erklären was Satire in der Türkei derzeit nicht darf. Und noch viel schöner für alle Türken ist es, dies anhand eines deutschen Exemplars verbindlich belegt zu bekommen, dass erst sorgt für richtig Unterhaltung.

An dieser Stelle muss ein für alle Mal festgehalten werden, dass der Jan Böhmermann einfach nur den idiotischsten Fehler gemacht hat, den man überhaupt machen kann. Hätte er sich beispielsweise für die Versinnbildlichung dessen, was Satire in Deutschland nicht darf, den aktuellen Staatsfeind Nummer Eins: Waldimir Schurkin herausgegriffen, so wäre dasselbe Traktat mit dieser Person als Gegenstand der Betrachtung völlig folgenlos geblieben. Erstens hätte sich der Rezipient vermutlich gar nicht für Böhmermanns Ergüsse interessiert. Zweitens hätte es diesbezüglich in Deutschland auch keinen Aufschrei gegeben, weil man bei der selektiven Behandlung von Staatspräsidenten, einem feindlichen natürlich nicht die Ehre belassen hätte, die es jetzt gerade für Recep Tayyip Erdogan zu retten gilt. Drittens wären alle Staatsanwälte vor lauter Langeweile binnen fünf Minuten wieder eingeschlafen, weil es keinen Weckruf aus dem Kanzleramt gegeben hätte.

Quelle: www.qpress.de

Erinnert sei letztlich auch noch an die „Verstimmung“ Erdogan´s wegen des
auf Extra 3 ausgestrahlten Liedchens „Erdowie, Erdowo, Erdogan“ :

karikatur merkel-erdogan

Caricature von Bernd Ertl auf http://www.ausgezeichnet.com

Publizist Henryk M. Broder über den Fall Böhmermann im N24-Studio:

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