Wer hat denn an der Uhr gedreht (2)

Viele Menschen moegen sich fragen, was mich z.B. denn innerhalb des Tierschutzes wohl so alles umtreibt! Da kann ich nur antworten: eine ganze Menge! Und jeder Tag bringt neue Fragen und Dringlichkeiten, auf welche es sehr oft keine sofortige oder gar keine Antwort gibt. Ja viele Probleme erweisen sich als Riesenpaket mit einem grossen Fragezeichen. Und mit solch einem Raetsel wollen wir uns heute beschaeftigen, denn ich glaube, diesmal sind gewisse Tierschutzkreise eben dabei, sich zum zigsten Male ein grandioses Eigentor zu schiessen – und ich kann beim besten Willen nicht verstehen, warum! Und dies verhaelt sich folgendermassen: seit geraumer Zeit ist es ja in Amerika kein Geheimnis mehr, dass demnaechst das sogenannte Invitro-Fleisch auf den Markt kommen soll, gezogen aus Stammzellen! Nun ist es offenbar ueber dem grossen Wasser soweit, das von zahllosen Tierschuetzern seit undenklichen Zeiten erwartete Invitro-Fleisch ist da! Aber was konkret bedeutet dies nun in erster Linie fuer die Tiere, dann fuer die Tierschuetzer und schliesslich fuer den Konsumenten? Hierzu muss ich auf drei verschiedenen Ebenen das Wort ergreifen und meinen Standpunkt klarmachen, im zweiten Falle dann meinen Standpunkt (und hoffentlich den vieler Tierschuetzer) und dann aber auch den Standpunkt anderer gewisser Eiferer, welche sich fuer SEHR GUTE Tierschuetzer halten.

1. Fuer die Tiere bedeutet dies logischerweise eine unvorstellbare Erleichterung, denn durch dieses Invitro-Fleisch werden ganz sicher in absehbarer Zukunft sehr viel weniger Tiere geschlachtet und infolgedessen auch weniger gezuechtet! Fuer denjenigen, der ein ehrliches goldenes Herz fuer Tiere hat, ist also der Einfuehrungstag des Invitro-Fleisches ein historischer Feiertag, der fuer uns als unvergesslicher Festtag in die Tierschutz-Geschichte eingehen wird! Im Zuge dieser Neuerung wird es wohl logisch sein, dass etwa dieses neue Stammzellen-Fleisch zur Fuetterung der Tiere, wie Hunde und Katzen verwendet werden kann, also schon mal hier gibt es eine massive Erleichterung! Noch ist es angeblich sehr teuer usw. usw., aber das ganze faengt ja erst jetzt eben an und braucht infolgedessen seine noetige Zeit, um sich auf den Weg zu begeben – so wie es ja mit allem ist!

2. Fuer die Tierschuetzer wie mich ist dieses Produkt mehr als willkommen – bedeutet es doch, dass ab sofort Millionen von Tieren, und in naher oder fernerer Zukunft vielleicht, oder ich wage mal zu sagen – hoechstwahrscheinlich – gar kein Tier mehr zu leiden und zu sterben hat! Zuerst kommt die Umstellung, das Gewoehnen an das Neue, es muss billiger werden, und so weiter und so fort! Aber da sah ich doch das Tagen vor dem Walde und lehnte mich gemuetlich im Lehnstuhl zurueck, nicht ohne dabei eine gewisse amerikanische Tierschutz-Seite anzuklicken (deren Namen ich hier nicht bekanntgebe, denn ich bin davon abgekommen, oeffentlich andere Tierschutz-Vereine mit Namen anzuschwaerzen, denn jeder Tierschuetzer hat ja in seinem Hinterstuebchen jene Idee, welche ihm den goldenen Schluessel zu allen Loesungen verspricht, auch wenn dieser Schluessel halt dann ganz und gar nicht immer passt. Falls aber jemand den Namen wuenscht, wird ihm Wolodja, unser Blog-Inhaber, ihm diesen per email mitteilen) – und was sehe ich da, was ich zuerst fuer einen ueblen Scherz halte, aber im April sind wir noch nicht. Da steht tatsaechlich schwarz auf weiss, dass gewisse vegane Kreise in Amerika dieses Invitro-Fleisch ablehnen, weil es ‚unsozial‘, weil viel zu teuer, und zweitens eine ‚Stoerung fuer die vegane Bewegung‘ bedeute! Also da kann ich nur beifuegen, dass diese Leute sich total auf dem Holzweg befinden, denn erstens schaden sie direkt dem leidenden Tier und zweitens wird die Welt nie vegan werden, zumal ja weltweit gerade mal 3% der Weltbevoelkerung Vegetarier – nicht Veganer- sind! Also da bin ich doch versucht zu sagen, wer den Tieren diese unvorstellbare Erleichterung nicht goennt, kann ihr Freund NICHT sein – und seine Muehlen mahlen wirklich entweder zu langsam oder besser gesagt: zu schnell, denn er will Kurven schneiden, die ganz und gar nicht angemessen sind! Dieses fatale Eigentor ist nur eins von vielen, welche aufs Konto vom Tierschutz gehen – und ein gewaltiger Hemmschuh beim Vorwaertskommen, denn

3. der Konsument sieht die Sache ganz anders! Der will Fleisch, egal woher es kommt, viel Fleisch, billiges Fleisch, gekochtes, rohes, fettes, fettarmes, dickes, duennes, bis es ihm zu den Ohren heraushaengt! Wenn nun dieses Invitro-Fleisch auf den Markt kommt, rekrutiert er (der Konsument) sich aus zwei Lagern: die einen werden auf ‚richtigem‘ Fleisch bestehen, ohne Ruecksicht und ohne Gefuehle fuer ein fuehlendes Wesen, dies werden meiner Schaetzung nach etwa 60-70% sein (vorlaeufig), denn was neues muss zuerst seinen Weg machen, in die Herzen und in diesem Fall in die Baeuche der Leute! Etwa 30-35 % werden sich dann den Tieren zuliebe fuer das Invitro-Fleisch entscheiden, dazu werden dann noch sehr viele kommen, welche ihre Tiere damit fuettern werden, auch wenn sie selber noch ‚richtiges Fleisch‘ essen! Dies alles zusammengenommen reduziert aber den Gesamtfleischkonsum auf die Haelfte des jetzigen Standes! Um wieviel bitte sehr reduziert ihn denn die vegane Lebensweise: um gerade mal 0,45 %! Wer da kein Egoist sein will und nicht von Bloediken ist, sollte sein Herz anstrengen – und ihm einen Ruck geben, denn solch eine greifbare Chance, die so viel Tierleid vermeidet war noch nie da! Aber sehen wir mal weiter, was diese ‚Tierschuetzer‘ noch basteln werden, und ob sie den Ernst der Stunde begriffen haben, oder auch diese Suppe wieder versalzen!


Zwei Frauen fuer die Tiere der Erde: Ingrid Newkirk, Gruenderin von Peta und Pamela Andersen

Ein helfendes Leben ist ein vielfaches Leben, welcher tiefsinnige Spruch wuerde besser auf diese beiden hervorragenden, tapferen Frauen passen, welche ihr ganzes Leben dem Wohl, der Freiheit und dem Leben der Tiere weltweit verschrieben haben! Ohne zu verzagen, durch alle Stuerme hindurch tragen diese beiden Fackeltraegerinnen der Gerechtigkeit ihre Botschaft hinaus in die Welt.

Ingrid Newkirk gruendete vor ueber 30 Jahren die somit relativ neue Organisation ‚PETA‘, als Resultat brutalster Affenversuche, schloss aber gleichzeitig alle Tiere mit ein. Keine andere Organisation wie diese hat die Bekaempfung saemtlicher Tierquaelerei weltweit in dieser konsequenten Weise auf ihre Fahnen geschrieben: Da haben alle Tiere Platz – auch Insekten, Unterwassertiere, Schlangen, Krokodile, Ratten, und alles, was da fleucht und kreucht, sind bei Ingrid willkommen, denn sie vertritt den konsequenten Standpunkt, dass jedes Lebewesen den gleichen Anspruch auf Schutz hat, ohne sein aeussseres Ansehen, und ob es vom Aussterben bedroht sei oder nicht, schoen sei oder nicht, nuetzlich oder nicht! Antispeziesismus ist hier das treffende Wort – und daran haelt sich Ingrid Newkirk durch alle Wirren der Zeit hindurch, stetig und treu, assistiert und begleitet von der anmutigen Schauspielerin Pamela Andersen (Die Rettungsschwimmer von Malibu). Auch Pam ist an vielen Tierschutz-Fronten taetig und unterstuetzt zahllose Tierrechts-Organisationen weltweit, zuletzt war sie hier bei uns in Frankreich, um gegen die brutale und kriminelle Praktik der Gaensestopfleber-Industrie Einspruch zu erheben, worueber das franzoesische Fernsehen ausgiebig berichtete!

Ich moechte all diesen wundervollen Menschen von Herzen dafuer danken, was sie tun, dass sie unter uns sind und versuchen, aus dieser geplagten Welt eine bessere Heimstatt zu machen! Und hier noch eini Bild von einer Freundin Pam’s und auch meiner Facebook-Freundin: Traci Bingham, Filmpartnerin von Pam in ‚Die Rettungsschwimmer von Malibu‘. Ich werde ihr eine Nachricht schicken, dann wird sie bestimmt bei uns hier reinschauen!


Unser heutiger Spezialist im Tierreich ist der Oktopus, ein faszinierendes Tier, welches den Menschen gleich in mehrfacher Weise in den Schatten stellt, denn er besitzt folgende Vorteile, ueber die der Mensch nicht verfuegt:

Er kann sich unsichtbar machen, indem er die Form des Hintergrundes annimmt
Er kann die Farbe wechseln
Er kann sich und die Umgebung in Tinte tauchen
Er kann die Form einer geschlossenen Muschel annehmen
Er hat drei Herzen, neun Hirne und blaues Blut

Das Pallium (die mantelartige Rückenoberfläche) des Gewöhnlichen Kraken besitzt eine weite Öffnung und wird bis zu 25 Zentimeter lang; die Fangarme erreichen eine Länge bis zu einem Meter und sind mit zwei Reihen Saugnäpfen besetzt. Die dorsalen (rückwärtigen) Arme sind am kürzesten. Die lateralen (seitlichen) Arme sind länger als die ventralen (vorderen), die ventrolateralen Arme sind nur etwas länger als die dorsolateralen Arme. Der Sipho ist W-förmig. Ein Tintensack ist vorhanden. Der Gewöhnliche Krake besitzt keine Ocelli (Punktaugen) zwischen den Augen und der Basis der lateralen Arme. Der Gewöhnliche Krake hat keine Schale. Das befähigt ihn zu großer Beweglichkeit und macht es ihm möglich, sich durch engste Öffnungen zu zwängen. Es gibt 300 Oktopus-Arten, aber leider wird auch dieses Tier weltweit, und vornehmlich in Italien und Mexico stark bejagt! Wir wollen hingegen heute die Schoenheit und Geschicklichkeit dieses Kopffuesslers betrachten!

Und hier erfolgt gleich die Uebersetzung des unten aufgesetzten faszinierenden Videos:

Der Octopus passt sich seiner Umgebung voll an, um der Verfolgung durch Beutejaeger zu entgehen, aber er wechselt auch die Farbe entsprechend seiner Verfassung; blau, wenn er erregt ist, bleich, wenn er sich fuerchtet und rot, wenn er wuetend ist. Wenn er sich paart, fuehrt er einen seiner Tentakel in das Weibchen ein. Wenn die Paarung beendet ist, versucht das Weibchen, das Maennchen zu verschlingen, denn es wird keine Nahrung mehr aufnehmen, bis die Jungen Monate spaeter geboren sind. Meistens stirbt das Weibchen an Schwaeche, kurz nach dem Erscheinen der Eier. Das Weibchen muss ueber ca. 150’000 Eier wachen. Der Octopus ist nachtaktiv. Am Tag versteckt er sich zwischen den Felsen. Wenn er keinen Schutz findet, konstruiert er sich einen, indem er Felstuecke aufeinander tuermt. Man kann ihn auch vor Korallen-Hoehlen sehen, wo er versucht, den Eingang zu blockieren. Der Octopus ist ein gefraessiger Jaeger. Dank seiner unerwarteten Intelligenz kann er seiner Beute auflauern, stoesst sie in eine Ecke der Koralle und ueberrascht sie bei Nacht, wenn sie schlaeft. Die Flexibilitaet des Octopus ist erstaunlich. Er kann seine Tentakel in die schmalsten Nischen der Korallen einfuehren auf der Suche nach Futter. Das ausgerichtetste Organ des Octopus ist das Auge. Wenn das Auge etwas meistert, ist alles gemeistert. Einer der Schluessel zum Ueberleben der Spezies ist ihre Anpassung an ihr Habitat, worin sie absoluter Meister ist. Ihre Faehigkeit zur Imitation der Umgebung, ihre Beutejaeger in Tinte zu tauchen, aber die groesste Faehigkeit des Octopus ist seine Intelligenz. Er kann Farben und Formen identifizieren, deren Sinn ergruenden und sich ihrer erinnern ueber Jahre hinweg.


Hier noch eine Tafel, auf welcher alle US-Senatoren gezeichnet haben, welche gegen Tierversuche sind und finden, es sei an der Zeit etwas dagegen zu unternehmen! Solch eine Liste stimmt mich immer hoffnungsvoll!

Liebe Gruesse – Eure Siraganda

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Ein Kommentar zu “Wer hat denn an der Uhr gedreht (2)

  1. Lieber Wolodja, liebe Freunde,

    Stetigkeit im Tierschutz ist nicht immer leicht, aber fuer mich ein Muss! Hoffentlich fuehlen sich viele Menschen inspiriert durch die unermuedlichen Aktionen von Ingrid, Pam und Traci!

    Ich werde jetzt Traci Bingham eine Nachricht hinterlassen, dann wird Auch sie heute mit uns sein! Dies ist doch eine ganz tolle Ermunterung fuer uns alle!

    Bis bald – Eure Siraganda im Tierschutz

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