Nachrichten aus der Zukunft – Teil 2

Das Mahnmal für die Verbrechen des Speziesismus

Tierproduktion:

Die Einstellung, daß manche Pflanzen – und Tierarten ausschließlich der menschlichen Ernährung dienten und die damit einhergehende gänzliche Entrechtung dieser Lebewesen befeuerte ab Mitte des 20. Jahrhunderts eine explosionsartig wachsende und immer profitabler werdende Industrie, die ihre Gewinne mit Tierprodukten erwirtschaftete. Damit einhergehend erfolgte ein immenser Qualitätsverlust, die Senkung des Anspruchs auf Nahrungsmittel, was einen gewaltigen Markt für minderwertige Fertigprodukte und immer billiger produzierte Lebensmittel schuf. Die Wertschätzung der Opfertiere, die für den menschlichen Wohlstand ihr Leben geben mussten, fiel ins Bodenlose. Man benutzte für diese empfindungsfähigen Wesen offiziell den entsetzlichen Begriff „Nutztiere“.

Der in die Irre führende Begriff „Fastfood“ suggerierte eine Verkürzung der Zeiten für die Nahrungsaufnahme, wurde später aber vor allem zum Begriff für die Verkürzung der menschlichen Lebenszeit. Als nach der Jahrtausendwende immer mehr Menschen klar wurde, daß sie mit billig produzierter Nahrung Körper und Hirn zerstörten, war es für viele bereits zu spät. Denn Krankheiten wie Demenz und Multiple Sklerose machten sich erst Jahrzehnte später bemerkbar. Demenz wurde bald zur weltweiten Epidemie erklärt.

Man hat den größten Komplex der Ausstellung erreicht, wenn man diese Worte hört. Es geht um die Gewinnung von Nahrungsmitteln aus Tieren. Dann hält man inne vor einer projizierten Kuh. Sie wirkt lebendig. Ruhig mampfend stapft sie über eine Wiese. Man riecht die Blumen. Dann eine sanfte Frauenstimme:

In der Geschichte der Menschheit spielte der Konsum von Tieren bis um das Jahr 2050 eine wichtige Rolle. In der Vorgeschichte diente Tiernahrung möglicherweise als Lieferant für wichtige ungesättigte Fettsäuren dem Wachstum der menschlichen Gehirne und damit der Entwicklung der menschlichen Intelligenz. Der Mensch wäre ohne die Unterstützung der Tiere vielleicht nicht zur herrschenden Spezies geworden. Wie bedeutend die Rolle der tierischen Nahrung dabei wirklich war, wird jedoch nie mehr zu rekonstruieren sein. Unumstritten ist jedoch, daß über Jahrtausende die Tiere unsere Begleiter waren. Durch das Zusammenleben mit den Tieren in Dörfern lernte der Mensch Respekt vor ihnen und vermied es, Tieren unnötigen Schaden zuzufügen.

Auf einmal wird es düster. Der Raum schrumpft zusammen, die Kuh blickt verstört auf, ein Stall. Beton. Überall Beton. Die Tonlage der Frauenstimme senkt sich: Dann folgte der Verrat an unseren Begleitern. Das Verhältnis zu den Tieren verwandelte sich ab Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Zentralisierung der Landwirtschaft, mit der Haltung der Tiere in riesigen Ställen. Die Konsumenten verloren den Kontakt zu ihren Mitgeschöpfen. Diese Trennung wurde von Politik und Industrien gezielt gefördert. Die Entwicklung grausamer Techniken zur Tierproduktion führte zu einer immer höheren Effektivität. Um die Akzeptanz dieser Techniken durch die Bevölkerung nicht zu gefährden, schuf man eine Scheinwelt, die kaum noch etwas mit der versteckten Realität zu tun hatte.

Diese Scheinwelt – propagiert in Fernsehen, Kochshows, Zeitungen und Büchern, sollte den Verbrauchern versichern, daß die Tiere artgerecht gehalten würden und die tägliche Aufnahme von Tierprodukten selbstverständlich zum menschlichen Leben gehört. Ende des letzten Jahrtausends glaubte der Großteil der Menschen, daß a) Tiere keine Leiden empfinden können; b) Tiere für den Nahrungskonsum da seien; und c) der Mensch ohne Tierkonsum nicht existieren könne. Es ist für uns heute unvorstellbar, wie die Menschen innerhalb von Jahren ihr in Jahrhunderten erfahrenes Wissen über Ernährung und Tiere komplett verlieren konnten. Der bewusst erschaffene Irrtum wurde zur allgemein akzeptierten Mehrheitsmeinung und konnte so die immer schnellere Produktionssteigerung der Fleischindustrie vor dem Liebesentzug durch den Verbraucher bewahren. Die Tragödie nahm ihren Lauf.

Ein Beispiel folgt. Man sieht Küken. Eng zusammengedrängt. Sie sind süß, doch dann stockt einem der Atem. Die Küken fallen auf ein Förderband. Dann Hände. Hände von Frauen. Sie heben die Küken an und werfen einen Teil von ihnen in einen Trichter. Was man sieht, ist zutiefst verstörend. Denn die ausgelesenen süßen Küken werden getötet. Die Frauenstimme fährt fort:

Zur Produktion von Eiern wurden spezielle Hühner gezüchtet. Da diese nur auf das Eierlegen spezialisiert waren, wurden alle männlichen Küken nach dem Schlüpfen aussortiert, vergast und zerschreddert. Sie wurden für die Fleischproduktion nicht verwendet, weil es dafür andere Zuchtrassen gab, die schneller wuchsen und somit höheren Gewinn abwarfen.

Wenn man richtig hartgesotten ist und einen die vorangegangenen Räume nicht erweichen konnten, dann geschieht dies spätestens jetzt. Es gibt keine Worte, um die Abscheu vor diesen entsetzlichen Verbrechen zu beschreiben, die noch bis ins Jahr 2020 praktiziert wurden.

Was sagten die Menschen der damaligen Zeit dazu? Eier aus Massentierhaltung wurden von den meisten Verbrauchern kritiklos akzeptiert. Hätten sie auch nur ein einziges Küken selbst getötet? Langsam kann man sich in die Menschen versetzen, die damals verzweifelt auf die Verbrechen aufmerksam machten, nicht ernst genommen wurden und dann in die empathische Depression verfielen.

Dann leuchtet über den fassungslos machenden Bildern einer riesigen Schlachterei ein Satz auf und bleibt Minutenlang stehen: Wenn man alle Fähigkeiten und Emotionen eines Lebewesens zu bewerten versucht, wird am Ende verbleiben: die Fähigkeit, Freude zu empfinden und die Intensität, Leiden zu spüren.

Fortsetzung folgt ……..

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Ein Kommentar zu “Nachrichten aus der Zukunft – Teil 2

  1. Leider wird es die Zukunft wie Marsili Cronberg sie beschreibt (habe das Buch vor längerer Zeit auch gelesen) wohl nicht geben. Mer Mensch vernichtet seine Lebesgrundlagen in atemberaubendem Tempo und es gibt nichts und niemanden, was ihn dabei aufhalten kann. Er ist ein Kind der Natur und der Evolution. Diese angeborenen Eigenschaften machen ihn zu dem was er ist. Damit das Bewusstsein sich positiv in die richtige Richtung entwickeln könnte müsste die Evolution noch Jahrtausende daran arbeiten. Diese Zeit hat sie nicht. Man kann hinschauen wo man will, überall Vernichtung, Vergiftung, Raubbau, Ausbeutung bis zum letzten Tropfen. Vielleicht, wenn alles zu spät ist, merkt er, was er angerichtet hat. Aber dann ist er mit dem Überlebenskampf so beschäftigt, dass er wohl dafür keine Zeit mehr hat. Es spielt dann auch keine Rolle mehr.

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