Die Ramschkälber

Über die Geburt weiblicher Kälber freuen sich Landwirte, denn ihre Milch soll später das Einkommen sichern. Doch was passiert mit den männlichen Kälbern, die quasi wertlos sind? Denn als Milchrassetiere setzen sie kaum Fleisch an und so werden sie nach wenigen Wochen meist mit Verlust verkauft. Peporter vonPanorama haben sich auf die Spur der ungeliebten Kälber begeben.

Das schwarzweiße Kalb liegt im Stroh, sein Fell ist noch ganz feucht. Es hat die Geburt gut überstanden, das Tier ist gesund. Trotzdem hält sich die Freude bei Landwirt Jan-Hendrik Langeloh in Grenzen, denn das Kalb ist männlich. Die Preise für Bullenkälber seien schlecht, erklärt der Landwirt. „Wir wollen natürlich Kuhkälber, weil wir nur die melken können“, so Langeloh, der einen Milchhof bei Hamburg betreibt.

Schwarzbunten männlichen Kälbern fehlt es nicht nur an Milch, sie setzen auch kaum Fleisch an, denn die Rasse ist auf hohe Milchleistung gezüchtet. Und so rechnen sich die männlichen Kälber nicht. Mehr als 100 Euro muss der Landwirt in ein Kalb investieren, bevor er es verkaufen kann. Der Erlös lag im März für ein zwei Wochen altes Bullenkalb in Norddeutschland zwischen knapp 60 und rund 80 Euro – ein Verlustgeschäft.

Ökonomisch gesehen sind die männlichen Milchrassekälber für Bauern wertlos – eine finanzielle Belastung.  Was hat das für Folgen für die Tiere? Aus einigen Ländern wie Großbritannien, Dänemark und Australien wird berichtet, dass männliche Kälber kurz nach der Geburt getötet würden. Im Internet kursieren Videos aus dem Ausland, die zeigen, wie männliche Milchrassekälber erschossen oder erschlagen werden.

Milchbauer Langeloh sagt: „Das gleiche Problem haben wir ja auch bei den männlichen Hühnern in der Eierproduktion, die will auch keiner, die werden heute geschreddert.“ Es scheint ein grundsätzliches Problem zu sein: Eine hochspezialisierte Landwirtschaft erzeugt ökonomisch wertlose, überflüssige Tiere. Mehr als 40 Millionen männliche Küken von Legehennen werden pro Jahr getötet, weil sie weder Eier legen, noch Fleisch ansetzen.

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3 Kommentare zu “Die Ramschkälber

  1. Wenn man sich das mal vor Augen hält, all dieses Leid und Grauen, wegen eines für den Menschen völlig unnötigen „Lebensmittels“. Eine riesige Lüge sorgt für endloses entsetzliches Leid. Man müsste mal eine Kampagne starten, unter dem Motto:
    MILCH TÖTET BABYS !

    Denn der Glaube, dass Milch gesund und notwendig ist, wird hartnäckig von allen Milch-Profiteuren verteidigt.

  2. Ganz schlimm steht es in Italien mit der Mozzarella-Produktion! Da die Bueffel-Kuehe ja immer Kaelbchen haben muessen, um die Milch fuer den Mozzarella-Kaese zu liefern, und das Fleisch dieser Bueffel quasi ungeniessbar ist, so werden die Kaelbchen ganz einfach hinter den Farmen dem Hungertod ausgesetzt, indem ihnen die Beine zusammengebunden und der Mund zugebunden werden! Dieses entsetzliche Schicksal erleiden monatlich zehntausende von Bueffelbabies! Auch hier ist die Bestie Mensch am Tier Gewohnheits-Verbrecher! Ruhe gibt es erst, wenn dieser kriminelle Irrwicht von der Erde verschwindet – in einer globalen Katastrophe oder dem beruehmten Meteoriten, der immer noch auf sich warten laesst….

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